19jähriges Vollblut im Winter eindecken?

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5 Antworten

Das ist eine Paddockbox, nix anderes. Ein Aktivstall ist ein bsonders ausgeklügelter Offenstall, wo die Pferde dazu genötigt werden, sich zu bewegen.

Lass das Eindecken einfach erst mal sein, bis Du siehst, Dein Pferd friert. Das sieht man so deutlich, dass man es definitiv nicht übersieht, sie ziehen die Muskulatur zusammen, stellen sich bergziegemäßig hin und lassen sich am Rücken ungern anfassen - eben weil die sie Muskulatur zusammenziehen. Dann und nur dann ist eindecken gerechtfertigt. Ich kenne bisher kein Vollblut, das mehr als 5 Tage im Jahr eine Decke wirklich braucht.

Ein ungefütterte Regendecke mit mindestens 1600 Denier Reißfestigkeit zu besitzen, schadet keinem Pferdebesitzer, denn wenn mal Termin für manuelle Therapie ist, soll das Pferd trocken sein. Regnet es dann an dem Tag, müsste man es wegsperren. Besitzt man eine Decke und eventuell ein abnehmbares Halsteil dazu, packt man es am Vortag ein und kann sich sicher sein, dass das Tier trocken ist, wenn der Therapeut anrückt. Auch kommt's mal vor, dass sie im Sommer bei plötzlichem Temperatursturz und Regen einen oder zwei Tage nicht so fit sind. Unsere Pferde besitzen eine Decke und hatten die, seit sie 2011 in den Aktivstall gezogen sind in Summe 5 Tage an ... der eine in jedem Sommer 2 einzelne Tage, der andere nur eine Nacht, vor der manuellen Therapie. Oder es wird mal ein Pferd krank, da kann man ihm auch wenige Tage helfen, ohne es aus der Bahn zu werfen.

Den ganzen Winter vorsichtshalber pauschal eindecken hingegen hat deutliche Nebenwirkungen, die Pferde werden dadurch anfälliger, was ich grade bei einem älteren Pferd vermeiden würde - aber Dein Pferd ist nicht "schon älter" - was sind das für Leute, die sowas behaupten? Das sind meist Schutzbehauptungen von Menschen, die es nicht verstehen, so mit Pferden umzugehen, dass die nicht schon "verschlissen" sind, wenn sie grad mal 20 Jahre alt sind. In den 80er Jahren, als die Tiermedizin noch lang nicht so weit war, wie jetzt, ein Landtierarzt alles vom Kanarienvogel bis zum Zuchtbullen behandelt hat und auch das Pferd, kannte ich nur Pferde, die locker über 30 Jahre alt wurden und mit 30 auch noch Jagden mitgingen. Heute, wenn man bei der Olympia-Vielseitigkeit ein Pferd mit 24 starten sieht, wird von unverantwortlich und Methusalem gesprochen, nur weil man nicht glauben kann, dass es noch Menschen gibt, die sich so auf Pferde verstehen, dass die nicht so früh schon Schaden genommen haben. Gut, ich weiß nicht, mit welcher Art Menschen Deine Stute bisher zu tun hatte, aber dennoch ... sieh Du sie nicht als alt, sondern behandle sie wie jedes Pferd im Aufbau, dann hast den meisten Erfolg damit. Nimm Rücksicht auf Verschleiß, den sie vielleicht hat, aber mach sie nicht zur Oma ;-)

Hey,

Erstmal muss ich sagen, dass ich baroque komplett zustimmen kann.

Meiner Meinung nach sind gefütterte Decken vollkommen quatsch, sofern das Pferd nicht sehr alt ist oder generell zu wenig Gewicht hat, oder geschoren ist. Eine gute, ungefütterte Regendecke sollte man sowieso immer da haben, Einfach dass man z.b. ein nassgeschwitztes Pferd im Winter auf die Wiese stellen kann, natürlich mit decke und diese sollte unbedingt eine Abschwitzfunktion haben.

