Wohnmobil: Lohnt sich das?

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"Lohnen" ist ein weiter Begriff. Mit klassischer Rechnung eines Business-Case kommt man da nicht so weit.

Wir hatten auch längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt. Für uns war klar, dass wir kein klassisches WoMo (Voll- oder Teilintegriert) wollten, sondern eine  Kastenwagen. Das hat optische Gründe, aber auch Gründe, die in der Größe des Fahrzeugs liegen etc...

Wir wollten keine VW-Bus (hatten wir vor laaanger Zeit schon mal), weil die einerseits sehr teuer sind, andererseits nicht den Platz bieten, dein ein größeres Fahrzeug bietet. U.a. Nasszelle etc...

Für WoMos und Wohnwagen gibt es sicher jeweils gute Argumente dafür und dagegen. Das lassen wir mal. Letztlich ist es Geschmackssache und es gibt "solche und solche" Menschen. Doch, ein Argument pro WoMo: Es gibt mehr Stellplätze für Wohnmobile als für Gespanne. Auf den meisten WoMo-Stellplätzen sind Wohnwagen nicht gern gesehen oder gar nicht erlaubt.

Ach ja Und das Parkproblem: Unser Kasten parkt auf der Straße. das darf er. Und er bleibt das ganze Jahr über angemeldet. Wohnwagen dürfen das nicht.

Wir haben uns dann im vergangene  Frühjahr einmal für eine Woche einen Kastenwagen gemietet (über PaulCamper) und einen wunderschönen Urlaub in Istrien verbracht. Danach war es klar: So was wollen wir auch. An ein "normales" WoMo haben wir nie gedacht und diese Entscheidung hat sich auch bei diversen Besuchen bei Wohmobilhändlern für uns bestätigt.

Wie besitzen jetzt seit Anfang Okt. einen Kastenwagen der Marke Clever auf Basis Citroen Jumper. Den haben wir gebraucht gekauft, nur ein Jahr alt und mit knapp unter 10.000km auf dem Tacho. Problem aktuell: Es gibt gerade eine so große Nachfrage nach Wohnmobilen, dass die Preise, auch die Gebrauchtpreise, stark in die Höhe gegangen sind. Ich halte mich daher mit Aussagen dazu zurück. Wir haben für unser gebrauchtes Mobil immer noch 36.000 gezahlt. Ein neuer Kastenwagen bedeutet aktuell auch i.d.R. > 1 Jahr Wartezeit, außer man findet ein Vorführmodell und kauf es dem Händler von Hof weg. Mit anderen Wohnmobilen ist das wahrscheinlich ähnlich.

Was wir bis jetzt in noch nicht mal einem Jahr unternommen haben: Jungfernfahrt, ein langes Wochenende Ende Okt. 2016. Im Frühjahr zweimal Besuch bei Freunden, wo wir dann jeweils im WoMo geschlafen haben und in deren Einfahrten gestanden sind, vier Tage Venedig, ein langes Wochenende Hamburg, zwei Wochen Frankreichurlaub, ein langes Wochenende bei einer große Geburtstagsfeier und nochmal eine Woche bei einer Art Festival. Überall war es super, sein eigens "Haus" dabei zu haben". Und wir (meine Frau und ich) habe uns immer gut vertragen. 

Ich kann mir vorstellen, dass bei wochenlanger Schlechtwetterperiode, wo man überhaupt nicht nach draußen kann, durchaus Hospitalisierungsprobleme auftreten könnten. Aber wer bleibt denn in solch einer Situation am Ort und versucht nicht, woanders besseres Wetter zu finden? 

Uns gefällt die Möglichkeit der Spontaneität. Beim Frankreichurlaub haben wir z.B. mehr oder weniger  nur die Grobrichtung geplant und sind geblieben, wo es uns gefallen hat. Ganz wunderbar, vor allem, wenn man nicht auf die Hauptreisezeiten angewiesen ist. 

Wir sind einige Tage autark, dank starker Wohnraumbatterien und einer kleinen Solaranlage. Das ermöglicht es uns auch, auf Stellplätzen ohne Komfort zu stehen, wenn es dort schön ist. 

Unser Sohn würde auch gern, aber der darf noch nicht. Versicherung gilt erst für Fahrer ab 23 und er wird demnächst erst 21. 

