Wenn ein Mensch nichts kann, rein gar nichts in der Gesellschaft und ein Taugenichts und Nichtsnutzen ist, ist er für euch trotzdem etwas Wert?

Das Ergebnis basiert auf 26 Abstimmungen

Nein wert bedeutet nicht leisten 77%
Ja wert bedeutet übersetzt nur leisten, sei es geistig oder kör. 23%

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da es solche Menschen nicht gibt und jeder Mensch irgendetwas kann, stellt sich mir diese Frage nicht. Natürlich hat jeder Mensch einen Wert!

Wenn ein Mensch das Gefühl hat, ein Taugenichts zu sein, dann liegt das niemals an ihm selbst, sondern an seinem Umfeld. Menschen, die ihn ständig runtermachen und seine Leistungen herabwürdigen, haben ihre Motivation systematisch kaputtgeschlagen. In unserer Ellbogen- und Hochleistungsgesellschaft gibt es sowas recht häufig - und viele Menschen sehen sich selbst tatsächlich als wertlos an.

Wenn ein Mensch in einem Feld versagt, muss das aber nicht heißen, dass er nicht in anderen Feldern glänzen kann. Diese Felder zu finden ist die Kunst, das müssen wir alle für uns schaffen, um uns zu etablieren. Wenn dir jemand wie ein Taugenichts vorkommt, dann hat er seine Nische einfach nur noch nicht gefunden.

Deshalb auf diesen Menschen herabzusehen ist falsch und unmoralisch, und wer das gerne tut, der tut das meist nur aus Gründen der eigenen Unsicherheit: nur jemand, der gerade so das Minimum der erforderlichen Leistungen erbringt, und sich dessen auch bewusst ist, hackt gerne auf den noch kleineren Leuten herum. Aus deiner Frage schließe ich also, dass du selbst tief in dir drin das Gefühl hast, ein "wertloser Taugenichts" zu sein - reflektiere das bitte Mal. Und falls ich mich nicht irre: viel Erfolg beim Finden deiner Nische.

Woher ich das weiß:Hobby – Die Beschäftigung mit der Urzeit ist seit Jahren mein Hobby.

In der Wildnis wäre vll. ich oder viele anderen ausgestorben.
Seien es die Kranken, Dicken, Dummen oder alten Menschen also wie man in der Gesellschaft schön sagt: wertlose Taugenichts. Wenn man nichts kann, wie hatte man die Zeit in der freien Wildnis seine Nische zu finden, wenn es um Nahrung und Tod ständig ging?

Also wieso viele von den Taugenichts lange existieren dürfen und altersbedingt sterben ist doch nur die Gruppe, indem Falle die moderne, starke und intelligente Gesellschaft. Wie siehst Du es?

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@HansKluft66

In der Wildnis gibt es keine Taugenichtse. Das Überleben dort hättest du wie jeder andere gelernt, von Kindesbeinen an. Und wie jeder andere wärst du dort von Krankheiten, Unfällen und anderen Verletzungen bedroht gewesen, aber die Gemeinschaft hätte dich wieder mit hochgezogen, wenn dir ein Unglück geschehen wäre. Nur wenn du durch eine Behinderung eine Belastung für deine Angehörigen gewesen wärst, hätte man dich wahrscheinlich getötet oder deinem Schicksal überlassen. Ansonsten galt: jeder hat einen Wert, denn die Stärke der Gruppe lag eben in der Gemeinschaft.

Viele Menschen starben damals jung. Und auch bei den älteren lag die Lebenserwartung nicht höher als bei 40 Jahren, älter als 50 wurde so gut wie niemand. Du hättest auch keine Chance gehabt, wirklich dick zu werden - deine Ernährung und dein Lebensstil hätten auf körperlicher Leistung basiert. "Dumme" Menschen mag es auch damals schon gegeben haben, doch haben auch Menschen mit nur geringen Intellekt Stärken, die sie gewinnbringend für ihre Gesellschaft einsetzen können. Vielleicht ist der "Dümmste" des Clans der beste Speerwerfer gewesen, oder er könnte am besten sehen und nach Gefahren Ausschau halten.

