Wie erkennt man ein Adverb?

6 Antworten

Das Adverb ist eine der nicht veränderbaren Wortarten. Es bezeichnet die Umstände, in denen ein Geschehen, eine Handlung verläuft. Durch Adverbien bezeichnete Umstände können zum Beispiel Ort, Zeit und Art und Weise sein.

Adverbien können im Satz in verschiedener Weise verwendet werden:

bei einem Verb: Wir haben dort gewohnt.

bei einem Adjektiv: Dies ist ein besonders interessantes Buch. 

bei einem Adverb: Wir werden euch sehr bald besuchen.

prädikativ bei einem Nomen: Das Buch ist dort.

attributiv bei einem Nomen: Das Buch dort gehört mir.

http://www.canoonet.eu/services/OnlineGrammar/Wort/Adverb/index.html

Woher ich das weiß:Recherche

Die Definition für Adverbien geht in ungefähr so: Sie können alleine ein Satzglied bilden (also auch allein vor dem gebeugten Verb an erster Stelle des Aussagesatzes stehen) und sie sind unveränderlich, können also weder konjugiert noch dekliniert werden. Typische Beispiele sind "dort, heute, morgens, hier etc." Man kann sie auch nominalisiert verwenden, z.B. "das Hier und Heute", und teilweise - durch Wortbildung - in Adjektive verwandeln: "hier - hiesig, morgen - morgig".

Da du in anderen Fragen, wenn ich mich recht entsinne, auch nach dem Unterschied zu Adjektiven gefragt hast: Hier gilt: Einmal Adjektiv, immer Adjektiv. Auch in Sätzen wie "das Auto fährt schnell"; das Adjektiv wird zwar - wie man sagt - adverbial verwendet, von einem Wortartenwechsel würde man aber (heutzutage) nicht mehr sprechen. Früher sagte man, das "schnell" dann ein Adverb sei, aber da keine morphologische Änderung erfolgt, z.B. durch Anhängen eines Suffix, tut man das nicht mehr. Vernünftigerweise, wie ich finde.

Ein paar mehr Erläuterungen hierzu findest du u.a. in den Antworten auf folgende Frage:

https://www.gutefrage.net/frage/unterschied-zwischen-adjektiv-adverb-und-partizip

Ein Adverb ist ein sogenanntes "Umstandswort", das ein anderes Wort (Substantiv, Verb etc.) m Satz näher beschreibt. Daher kann man es nicht in solche umwandeln.

Danke viel mal für diesen Tipp

1
@Madleina1

Ein Adverb kann ein Substantiv nicht näher beschreiben - das tut das Adjektiv. S. meine Antwort.

1
@achwiegutdass

Ich bin mit der Definition oben zwar nicht glücklich, aber Adverbien können Substantive durchaus attribuieren. Das kommt zwar nicht so häufig vor, ist aber möglich. Die Adverbien werden dann den Substantiven nachgestellt: "Der Mann dort hat mich eben angelächelt."

2
@DerKalif

Stimmt, ist aber wirklich ein Sonderfall, und ich bin davon ausgegangen, dass der Fragesteller die Grundregel braucht. rotreginakO2 meinte dagegen, "Substantive" gehört zur Grundregel, und das ist einfach irreführend. Davor wollte ich warnen.

2
@DerKalif
Ich bin mit der Definition oben zwar nicht glücklich

Du befürwortest, dass Adjektive attributiv oder adverbial verwendet werden können; aber Adverbien erlaubst Du selbiges nur ungern? Das ist diskriminierend! --- scnr

0
@ralphdieter

Ohje... Das wollte ich dem Adverb gar nicht absprechen! :D Ich fand die Definition nur ein wenig zu schwammig.

1

Ein Adverb kann ein Substantiv nicht näher beschreiben - das tut das Adjektiv. S. meine Antwort.

0

Ad - verb heißt auf deutsch: zum Verb (gehörend). Es erklärt die Umstände, unter denen etwas geschieht. Daher auch "Umstandswort".

Es ist eine eigene Wortart, bei denen das Wort nicht verändert wird.

Beispiele:

zeitlich: heute, morgen gestern

räumlich: oben, unten, zwischen

Art und Weise: Hier werden meist Adjektive als Adverbien eingesetzt, z.B. "Der Sportler läuft schnell." Hier ist schnell kein Adjektiv mehr, sondern ein Adverb. Als Adjektiv dagegen bei "Der schnelle Sportler..."

(Im Französischen werden die aus Adjektiven gebildeten Adverbien mit -ment beendet: rapide - rapidement.)

