Wie Freundin Asexuallität erklären?

11 Antworten

Mann, Mann, was für lange Litaneien schreibt Ihr denn alle?? Wenn jemand asexuell ist, sollte er das offen zugeben. Entweder der andere versteht es und kann damit leben, oder man trennt sich, auch wenn's schmerzlich ist. Viele glauben auch nur, asexuell zu sein. Dabei sind sie "psychisch gestört" auf dieser Ebene. Ich hatte immer viel Interesse an der Sexualität. Seit ich fast 60 bin, brauche ich das nicht mehr. Mein Mann versteht es zwar nicht 100% tig, aber er versucht, damit klar zu kommen. Kann er das nicht, muss ich ihn eines Tages gehen lassen. Das gibt's nichts dran zu rütteln.

Warum wir so Litaneien schreiben?: Nun ich zum Beispiel habe festgestellt, wenn man seinem Partner/potentiellen Partner sagt: du ich will nicht mit dir ins Bett, weil ich asexuell bin - dann kommen regelmäßig so Sätze wie: du liebst mich nicht; das glaube ich dir nicht, du willst nur mich nicht; du bist verklemmt; auch das gibt sich schon noch; wieso jeder will doch Sex; - ect

Allosexuelle Partner beziehen das unglaublich schnell und oft einfach auf sich, fangen an den Fehler bei sich zu suchen, oder in "fehlender Liebe - weil sonst würdest du ja"... genau deswegen ist es ein sensibles Thema, weil viele einfach mal blöd drauf reagieren, genau deswegen ist es auch so schwer, das auszusprechen - weil bei nahezu jedem von uns dann irgendwann der Satz kam: du bist doch nicht richtig, das ist doch nicht normal - und das leider manchmal auch vom Partner. Selbst wenn sie es vielleicht sogar akzeptieren, kommt unterschwellig häufig das Denken: ja, aber ich will doch Sex und er ist Angehöriger einer Minderheit, also soll er sich nicht so anstellen und gefälligst weiter mit mir Sex haben, so schlimm ist das ja nicht - so wird es nicht formuliert, aber wie gesagt, unterbewusst, merkt man das immer wieder, selbst wenn es eine scheinbare Akzeptanz gibt - deswegen, es ist ein sensibles Thema, dass einem schwer fällt, es auszusprechen, und deswegen zum Teil sehr lange Texte...

Ps: Ich glaube, mit 60 ist es für die meisten Menschen auch besser zu akzeptieren (weil da bei den Meisten ein bisschen die Lust raus ist), als wenn der Partner 25 ist und sowas sagt.

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Hallo,

oh das Problem hatte ich auch mal. Ich bin selbst asexuell und war in einer Beziehung mit einem, dem Sex ziemlich wichtig war. Ich kann also aus meiner eigenen Sicht ein bisschen erzählen und dir damit vielleicht helfen.

Allgemeines zu Beziehungen zwischen Asexuellen und nicht Asexuellen

Das allerwichtigste ist erst mal Kommunikation. Man muss darüber reden, über die Gefühle, was einem wichtig ist und was ok für einen ist. Dann sucht man nach Kompromissen und Lösungen.

Asexualität heißt zuerst einmal nur, dass man sich nicht sexuell zu anderen Menschen hingezogen fühlt. Das sagt noch nichts über das sexuelle Verhalten aus.

Es gibt Asexuelle, die Sex zwar nicht brauchen und die nicht das Verlangen danach haben, aber für die es ok ist, ihn ihrem Partner zuliebe zu haben, die manchmal Sex sogar ganz gut finden (sex-positive Asexuelle).

Es gibt Asexuelle, die Sex zwar nicht selber haben wollen, aber für die es ok ist, ihren Partner anderweitig zu befriedigen, z.B. mit der Hand.

Es gibt Asexuelle, die Sex überhaupt nicht wollen. Dann muss man eine Lösung finden. Wichtig ist, dass beide mit der Lösung einverstanden sind!

Möglichkeiten wären

  • Beschränkung auf Masturbation ihrerseits (also eben kein Sex miteinander)
  • offene Beziehung (also sie kann mit anderen Leute schlafen und ihre Bedürfnisse somit sozusagen anderswo stillen; das ist nicht jedermanns Sache; wie gesagt, beide müssen einverstanden sein und davon wissen, sonst ist es Betrug)
  • etwas anderes, was die Partner gemeinsam verabreden

Es kommt wie gesagt komplett auf die Partner, deren Bedürfnisse, "Schmerzensgrenzen" und Gefühle an! Was ist ok für dich? Man muss reden und gemeinsam eine Lösung finden. Wenn das nicht funktioniert, werden sie nicht glücklich zusammen und sollten sich, so schmerzhaft es auch sein mag, wahrscheinlich besser trennen und nach Partnern suchen, die ähnliche Gefühle und Bedürfnisse haben

Wie war das bei mir?