Falls Ihr bei Facebook seid: Da gibt es ein paar sehr aktive WoMo-Gruppen mit ganz netten und hilfsbereiten Mitgliedern. 

Ansonsten: Wenn Ihr noch Fragen habt, jederzeit!

 - (Urlaub, Autokauf, Camping)
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Ergänzung: Wenn ich Deinen GF-Namen interpretiere, dann sind wir ähnliche Jahrgänge, die Lebenssituation ist also in etwa vergleichbar. 

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Hallöchen Melli,

ob sich ein Wohnmobil (Womo) „lohnt“ kann man nur selbstsagen. Das ist ein Hobby, da fragt man nicht nach dem Geld. Und wie wertvoll euchdie Freiheit ist, ohne Buchung einfach losfahren zu können, das könnt nur ihrsagen.

Ich würde wieder so anfangen wie wir es damals gemacht haben:Erst einmal ein Womo mieten und ausprobieren. Entweder ihr fahrt nie wieder undlasst euch womöglich scheiden ;-) oder ihr seid infiziert und dann fragt ihrsowieso nicht mehr nach dem Geld. Wir nennen unseren Händler nur noch „denDealer“, weil er mit Suchtware handelt.

Ich reise eigentlich nur ungern während meine Frauausgesprochen reiselustig ist. Das Womo ist für uns ein idealer Kompromiss – zwarunterwegs aber dabei immer zuhause sein. Staus auf der Autobahn mitmehrstündigen Standzeiten? Kein Problem mehr, Toilette, Küche, Kühlschrank undBetten sind immer dabei. 

Bei euren Reisewünschen bietet sich ein Womo ja direkt an. Ankommen,eventuell ausrichten und Strom anschließen, das war es schon. Die Gegend mitFahrrädern erkunden, kurz einpacken und weiterfahren. Bei uns dauert das Einpackenmorgens eine gute Stunde, dann sind wir wieder abfahrbereit. 

Ein neues Womo kostet ab ca. 40.000 EUR aufwärts. Wir habenuns gerade ein neues Womo gekauft und testen es nun. Demnächst geht es wiederauf Achse – man was ich mich schon jetzt freue. Die erste Testfahrt über 800 kmbrachte einen Verbrauch von 8,3 l Diesel auf 100 km (EURO 6). Das habe ich beinoch keinem älteren Fahrzeug erreicht. Mein Spitzenverbrauch lag früher mal bei30 l Benzin auf 100 km. 

Wir haben uns das Womo jetzt gekauft, damit wir es noch optimalan unsere Bedürfnisse anpassen können, bevor bei uns die große Freizeitausbricht. Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung, zum Reisen topfit. :-) 

Was besser ist: Bei einem Wohnwagen ist der Auf- und Abbau rechtaufwändig. Da sind wir mit einem Womo deutlich schneller. Ein alter VW-Buskönnte von der Enge her etwas schwierig werden, es sei denn, ihr habt euchimmer und in jeder Lebenslage ganz kuschelig lieb. Und das Chemieklo mitten imRaum… ist schon recht gewöhnungsbedürftig. Aber jede Lösung hat zu Recht ihreFreunde und Anhänger. 

Es scheint ja nicht nur die Sonne, wenn man ein paar Tageeingeregnet ist und nicht weiterfahren kann oder will, dann ist ein guterGrundriss sicherlich Gold wert. Wir haben hinten die Betten und vorn dieSitzgruppe, optisch abgetrennt durch die Nasszelle und die Küche mit demKühlschrank. So können wir uns bei Bedarf sogar etwas aus dem Weg gehen. Oder andersgesagt: Wenn ihr zuhause streitet, dann wird die Nähe (Enge will ich nicht sagen)ganz sicher zum Streitverstärker.

Wenn du Fragen hast, dann sende mir eine Nachricht. AmTelefon kann man Informationen schneller und umfassender rüberbringen. 

Viele Grüße

Schnarchix 

PS: Und denkt bei euren Reisen daran, beim Womo ist der Wegdas Ziel. Es geht nicht darum, viele Kilometer an einem Tag zu machen odereinen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Die Langsamkeit auf derAutobahn kann auch entspannend sein.  

