worauf achtet ihr beim gebrauchtwagenkauf, um keinen fehlgriff zu machen?

15 Antworten

Wenn du einen Gebrauchtwagen bei einem Vertragshändler kaufst, hast du die besten Chancen keinen Fehlgriff zu machen. Noch besser sogar bei einem Vertragshändler der Marke die du auch kaufen möchtest.

Wir haben erst neulich einen privat gekauft und schauen uns den, trotz frischem TÜV, immer genau an.

Gerade bekannte Schwachstellen des Modells. Wie beim Golf 4 die Stelle unten am Kotflügel oder das Wasser im Kofferraum.

Als erstes schauen wir immer den Motor an. Ob die Schläuche usw noch ok sind. Beim Reifen die Bremsbeläge und ein Test, ob die Radlager noch in Ordnung sind. Dann ein Blick unter das Auto so von wegen Rost und Auspuff.
Dann eben markante Punkte die man bei dem Modell öfter mal findet.
Wenn man dan drin sitzt die Funktion aller Lichter ( Scheinwerfer, Fernlicht usw) und natürlich die Probefahrt.

Und jede nicht erwähnte Macke kann den Preis dann ganz schön drücken^^

erst mal das jemad dabei ist der ahnung hat oder das man gemeinsam mit dem verkäufer in eine werkstatt fährt und das auto dort prüfen lässt

Hallo!

Ich habe meine Autos bisher alle von privater Hand bzw. den letzten Besitzern gekauft ----> zumal es Wagen meines Interessengebiets kaum beim Händler gibt bzw. da auch niemand mehr von Garantie oder Gewährleistung redet. Das hat den Vorteil, dass man die Leute kennen lernt, von denen man das Auto kauft.

Ich kaufe generell nur Autos von älteren Leuten, die sie lang behalten haben & wo es sich nicht darum dreht, dass ein Auto hergegeben wird, weil es zu schlecht sei, sondern weil man evtl. aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr Auto fahren kann oder aus gesundheitlichem Grund ein höherer Einstieg benötigt wird

-----> meinen Audi 100 habe ich von einem 75-jährigen Mann aus Frankfurt/Main gekauft, der freiwillig seinen Führerschein abgegeben hat, weil der Stadtverkehr ihn zuletzt überfordert hat und er eine kostenlose Busfahrkarte bekam.

-----> meinen Ford-Mondeo hat ein Mann von zuletzt 87 Jahren gefahren, der aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht mehr fahren konnte und den Ford mit einem "zu verkaufen" Schild in seine Hofeinfahrt stellte, wo ich ihn zufällig sah ehe ich den Ford binnen zwei Stunden gekauft habe.

-----> meinen aktuellen Mercedes C180 (W202) kaufte ich mir von einem zuletzt 70-jährigen ehemaligen Lehrer, der sich eine beige Mercedes B-Klasse zum hohen Einstieg gekauft hat und von Mercedes den Rat bekam, das sehr gepflegte Auto privat zu verkaufen. Ich habe jeden Tag Freude an dem Wagen.

Die Geschäfte kamen alle im Wohnzimmer der jeweiligen Vorbesitzer zustande & so konnte ich mir auch in etwa vorstellen mit wem ich es zu tun hatte. Ich hatte jedes Mal ein sehr gutes Gefühl, das sich bestätigt hat.

Geachtet habe ich neben dem allgemeinen Pflegezustand der Autos auch auf das Scheckheft, den Zustand der Reifen, das Laufverhalten, Funktionstüchtigkeit aller Elemente und Ausstattungen sowie die letzten TÜV-Berichte und deren Auflistungen (Bremswerte, Mängelhinweise) plus Reparaturrechnungen -----> TÜV mindestens ein Jahr und eingehaltene Serviceintervalle sind mir ebenfalls wichtig, außer es ist ein absolut alter Hobel für 300 Euro.

Inzwischen bin ich auf alte Mercedes der 80er/90er fixiert & da achte ich extrem auf die typischen Rostnester sowie weitere Schwachstellen im Bereich Differenzial, Zylinderkopfdichtung, Zündschloss, Schiebedach (falls vorhanden) und Geräusche aus dem Bereich der Vorderachse. Aber da hat jeder Wagentyp seine eigeenn Baustellen :)

Was mir persönlich noch wichtig ist: Wo wurde das Auto gewartet? Ich kenne die regionale Kfz-Branche sehr gut & es wäre für mich ein Ausschlusskriterium, wenn ein Auto bei bestimmten Werkstätten gewartet/repariert wurde. Aus dem Grund habe ich auch schon mehr als einen potenziellen Kandidaten stehengelassen. 

Gute Frage. Das ist je nach Automarke, Modell, Generation und Motorisierung unterschiedlich, da es unterschiedliche Krankheiten gibt. 
Auf diese Krankheiten sollte man als erstes Achten. Danach prüft man erst die üblichen Dinge, wie Achslager, Bremsen, Rost usw.

Über die Krankheiten eines Fahrzeugs bekommt man in Foren sehr viel mit. 
Beispielsweise über die Mängel der TFSI Motoren bei Audi, dem Steuerkettenproblem bei TFSI und FSI Motoren von VW, Opel Corsa C oder BMW. 

Deswegen empfehle ich Laien auch nicht zum TÜV für eine Begutachtung, sondern zu Werkstätten für eine Kontrolle zu gehen. Immerhin prüft der TÜV nur sicherheitsrelevante Teile und hat keine Ahnung von den Krankheiten. 

Immerhin prüft der TÜV nur sicherheitsrelevante Teile und hat keine Ahnung von den Krankheiten.

Das würde ich so nicht ganz unterschreiben.
Natürlich kennen viele Prüfer die Schwachstellen der einzelnen Typen. Die Frage ist nur, ob sie sich dafür interessieren. Und nur, weil es diese Schwachstellen gibt, werden sie ja noch lange nicht auf dem HU-Bericht vermerkt, weil "is ja normal so". 

Die Frage ist, ob der ahnungslose Verbraucher den Stellenwert einer frischen HU nicht masslos überschätzt. Dass sich eine frische HU bei einem erworbenen Gebrauchtwagen in einem Gewährleistungsfall innerhalb der ersten 6 Monate nach Vertragsunterzeichnung auch durchaus negativ auswirken kann, habe ich ja bereits schon mehrfach erklärt. Eigentlich sollten die Verkäufer scharf drauf sein, jedes Auto mit frischem 'TÜV' zu übergeben ;-) .

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@godlikegenius

Ich stehe den Prüfern vom TÜV nicht so Positiv gegenüber. Ich gerate als Mechaniker immer wieder mit einem gegeneinander. 
Er bemängelt nicht defekte teile und übersieht dafür reichlich Defekte. 

Mein Vertrauen zu denen ist sichtlich getrübt. 

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