Das Wort "Taugenichts" ist tatsächlich nur durch das Umfeld definiert und ein Produkt der Arbeitsteilungsgesellschaft, in der man sich in seinem Leben auf bestimmte Felder begrenzt. Nicht jedes Arbeitsfeld ist für jeden meisterbar, aber für jeden gibt es mindestens ein Arbeitsfeld, in welchem er glänzen kann.

Heute haben wir lediglich Menschen, denen die Gesellschaft völlig egal ist, da sie auch als anonyme Einzelgänger von ihr mit durchgezogen werden. Wie haben ein Sozialsystem, dass diese "freiwilligen Taugenichtse" auffängt und versorgt. Wer nicht arbeiten will, der bekommt trotzdem die Grundsicherung. Sowas hätte es in der Wildnis natürlich nicht gegeben: da hätte man Arbeitsverweigerung und Faulheit nicht toleriert.

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@MarkusPK

1.Und wieso sagt man heute noch der stärkste überlebt? Diesen Spruch hört man von Kindesbeinen an. Es kann doch trotzdem einen Menschen, geben der nichts kann, sowas könnte möglich sein. Der außer schlafen und essen nichts auf die Reihe kriegt.
2.Sollte es wichtig sein, dass die Gesellschaft einem nicht egal ist? Wenn man aber von der Gesellschaft nichts will? Weder Ressourcen noch soziale Annäherung?
3.Gibt es an sich dumme Und faule Menschen? Ein gesunder Mensch ist nicht dumm oder faul, wenn es der Fall sein soll, liegt es an der verletzten psychische?

Die Grundsicherung ist nur eine Utopie. Die gibt es leider nicht, wer aus irgendeinem Grund nicht arbeiten kann, wird vorübergehend unterstützt und muss dafür seine Zwangsteuern jeden Monat abzahlen, sonst wird er eingesperrt. Jeder Mensch hat eine Grundsicherung verdient, wenn Millionäre auf Kosten der Gesellschaft leben und sich gut gehen lassen.

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@HansKluft66

1) "Der stärkste Überlebt" ist ein Spruch aus dem Sozialdarwinismus. Mit der Realität hat er nichts gemein, noch nichtmal mit Darwins Evolutionstheorie. Die besagt nämlich nur, dass das am besten angepasste Individuum eine höhere Überlebenschance hat als seine Artgenossen.

Ein Mensch, der nichts kann, nur schlafen und essen, wäre schwerstbehindert. Und dazu habe ich oben schon etwas geschrieben.

2) Keine zulässige Frage. Die Gesellschaft ist nunmal da und du nimmst von ihr. Du könntest natürlich nach Alaska ziehen und da auf eigene Faust für dein Überleben sorgen - aber solange du die Vorteile der Zivilisation genießt bist, dann konsumierst du die Ressourcen und die soziale Annäherung, und du kannst mir nicht erzählen, dass das gegen deinen Willen geschieht oder dir keine Wahl gelassen wird. Die Wahl triffst du jeden Tag und entscheidest dich gegen das Leben auf der Straße oder im Wald.

3) Dem würde ich zustimmen. Faule Menschen haben den Anreiz und die Motivation verloren, sie wurden zu oft enttäuscht, sodass sie in der Vorstellung leben, dass sie Taugenichtse sind. Es ist ein Teufelskreis, indem sich Frustration hält, aufbauen und verstärken kann. An sich liegt es aber nicht in der Natur des Menschen, faul zu sein. Im Grunde streben wir alle danach, uns zu verwirklichen.

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@MarkusPK

Man kann heute nicht mehr einfach so im Wald oder auf der Straße leben. Auch als Strassenpenner („darf man das Wort Penner eigentlich sagen oder ist es entwürdigt“?) muss man seine Pflichtversicherung bezahlen und die Wälder gehören entweder den Staaten oder Grundstücksbesitzer. Die Natur ist wie ein wertloses Objekt mit Banknoten käuflich.
Oder der Gewaltapparat hat Aufsicht.
Der unsterbliche Mensch halt.

