Beitragsjahre oder bestimmtes Alter? Was findet ihr besser?
Wann sollte man abschlagsfrei in Rente gehen dürfen? Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat oder wenn man eine bestimmte Zeit lang eingezahlt hat?
29 Stimmen
12 Antworten
Das ist echt so eine Frage, bei der mir sofort mein Onkel in den Kopf kommt, und deswegen bin ich ganz klar Team „Beitragsjahre“. Ich finde es nämlich total ungerecht, wenn man nur stur auf das Alter guckt. Mein Onkel hat mit 16 seine Lehre auf dem Bau angefangen. Der hat also schon über 10 Jahre malocht und in die Kasse eingezahlt, als ich quasi noch in der Schule oder Uni war und keinen Cent beigesteuert habe. Jetzt ist er Anfang 60, sein Rücken ist kaputt, die Knie machen nicht mehr mit, aber laut Gesetz müsste er noch bis 67 durchhalten, genau wie jemand, der erst mit 28 ins Berufsleben gestartet ist und im klimatisierten Büro sitzt. Das fühlt sich für mich einfach falsch an.
Wer früh anfängt und seinen Körper verschleißt, sollte meiner Meinung nach auch früher gehen dürfen, ohne Abzüge hinnehmen zu müssen. Es ist ja irgendwie absurd, dass jemand, der 45 Jahre lang geschuftet hat, am Ende vielleicht weniger Rente bekommt oder länger arbeiten muss als jemand, der lange studiert hat und dementsprechend später, aber dafür vielleicht mit höherem Gehalt eingestiegen ist. Ich merke das auch im Freundeskreis: Diejenigen, die Handwerk gelernt haben, sind körperlich einfach viel früher "durch" als wir Schreibtischtäter. Wenn man das Rentenalter nur an der Jahreszahl festmacht, bestraft man eigentlich genau die Leute, die den Laden am Laufen halten. Ein flexibles Modell, wo man nach z.B. 40 oder 45 Beitragsjahren sagen kann "Ich hab meinen Soll erfüllt, ich bin raus", fände ich viel fairer.
Das ist zwar logisch, aber kaum wirklich berechenbar. Denn auch die sogenannte "allgemeine Lebenserwartung" ist letztlich nur ein Ausschnitt der wahren Realität. Wer kann individuell die "zu erwartenden Rentenjahre" wirklich vorhersagen...? 🤔🤷♂️✨⏳💫❓🧙♂️
Ich finde, beides gehört berücksichtigt.
Die Beitragsjahre sagen aus, wie lange jemand eingezahlt hat. Das Renteneintrittsalter sagt aus, wie lange jemand voraussichtlich Rente beziehen wird.
Beide Zahlen sind relevant.
Das finde ich gerechter.
Erstaunlich, dass das nicht schon früher aufgegriffen wurde.
Ein bestimmtes Alter. Alles andere macht für mich keinen Sinn.
Warum sollte jemand, der mit 16 Jahren die Berufsausbildung begonnen hat, nach 45 Jahren mit 61 abschlagsfrei in Rente gehen dürfen und beispielsweise ein Arzt, der nach 13 Jahren Schule, 6 Jahren Vollzeitstudium und 4 bis 6 Jahren Facharzt-Ausbildung dann erst mit Anfang 70 abschlagsfrei in den Ruhestand gehen dürfen?
Ich würde hier eine Berufsausbildung genauso als Arbeitszeit ansehen wie Schule oder ein Studium. Warum sollte jemand "bestraft" werden, der länger lernt, indem er deutlich weniger vom Ruhestand hat als andere?
Die Rentenreform wurde ja beschlossen, somit muss abgewartet werden, wie sie im Detail aussehen wird, nachdem ein neues Paket geschnürt wurde. Dieses Thema ist zu wichtig, um hier spekulativ mit umzugehen.
Ganz so einfach ist das nicht.
Wer mit 20 anfängt und mit 60 aufhört, hat 40 Beitragsjahre.
Wer mit 27 anfängt und mit 67 aufhört, hat auch 40 Beitragsjahre.
Der Unterschied ist, dass der erste voraussichtlich im Schnitt 7 Jahre länger Rente beziehen wird.
Neben den Beitragsjahren gehören deswegen auch die zu erwartenden Rentenjahre berücksichtigt.