Selbstverständlich hätte man damals auch auf das Pferd geschossen. Aber bevor du jetzt aufschreist und "Tierquälerei!" rufst: Im Wilden Westen wurde gar nicht so viel geballert, wie man denkt. Da gab es auch selten irgendwelche Verfolgungsjagden oder sonst irgendeine harte Action, die du aus Hollywoodfilmen kennst. Pferde waren damals sehr teuer, aber das war auch die Munition für Revolver. Streitigkeiten wurden da eher im Faustkampf beigelegt, und bei einem Duell auch wenn nur ein paar Kugeln verschossen, eine einzige meist. Und auch endeten nicht alle solche Revolverduelle tödlich.

Dass die Hollywoodromatik und die Schützenkunst der Revolverhelden, aber auch die Dramatik in Westernfilmen stark überspitzt dargestellt wird, sollte dir klar sein. Und im 19. Jahrhundert gab es ganz bestimmt auch nicht mehr Ehrgefühl als heute, wahrscheinlich sogar eher weniger: Da wurde mit gezinkten Karten gespielt, da wurde betrogen, da stach oder schoss man einander in den Rücken. Und ehrenvolle Tode erwarteten die wenigsten Revolverhelden: Jesse James wurde beim Staubwischen hinterrücks erschossen. Wild Bill Hickok tötete man beim Pokerspielen heimtückisch durch einen Schuss in den Hinterkopf. Und auch Billy the Kid wurde von einem Sheriff aus dem Hinterhalt erschossen.

Die Schützen hätten also mit Sicherheit keine Skrupel gehabt, auch auf die Pferde ihrer Widersacher zu feuern, und ganz bestimmt nicht aus Tierliebhaberei oder anderen ethisch-moralischer Handlungsschranken, die wir heute vielleicht schon eher haben würden.

Und noch ein ganz anderer Punkt: Mit den damaligen Waffen war es schon sehr schwierig, überhaupt ein Ziel zu treffen, ein sich bewegendes und schnell entfernendes wie einen Reiter obendrein. Mit einem Revolver hätte selbst der begabteste Schütze kaum Aussichten gehabt, einen Flüchtenden vom Pferd zu holen, höchstens mit einem Gewehr. Und selbst da war die Chance hoch, dass man statt des Reiters das Pferd traf. Und ich kann mir vorstellen, dass man aus diesem Grund das sehr viel größere Tier wohl eher ins Visier genommen hätte.

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Einfache Antwort: Das wissen wir gar nicht. Die Organe, mit denen ein Tier Geräusche machen kann, bestehen üblicherweise aus Weichgewebe und bleiben bei der Fossilisation nicht erhalten. Somit kann niemand sagen, wie Dinosaurier wirklich geklungen haben. Die Sounds, die du in Filmen wie "Jurassic Park" hören kannst, entstammen also ganz und gar der Fantasie der Tontechniker.

"Miteinander reden" können eigentlich alle Landtiere. Das fängt schon bei den primitiven Lurchen an, bei denen zum Beispiel die Frösche bei der Brautwerbung bekanntlich auf laut hörbares Gequake setzen. Sogar viele Insekten kommunizieren durch Geräusche. Aber natürlich funktioniert das bei den Tieren nur in ihrer jeweils eigenen "Sprache", und so sprechen wie ein Mensch könnte natürlich kein Dinosaurier.

Nur bei sehr wenigen Arten kann man - und das auch nur ungefähr - rekonstruieren, wie sie sich eventuell angehört haben. Ich spreche von den Hadrosauriern, genauer den Lambeosaurinen.

Lambeosaurine Hadrosaurier waren Pflanzenfresser mit einem entenartigen Schnabel und einem hohlen Kamm auf dem Kopf. In der späten Kreidezeit, vor ungefähr 75 Millionen Jahren, entwickelten die Lambeosaurinen in Nordamerika eine große Artenvielfalt, die sich in der Form ihrer Kämme voneinander unterschieden. Der Kamm dieser Tiere war innen hohl und mit der Nase und dem Rachen verbunden. Wenn das Tier Luft durch seinen Kamm blies, erzeugte es damit einen Ton, ähnlich wie bei einem heutigen Blasinstrument. Durch die verschiedenen Kopfformen der unterschiedlichen Arten klang jeder Dinosaurier anders und hatte wahrscheinlich seine ganz eigene "Melodie" auf Lager, so dass sich die Tiere untereinander erkennen konnten (was auch durch die optischen Unterschiede möglich war).

