Wer hat den Dialekt erfunden?

8 Antworten

Dialekte und auch sprachen entstehen dadurch, dass sich eine sprache ändert und sich die neuen formen nicht auf dem ganzen gebiet ausbreiten. Beispiel: Das wort tid wandelte sich ab dem 5./6. jahrhundert zu zeit. Z statt t setzte sich in grossen teilen des sprachgebiets durch, auch in der Schweiz, aber eben nicht überall: Die niederdeutschen, die niederländer und die angelsachsen (engländer) blieben beim t. Auch das ei erreichte nicht alle: die niederdeutschen und die hochalemannen blieben beim i. So kommt es, dass es in platt wie ursprünglich tied heisst, in der Schweiz ziit, in den Niederlanden tijd, ausgesprochen [teid], im englischen tide ([teid] für gezeiten) und im deutschen zeit.

Weiteres beispiel: Ursprünglich (und platt und niederländisch immer noch) peper, englisch pepper, deutsch pfeffer, schweizerdeutsch pfäffer. Wir schweizer in unserer randlage sind also manchmal progressiv, aber eher häufiger nicht, weshalb es einige ähnlichkeiten von schwiizertüütsch einerseits und plattdüütsch (!) und niederländisch anderseits gibt.

Kompliziert wird es, wenn die schreibung den sprachwandel nicht oder nur halb mitmacht. Ein beispiel von unzähligen: der wandel von s zu sch. So schreiben wir inkonsequenterweise modern schnell, aber altmodisch spitz. (Hier waren wir schweizer ausnahmsweise an der spitze: Wir sagen auch wurscht.) Die engländer lieben es besonders altmodisch: Sie sagen wie die deutschen haus, schreiben aber wie die schweizer hus – und das auf französisch: house.

(Geschrieben gemäss http://www.kleinschreibung.ch)

Ähnlich? Echt? Vielleicht wäre mal Ohren putzen angesagt... ;-)

Die Dialekte der deutschen Schweiz sind alemannische Dialekte - mit Ausnahme von Samnaun. Genauer Hochalemannische im Mittelland, Höchstalemannische im direkten Alpenraum und Niederalemannische in der Region Basel.

In Bayern und Österreich werden jedoch generell bairische Dialekte gesprochen und auch da gibt es riesige Unterschiede.

Die Ähnlichkeiten zwischen bairischen und alemannischen Dialekten sind nicht sehr gross. Aber natürlich gibt es an den Sprachgrenzen zwischen den beiden Sprachen auch hier Übergangsformen, wo man die Dialekte nicht so genau auseinanderhalten kann.

Alleine schon in der Schweiz sind die Unterschiede zwischen den Dialekten teilweise frappant. Deswegen gibt es nicht DAS Schwiizertüütsch, sondern eben ganz viele.

Im Gegensatz zu den Dialekten in Deutschland gilt der Dialekt in der Schweiz nicht als "pfui", sondern wird in allen Lebenslagen und in allen Schichten verwendet. Deshalb haben wir hier eigentlich eine Diglossie - wir sprechen die eine Sprache (Alemannisch) und schreiben eine andere (Standarddeutsch).

Gerade die Dialekte haben sich im Laufe der Zeit eher selbst erfunden, weil sie von den Menschen im täglichen Umgang miteinander gesprochen werden. Es sind mehr die Hochsprachen, denen man im Laufe der Jahrhunderte ein wenig nachgeholfen hat, um sie umfassender verständlich zu machen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Unterricht - ohne Schulbetrieb

das sind Sammelbegriffe, aber gibt kein der Bairisch spricht oder Österreichisch;

die Dialekte sind dann Oberbairisch, Niederbairisch, Altbairisch, Salzburgisch, Wienerisch, Kärnterisch, Tirolerisch was weiß ich alles. Diese "Dialekte" waren immer zuerst da, waren immer die gemeinsame Sprache von in sich abgeschlossenen Gebieten. Erst später hat man dann gemeinsame Schriftsprachen konstruiert (erfunden). zb unser Hochdeutsch ist entstanden aus der Sächsischen Kanzleisprache.

Ähnlich? Da lachen ja die Hühner - doch in einem hast du Recht: Die Dialekte im Süden des deutschen Sprachraums haben etwas gemeinsam:  Alle sind  sie "hochdeutsche" Dialekte (im  Gegensatz zu den    niederdeutschen Dialekten), 

und innerhalb der hochdeutschen Dialekte  sind  sie  alle  2.)
 "oberdeutsche"  Dialekte,  auch was in Württemberg gesprochen wird.

"Erfunden" hat sie niemand, im Gegenteil, sie bilden eine ganz wichtige Grundlage für die gemeinsame deutsche Standardsprache. Die könnte man  evtl als eine  Erfindung bezeichnen, denn sie ist nicht von allein so  geworden.

Die oberdeutschen Groß-Dialekte aber  sind  die natürlichen Weiterentwicklungen  der Sprachen der germanischen Stämme der   Alemannen, Sueben, Markomannen,
 Bajuwaren. 

Die Langobarden in Norditalien gehörten auch zu dieser Gruppe, doch ist ihre Sprache ausgestorben. 


 

Das ist die beste Antwort.
Eine sehr gute Antwort auf eine nicht ganz so gute Frage zu geben, das ist Kunst.

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