Wie lange auf einen Heiratsantrag warten?

26 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Halo Vaeckki,

ich rede jetzt von mir, und ich merke immer, wenn Leute von Anträgen erzählen, dass ich in einer ganz anderen Welt lebe.

Heiratsantrag des Mannes - möglichst noch zuerst beim Vater der Braut - das kommt ja historisch gesehen daher, dass eine Frau allein eine sehr schwache rechtliche Stellung hatte und immer in Obhut eines Mannes sein musste.

Also der Künftige machte beim Vater einen Antrag und zeigte damit auch: Ja, ich kann eine Frau / Familie ernähren - in der Zeit war das enorm wichtig; logischerweise auch für die Frau, dass sie "in guten Händen" landete.

Später wurde das ganze "romantisiert". Ich kenne viele Paare, die dann wirklich wunderschöne, originelle, augenzwinkernde, herzliche, rührende Anträge erlebt haben.

Trotzdem steht für mich ein Geschlechterrollenbild im Hintergrund, das ich einfach nicht begreifen und v.a. nicht teilen kann. Bei sowas wichtigem wi der Frage, ob geheiratet werden soll, sehe ich mich selbst auch in der Verantwortung, aktiv meine Gedanken und Wünsche einzubringen.

Wieso sollte nicht einfach die Frau den Antrag machen dürfen?

Oder wieso - das ist mir persönlich am nächsten - sollte man nicht einfach beim Plaudern, vielleicht über Zukunftspläne, gemeinsam drauf kommen: "Hey, wollen wir heiraten?"

Ich kenne auch einige Paare, bei denen es so gelaufen ist; das ist mir persönlich viel näher als ein formeller Antrag.

Also meine persönliche Antwort: Ich würde gar nicht warten; ich würde das Thema selbst einbringen.

Klar, gibt es Männer, die das dann extrem unanständig fänden. Da kann frau sich jetzt Winkelzüge und Tricks ausdenken, den Cousin auf ihn ansetzen usw. - meine Sache wäre es aber nicht; ich mag Gespräche mit meinem Partner, die wesentlich sind.

Also alles Gute Dir!

LG Wiyana

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das hängt stark von den Lebensumständen ab.

Ich und mein Partner sind 6 Jahre zusammen, aber erst seit einem Jahr aus der Ausbildung/Studium raus. Das ist eine andere Situation als Leute, die sich erst später kennenlernen und schon mitten im Leben stehen.

Bei der Frage ob man heiratet oder nicht geht es ja nicht nur darum, wie gut man den anderen kennt oder ob man sich das Leben mit der Person vorstellen kann.

Mein Freund kommt aus einer Familie mit 3 gescheiterten Ehen, inklusive Rosenkrieg, Lügen und Intrigen. Diese haben dazu geführt, dass er 20 Jahre keinen Kontakt zu seinem leiblichen Vater hatte und er selbst jetzt trotz Kontakt ein gefühlt komplett fremder Mensch ohne Bindung ist. Auch im näheren Umfeld sind viele Ehen zerbrochen bei Freunden oder Verwandten. Entsprechend negativ ist er Ehen gegenüber eingestellt.

Ich hingegen komme aus einer Familie, wo es kaum Scheidungen gibt.

Rechtlich kann die ehe Vor-, aber auch Nachteile haben, besonders wenn man keinen Ehevertrag möchte.

Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn BEIDE sich sicher sind.

Ich möchte sehr gerne heiraten, mein Freund nicht. Wenn er mich fragt freut er sich, wenn nicht ist das so. Ihn nur deswegen verlassen würde ich ihn nicht, man müsste höchstens bei Vermögen (Haus) usw. gucken, wie man was ggf. gut über Verträge abdecken kann. Alleine ja schon wegen dem Erbrecht. Aber da ein Haus eh noch Jahre in der Ferne liegt, drängt auch dieses Thema nicht.

Obwohl er nicht heiraten will liebt er mich und will mit mir zusammen sein. Nur die Ehe macht ihm Angst, da er sie ausschließlich negativ assoziiert.

Für mich ist es positiv belegt und auch der Punkt kirchliche Hochzeit (der ihm als Atheist total egal ist), spielt eine Rolle. Da gerade viele Freunde (besonders die nur mit Ausbildung) gerade heiraten, ist das Thema immer mal wieder existent. Aber eben nicht zwanghaft, ich kann auch warten...

Mein Onkel und meine Tante haben auch erst nach fast 34 Jahren geheiratet...

