Werden Triebzüge die klassischen Lokomotiven langfristig ersetzen?

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8 Antworten

Im Moment sieht es so aus. Loks werden fast nur noch für den Güterverkehr und Spezialbahnen konstruiert. Aber die Zeiten werden sich wieder einmal ändern: Der Wagenzug hat doch ein paar Vorteile:

Er ist flexibler. Wagen können zu - und abgehängt werden.

Er ist billiger: Die Leistung ist in der Lok konzentriert. Die Wagen sind relativ billiger.

Er bietet mehr Platz: Ein Wagen ohne die Traktionseinrichtung bietet mehr Sitzplätze

Er ist ruhiger: Die Traktionseintcihtung ist immer mit Lärm verbunden

Hier siehst du einen Doppelstock IC der SBB mit einstöckogen angehängten Verstärkungswagen.

http://www.bahnbilder.de/bild/schweiz~e-loks~re-460-mit-zugen/581581/hier-truebt-noch-kein-fahrleitungsmast-den.html

Gerade die IC 200 Doppelstöcker zeigen, dass das Lok System nicht schlecht ist: Anfangs nur 5 - 7 Wagen wurden sie im lauf der Zeit bis 10 Wagen verstärkt und nun noch die Verstärkungspäckli angehängt. Wenn ich auf dem Bild richtig gezählt habe, dann sinds 12 Doppelstöcker.

So fahren 14 Wagenzüge mit 2 Loks. Das sind über 1'000 Sitzplätze.

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Kommentar von Pandur11
21.03.2012, 00:45

Ein IC Doppelstöcker fährt normalerweise mit einer Re 4/4 460 und 8 Doppelstockwagen. Zu den Stosszeiten können bis 6 Wagen angehängt werden, wobei dafür meistens einstöckige Wagen verwendet werden. Allerdings ist keine zusätzliche Lok nötig, eine bringt 6000 KW. Wobei man die Leistung auf dei Hälfte reduzieren muss, wenn der IC-Steuerwagen vorne ist.

Aber: Für den Nahverkehr werden in der Schweiz nur noch Triebzüge angeschaft. Die Re 450er Einheiten werden langsam ausgemustert. Im Fernverkehr wird auch der ICN eingesetzt, eine 7 Teilige Einheit mit 4 Triebwagen. Loks können bei schlechter Witterung nicht die ganze Leistung bringen, sie sind mit 80 Tonnen sehr schwer und nutzen die Geleise mehr ab. Von wegen Flexibel: Die Zukunft sind festgelegte, zusammenhängbare Zugkompositionen. Die einzelnen Kompositionen sind so schnell im Einsatz und es ist kein Rangieren mit einer Diesellok nötig.

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Das hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert und wird sich auch immer wieder ändern. Je nachdem in welche Richtung maßgebende Persönlichkeiten tendieren.

Nachteile von Triebzügen war immer wieder das Verkehrsaufkommen. Bei Überfüllung können die Triebzüge immer nur durch einen anderen Triebzug verstärkt werden, während es bei Lok-bespannten Zügen leicht möglich ist einzelne Wagen als Verstärkung anzuhängen.

Als Nachteil der Lokbespannten Züge war immer das Kopfmachen in Kopfbahnhöfen. Durch die Steuerwagen wurde aber das Problem behoben.

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Für den Personenverkehr im Nah- und Fernverkehr werden die Triebwagen dominieren. Neue Konzepte, wie z.B. der Fuggerexpress, der während der Fahrt von Nürnberg nach München von einer Triebwageneinheit auf drei Einheiten verlängert wird, werden das fördern. Lokomotiven wird es immer geben, denn im Güterverkehr fallen die meiner Ansicht nach nie weg und schließlich braucht man noch ein zugkräftiges Gerät, wenn ein Triebwagen abgeschleppt werden muß.

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Das ist ganz klar die Zukunft des Personenverkehrs. Zumal eine Leistung verteilt auf mehrere dafür schwächere Triebwagen bringt einige Vorteile: Der Shlupf bei nassen Schienen wird vermindert, es können mehr Pasagiere befördert werden und ein Motorausfall eines Triebwagens kann durch den anderen vorübergehend überbrückt werden. Trotzdem werden im Güterverkehr Loks benötigt, sie wird es also immer geben.

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Kommentar von WDHWDH
21.03.2012, 08:36

hast du schon mal was von Trassenbelegung gehört.Zweckgebundene Zeiten us`?

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"Um künftig den ICE in ganz Europa einsetzen zu können, wurde bei der neuen Generation das Wagen-Profil verkleinert. Ein über den Zug verteilter Unterflurantrieb sorgt für geringere Achslasten der Wagen entsprechend den Vorgaben der UIC"

Es kommt halt immer auf den Einsatzzweck an.

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Kommentar von WDHWDH
20.03.2012, 09:36

Wo hast du das hert. Das UIC LM 5 gilt in ganz Europa. Der Achsantrieb hat nichts mit den Achslasten zu tun. Der Eintelachs/Gruppenantrieb kommt wegen der geringeren Einbaumasse. Auch werden damit bessere Beschleunigungswerte erreicht. Und ICE in Europa Länderübergreifend einsetzen zu können, erfordert eine Streckenkonfiguration NUR für ICE(3). Daher -weil es das noch nicht gibt-die Probleme mit dem ICE 1, Pendolino usw.

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Bei Triebzügen unterscheidet man ja auch noch den Unterschied zwischen Triebwagen plus Steuerwagen(eventuell mit Zwischenwagen) sowie den Triebzug mit verteiltem Antrieb in allen Wagen(Drehgestellen). Hier geht die Tendenz eindeutig zu den verteilten Antrieben! Doppelstock-Züge sind aber wiederum Lokbespannt - vorerst werden Loks im Personenverkehr also erhalten bleiben.

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Kommentar von Pandur11
21.03.2012, 00:31

Siemens, Stadler und Bombardier haben bereits mit zwei Triebwagen angetriebene Doppelstockzüge auf dem Markt.

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Alles wird kleiner und kompakter und die Raumausnutzung besser. Ziel ist es ja möglichst viele Passagiere bzw. Güter zu befördern, also sind die Triebzüge im Vorteil. Nur brachte man früher so nicht die Leistung auf die Schiene.

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Kommentar von Pandur11
21.03.2012, 00:28

Bereits 1965 wurde in der Schweiz ein Triebwagen (RBE 4/4) mit etwa 1500 KW Leistung gebaut. Diese sind heute noch im Einsatz. 1967 Die RABDE 12/12, eine Voll angetriebene Zugeinheit mit einer mit Beschleunigung vergleichbar mit modernen U-Bahnen. Triebwagen werden schon lange eingesetzt, die Leistung konnte man schon bringen.

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Ein Triebzug ist eine komplexe Einheit. Sie ist in ihrer Zusammenstellung vorgegeben und kann an die tatsächlichen Gegebenheiten kurzfristig NICHT angepaßt werden. Aufgrund der eigenen Zwischenkupplungen, Vorspannungen etc. bieten sie ein STARRES Angebot. Ein Zug/lok Wagen kann dem Bedarf kurzfristig angeglichen werden. Beides sind Systeme, die nebeneinander immer ihre Berechtigung haben-werden.

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