Australien Shepherd Erziehung und Angewohnheiten?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Er ist 6 Monate alt und kommt von Leuten die mit einem Hundebaby überfordert waren (oder keine Lust mehr hatten). Da er nicht zurück zum Züchter ist, kommt er wahrscheinlich auch aus Vermehrerquellen und somit kann das mit der Wesensfestigkeit etwas problematischer sein...

Zuerst sollte euch klar sein, dass ein Aussie zwar genauso und leichtführig und führerbezogen ist wie ein GR, aber ein ganz anderer Typ Hund.

Zuerst bringt ihm Ruhe bei. Das ist bei solchen Hunden das A und O. Er muss lernen nicht nur schnell hoch zu fahren, sondern genauso schnell wieder runter. Außerdem muss er lernen wann er hoch fahren kann und wann nicht.

Zum Garten, klar hat er keine Lust rein zu kommen. Da ist es ja langweilig. Gebt ihm momentan halt einfach einen guten Grund rein zu kommen. Eine Runde lockeres Klickern oder ZOS oder apportieren, was was dem Hund richtig Spaß macht. Klar könntet ihr ihn auch einfach nur bestechen, aber so ist es viel effektiver.

Zum Thema zwicken. Konsequenz und Geduld. Es ist ein Hütehund, sowas gehört zum normalen Repertoire, so etwas nicht oder zumindest nur sehr sanft zu machen ist wirklich kompliziert für manche Vertreter, gerade wenn sie gerade mal wieder in anderen Sphären schweben.

Zum draußen gehen. Der Hund ist jung, hat eine neue Umgebung, natürlich ist alles soooo spannend (du Spaßbremse ;) ). Auch hier wieder, es ist halt ein Hütehund, das heißt er ist nunmal sehr reizoffen und er wird es auch immer bleiben. Da kann man entgegenwirken (Erziehung, Auslastung, Gewöhnung, Alter), aber grundsätzlich werdet ihr schneller werden müssen. Und es wird dauern. Das ist für solche Hunde eine wahnsinnig schwere Übung und entsprechend geduldig musst du da ran gehen. Die gute Nachricht ist, dass, neben der normalen Erziehung, ein Teil davon die Zeit erledigen wird und einen zweiten Teil kann man das über gute Auslastung beeinflussen.

So und jetzt das Allerwichtigste: Wenn euer Hund kein schlechter, verzüchteter Abklatsch eines Aussies ist (Modezucht usw), ist es eine Arbeitsrasse. Heißt dieser Hund braucht Arbeit. Arbeit heißt nicht larifari Bespaßen sondern irgendwas qualitativ hochwertiges, was der Hund auch wirklich als Job ansehen kann. Hüten und Rettungshundearbeit ist mMn so mit das Beste, aber es gehen auch andere Dinge. Wichtig ist, dass sie ihr Hirn einsetzen dürfen und Qualität geht über Quantität.

Und noch ein Tipp. Behaltet bei eurer Erziehung im Hinterkopf, dass Aussies massiven Schutz- und Wachtrieb auspacken (können). Zum Positiven wie zum Negativen.

Zum Thema am Nacken packen. Schütteln geht gar nicht. Ins Fell packen hängt vom Hund ab und was man damit erreichen will.

Dankeschön für die ausführliche Antwort.

Wir haben leider keinerlei Info über den Züchter bzw. woher der Hund kommt. Als wir ihn aus der Tiervermittlung geholt haben, war er erst 2 Tage aus der alten Familie raus.

Also er lernt das runterfahren und ausruhen bei uns auf jeden Fall. Er liegt auch oft einfach nur bei uns oder in seinem Körbchen und ist zufrieden. Heute nach dem Spaziergang und dem Spielen mit einem anderen Hund, lag er knapp eine Stunde nur rum. Grade nach dem ich gegessen hatte, habe ich nochmal 15 Minuten mit ihm gespielt und auch direkt nachdem ich aufgehört hatte, ist er in sein Körbchen. Also da bleiben wir auf jeden Fall dran.

Natürlich ist draußen alles spannend, besonders für einen so jungen Hund und ich lasse ihn auch auf Feldern und im Wald ohne Leine laufen, er kommt ja auch sofort zurück wenn man ruft und entfernt sich grundsätzlich eh nicht weit von mir. Aber es ist mir dennoch wichtig, dass er lernt bei Fuß zu gehen. Besonders bei z.B. stark befahrenen Straßen oder son. Aber das läuft für 2 Wochen ja schon nicht schlecht.

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@missmandysmile

Klingt doch super.

Natürlich muss (und kann) er das lernen. Ich wollte die nur klar machen, dass es einfach etwas länger dauern wird als bei einem Goldie.

Einfach etwas mehr Geduld ;)

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@missmandysmile
Besonders bei z.B. stark befahrenen Straßen oder son. 

Da gehört jeder Hund immr an die Leine. Dazu muß er nicht bei Fuss gehen, sondern enspannt Leine gehen. Das ist eine andere Sache.

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@Bitterkraut

Wenn das deiner Meinung nach reicht ist es okay. Aber ich fühle mich wohler, wenn der Hund bei Fuß geht in solchen Situationen, da die Gefahr für ihn dann geringer ist.