Die Töne, so sind sich die Wissenschaftler einig, dienten der Kommunikation und spielten bei der Brautwerbung, beim Zusammenhalt der Herde und sicher auch als Warnruf bei Bedrohung eine Rolle: Wenn ein Lambeosaurine um Hilfe rief, klang das etwa so, als würde ein Tiroler in sein Alpenhorn stoßen.

Hier die per Schädelscan und Computersimulation erzeugten Geräusche, die wohl sehr nah an den echten Tonäußerungen des lambeosaurinen Parasaulophus gelegen haben dürften:

https://youtu.be/d-tRFuMdQkA

Bei allen anderen Dinosauriern können wir nur raten, was für Töne sie von sich gaben. Ob sie zischten, brummten, fauchten, knurrten oder brüllten, ist dabei reine Spukulation.

Allerdings sollte man folgendes Bedenken: die heutigen Dinosaurier, die Vögel, haben ein enormes Repertoire an Tönen auf Lager und geben viel differenziertere Geräusche von sich als Säugetiere. Möglich ist ihnen dieser durch ihre sogenannte Syrynx, einem Stimmkopf, der ein wesentlich komplexeres Stummorgan ist als der Kehlkopf (Larynx) bei uns Säugetieren.

Möglicherweise konnten also bereits die Dinosaurier hochdifferenziert durch Laute miteinander kommunizieren: Es ist gut möglich, dass in der Kreidezeit neben dem Trompeten der Lambeosaurinen auch herrlicher Gesang und lustiges Gezwitscher von anderen Dinosauriern durch die Urzeitwälder hallte. Stell dir mal vor, wie es geklungen haben mag, wenn ein T-rex lautstark tirilierte und tschiepte - und das ist, so verrückt es auch klingt, sogar wahrscheinlicher als der seltsame, wenn auch coole Sound in Jurassic Park.

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Da es solche Menschen nicht gibt und jeder Mensch irgendetwas kann, stellt sich mir diese Frage nicht. Natürlich hat jeder Mensch einen Wert!

Wenn ein Mensch das Gefühl hat, ein Taugenichts zu sein, dann liegt das niemals an ihm selbst, sondern an seinem Umfeld. Menschen, die ihn ständig runtermachen und seine Leistungen herabwürdigen, haben ihre Motivation systematisch kaputtgeschlagen. In unserer Ellbogen- und Hochleistungsgesellschaft gibt es sowas recht häufig - und viele Menschen sehen sich selbst tatsächlich als wertlos an.

Wenn ein Mensch in einem Feld versagt, muss das aber nicht heißen, dass er nicht in anderen Feldern glänzen kann. Diese Felder zu finden ist die Kunst, das müssen wir alle für uns schaffen, um uns zu etablieren. Wenn dir jemand wie ein Taugenichts vorkommt, dann hat er seine Nische einfach nur noch nicht gefunden.

Deshalb auf diesen Menschen herabzusehen ist falsch und unmoralisch, und wer das gerne tut, der tut das meist nur aus Gründen der eigenen Unsicherheit: nur jemand, der gerade so das Minimum der erforderlichen Leistungen erbringt, und sich dessen auch bewusst ist, hackt gerne auf den noch kleineren Leuten herum. Aus deiner Frage schließe ich also, dass du selbst tief in dir drin das Gefühl hast, ein "wertloser Taugenichts" zu sein - reflektiere das bitte Mal. Und falls ich mich nicht irre: viel Erfolg beim Finden deiner Nische.

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1)

Da für die Paläontologie und Geologie die Zeitalter vor dem Auftreten höheren Lebens früher von nur geringer Relevanz waren, haben sie den langen Zeitraum vor dem Kambrium einfach "Präkambrium", also "Vor dem Kambrium" genannt. Es umfasste aber schon immer den gesamten Zeitraum von der Entstehung der Erde vor ca. 4,6 Milliarden Jahren bis zum Kambrium, das vor 541 Millionen Jahren begann - also den bei weitem größten Teil der gesamten Erdgeschichte.

