Wie unterscheidet ihr eine starke Diät gegenüber einer Essstörung?

10 Antworten

Ich bin zu faul, deine vorehrigen Fragen zu lesen.

Deswegen werde ich nur mit deinen "Vorurteilen( Unwissen" aufräumen:

  1. Eine Essstörung, auch als "Sucht" bezeichnet, ist eine psychische Erkrankung und zeigt sich in erster Linie im Verhalten, der Denkweise und dem Selbstbild.
  2. Aber auch eine Diät (erst Recht eine "starke) ist der falsche Weg. Zur Worterklärung: Diät kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Lebensführung". Ursprünglich wurden damit Kostformen bezeichnet, die bei bestimmten Krnakheitsbildern nötig sind. Beispielsweise bei Diabetes mellitus. Mittlerweile hat sich aber der Begriff Diät für das durchgesetzt, was man korrekter Weise "Reduktionsdiät" nennt und mit dem Ursprungsgedanken einer Diät nicht viel zu tun hatte. Zurück zum Vorgehen: Wer dauerhaft, gesund abnehmen möchte, muss lebenslang seine Ernährungsweise umstellen. Eine Diät ist in dieser Hinsicht der falsche Weg. Dafür gibt es drei Gründe: 1. ist es eine Magelernährung, wenn du so extrem zu wenig isst und damit auch nicht auf alle Nährstoffe kommen kannst. 2. lässt der Jojo-Effekt nur auf sich warten, wenn man eine Diät für etwas kurzfristiges hält. 3. bist du noch in der Pubertät und brauchst für die Hormonumstellung und das Wachstum mehr Energie (=Kalorien). Eine Diät ist minderjährigen daher gar nicht zu empfehlen.
  3. Jeder magersüchtige fing mal damit an, ein Wunschgewicht zu haben und mit dem Traum, nach der Zielerreichung mit der Diät wieder aufzuhören. Da aber jeder Magersüchtige feststellen musste, dass Gewicht und Spiegelbild nicht viel miteinander zu tun haben, schraubten sie ihre Ziele imemr weiter runter. Jeder Magersüchtige ist der Überzeugung, die Kontrolle zu haben und immer wieder aufhören zu können. Es ist Teil des Krankheitsbildes ein verdrehtes Selbstbild zu haben, sowie utopische Idealvorstellungen.
  4. Man kann über den Tag Gewichtsschwankungen von bis zu 4kg haben und das ist NORMAL! Sicher kannst du dich dreimal täglich wiegen, wenn es dir Spaß macht. Aber darfst du dem Ergebnis dann kein Wahrheitsgehalt zuordnen und auch keine Maßnahmen einleiten. Willst du wirklich wissen, wie schwer du bist und welchen Gewichtsverlauf du nimmst, dann darfst du dich höchstens einmal die Woche wiegen. Alles andere hat keine Aussage über das Gewicht.
  5. Kalorienzählen ist Thema Diät. Dazu brauche ich wohl nicht mehr so viel zu schreiben. Beachte aber auch den Unterschied aus Grundbedarf (Kalorien, die nur für das Aufrechterhalten der Körperfunktionen benötigt werden) und Gesamtbedarf (Kalorien, die auch für die Bewegung, den Alltag, die Denkleistung... verbraucht werden). Man kann nur Zunehmen, wenn man über den Gesamtbedarf ist. Wer den Gesamtbedarf isst, hält sein Gewicht. Zum Abnehmen braucht es ein Kaloriendefizit von ca 200 kcal unter dem Gesamtbedarf. NIEMALS sollte man weniger als den Grundbedarf zu sich nehmen. Der Grundbedarf ist das Minimum. Und wer hätte das gedacht, dein Grundbedarf liegt bereits bei 1388 kcal.
  6. Sind wir also schon beim nächsten Punkt: Ein schlechtes Gewissen, wenn du mehr als 1000 kcal gegessen hast, ist völlig unangebracht, denn das entspricht noch nicht mal deinem Grundbedarf. Daher brauchst du auch bei ungesunden (was auch immer das ist, denn irgendwo hat alles gesunde Elemente) Sachen kein schlechtes Gewissen zu haben, denn um deinen Gesamtbedarf zu decken, müsstest du ca 3000 Kcal essen!!!
  7. Ganz typische Aussage für Magersüchtige: Ich bin doch normal, aber das ganze Umfeld tickt nicht richtig. Habe ich schon so oft gehört. Wäre aber wohl wirklich unwahrscheinlich, wenn die Menge eher unrecht hat, als eine Person. Genauso unwahrscheinlich, dass die Leute nur sagen, du wärst dünn, damit du dich wohlfühlst.
  8. Bei dem Gewicht-Größenverhältnis gibt es keinen Grund zum Abnehmen. Im Gegenteil. Iss vernünftig, du bist viel zu dünn, mangel ernährt und hast ein falsches Selbstbild. Kurzum: eine Essstörung.

Ja wie kann ich denn laut Dir dünn sein wenn ich einen Oberschenkel maß von 50cm (an der dicksten stelle), 38cm an der dünnsten , Unteschenkelmaß von 31cm an der dicksten und 21 an der dünnsten stelle, hüftmaß von 83 und nh Taillenumfang von 62 habe?! Das ist einfach nicht dünn?!🤷🏼‍♀️Da ist es für dich bestimmt auch nicht verwunderlich das ich abnehmen möchte?