Ich war wie gesagt in einer ähnlichen Situation. Ich hatte überhaupt kein Interesse an Sex, während es ihm ziemlich wichtig war. Wir haben echt super lange darüber geredet, uns immer wieder zusammengesetzt, uns unsere Gefühle versucht zu erklären, was wir denken und was uns wichtig ist... Und dann haben wir nach Kompromissen gesucht.

Wie bin ich das angegangen? Wir haben einen Tag zusammen verbracht. Nachmittags haben wir einen Spaziergang im Wald gemacht. Das bietet die Möglichkeit, dass man sich in Ruhe unterhalten kann, ohne dass ständig Leute vorbei kommen oder man komisch im Zimmer sitzt oder so...

Ich hab mich auch nicht gerade perfekt angestellt (aber perfekt kann so was glaube ich eh nicht wirklich laufen, weil es halt schwer ist), aber naja... Ich habe ihm einfach gerade heraus gesagt, dass ich asexuell bin, habe ihm dann erklärt was das ist (also dass eine heterosexuelle Person sich zum anderen Geschlecht hingezogen fühlt, eine homosexuelle zum gleichen Geschlecht und eine asxuelle Person eben sexuell zu keinem Geschlecht - und dass das aber nicht heißt, dass man sich nicht verlieben kann, weil die romantische Orientierung eben noch mal was Anderes ist usw). Dann habe ich meine Gefühle erklärt (also dass ich ihn trotzdem super doll mag und so und dass meine Asexualität nichts mit ihm direkt zu tun hat, er also nicht "schuld" ist, sondern dass das einfach meine sexuelle Orientierung ist und ich trotzdem wirklich gerne mit ihm zusammenbleiben würde, weil ...). Er hat einige Fragen gestellt und ich habe versucht sie so gut ich konnte zu beantworten. Das war's dann erst mal für den Tag, ich bin nach Hause gefahren, weil er es verarbeiten musste. Später haben wir uns immer wieder mal damit auseinander gesetzt und versucht Lösungen zu finden. Wir haben einfach alles durchgesprochen, über unsere Gefühle und Grenzen geredet usw...

Ich muss sagen, dass es bei uns nicht geklappt hat, weil es mir irgendwann einfach zu viel wurde, ich wegen der Beziehung irgendwie in eine leichte Depression abzurutschen drohte, weil wir eben keine Lösung gefunden haben, die für uns beide ok war. Dann haben wir uns eben getrennt. Inzwischen ist er in einer anderen Beziehung und super glücklich mit seiner neuen Freundin, während ich auch direkt nach der Beziehung mich wieder "frei" gefühlt habe und es mir besser ging.

Also: Rede mit ihr! Kommunikation ist das Wichtigste in einer Beziehung! Vielleicht gelingt euch ja das, was wir nicht geschafft haben. Ich kenne zumindest Paare, die das geschafft haben, also ist es nicht unmöglich :)

Alles Gute

Sowas sollte man von Anfang an klar kommunizieren. Für den Großteil der Menschen gehört Sex zu einer Beziehung dazu, so auch für deine Freundin und da du nicht von vornherein offen zu ihr warst, denkt sie, das sei auch bei dir so. Das war ziemlich mies von dir und das ist meiner Meinung nach viel schlimmer als deine Asexualität. Ehrlichkeit ist nämlich noch wichtiger als Sex.

Wenn du es nun weiter verheimlichst, kannst du es im Grund nur schlimmer machen. Meiner Meinung nach solltest du ihr ganz offen und ehtlich sagen, was Sache ist. Ganz direkt und ohne Rumgeschwafel. Wenn du sie so sehr liebst, wie du schreibst, bist du ihr das schuldig.

Die Alternative wäre, es aussitzen und auf das unvermeidliche Ende zu warten. Wie du selbst schreibst, wird eure Beziehung fürher oder später daran zerbrechen, nur dann wird sie sich verdammt mies fühlen, weil sie (wie du ja auch schreibst) sich ungeliebt füht und sich fragen wird, warum sie dir nicht gut genug war. Willst du ihr das wirklich antun?

Und nein, du kannst das nicht irgenwie loswerden. Du bist wie du bist und sie ist, so wie sie ist. Entweder passt es oder nicht, so einfach ist das. So wie es jetzt ist seid ihr beide unglücklich, ist es das, was du willst?