Das Präkambrium wird heute aber natürlich noch weiter untergliedert, nämlich in das Proterozoikum (vor 2.500 bis 541 Millionen Jahren), das Archaikum (vor 2.500 bis 4.000 Millionen Jahren) und das Hadaikum (4.000 bis 4.600 Millionen Jahren).

2)

Das Erdmittelalter hat mit dem historischen Mittelalter natürlich nichts zu tun. In der Geologie wurde dieser Begriff einfach analog zur historischen Geschichtsforschung übernommen: man hat einfach ein "Erd-" davorgesetzt, um die verschiedenen Ären der Erdgeschichte entsprechend zu ordnen.

Das Mesozoikum - also das "Erdmittelalter" - begann vor 252 Millionen Jahren in der Trias und endete vor 66 Millionen Jahren mit der Kreide, als die Nichtvogel-Dinosaurier zusammen mit vielen anderen urzeitlichen Tieren ausstarben.

Das historische Mittelalter bezeichnet dagegen die Jahrhunderte vom Beginn bzw. Ende der Völkerwanderungszeit und dem Beginn bzw. Ende der Renaissance - also ganz grob die Jahre von 500 bis 1500 nach Christus. Ritter gab es jedoch sowohl davor als auch danach noch.

3)

Diplocaulus und Ichthyostega sind beide Amphibien des Erdaltertums und deshalb beide sehr viel enger mit heutigen Fröschen und Molchen verwandt als mit den Dinosauriern. Diplocaulus lebte während des Perm vor etwa 270 Millionen Jahren, Ichthyostega sogar noch sehr viel früher im Oberdevon vor etwa 370 Millionen Jahren. Beide Tiere sind also sehr viel älter noch als die Dinosaurier.

Zu den Dinosauriern gehören nur folgende Tiergruppen:

  • Die Sauropodomorpha (meist langhalsige Pflanzenfresser, einige gigantisch groß)
  • Die Theropoda (meist fleischfressende Landtiere, auch die Vögel gehören mit dazu)
  • Die Thyreophora (gepanzerte Pflanzenfresser wie Stegosaurus und Ankylosaurus)
  • Die Marginocephalia (Dinosaurier mit Schädelschmuck und Hörnern, wie Triceratops und Pachycephalosaurus)
  • Die Ornithopoden (zwei- oder vierbeinig laufende Pflanzenfresser

Fälschlicherweise werden sehr oft auch die Pterosaurier (Flugsaurier) und Meerestiere wie Ichthyosaurier, Plesiosaurier und Mosasaurier für Dinos gehalten, sie sind aber keine. Alle Dinosaurier waren ausnahmslos Landtiere und mit Ausnahme der Vögel konnte keiner von ihnen fliegen.

Dinosaurier erkennst du daran, dass sie alle gerade unter dem Körper stehende Beine hatten, und ihre Haut war entweder von Schuppen oder Federn bedeckt. Alle Dinosaurier hatten außerdem einen gleichwarm bleibenden Körper, sie legten ihre Eier mit fester Kalkschale alle an Land ab und sie lebten ausschließlich in der Zeit von vor 235 bis 66 Millionen Jahren - nur die Vögel gibt es noch bis heute.

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Die antike Weltmacht Rom, also das Imperium Romanum, hatte mir dem Heiligen Römischen Reich (HRR) überhaupt nichts mehr zu tun.

Das Imperium ging bereits lange vorher unter, bevor an eine Machtverlagerung nach Norden überhaupt zu denken war. Bereits im 3. Jahrhundert begann ein Niedergang, der durch Dekadenz, schnelle, oft gewaltsame Herrscherwechsel und eine starke äußere Abhängigkeit durch Germanische Auxiliartruppen geprägt war. Rom bekam dann im 4. Jahrhundert noch einmal die Kurve, aber während des 5. Jahrhunderts brachen die alten Herrschaftsstrukturen endgültig zusammen. Das Reich ließ sich nun nicht mehr von einer Haurpstadt aus regieren und wurde nach dem Tod des Kaisers Theodosius 395 endgültig in eine Westhälfte mit der alten Hauptstadt Rom, und eine Osthälfte mit der Hauptstadt Byzanz (Konstantinopel) geteilt.

