Wenn Jesus Gott ist, wiso wusste er nicht wann der Weltuntergang stattfinden wird?

24 Antworten

Der bekannte Bibelausleger Dr. John Walvoord kommentiere Markus 13,32 folgendermaßen: "Wenngleich manche Menschen vielleicht erraten können, daß das Ende nahe bevorsteht (V. 28-29 ), so weiß doch niemand den genauen Zeitpunkt, den Tag oder die Stunde (vgl. V. 33 ) - nicht einmal die Engel im Himmel (vgl. 1Pet 1,12 ) und auch der Sohn nicht -, sondern allein der Vater . Daß Jesus hier offen zugibt, daß auch sein Wissen begrenzt ist, unterstreicht und bestätigt seine Menschlichkeit. In der Inkarnation nahm Jesus die Grenzen, die dem Menschen gesetzt sind - auch diese (vgl. Apg 1,7 ) -, freiwillig auf sich und unterwarf sich damit dem Willen des Vaters (vgl. Joh 4,34 ). Auf der anderen Seite beweist die Verwendung des Titels "Sohn" (nur an dieser einen Stelle im Markusevangelium, statt des gebräuchlicheren "Menschensohns"), daß er sich seiner Gottheit und Sohnschaft durchaus bewußt war (vgl. Mk 8,38 ); doch er machte von seinem göttlichen Wesen nur auf Geheiß des Vates Gebrauch (vgl. Mk 5,30; Joh 8,28-29 ).        

Die Worte von dem Tag und der Stunde werden normalerweise mit dem zweiten Kommen des Menschensohnes in Zusammenhang gebracht ( Mk 13,26 ). Das wird jedoch nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe vorangehender Ereignisse sein. Vom Kontext dieser Passage (V. 14.29-30 ) her und auf dem Hintergrund der Verwendung dieser Formulierung im Alten Testament ist es wahrscheinlicher, daß mit "dem Tag" der "Tag des Herrn" gemeint ist.

Der "Tag des Herrn" umfaßt die Zeit der Trübsal, das zweite Kommen Christi und das Tausendjährige Reich (vgl. Jes 2,12-22; Jer 30,7-9; Joe 3,1-5; Am 9,11; Zeph 3,11-20; Sach 12-14 ). Er wird ganz plötzlich und unerwartet hereinbrechen (vgl. 1Thes 5,2 ), und niemand - allein der Vater - wird wissen, wann er kommt.

Die These von der Entrückung der Gläubigen vor der Zeit der Trübsal (vgl. den Kommentar zu Mk 13,27 ) impliziert auch, daß der Herr vor der siebzigsten Woche Daniels zu den Seinen kommen wird (die Entrückung). Die Entrückung ist nicht von irgendwelchen vorhergehenden Ereignissen abhängig, daher muß jede Generation aufs neue mit ihr rechnen. Das ist auch die Aussage des Gleichnisses vom abwesenden Hausherrn (V. 34-37 ), das im Matthäusevangelium eine etwas anderslautende, aber in ganz ähnlichem Sinne gebrauchte Parallele hat (vgl. Mt 24,42-44 ). Sie kommt allen müßigen Spekulationen über das mögliche Datum des Kommens des Herrn zuvor und macht deutlich, wieviel wichtiger es ist, bis zu seiner Wiederkehr wachsam zu bleiben und getreulich seine Pflicht zu erfüllen, wie Jesus es befahl."

Die Studienbibel von John MacArthur kommentierte diesen Vers:"13,32 Um jenen Tag aber und die Stunde. Den genauen Tag und die Zeit der Wiederkehr Christi ( s. Anm. zu Mt 24,36 ). weiß niemand. Die Zeit des Wiederkommens Christi wird keinem Menschen im Voraus geoffenbart. Zu dieser Zeit war es nur Gott, dem Vater, bekannt. Engel. Obwohl alle Engelwesen vertrauten Umgang mit Gott genießen, seinen Thron umgeben, um seine Gebote auszuführen ( Jes 26,2-7 ), und ihn ständig sehen ( Mt 18,10 ), kennen sie die Zeit der Rückkehr Christi nicht. auch nicht der Sohn. Als Jesus diese Worte zu den Jüngern redete, wusste selbst er nicht das Datum und die Zeit seines Kommen. Obgleich Jesus bei seiner Menschwerdung vollkommen Gott war ( Joh 1,1.14 ), verzichtete er freiwillig auf die Ausübung bestimmter göttlicher Eigenschaften ( Phil 2,6-8 ). Er zeigte sie nicht, es sei denn sie entsprachen dem Willen des Vaters ( Joh 4,34; 5,30; 6,38 ). Er bewies seine Allwissenheit bei mehreren Gelegenheiten (vgl. Joh 2,25; 3,13 ), aber er beschränkte sie freiwillig auf die Dinge, die Gott ihn während seines Menschseins wissen ließ ( Joh 15,15 ). So verhielt es sich auch in Bezug auf das Datum und die Zeit seiner Rückkehr. Nach seiner Auferstehung nahm Jesus wieder sein vollständiges göttliches Wissen an (vgl. Mt 28,18; Apg 1,7 )."                                                 

Da neuerdings fast täglich dieser Art von Fragen gestellt werden, scheint es eine Abmachung unter Muslimen zu sein, Christen zu provozieren. Ansonsten gäbe es bereits Antworten genug, um sich damit zufrieden zu geben. Deshalb läuft jegliche Erklärung zu diesem Thema ins Leere.