In meinem Bekanntenkreis sind viele Paare die früh zusammen gekommen sind, die heiraten alle erst jetzt nach 5/6/7 Jahren Beziehung. Die anderen die noch nicht heiraten also auch zwangsweise erst später, außer sie trennen sich noch und heiraten wen anderes...

Tatsächlich wurden alle früh geschlossenen Ehen (weniger als 3 Jahre) in meinem Bekannten/Verwandtenkreis am Ende geschieden bzw. sind gerade total am Ende und kurz vor der Scheidung...

Wie du schon sagst, da gibt es keine Regel für. Ich kenne auch Paare, die leben seit 25 Jahren zusammen und haben Kinder, aber sind nicht verheiratet. Mein Vater hat z.B. nach der Scheidung von meiner Mutter 18 Jahre lang mit seiner neuen Frau zusammen gelebt, bis er sie geheiratet hat. Es ist einfach ein anderes Gefühl, wenn man weiß, dass man freiwillig bei seiner Partnerin bleibt und nicht, weil man durch die Ehe dazu gezwungen ist.

Ich muss dir auch ehrlich sagen: Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich sechs war. Das war für alle nicht leicht. Meine Mutter war davor noch mit einem anderen Mann verheiratet, also hat sie sogar zwei Scheidungen hinter sich. Mein Bruder war fünf Jahre lang in einer glücklichen Beziehung, hat die Frau dann geheiratet und ab da ging es mit der Beziehung so rapide bergab, dass sie nach einem Jahr in getrennte Wohnungen gezogen sind und nun auch wieder geschieden sind. Meine Frau hat ganz schön viel Überzeugungsarbeit gebraucht und es gab viel Streit und Tränen, weil sie unbedingt heiraten wollte, aber ich damit nur negative Erfahrungen gemacht hab und auf keinen Fall heiraten wollte. Schlussendlich haben wir dann nach über sieben Jahren doch noch geheiratet, aber sie meckert trotzdem bei jedem romantischen Film, dass ich ihr nie einen Antrag oder ein Ehegelübte gemacht hab.

Wenn du also deinen Partner heiraten willst, musst du selbst das Thema mit ihm ansprechen. Es kann gut sein, dass er von sich aus nie auf die Idee kommen würde, zu heiraten.

Ich habe auch eine Freundin, die ist seit 10 Jahren mit dem Partner zusammen und wartet auch sehnlichst auf den Antrag. Er möchte aber einfach nicht heiraten, somit kann sie wohl noch lange drauf warten.

Ich selbst sehe das nicht so eng. Ich würde mich natürlich irgendwann über einen Antrag von meinem Freund freuen, wenn es für ihn aber nicht passt, dann ist es für mich kein Weltuntergang einfach 'nur' ein Paar, ohne Heirat zu sein.

Wir starten nun nach 1.5 Jahre Beziehung das Projekt 'Zusammenziehen'. Wenn wir in zwei Jahren immer noch so glücklich sind wie jetzt, steht meiner Meinung nach einer Hochzeit nichts mehr im Weg. Auch wenn ich noch 5 Jahre drauf warten muss ist das vollkommen i.O für mich.

Bei meiner Freundin, die ich oben erwähnt habe finde ich es total schrecklich, dass jeder auf dem Freund rumhackt und ihn drängt, ihr endlich diesen Antrag zu machen. Das kann doch nicht angenehm für ihn sein, wenn ihn alle so drängend.

Ich finde auch die Aussage falsch, dass man nach 5 Jahren heiraten sollte und sonst ist man sich nicht sicher. Hat für mich überhaupt nichts mit sicher sein oder nicht zu tun. Die einen wollen total gerne heiraten und die anderen sehen das eben nicht so eng.

Ich habe von Anfang an ganz klar die Ansage gemacht, dass ich nie heiraten werde. Ich bin jetzt fast 5 Jahre mit meiner Partnerin zusammen, aber ich werde sie auch in 20 Jahren nicht heiraten. Ich liebe sie sehr, aber auf einen Heiratsantrag kann sie lange warten und das weiß sie auch.

Ich verstehe zwar, was Menschen antreibt zu heiraten, aber im Grunde lassen sich die Gründe auf mangelndes (Selbst)Vertrauen und/oder Besitzdenken und/oder dem Wunsch nach einer Märchenhochzeit reduzieren.

"Ich will, dass er sich öffentlich zu mir bekennt". What? Ist es nicht genug öffentliches Bekenntnis, dass wir seit 4 Jahren zusammen wohnen und jeder, den wir kennen (und einige mehr) weiß, dass wir zusammen sind?

Was möchtest Du wissen?