Zu jener Zeit hatte Rom immer wieder mir Einfällen von germanischen Stämmen zu kämpfen. Es war die Zeit der großen Völkerwanderungen: Eine Klimaveränderung hatte zu starken Temperaturabfällen geführt, was Missernten, Seuchen und kriegerische Auseinandersetzungen provozierte. Zum anderen stieß das Reitervolk der Hunnen plündernd und brandschatzend immer wieder nach Westen vor. All dies zwang Millionen Menschen dazu, ihre angestammte Heimat zu verlassen.

Die vertriebenen und wandernden Stämme ließen sich auf dem Gebiet des geschwächten weströmischen Reiches nieder und gründeten dort eigene Reiche. Das führte natürlich zu Konflikten mit den einstigen Machthabern, und auch untereinander wurde erbittert gekämpft. Manche Germanenstämme waren erst Verbündete, dann Gegner der Römer, so zum Beispiel der thüringische Stammesführer Odoaker, der einst mit seinen Stammeskriegern als Söldner für Rom gekämpft hatte.

Als die Römer sich weigerten, ihm die versprochenen Soldzahlungen und fruchtbares Land zu geben, wandte er sich gegen seine einstigen Dienstherren und setzte den letzten weströmischen (Kind-)Kaiser, den noch sehr jungen Romulus Augustulus im Jahre 476 ab. (West-)Rom war damit de facto untergegangen, es sollte im Westen nie wieder einen römischen Kaiser geben.

In der Folgezeit etablierten sich in West- und Mitteleuropa andere Mächte. Besonders sind hier die Franken zu nennen, ein germanischer Stamm, der erst auf dem Gebiet des heutigen Belgiens lebte. Unter ihrem König Chlodwig, der nach mehreren blutigen Stammesfehde alle Franken unter sich vereinen konnte, stießen sie in das Machtvakuum ins vormals römische Gallien vor und verdrängten dort die alten Machthaber. Große Teile Galliens wurden dadurch zum neuentstehenden Frankenreich, dass zur ersten westeuropäischen Großmacht im Frühmittelalter wurde. Chlodwig ließ sich auch als erster germanischer Herrscher christlich taufen und machte dadurch die Kirche zu einem wichtigen Verbündeten.

Chlodiwigs Herrschaftslinie der Merowinger wurde im 8. Jahrhundert entmachtet und durch die Linie der Karolinger, der vorherigen Hausmeier der Könige, gestürzt. Der mächtigste Karolingerkönig war Karl der Große, der zu seiner Herrschaftszeit auch große Gebiete im Osten und Norden erobern und u.a. die Sachsen und Friesen unterwerfen konnte. Somit geriet auch ein großer Teil des heutigen Deutschlands unter fränkische Herrschaft. Da Karl auch in Italien immer wieder helfend eingriff und den Kirchenstaat gegen die Langobarden verteidigte, krönte der Papst ihn im Jahre 800 zum Kaiser - in Anlehnung an die alten Traditionen aus der Antike.

Trotzdem war Karl natürlich kein Nachfahre der Cäsaren und noch nicht einmal Römer, er war Franke und damit der erste "Germane", der die Krone eines westeuropäischen Großreichs trug, dass Karl ganz bewusst in die Tradition des schon lange vor ihm untergegangenen römischen Imperiums stellte.

Da bei den Franken die Tradition vorherrschte, dass ein König sein Reich immer unter seinen Söhnen aufteilte, entstanden im Laufe der Jahrhunderte zwei Reichsteile: das West- und das Ostfrankenreich. Das Heilige Römische Reich entstand allerdings erst im 10. Jahrhundert, also erst gut 150 Jahre später.

Zu dieser Zeit herrschte eine kaum weniger kriegerische und bedrohliche Lage in Mitteleuropa als zur Zeit, in der Rom untergegangen war: die germanischen Stämme waren wieder bedroht von einer äußeren Macht, nämlich den Magyaren (Ungarn), wie die Hunnen ein gefürchteten, als unbesiegbar geltendes Reitervolk. Immer wieder fielen sie plündernd und raubend in das Gebiet des heutigen Deutschlands ein und sorgten für Chaos und Zerstörung.