Hey nourriture,

wenn Partnerin und Partner eine andere sexuelle Orientierung besitzen, so kann dies ein massives Problem für die Partnerschaft darstellen. Denn anders sexuell orientiert zu sein bedeutet auch oft, dass die Ansichten, Wünsche und Bedürfnisse nicht geteilt und/oder nicht akzeptiert werden (können). Aus diesem Grund stellt es für solche Paare auch oft keine Leichtigkeit dar, ein Kompromiss zu finden, mit welchem sowohl Partnerin als auch Partner zufrieden ist.

Du bist asexuell, was bedeutet, dass du nicht an das Ausleben von sexuellen Handlungen interessiert bist. Dennoch befindest du dich in einer Partnerschaft mit einer heterosexuellen Frau. Dies erklärt auch, aus welchem Grund du Schwierigkeiten hast, deiner Partnerin mitzuteilen, dass du asexuell bist.

Bedauerlicherweise muss dir bereits an dieser Stelle mitgeteilt werden, dass eure Partnerschaft von negativen Auseinandersetzungen (Streitigkeiten) nicht ausgeschlossen sein wird.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Langjährige, glückliche Partnerschaft.

Meine eigentliche Antwort sollte lauten:

Hey nourriture,

wenn Partnerin und Partner eine andere sexuelle Orientierung besitzen, so kann dies ein massives Problem für die Partnerschaft darstellen. Denn anders sexuell orientiert zu sein bedeutet auch oft, dass die Ansichten, Wünsche und Bedürfnisse nicht geteilt und/oder nicht akzeptiert werden (können). Aus diesem Grund stellt es für solche Paare auch oft keine Leichtigkeit dar, ein Kompromiss zu finden, mit welchem sowohl Partnerin als auch Partner zufrieden ist.

Du bist asexuell, was bedeutet, dass du nicht an das Ausleben von sexuellen Handlungen interessiert bist. Dennoch befindest du dich in einer Partnerschaft mit einer heterosexuellen Frau. Dies erklärt auch, aus welchem Grund du Schwierigkeiten hast, deiner Partnerin mitzuteilen, dass du asexuell bist.

Bedauerlicherweise muss dir bereits an dieser Stelle mitgeteilt werden, dass es höchstwahrscheinlich schwierig wird, diese Partnerschaft aufrechtzuerhalten. Du solltest nämlich bedenken, dass Asexualität auf Heterosexualität stößt, was bedeutet, dass es schwierig wird, Kompromisse zu finden. Doch Vorsicht:

Ein Kompromiss bedeutet nicht, dass deine Partnerin oder du auf etwas verzichten muss/musst. Ein Kompromiss bedeutet, der anderen Person entgegenzukommen.

Sollten deine Partnerin und du also ein Kompromiss erzielen, dann sollte dieser nicht so aussehen, dass deine Partnerin beispielsweise auf Sex verzichten muss oder diesen nur wenig genießen kann. Doch man muss dir die Frage stellen, wie du ein Kompromiss mit deiner Partnerin erzielen möchtest, wenn du jedoch asexuell bist und somit keine/wenig Bereitschaft präsentierst, sexuell aktiv zu werden, um die Bedürfnisse deiner Partnerin zu erfüllen? An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ein Umsetzen eines Kompromisses mit Probleme und Streitigkeiten verbunden sein könnte, was eure Partnerschaft jedoch nur belasten würde. Aus diesem Grund schlage ich Folgendes vor:

Um spätere Komplikationen innerhalb eurer Partnerschaft zu vermeiden, und um eventuell auch einer Trennung aus dem Weg zu gehen, solltest du zu deiner Partnerin ehrlich sein und ihr mitteilen, dass du asexuell bist. Wie deine Partnerin jedoch reagieren wird, kann dir keine Person genau sagen.

Sollte deine Partnerin aufgrund deiner sexuellen Orientierung diese Partnerschaft beenden wollen, so ist dies zwar enttäuschend. Doch zu berücksichtigen ist auch, dass diese Entscheidung deiner Partnerin auch verständlich wäre. Denn eine Partnerschaft mit einer asexuellen Person zu führen bedeutet für eine heterosexuelle Person in erster Linie oftmals Verzicht und/oder zurückstecken müssen. Deshalb wäre es auch nachvollziehbar, wenn deine Partnerin sich von dir trennen wollen würde. Du solltest dann auch nicht den Fehler machen und versuchen, deine Partnerin davon zu überreden, dass sie mit dir zusammen bleiben soll, wenn sie sich für eine Trennung entscheiden sollte. Das würde die Entscheidung, sich von dir zu trennen, nur bestärken.