Was du auch nicht machen solltest, ist vorzeitig eindecken. Das ist totaler Mist, da ja eigentlich das Ziel ist, dass dein Pferd später so viel Winterfell entwickelt, dass Sie ohne decke über den Winter kommt.

Wenn du nun ,,vorbeugend" eindeckst hat das winterfell ja gar keinen Grund ordentlich zu wachsen ;)

Daher: Lass Sie so lange wie möglich ohne Decke stehen, gib ihr ordentlich kraftfutter, dass Sie eine fettschicht aufbauen kann (ich nehme an, dass Sie eine schmälere Kandidatin ist, oder?) Und verpass den Zeitpunkt nicht, wo du die Decke drauflegen solltest.

Woran man erkennt, dass ihr richtig kalt ist?

Sie wird eine ganz verspannte rücken und hinterhandmuskulatur haben, die hinterbeine unter ihren Körper ziehen und den Kopf hängen lassen, außerdem könnte es sein dass Sie zittert. Das zittern an sich ist ja nicht schlimm, dient ja dazu dass ihr wärmer wird, aber sobald Sie richtig verspannt ist: Decke drauf!!!

Am besten erstmal ganz viele Abschwitzdecken (die rückenwarmer von back on Track sind dazu klasse) drauf, solarium oder ähnliches und ordentlich bewegen, dass ihr wieder warm wird. Danach dann mit der regendecke auf die Wiese ;)

Eine gute Regendecke schickt da, das Pferd muss trotzdem noch selber auf seinen Wärmehaushalt achten, aber ihr kann nicht mehr so kalt werden. Oft ist es einfach nur nässe die den Pferden zuschaffen macht, mit Kälte kommen Sie eigentlich ganz gut klar ;)

Achja, sobald es wärmer wird kommt die Decke wieder runter! 1. Gibt es auch bei noch so gut passenden und gepolsterten decken scheuerstellen und 2. Hilfst du so deinem Pferd, dass es trotzdem noch winterfell ,,produziert"

Ich habe selber eine Arabermix-stute, die 3 Jahre lang im Winter nur im laufstall Stand. Demententsprechende winterfell Entwicklung hatte Sie. Also habs für den 4. Winter, wo Sie nachts in einem laufstall Stand und tagsüber komplett auf der Wiese waren eine decke. Da uns viele dazu geraten haben, haben wir die Bucas Smartex Rain Gekauft. Die ist zwar nicht ganz billig, sieht aber jedes mal wie neu aus, wenn sie aus der wäscherei kommt ^^ Außerdem hat Sie Abschwitzfunktion und ist wirklich 100% wasserdicht! Naja auf jeden Fall hat Sie Sie draufbekommen, und wir haben Sie immer wieder abgemacht wenn es wärmer war.

Mit erfolg: im 5. Winter hatte Sie schon deutlich dichteres, wenn auch kurzes Winterfell. Da Sie aber ganz draußen standen blieb der moment zum eindecken nicht aus. Sie hatte Sie dann oft 24 h an (natürlich haben wir Sie mindestens 1x am tag abgemacht und Sie geputzt, also das pferd ^^).

Und was soll ich sagen, die Decke lebt nach 1000 bissen und trittem, wälzaktionen, Rennen und Regen immer noch in ihrer vollen Qualität ;)

Ich bin sehr gespannt wie winterfellmäßig dieser Winter wird :) Hoffentlich kann die Decke dieses Jahr im Schrank bleiben ^^

Ich hoffe ich konnte helfen :) lg sonny )

Wolpertinger 03.09.2013, 13:11

Nu ein kurzer Einwand..

Die Produktion von Winterfell hat nichts mit den außen Temperatur zu tun.

Sondern mit dem Lichteinfall.