Zu dieser Zeit herrschte Otto I. als König über das Ostfrankenreich. Otto entstammte keinem fränkischen, sondern einem sächsischen Adelsgeschlecht und er schaffte es, alle mächtigen germanischen Stämme hinter sich gegen die Ungarn zu vereinen. Im Jahre 955 besiegten die Sachsen gemeinsam mit den Bayern, den Schwaben und anderen "deutschen" Stämmen die Magyaren auf dem Lechfeld - es war das erste Mal, dass die meisten Deutschen vereint gegen einen gemeinsamen Feind zu Felde zogen.

Otto wandte sich wie sein Vorgänger Karl schließlich auch nach Italien, wo zu jener Zeit extreme Unruhen herrschten. Otto konnte diese Konflikte beseitigen und unterstützte dabei ebenfalls den Papst, der ihn schließlich im Jahre 962 zum Kaiser krönte.

Erst ab dieser Zeit kann man von einem Heiligen Römischen Reich sprechen, das sich - wie zuvor das Reich von Karl - zwar ebenfalls in der Tradition und als Nachfolger des Imperium Romanum betrachtete. Doch liegen zwischen dem Untergang des "eigentlichen" Roms und Ottos Kaiserkrönung fast 500 Jahre, und es gab in dieser langen Zeit eine Menge Machtverschiebungen und Zwischenmächte.

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Ein frohes neues Jahr auch dir!

Das kommt ein bisschen darauf an, welcher Zählweise du folgst. In der offiziellen chronologischen Zählweise befinden wir uns heute noch immer im 202. Jahrzehnt nach Christus. Das 203. Jahrzehnt wird am 01. Januar 2021 beginnen, also in genau 366 Tagen.

Grund dafür ist, dass es in der Chronologie der christlichen Zeitrechnung kein Jahr Null gibt: Das erste Jahrhundert vor Christus endete am 31. Dezember 1 vor Christus, es folgte der 01. Januar 1 nach Christus. Erst am 31. Dezember 100 war damit ein Jahrhundert voll, somit begann das zweite Jahrhundert erst am 01. Januar 101. Das setzte sich dann natürlich durch die Jahrhunderte fort - und auch das 21. Jahrhundert begann erst am 01. Januar 2001. Mit den Jahrzehnten verhält es sich ganz genauso, wenn man sie chronologisch zählt.

Trotzdem kann man sagen, dass wir ab heute schon in den 20ger Jahren des 21. Jahrhunderts leben, da man im allgemeinen Sprachgebrauch die vollen Jahrzehnte, angefangen mit der vollen Zehner-Zahl ebenfalls als Jahrzehnt zählen und benennen kann. So wird auch von den meisten Zeitungen und Lexika verfahren, da diese Zählweise auch unabhängig von der Chronologie funktioniert und den Leuten weit geläufiger ist.

Richtig ist also: wir befinden uns jetzt zwar gerade immer noch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, aber man kann durchaus sagen, dass wir jetzt schon in dessen zwanziger Jahren leben.

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Das Originalkonzept von der Fernsehserie Westworld basiert auf einem gleichnamigen Film von Michael Crichton aus dem Jahr 1973, der auch das Drehbuch dazu schrieb. Auf genau dem gleichen Konzept und Motiv: "Dekadente, respektlose und geldgierige Menschen bauen Vergnügungspark, indem die Exponate dann auf die Besucher losgehen" basiert auch die Wohl bekannteste Geschichte von Crichton. In Jurassic Park aus dem Jahr 1990 laufen dann allerdings keine Roboter, sondern Dinosaurier Amok. Tatsächlich sollte also der gleichnamige Film von Steven Spielberg am ehesten an "Westworld" herankommen.

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Nein, beides falsch. Dinosaurier waren keine Echsen, und Vögel haben sich auch nicht aus Echsen entwickelt. Auch wenn "Dinosaurier" übersetzt auf deutsch "schreckliche Echse" bedeutet, so sagt das nichts über die Verwandtschaftsverhältnisse aus.

Der Begriff "Echse" wird nämlich sehr oft fälschlicherweise als gleichbedeutend mit dem Begriff "Reptil" verwendet. Zwar sind alle Echsen Reptilien, aber nicht jedes Reptil ist eine Echse: Auch Schildkröten, Schlangen, Brückenechsen und Krokodile gehören zu den Reptilien und auch die Dinosaurier, aus denen sich die Vögel entwickelt haben. Nur sind die Echsen gar nicht so eng mit den Dinos und Vögeln verwandt: Sie gehören einem ganz anderen Stamm an, nämlich den Lepidosauriern, während die Dinosaurier zusammen mit den Krokodilen und Vögeln zu den Archosauriern gehören.