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Hallo Schnarchix,


vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Habe sie ganz gespannt gelesen :) 

Euer neues Wohnmobil klingt ja wirklich traumhaft, da will man gleich einsteigen und losfahren. Mit der Aussage, dass man nicht mehr übers Geld nachdenkt, wenn man das mit Herzblut macht, hast du sicherlich Recht. Und jetzt einen totalen Fehlkauf zu machen, nur um ein paar Groschen zu sparen, ist jetzt auch nicht unser Ziel. Aber etwas ab 40.000€ wird sich in nächster Zeit leider nicht so schnell realisieren lassen. Sollte sich herausstellen, dass man um den Preis nicht rumkommt, um etwas vernünftiges zu kriegen, dann sind wir natürlich auch bereit erst mal noch zu sparen. Freiheit ist uns jedenfalls sehr wichtig. So wie ihr das macht, so stelle ich mir das auch vor. Morgens mal in einer Stunde die 7 Sachen zusammengepackt und los geht die Fahrt - das wäre toll! 

Das mit dem Verbrauch ist natürlich auch so eine Sache. Ihr spart jetzt mit dem neuen Diesel einiges ein. Einen alten Diesel zu kaufen, macht wahrscheinlich derzeit sowieso keinen Sinn. Allgemein verbrauchen die alten Kisten natürlich auch viel, was natürlich wieder für die Anschaffung eines neuen Womos spricht. Also heißt es wahrscheinlich sparen :-)

Nur bin ich so ungeduldig und würde am liebsten schon bald starten. Aber wahrscheinlich werden wir uns dann doch erstmal eines ausleihen müssen. Habt ihr damals am Anfang ein Womo bei Freunden/Familie ausgeliehen? Oder gibt es da einen Tipp, wo man sich am besten hinwendet? Die Scheidung kann ich eigentlich fast ausschließen, die meiste Zeit haben wir uns noch recht lieb :) Und notfalls nehmen wir ein Zelt mit, dann kann einer auch mal ausziehen ;)

Mit einem alten VW-Bus verbindet man halt irgendwie was romantisches :) Mein Mann sagt aber sowieso, dass das ein Schmarrn ist und viel zu klein für uns (wie du auch schon angemerkt hast, da fehlt dann die Rückzugsmöglichkeit). Deswegen wird die Option wie es aussieht sowieso wegfallen.  

Naja, jedenfalls haben mir deine Erläuterungen sehr geholfen. Ich hoffe, ihr habt einen schönen ersten Urlaub mit eurem neuen Womo - auf dass ihr viele tolle Eindrücke erlebt! 

Grüße,

Melli

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Wohnmobil, Wohnwagen oder Bus, alles nicht so einfach. Wir sind seit 45jahren Camper und haben damals ganz klein mit einem Zelt angefangen. Irgendwann kam die Frage Womo oder WW. Ein Bus kam nicht in Frage und wir haben es uns nicht leicht gemacht.

Schließlich haben wir uns für ein WW entschieden und das aus folgendem Grund: Wir fahren wo auch immer hin, etablieren uns und machen dann unsere Touren. Mit einem Pkw kommt man überall hin. Und dann mal schnell zum Einkaufen. Alles bleibt stehen und dann mal eben los.

Kein erst zusammenräumen und sichern, wozu? Und einer von uns muss nicht mit und kann am WW bleiben.

Und dann der Unterhalt. Unser WW kostet keine 100€ im Jahr, außer der Unterstellplatz in einem Schuppen, das sind für das Jahr 265€, das war es.

Bei einem Womo sieht das wieder anders aus. Auch wenn du unabhängiger bist so gibt es doch Probleme mit dem Besuch so mancher Stadt. Da so einige Womo-Fahrer meinten in der Innenstadt campieren zu können und den ganzen Abfall dort zurück zu lassen.

So wurde in manchen Städten ein Einfahrverbot für Womos erlassen. Es gibt dann einen Stellplatz vor der Stadt und den Rest muss man zu Fuß erkunden.

Zu dem kommt dann hinzu das ein Womo ein Kfz mit einer fest eingebauten Gasanlage ist und somit auch entsprechend an Unterhalt kostet.

Zu den Spritkosten die gar nicht mal SO hoch sind ist, ist man, um Flexibel zu bleiben gezwungen Fahrräder mit zu nehmen. Sicherlich ist es einfacher mit einem Womo eine Rundreise zu machen aber wenn man stationiert ist, so wie wir immer dann ist ein WW praktischer.

Hinzu kommt das man im WW viel mehr Platz hat gegenüber im Womo aber weniger Zuladung wie im Womo. Bis jetzt haben wir im WW aber immer alles mitbekommen.