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Was du beschreibst, ist doch für junge Hunde ganz normal. Die sind halt manchmal zum Verzweifeln. Mein Königspudel hat das bis vor einem Jahr auch alles gemacht. Jetzt geht es halt an die Erziehung und da ist eine Hundeschule immer gut. Es ist bei mir der 8. Hund und dennoch gehe ich wieder zur Hundeschule, weil mein Hund da auch unter extremer Ablenkung die Grundkommandos lernt, das bekommt man allein nie so gut hin. Schon, weil euer Wuffel schon den zweiten Besitzer hat, solltet ihr jetzt besonders verantwortungsvoll sein und es nicht auf die lange Bank schieben. Sonst wird dein Hund noch so ein Wanderpokal, der von Besitzer zu Besitzer wandert und dadurch auf der Strecke bleibt.Alles Gute für euch und die kleine Maus.

Dankeschön. Wir haben jetzt auch eine Frau kontaktiert, die das mit mir und ihren Hunden privat macht, da ich keine Hundeschule in der Nähe gefunden habe, die Abends oder am Wochenende ihre Kurse geben und mir zusagt.

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Öhm ja, das meiste hat der Hund euch ja schon erklärt 😆

Ihr hattet sogar eine Warnung,

"kam von einem älteren Ehepaar, die nicht mit ihm zurecht kamen."

Und, Klar es ist ein Junghund, lasst ihn kauen, schaut nur das auch genug trinkt, 😃 wegen den "Spielverhalten", ein Aussie entscheidet halt auch selber ganz gerne, er hat einfach keine Lust mehr gehabt. Das zeichnet selbstständige Hunde aus, die entscheiden oftmals selber was Grad angesagt ist und was eben nicht. Ihr solltet also lernen ihn zu euren Spielen ordentlich zu motivieren.

"Allerdings ist er sehr aufgedreht und findet alles interessant. "

Da kommt eine Kombination in Frage,

1. Er hat möglicherweise die ersten 6 Monate einiges verpasst so daß es nun viel viel zuviel ist was auf ihn einwirkt das kann dann zu Folge haben das man unkonzentriert und aufgedreht ist aufgrund der inneren Unruhe

2. Ihn fehlt noch die Führung da er noch kein festen bezug zu einen von euch hat ( sind ja als Ein-Mann-Hunde berüchtigt)

3. Arbeitshunde sind sehr intelligent was möglicherweise zu mehr Neugier führt und da Arbeitshunde Dampf unterm Kessel haben können sie wenn man sie nicht im Eifer bremst auch aufgedreht wirken

"Außerdem zwickt er uns oft beim Spielen in die Hand, oder ins Bein.

Hm entweder noch nicht gelernt das man das nicht macht oder er zeigt ein typisches Hütehundverhalten, spurt das liebe Vieh nicht so merkt es auch schonmal die Zähne.

Da man auch erst erwarten kann das Befehle umgesetzt werden, wenn der Hund sie auch sicher beherrscht würde ich,

"Er nimmt uns manchmal auch nicht ernst.",

als Indiz sehen das ihr zu ungeduldig seit, ein Junghund braucht nunmal Zeit und Geduld. Übt mit ihn das "komm" so daß er zuverlässig den Befehl auch versteht, nach nur 2 Wochen ist das reines Glück wenn es Mal funktioniert ohne sonderlich geübt zu haben. Viel geübt könnt ihr nicht haben da ihr noch eine Baustelle habt mit den Abgelenkt sein. Er muss erstmal lernen das es interessant ist eure Sachen mitzumachen und das es sich auch für ihn lohnt.

Mit den Nackengriff voll überlesen, das bitte unterlassen, genau wie andere Vollkörperkontaktübungen. 1. Aussies sind mutig, es kann sein das er den Spieß Mal umdreht und 2. im Gegensatz zum Retriever denkt der Aussie selber er wird auf Dauer seine Kooperation einstellen.

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Auch wenn ihr es nicht hören wollt. Geht in eine Hundeschule und sucht euch danach eine Agility-Gruppe. Mit 60 Minuten Spazierengehen ist es bei dieser Rasse nicht getan. Oder warum heisst die Rasse wohl so. Der braucht Action den ganzen Tag. Und dass er Euch zwickt ist ein Zeichen seiner eigentlichen Aufgabe, da er das bei Schafen z.B. auch machen würde um die Herde zusammen zu halten.

Ähnlich ist es bei so "Modehunden" wie Jack Russel, Beagle oder Pointer. Das sind Jagdhunde. Entsprechend müssen die erzogen und eingesetzt werden.

Ein Golden Retriever ist dagegen halt eher genügsam.

Den ganzen Tag Aktion braucht der auch nicht, außer du willst einen hyper aktiven Hund der nie zur Ruhe kommt.