„im Grunde wollen wir uns verwirklichen“ Was meinst du mit verwirklichen genau? Berühmt werden oder etwas zu sagen haben, Macht haben, sodass jeder über einem spricht?

Danke schon mal, den Stern hast du:-)!

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@HansKluft66

Danke für den Stern!

Ich glaube kaum, dass ein Obdachloser (das wäre das wohl am wenigsten entwürdigende Wort) irgendeine Versicherung oder Steuern bezahlt. Der fällt aus dem System, da sich niemand um ihn kümmert und er sich wirklich ganz allein durchschlagen muss - allerdings mehr oder weniger freiwillig. Das Sozialsystem würde auch ihn auffangen. Wenn er Hilfe will, bekommt er sie, dann allerdings wieder als Teil der Gesellschaft. Frag mal einen Obdachlosen, der auf der Straße lebt, weshalb er das nicht "einfach" tut: meist sind es Frust, Stolz oder andere Gründe, die sie davon abhalten - oder die Überzeugung, dass sie mit diesem Leben auf der Straße immer noch freier sind, als wenn sie wieder Teil des Systems wären. Und dann gibt es noch die, die meinen, sie verdienen es nicht besser und sich für irgendetwas selbst bestrafen wollen.

Aber selbstverständlich gibt es noch Teile der Natur, die niemandem gehören. Und damit meine ich nicht unbedingt nur Sibirien, Alaska, Teile des südamerikanischen, afrikanischen und ostafrikanischen Regenwalds, Steppen oder Wüsten - das gibt es natürlich nicht hier in Deutschland, aber du musst nichtmal weit gehen, um im "Jedermannsrecht" anzukommen. In Schweden ist das zum Beispiel absolut kein Problem.

Mit Verwirklichung meine ich das Erreichen selbstgesteckter Ziele, Unabhängigkeit, einen Job, der einen ausfüllt und Spaß macht und natürlich auch sozialen Anschluss. Auch das Gründen einer Familie gehört für viele dazu - aber im Grunde hat da jeder ganz eigene Vorstellungen. Berühmt werden oder Machtstreben sind da allerdings nicht mit gemeint, obwohl für manche das vielleicht auch "Verwirklichung" bedeutet - nur das sind dann meistens Leute, die nicht ganz dicht sind: Psychopathen, Macchiavellisten und Narzissten. Doch ein bisschen was davon steckt natürlich auch in uns allen.

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@MarkusPK

1.Meinst du es steckt wirklich ein bisschen in uns allen?
Glaubst du es gibt mehr Böse mehr als gute Menschen oder überhaupt Gute und Helden in dieser Zeit oder gab es dies schon jemals, seit es die Menschen gibt oder wird einer mal kommen, der ein Engel ist?
2. Unabhängigkeit bedeutet für dich aussorgen?
3.Viele Obdachlose leben auf der Straße und betteln und wenn man sie fragt, weshalb sie einfach nicht zum Amt gehen und sich anmelden, wird behauptet, des Stolzes halber aber wo ist der Sinn hier? Betteln ist doch noch entwürdigender als vom Amt zu leben?
Obdachlose müssen auch die pflichtgemäßen Krankenversicherungen bezahlen und es wird ihnen zeitlebens angerechnet, habe ich jedenfalls gehört.

In 10-100 Jahren wird keine Teile der Erde mehr frei sein, sodass kein freies Land mehr übrig bleibt. Die Bevölkerungszahl wird dermaßen steigen, aufgrund der Industrialisierung und die enormen steigende stärker der Spezies.

Danke dass Du auch antwortest!

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@HansKluft66

1) In jedem von uns steckt gutes wie böses. Und gut und böse sind an sich überhaupt nicht wirklich definierbar, höchstens ganz grob. Eigentlich bedingen und definieren sie einander: ohne das Böse könnte das Gute nicht existieren, so wie das Licht nicht ohne die Dunkelheit.

2) Nein. Unabhängigkeit bedeutet, für sich selbst sorgen zu können.

3) Nein. Sie müssten, aber sie müssen nicht. Konjunktiv. Sie tun es einfach nicht. Man könnte sie dazu zwingen, aber auch das ist exekutiv nicht umsetzbar.