Ich könnte noch vieles mehr über Pro und Contra schreiben aber das wichtigste ist gesagt worden. Z.Z. fahren wir einen Hobby Prestige 560UL und sind sehr zufrieden, wie mit allen Hobby´s da Preis/Leistung hier stimmen.

Letztendlich aber Melli müsst ihr entscheiden was ihr wollt.



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Hallo Lottl,

ich bin auch am Überlegen, ob ich mir einen WW zulege.

Die Vorteile eines WW sind echt nicht außer Acht zu lassen. Dass man mit einem Auto jederzeit mobil und flexibel ist, ist ein großer Punkt! Auch das Finanzielle, WW sind einfach deutlich günstiger. Darf ich fragen, was ihr -abgesehen von den Anschaffungskosten am Anfang - für den Wohnwagen im Jahr zahlt? Wirklich nur 265€? Das kommt mir so wenig vor... :) Vielleicht hilft die Antwort auch Melanie weiter.

VG

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@HerbertWie

Ein WW hat aber auch Nachteile:

  • Du darfst ihn nicht längere Zeit auf der Straße parken, brauchst also zwingend einen Stellplatz.
  • Für Wohnmobile gibt es recht viele Stellplätze zur Übernachtung oder auch für einige Tage. Nicht selten kostenfrei. Mit dem WW musst Du fast immer auf einen Campingplatz.
  • Du bist im Urlaub mobiler mit dem WoMo. Vor- und Nachbereitungen sind beim tendenziell WW aufwändiger
  • Maut- und Fährkosten sind höher.

Aber am Ende ist es natürlich primär eine  Sache der persönlichen Vorlieben. 

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@HerbertWie

Ja, "HerbertWie", die 265€ sind die Unterstellkosten für den Schuppen, dazu kommen noch Haftpflicht 13,65€ und Steuern 67€, macht dann im Jahr 345,65€. Wenn ich ein Womo hätte wären das mit Sicherheit das dreifache.

Ich muss aber dazu sagen das der WW nur Haftpflicht versichert ist, wenn es also z.B. richtig hagelt und das Dach verbeult ist bekomme ich keinen Ersatz.

Und "Mediachaos", ich habe einen Stellplatz und wenn der WW auf der Straße steht, kann er das, 14 Tage lang. Wenn ich ihn dann versetze beginnen die nächsten 14Tage usw. das reicht immer um den Wagen für den Urlaub fertig zu machen.

Viele Stellplätze für Womo´s, richtig, aber auf einem CP stehe ich immer sicherer wie auf einem Womo-Stellplatz. Außerdem kosten die meisten auch gebühren wegen Wasser- und Stromanschluss. Sie sind nicht eingezäunt nicht bewacht und ungemütlich obendrein. Wir haben hier nicht weit entfernt 2 Stck. davon.

Maut und Fährkosten: Maut nur in CH für Zugfahrzeug und Hänger sonst nirgends. Und Fährkosten? Kann ich nichts zu sagen, da kenne ich mich nicht aus.

Wie ich ja schon sagte, ich könnte noch einiges mehr über Pro und Kontra also für oder gegen WW/Womo schreiben und hier sind noch ein paar Dinge:

Die TÜV-Gebühren für einen Wohnwagen sind nur 45€, beim Womo bestimmt das Doppelte. Für meinen WW brauche ich alle 5-6Jahre 2 neue Reifen, für das Womo 4stck. Mein  WW braucht kein Öl und Ölfilterwechsel.

Ein WW braucht auch kein Sprit und keinen Luftfilterwechsel. Klar wenn er am Zugwagen hängt braucht der auch mehr Sprit aber das sind vielleicht bei ruhiger Fahrweise 2-3L mehr.

Die Zuladung bei einem Womo ist bedeutend höher wie bei einem WW und auf manchen AB`s kann man mit einem Womo (bis 3,5t) die Lkw´s überholen, mit einem WW darf man nicht.

Auch gibt es kleine Passstraßen die nicht mit dem WW zu befahren sind, mit dem Womo schon. Hat mich aber nicht gestört und ich bin trotzdem hochgekommen. :-)

Nach 51Jahren Camping und 40 davon mit dem WW, da hat man schon so einiges erlebt und mitgemacht, aber schön ist es trotzdem.

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