Sollte sich deine Partnerin jedoch dafür entscheiden, trotz deiner sexuellen Orientierung die Partnerschaft aufrechtzerhalten, so sollte ein Gespräch über die Wünsche, Bedürfnisse und Ansichten geführt werden. Es sollte auch geklärt werden, was umgesetzt werden kann, ohne jedoch den Eindruck von Verzicht und/oder zurückstecken zu müssen zu vermitteln. Zudem sollte auch darüber gesprochen werden, inwiefern der Sex, welchen deine Partnerin möchte, ausgelebt werden kann, sodass deine Partnerin sagen kann, dass es genügt. Darüber hinaus sollte auch geklärt werden, welche Kompromisse umgesetzt werden können, sodass BEIDE mit dem erzielten Endergebnis zufrieden sind.

Mein Rat:

Sei ehrlich zu deiner Partnerin und teile ihr mit, dass du asexuell bist. Nur so können spätere Komplikationen verhindert werden. Doch bedenke, dass es dennoch nicht ausgeschlossen ist, dass deine Partnerin sich für eine Trennung entscheidet.

Doch deine Frage, ob du das nicht irgendwie loswerden kannst, muss mit einem Nein beantwortet werden, da eine sexuelle Orientierung eine sexuelle Veranlagung ist, welche sich im Laufe eines Lebens entwickelt und ausprägt. Eine sexuelle Orientierung also "irgendwie loswerden" ist kaum umsetzbar.

LG, Toxic38

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Okay, ehm, da Kind ist in den Brunnen gefallen würde ich sagen, deswegen spreche ich sowas immer an, bevor es zu dieser Situation kommt - bevor ich mit irgendwem zusammen komme. -Aber wie gesagt, dafür ist es jetzt ja zu spät.

Hast du das Thema schon mal bei ihr irgendwie erwähnt - vielleicht nicht in Bezug auf dich, sondern generell? Weißt du, ob sie etwas für Asexualität weiß?

Wenn nicht, ist das Problem größer, als wenn sie bereits davon gehört hat und jetzt vielleicht nur das erste Mal auch damit live konfrontiert wird.

Hast du für dich selber geklärt, ob du auch in Zukunft ihr zu Liebe mit ihr schlafen wirst, wenn sie es weiterhin möchte? Denn es ist ja durchaus wichtig. Du hast sicherlich über die Möglichkeiten den sexuellen Part in einer Beziehung sexuell zu befriedigen auch schon nachgedacht - es gibt ja noch die Möglichkeit, dass sie diesen Teil mit einem anderen als dir auslebt, kannst du dir vorstellen, ob es für euch eine Lösung wäre? Nunja, du solltest lediglich für dich wissen, wie weit du zu gehen bereit bist - denn das sage ich immer wieder allen - wir mögen eine kleine Minderheit in der Menschheit sein, aber in einer Beziehung stellen wir 50% der Beziehung da, haben also genau das gleiche Recht unsere Wünsche auszuleben (indem wir eben nicht sexuell aktiv sind), wie der Partner das Recht hat, auch seine auszuleben - das heißt, da müssen ihr beide einen Kompromiss finden, mit dem ihr leben könnt.

Ich würde ihr vielleicht erst Mal einen Link mit der Erklärung von Asexualität schicken, einfach nur einen Link (am besten wo genau die Bedenken auch aufgeführt werden, die Partner von Asexuellen oft haben), ohne andere Infos, höchstens mit der Bitte sich das durchzulesen. Das mag feige klingen, ist es vielleicht auch - aber sie wird es Lesen, sie wird sich denken, warum zur Hölle schickt er mir das, was möchte er mir damit sagen - und danach wird sie zu dir mit dem Thema kommen. Und sie wird dir hoffentlich zuhören und dir glauben, wenn du ihr sagst, dass deine Unlust auf Sex nichts mit ihr zu tun hat.

Falls sie, wenn sie Asexualität nicht versteht - was ja recht häufig vorkommt, versuch es ihr vielleicht mit einer Analogie zu erklären - ich suche mir dabei immer eine meiner Leidenschaften aus und frage die Menschen, die es sich nicht vorstellen können wie es ist asexuell und die diese Leidenschaft nicht teilen, wie es ist, ohne diese Leidenschaft zu leben - meistens können sie es nicht wirklich erklären und finden es halt nicht weiter schlimm - dann sage ich ihnen, dass es mir mit GV und dem ganzen Kram genauso geht - die meisten kauen daran dann erst Mal ziemlich lange - es gibt widersprüche alá, aber Sex ist doch was anderes, ect, aber irgendwann haben es die meisten auf die Art dann akzeptiert.

Das wären so die Sachen, die mir einfallen würde, wie ich das Gespräch versuchen würde zu führen zu deinem jetzigen Zeitpunkt. Ich hoffe, ich konnte wenigstens ein klein bisschen helfen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und das es auf das Beste hinausläuft.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Ich bin selber asexuell.