Dass betteln noch entwürdigende ist als Hilfe vom Amt zu bekommen sehen die Obdachlosen sicher anders. In ersterem Fall erfolgt die Hilfe ja persönlich, auf eigene Initiative. In zweiterem ist das eine anonyme Hilfe, das Ausnutzen eines ganzen Systems und nicht einzelner Personen, die man um ein paar Kröten anschnorrt.

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@MarkusPK

Menschen die vom Staat leben nutzen das ganze System aus? Wie ist es, wenn die Grundsicherung einträfe? Würdest du lieber vom Amt leben oder auf der Straße für paar Kröten schnorren gehen, was wäre dir lieber, wenn du nicht arbeiten gehen könntest oder möchtest aus diversen Gründen? Hättest du das Gesicht die Formulare auszufüllen und dicht nackt ausziehen zu lassen?

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@HansKluft66

Wahrscheinlich schon. Ich musste früher schon Bafög-Anträge ausfüllen und mich nackig machen. :-)

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Im Bundestag sitzen und saßen jede Menge Leute die nichts gelernt hatten, nichts konnten oder nichts können und manche davon sind sogar Minister geworden. Ich denke da insbesondere an den Typen mit den Turnschuhen. Nichts können ist daher heute absolute Karrierevoraussetzung.

Sieht man heute auch an der Bundeswarze und dem China- Fan.

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Nein wert bedeutet nicht leisten

Für mich ist jemand etwas wert wenn sein Character stimmt wenn er einem zum lachen bringt und man zusamm spass hat leistet er doch schon was in dem er anderen eine Freude macht oder einfach nur nett ist jeder "leistet" irgendwie etwas es gibt keinen Taugenichts

Hm wer bestimmt den Wert eines Menschen ?

Die Gesellschaft ???

Die hat sich häufig geändert .. Also wären Polizei , Feuerwehr , Ärzte wichtig ..

Der Rest nicht ...Weil Auswechselbar .Und der Wert des einzelnen ..

Die wenigsten haben noch Soziale Tätigkeiten ,, in meinem Kreis gab es nur einen der machte Telefonselsorge

Aber ist schon was Wert wenn man seinen Nachbarn oder Eltern hilft ..

Selbst wenn einer meinte er ist sehr erfolgreich und Produktiver ,, nun aber nur auf den Schulter -anderer..!!!! Angefangen mit der Putzfrau den Busfahrer der Morgens früh aufsteht und wie früh ein Bäcker aufsteht ..

Also wie wertvoll jeder ist wie will man das bestimmen - jedes Leben ist was Wert, und so eine frage hatte wir ja schon mal früher gehabt von dem kleinen Mann mit dem Bärtchen ...

Für ihn waren alle wertlos, auch Milliardäre oder Dichter, die keinen Ariernachweis vorlegten.

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Nein wert bedeutet nicht leisten

Wie ihr auch, kenn ich das Gefühl von Kränkung. Wenn jemand mir gegenüber, oder gegenüber jemanden den ich gern habe oder anderswie verbunden fühle, mit triefender Verachtung seinen Mehrwert auf Kosten der psychischen Gesundheit anderer zu beweisen versucht. Es schmerzt, macht wütend, traurig.

Ich glaube, es ist gefährlich, den Wert eines Menschens durch seine Leistung zu definieren. Diejenigen, die als leistungsschwächer gelten werden damit potentiell als etwas Geringeres herabgestuft, möglicherweise sogar entmenschlicht.

Ein schöner Spruch vom Schopenhauer (wie er in seinen Fotos herrlich griesgrämig herausguckt), ist dieser: "Ein Mensch kann im anderen Menschen nicht mehr erkennen, als er selber ist."

Wir könnten das Wertschätzen als Fähigkeit betrachten. Anstatt also den Übermenschen zu spielen, der von einer Leiter herab andere messen, beurteilen, und in Wertigkeits-Hierarchien ordnen kann. Dafür aber eine sensible Beobachtungsgabe, eine authentische Wahrnehmung, die dem Menschen die Vorzüge des Gegenüber erkennen lässt.

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