So schiebt mein Tinker schon seit gut 4 Wochen Winterfell, obwohl wir teilweise Temperaturen un die 30grad hatten

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20sonny08 05.09.2013, 22:47
@Wolpertinger

Echt? Man lernt immer wieder dazu :) Ich glaub iwo habe ich davon schon mal was gehört, aber iwie wieder vergessen... Danke für die Ergänzung :)

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Eindecken ist nicht nötig . Pferde entwickeln Winterfell wenn es Kalt wird. Endecken ist nur dazu gut : 1. es sieht schöner aus ohne plüschfell im winter 2.man muss nicht so lange putzen um dass lose fell raus zu kriegen

Huhu knuddel,

defintiv wieder eindecken und damit beginnen die Decke abzugewöhnen, das muss aber langsam gehen.

Sinnig ist es drei Decken zu nutzen bei dem abgewöhnen, müssen ja nicht die teuren sein, man kann ja auch gebrauchte kaufen.

Nachts kommt eine dicke Decke drauf, Tagsüber eine mittlere also etwas leichter. Nach ca. 3 Wochen wechselst du, nun gibts auch nur noch Nachts die mittlere. Wieder 3 Wochen später gibts Nachts die mittlere und Tagsüber eine leichte. Die selbe Zeit später gibts nur noch die leichte, dann nur noch Nachts die leichte und irgendwann keine mehr.

Ganz wichtig ist die Decken nicht einfach weg zu lassen, bei einer 19 jährigen Dame die dazu auch noch empfindlich ist geht das schnell in die Hose. Lieber langsam und mit Geduld, sollte dein Stütchen zu irgendeinem Zeitpunkt den Eindruck machen das sie friert, oder krank wird, den Versuch sofort abbrechen.

LG

FrauWinter 02.09.2013, 18:05

Hmm, aber mit den dicken Decken zu Beginn bekommt man leichteres Winterfell. Danach dann wenns kälter wird, die Decken dünner werden zu lassen wäre dann ja dreifach fies.

  1. das Pferd hat wegen den dicken Decken weniger Fell entwickelt
  2. im laufe der Wochen wird der Winter ja kälter....
  3. die Decken werden dünner

Da frierts ja sogar mich bei dem Gedanken ;-)

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Baroque 02.09.2013, 22:25
@FrauWinter

Korrekt ... wer zu früh mit eindecken anfängt, nämlich, bevor das Tier wirklich eine Decke braucht, bekommt sie den ganzen Winter nicht mehr los ... wie kommt man auf die Idee, erst warm einzupacken und dann doch nicht. Erst Thermoregulation empfindlich stören und dann sagen "ätsch, ich weiß, dass Deine Thermoregulation durch mich vernichtet wurde, aber jetzt komm selbst damit zurecht" - das ist ja schon tierschutzrelevant!

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cartien 02.09.2013, 22:29
@FrauWinter

Wer einen klaren Gedanken fassen kann, sollte sich im klaren darüber sein, dass man mit diesem abgewöhnen, nicht grade jetzt anfängt und bei Minusgraden dann plötzlich keine Decke mehr nutzt.

Jedoch einer älteren, empfindlichen Stute die Decken einfach weg zu nehmen macht sicherlich auch keinen Sinn.

Falls jemand einen besseren rat weiß, könnt ihr ihn ja gern schreiben.

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generell kann man jedes pferd uneingedeckt lassen. allerdings sind vollblüter jetzt auch nicht dafür bekannt einen dicken shettypelz zu schieben und speckröllchen anzusetzen :D

ich würde, vor allem da sie ja schon im etwas gehobeneren alter ist, eher eine decke anziehen.

da wirst ja selbst sehen wie gut sie zum winter im futter steht und wie schnell und stark sie fell schiebt. dann kannst du dich nochmal entscheiden ob du ein leichtes deckchen draufziehst oder es lässt.

knuddeel 02.09.2013, 20:25

Okay.

Wieviel Gramm empfiehlst du für dein Einstieg? Ich habe leider noch nicht so viel Erfahrungen im Thema Eindecken...

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Baroque 02.09.2013, 22:26
@knuddeel

Ich würde keinesfalls einfach so, ohne zwingenden Grund eindecken - und danach dann auch nicht auf eine leichtere Decke wechseln. Eine ungefütterte Regendecke tut's wirklich, nicht auch noch dickes Futter dazu.

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