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@manyquestionsx

Das sind ganz normale Werte. Belass es dabei. Und ja, es bleibt weiterhin verwunderlich und krankhaft noch weiter abnehmen zu wollen.

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Du hast auf jeden Fall eine verzerrte Eigenwahrnehmung, wenn du meinst, du müsstest bei deinem Gewicht noch weiter abnehmen. Und wer sich 2-3mal täglich wiegt und sich weit unter seinem Grundumsatz (den man schon zu sich nehmen muss, wenn man sich überhaupt nicht bewegt, damit der Körper richtig funktioniert) ernährt, der macht keine Diät, sondern hat definitiv ein gestörtes Essverhalten, also eine Essstörung.

Du solltest dir dringend Hilfe suchen, denn je weiter du da rein rutschst, desto schwerer ist es, da wieder raus zu kommen.

Du hast in deiner letzten Frage geschrieben

 mein Ziel ist es ja auch nicht so viel abzunehmen das ich nur noch 30 kg oder so wiege sondern halt nur noch ein bisschen.

Wenn ich das höre, läuten bei mir alle Alarmglocken, genau das hat eine gute Freundin, die vor ein paar Jahren an den Folgen ihrer Magersucht gestorben ist, auch gesagt. Die wollte auch immer "nur noch ein bisschen" abnehmen, und wenn sie das erreicht hatte, noch ein bisschen und noch ein bisschen... bis ihre Organe aufgehört haben zu funktionieren. Und ich halte es durchaus für möglich, dass es bei dir genau so sein wird, wenn du deine Essstörung nicht behandeln lässt.

Pass auf dich auf!

Für mich gibt es - in Deinem Fall - keinen Unterschied.

All das, was Du machst, IST eine Essstörung.

Du isst übrigens unter Deinem Grundumsatz:

"Der Körper verbrennt am Tag 1.405 kcal bei völliger Ruhe."

Eine Essstörung ist eine gestörte Beziehung zur Nahrungsaufnahme. Die beschreibst du selbst ganz gut in folgenden Zitaten:

weil ich nicht denke das ich eine Essstörung habe

mangelnde Krankheitseinsicht

eine starke Diät

Verharmlosung

keine Kontrolle mehr darüber [...] drei mal täglich wiegen wirkt auf mich irgendwie auch nicht so problematisch, was ist das Problem dabei sich oft zu wiegen, es ist ja nichts schlimmes dabei wenn ich gerne sicher sein möchte das ich nicht plötzlich zunehme

Der Kontrollzwang, den du mit 3 Mal täglich wiegen hast, sagt alles. Im Laufe eines Tages ändert sich das Gewicht selbstverständlich. Um das Gewicht zu überprüfen, reicht es vollkommen aus, sich 1 Mal pro Woche zu wiegen. Nackt, morgens, nach der Toilette, vor dem Essen oder Duschen oder whatever.

schlechtes Gewissen 

DAS IST DAS HAUPTARGUMENT FÜR EINE ESSSTÖRUNG! Menschen ohne Essstörung haben kein schlechtes Gewissen aufgrund der Nahrungsaufnahme. Denn Menschen ohne Essstörung wissen, dass man nicht von einem Stück Kuchen zunimmt, sondern vom Rest der Torte, wenn man die jeden Tag reinschaufelt.

über 1000kcal

Das ist garantiert unter deinem Grundumsatz und somit hochgradig gesundheitsschädlich. Du bist in der Pubertät und im Wachstum. Eine derartige Mangelernährung kann zu Minderwuchs, einem gestörten Hormonsystem mit der Konsequenz späterer Unfruchtbarkeit usw. führen.

ich mich selber richtig wahrnehme und meine Freunde und Verwandten einfach nur sagen ich wäre dünn damit ich mich gut fühle

Misstrauen gegenüber Vertrauenspersonen - zudem gehört eine gestörte Selbstwahrnehmung auch mit zum Krankheitsbild.

es gibt schließlich auch Leute die die gleichen Maße haben und weniger wiegen

Ja, und jetzt? Kennst du deren individuelle Körperzusammensetzung?

was wäre also das Problem dabei wenn ich noch etwas weiter abnehmen würde?

Na ja, Problem... Ich sag mal so: Irgendwann wirst du dich dann halt auf die Intensivstation oder ins Grab hungern, wenn dir kein Licht aufgeht.

"Da mir ja auf meinen vorherigen Post alle geantwortet haben ich hätte eine Essstörung "

Alle können sich nicht irren - Essstörungen spielen sich im Kopf ab - und ganz unabhängig vom tatsächlichen Gewicht.

Essstörungen sind selbst für Psychologen eine schwierige Aufgabe - denn Betroffene sehen oft nicht ein, dass sie an einer Krankheit leiden und deshalb behandelt werden müssen. Teilweise verweigern sie sogar jegliche Behandlungsmassnahmen. Dies erschwert zusammen mit den verschiedenen verursachenden Faktoren die Behandlung der Essstörungen. Essstörungen sind zwar grundsätzlich heilbar - aber nur wenn es gelingt diesen Schlankheitswahn aus dem Kopf zu bekommen.

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