Christliche Theologie unterscheidet zwischen menschlichem und göttlichen Wissen. Jesus war nämlich nicht nur der wesensgleiche Sohn des ewigen Vaters, sondern ebenso voller und gleichwertiger Mensch mit eigenem menschlichen Verstand und menschlichem Willen. Die biblische Aussage Jesu ist also auf das menschlich-begrenzte und nicht göttliche Wissen bezogen. Jesus ist als Mensch mit einem festumrissenen Offenbarungsauftrag in diese Welt getreten und zu diesem Auftrag gehörte nicht das Datum des Jüngsten Tages, obwohl er es seiner göttlichen Natur nach von Ewigkeit her kannte.  Sein menschliches Bewusstsein musste während seines Erdenlebens nicht mit allen Details der göttlichen Allwissenheit erfüllt sein, sondern wurde davon nur soweit durchdrungen, soweit dies für seinen Offenbarungsauftrag nötig war.

So konnte er mit Recht in Bezug auf das ihm zur Mitteilung zur Verfügung stehende Wissen sagen, dass es Zeit und Stunde des Weltendes nicht umfasse.

Da neuerdings fast täglich dieser Art von Fragen gestellt werden, scheint es eine Abmachung unter Muslimen zu sein, Christen zu provozieren.

lol - wie kommst du denn von der Frage auf Muslime?

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@Gegengift

weil dieselbe Frage und andere dieser Richtung bereits mehrfach von div. Muslimen gestellt und beantwortet wurden, so dass es nicht abwegig ist, dass auch der Fragesteller dazu gehört

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Jesus ist ein Gott.

Gott ist ein Titel.

( so wie z.B. Luzifer als "Gott dieser Welt" bezeichnet wird, auch das ist ein Titel...) )

Wenn der Vater im Himmel ( zu dem man ausschließlich betet ) es vor den Göttern, den Erzengeln, Engeln und natürlich den Teufeln, Erzdämonen und Dämonen verborgen hat, so weiß es sonst NIEMAND.. ( Menschen ohnehin nicht )

[ Zudem war Jesus, als er sich bereit erklärte einen menschlichen Körper vorübergehend anzunehmen, auch den physikalischen Gesetzen dieses Körpers unterworfen... ( nur falls noch die Frage auftauchen sollte, weshalb er Essen, Trinken, Atmen und zur Toilette ... etc...gehen musste )...]

du weisst schon dass das was du da eben aussonderst HEIDNISCH ist. mehrere götter etc..... und wo findest du eine bestätigung dieser aussage? wo wird in der bibel erwähnt dass es viele götter gibt?:S

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@DerDaveee

Wie erwähnt, Gott ist als "Titel" zu sehen, und hat nicht mit "anbeten" zu tun. Man betet doch nicht ein Wesen an, nur weil es den Titel Gott hat.

Sofern Du die Bibel als Wahrheit akzeptierst.. ( danach hattest Du ja gefragt, so nehme ich an, es ist so...) dazu folgende Stellen:

Psalm 82:6 ..( ihr seid Götter )

Johannes 10,34-36 .. ( Bezug auf Ps 82 )

Moses 1:1 ( Lasset uns Menschen machen )

Johannes 1:1 (.. und (ein) Gott war das Wort )

Rein schon aus den 10 Geboten ergibt sich, dass es noch andere Gottheiten gegeben haben muss/ gibt, wie käme sonst Jahwe dazu zu sagen: " ... Du sollst keine anderen Götter ausser mir haben " ?

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ABER: insgesamt ist das auch ziemlich egal.

Wir leben hier als menschliche Gemeinschaft, wo diverse Kulturen und Religionen zusammenkommen.

Da ist es sicher nützlich, sich auszutauschen, mit dem Ziel, sich zu verstehen. Auch solche Dinge, wie dass unter demselben Wort verschiedene Bedeutungen verstanden werden.

Aber Religion darf nicht zum zentralen Bestandteil werden, die ein menschliches Miteinander hindern würde.

Sollen alle ihre Religion privat leben, und sich sonst mehr um gegenseitige, freundliche Akzeptanz bemühen..

Alles andere würde zu "Gruppenbildung" und "Ausgrenzung" führen.

Es muss uns letztlich im alltäglichen Leben nicht interessieren, ob und was die Mitmenschen glauben, sondern wie sie sich in der Gemeinschaft verhalten.

Der Anstand in einer multi-kulti- Gesellschaft gebietet es, dass man im öffentlichen Leben keine sichtbaren Zeichen einer Religion/Politik-zugehörigkeit zeigt, ebenso auf Symbole eines Fußballs-Vereines o.ä. verzichtet.

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Zusammenfassend:

Durch Deine Frage konnten wir uns gegenseitig erklären, dass wir verschiedene Bedeutungen empfinden wenn wir "Gott" meinen.

Jetzt verstehen wir uns daher deutlich besser, und akzeptieren nun gegenseitig des jeweils anderen Empfinden.

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