Und ich besitze einen aussie ( plus einen anderen Hütehunde und drei Jagdhunde )

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@LukaUndShiba

Das wurde uns so auch erklärt. Wir haben jetzt jemanden kontaktiert von der ehemaligen Hundeschule. Die Frau schaut sich das privat mit mir an und wird uns dann ein paar Tipps geben und später üben wir mit meinem Hund und ihren Hunden gemeinsam. Sie hat schon sehr viel Erfahrung mit Hunden und wird uns sicherlich weiterhelfen.

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Das ist ein Junghund und noch dazu ein Hütehund! Du gibt da die perfekte Anleitung den Hund zu ruinieren...

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nein ein Aussie braucht sicherlich nicht den ganzen Tag Aktion.

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Sagen wir mal so: Euer Retriever war sowas wie ein alter Kleinwagen - zuverlässig, nicht besonders schnell und verzeiht auch die blödesten Fehler ohne nennenswerten Protest.
Jetzt habt ihr einen Ferrari, macht ihr da Fehler landet die Sache mit Anlauf vor der Wand aber wenn ihr bereit seit den Umgang zu erlernen macht es eine Menge Spaß.

Ihr habt einen Hochleistungs-Hütehund, er will arbeiten und wenn ihr ihm keinen erfüllenden Job gibt sucht er sich den selber. Ein Grund warum so viele Aussis imTierheim landen oder durch unzählige Hände wandern :(

Zuerst mal braucht er eine Schleppleine um den Abruf zu üben, bis das funktioniert (also auch wenn er jagen will oder im Garten bleiben) kommt er schlicht nicht ohne vor die Tür. Dabei wird jeder kleine Erfolg gelobt, jeder Fehlversuch ignoriert.
Den Nackengriff vergiss ganz schnell wieder, je nach Charakter des Hundes erzeugt Gewalt Gegengewalt oder er verliert das Vertrauen zu euch was aber die Grundlage für alles weitere ist.
Neben ausgedehnten Hunderunden (30 Minuten sind grade zum warmwerden) muss der Hund auch geistig gefordert werden, bitte informiere dich darüber. Obedience, Dogdancing, Agility, Hüten natürlich, das alles beansprucht den Kopf so das eurem Hund nicht langweilig wird. Allerdings muss er auch Ruhe lernen, bitte lasst euch da von einem fähigen Trainer anleiten und beraten der sich mit Hütis auskennt. Schlägt er irgendeine Form von Gewalt vor schickt ihn weg und sucht einen kompetenten Trainer.

Du sagst das du 20 bist, wenn du also in eine Hundeschule gehen willst dann tu das, es gibt auch Abendstunden eben für Menschen die mittags nicht können. Die Sozialkontakte sind wichtig für den Hund und du kannst einiges lernen. Vielleicht wachst ihr dann in den Hund rein.

Du hast aber gelesen, dass das Hundekind erst 6 Monate ist oder......?

Der Hütehund-erfahrene Trainer wird dir sagen, dass wenn man solche Hunde zu früh überfordert man den kompletten Hund ruinieren kann.

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@Ansotica

6 Monate, das ist kein Baby mehr (meine Trulla war da schon in der Pupertät und ein richtiges kleines Ekel^^) und bis man tatsächlich eine Hundeschule gefunden hat und die nach den Ferien ihre Arbeit auch wieder aufnimmt ist er 8 Monate.
Ich hab selbst ein Weißes Schäfchen und das ist ein ganz toller, entspannter Hund. "Obwohl" wir sie schon jung auch auf längere Spaziergänge mitgenommen haben und sie bei Mistwetter mit mir solchen Unfug geübt hat wie die Plüschis mit Namen kennen oder auch Schubladen öffnen, Lichtschalter bedienen, Türen öffnen etc.
Es sprach niemand von überfordern, zur Zeit wird der Hund wenn dann unterfoerdert und nicht angeleitet.

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@Achwasweissich

Meine Junghunde sind in dem Alter auch kilometerweit mitgelaufen. Laufen gehen ist ja nicht toben gehen. Und ausdauerndes Laufen (nicht rennen) kräftigt Sehnen und Gelenke und baut Muskulatur auf. Und es entpannt den Hund.

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@Achwasweissich

Es geht nicht um Auslastung, sondern den Schutz der Gelenke und Knochen. Der Hund ist zu jung für ein großes körperliches Beschäftigungsangebot und dafür ist er auch mit 8 Monaten noch zu jung.

Ganz davon abgesehen ist ein Weißer Schäfer nun einmal etwas ganz anderes als ein Aussie.

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@Ansotica

Schäferchen und Hütis haben sehr viel gemeinsam, auch wenn eine Schweizerin nicht so ein Workaholic ist wie andere ihrer Art. Der Schäferhund heißt letztendlich nicht nur aus Spaß so uns was nicht DSH ist hat oft noch viel Hütetrieb drin und dafür keine Schärfe..

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@Achwasweissich

Ja, aber sie sind nicht gleich, nicht ansatzweise. Ich habe seit Jahren Hunde aus beiden Kategorien und die einzigen Schäfis die ähnlich reizoffen sind, sind Malinois und Herder.

Keine Schärfe haben übrigens eigentlich nur die britischen Koppelgebrauchshunde. Die kontinentalen Rassen wie unsere altdeutschen Hütehunde sind komplett andere Kaliber.

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