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Darin stimme ICH Dir voll zu. Du solltest aber wissen, dass ein GROßTEIL der Deutschlehrer als Adverbien nur die "reinen Adverbien" wie "jetzt", gestern", "dort", "unten" usw ansieht, während sie "schnell" in "Er spricht schnell" einfach als "Adjektiv mit adverbialer Funktion" bezeichnen!.

Glaubst Du nicht? Ist aber so!

1
@Bswss

Wenn das stimmt, freue ich mich. Meiner Erfahrung nach halten immer noch zu viele Deutschlehrer an der "alten Denkweise" fest. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher die Auffassung kommt, das adverbial genutzte Adjektive unbedingt zu den Adverbien gezählt werden sollten. Vielleicht aus dem Lateinischen (das beherrsche ich leider nicht) oder dem Französischen - oder es ist gar ein moderner Anglizismus ;D

Jedenfalls finde ich es für's Deutsche mindestens unnötig.

1
@DerKalif

Der Grund ist vermutlich, dass in praktisch ALLEN anderen Sprachen die Rede von "Adverbien der Art und Weise" ist.

1

Im Deutschen (im Gegensatz etwa zum Französichen) kann ein Adjektiv grundsätzlich auch als Adverb verwendet werden.

Ich bin wirklich müde.

"wirklich" wird hier als Adverb verwendet, da es das Adjektiv "müde" näher bestimmt.

Adverbien können Verben, Adjektive oder auch Adverbien näher bestimmen - nicht Substantive, wie rotreginaKo2 weiter unten behauptet!!

Adverbien bleiben (im Gegensatz zu Adjektiven) unflektiert.

Weitere Adverbien, die nicht primär Adjektive sind:

heute, gestern, oft, nie, manchmal, sehr...

Du darfst gerne eine andere Antwort geben als ich, dadurch, dass du in deiner fettgedruckt behauptest, dass ich mit den Substantiven falsch liege, wird deine Behauptung aber nicht wahr. Vielleicht schaust du mal in den Duden unter "Bedeutung Adverb", hier, einfach runterscrollen:

https://www.duden.de/rechtschreibung/Adverb

1
@rotreginak02

Darauf habe ich in meinem Kommentar zu DerKalif ausführlich geantwortet. Das mit dem Substantiv zur Grundregel zu machen ist einfach irreführend, und eine lexikologische Quelle blind zu zitieren, wo es um Grammatik geht, ist nicht gerade gescheit.

0
@achwiegutdass
Das mit dem Substantiv zur Grundregel zu machen ist einfach irreführend

"die Frage oben" / "die Party gestern" / "die zweite Straße rechts" / "das Problem hier" --- das sind ganz alltägliche Formulierungen.

Wer ein Adverb erkennen will, muss solche Konstruktionen kennen.

0
@ralphdieter

"Wer ein Adverb erkennen will..." LOL! Du erwähnst ja nur Beipiele, wo das Adverb ganz klar ein Adverb ist und nichts anderes sein kann. Da ist nichts zu "erkennen", und sogar ein Depp wie ich weiss, dass "heute", "rechts", "oben" usw. Adverbien sind.

Aber ich lege Wert auf die gestellte Frage, und diese Frage beantworte ich.

Wenn gefragt wird, wie man Adverbien erkennt, dann deshalb, weil der FS von formalen Ambivalenzen ausgeht und sogar freudnlich genug ist, ein Beispiel zu geben, auf ich mich auch beziehe.

Also nochmal: ich habe eine Frage beantwortet, in der es offensichtlich (aber für dich offenbar nicht) um die Unterscheidung zwischen Adjektiv und Adverb ging, und diese Perspektive befolge ich in meiner ganzen Antwort (die du offenbar nicht mal gelesen hast).

0
@achwiegutdass

PS Damit es nicht gleich wieder losgeht: das mit dem "Beispiel" bezieht sich auf eine Frage, die ich gestern beantwortet habe. Aber es bleibt dabei: es geht um "erkennen", also um Situationen, in denen man auch nicht erkennen könnte. Der letzte Satz meiner Antwort erwähnt übrigens Adverbien, wie du sie meinst, und ich betone, dass hier nichts zu "erkennen" ist, weil sie "nicht primär Adjektive sind". Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

0
@achwiegutdass
Beipiele, wo das Adverb ganz klar ein Adverb ist und nichts anderes sein kann

In meinen Beispielen bestimmen die Wörter oben, gestern, rechts und hier ein Substantiv näher. Dem fettgedruckten Teil Deiner Antwort entnahm ich, dass diese Wörter somit keine Adverbien sein könnten.

Schön, dass das jetzt geklärt ist.

0

Ich bin müde. > Adjektiv

0

Was möchtest Du wissen?