Und gerade hier liegt ein wichtiger Knackpunkt: Das Wort "Reptil" ist aus diesem Grund eigentlich falsch, weil es zwar die Dinosaurier traditionell mit einschließt, ihre direkten Nachfahren, die Vögel allerdings nicht. Dabei hatten die Dinosaurier mit den Vögeln weit mehr gemeinsam als mit allen anderen Reptilien: Sie besaßen eine vollständig geschlossene Herzscheidewand und damit einen gleichwarm bleibenden Körper (der Temperatur der "klassischen" Reptilien ist hingegen von der Außentemperatur abhängig), ihre Beine standen senkrecht unter dem Körper und ihre Haut war - zumindest bei den kleineren Arten und denen, die in gemäßigtem Klima vorkamen - von Federn bedeckt.

Aus diesem Grund wird das Wort "Reptil" in Fachkreisen nur noch selten benutzt, besser - weil korrekter - ist der Begriff "Sauropsid". Dieser neue Begriff schließt nun auch die Vögel mit ein, er ist damit monophyletisch.

Hier findest du eine vereinfachte Übersicht über die Stammlinien der Sauropsiden:

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Die Bücher sind in mehreren Auflagen im Knaur Verlag erschienen. Du kannst sie über die ISBN-Nummer in jedem Buchladen bestellen. Auch über Amazon sind die Bücher online zu erhalten, ich würde dir aber empfehlen, sie im Buchladen zu kaufen, da die kleineren Händler wegen der riesigen Konkurrenz auf Unterstützung ihrer Kunden angewiesen sind.

Die Bücher von Michael Crichton sind toll, ich habe sie schon als Kind gelesen und war begeistert. Sie sind einer der Gründe für meine Faszination für Dinosaurier und damit auch wesentlich für die Schaffung meines eigenen Romans. Wenn dich Dinosaurier interessieren und du gerne liest, möchte ich dir auch gerne mein eigenes Buch "Die weißen Steine" empfehlen. Hast du daran Interesse, schick mir bitte eine Freundschaftsanfrage.

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Das ist schwer zu sagen. Wenn wir uns an den Fakten orientieren, kommen wir aber zu folgenden Ergebnissen:

Meteroiteneinschläge haben die Geschichte der Erde schon immer begleitet. Die Erde wird sogar tagtäglich von Asteroiden getroffen, die allerdings meist so klein sind, dass sie in der Atmosphäre verglühen und gar nicht bis zum Erdboden vordringen - wir nennen diese Erscheinungen dann schlicht Sternschnuppen oder Meteore. Erst wenn tatsächlich Material auf die Erde stürzt, nennen wir das Ding einen Meteoriten. Auch das passiert sehr häufig - doch die meisten Einschläge bleiben vollkommen unbemerkt, weil sie auf unbewohntem Gebiet niedergehen.

Es kommt jedoch gelegentlich vor, dass ein Meteoriteneinschlag mit schrecklichen Folgen auch Menschen in Gefahr bringt: so geschehen erst im Februar 2013, als in sechs Städten im Uralgebirge in Russland mehr als 3.000 Häuser beschädigt und durch zerberstendes Glas mehr als 1.000 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, darunter auch viele Kinder.

https://www.google.com/amp/s/m.haz.de/amp/news/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Meteoriteneinschlag-Die-schockierenden-Aufnahmen-der-Augenzeugen

Solche Szenarien sind allerdings harmlos im Vergleich mit dem Einschlag vor 66 Millionen Jahren. Der Meteorit in Russland zerbarst noch kurz vor seinem Aufprall in mehrere Stücke, das größte davon war noch groß genug, einen etwa sechs Meter breiten Krater zu hinterlassen. Solche Meteorien sind kaum größer als eine Pampelmuse, wenn sie auf den Boden treffen, und damit sind sie sogar zu klein, um von irgendeinem Teleskop rechtzeitig entdeckt zu werden. Die NASA würde so einen Zwerg noch nicht mal als "potenziell gefährlich" einstufen, trotz der großen Schäden, die er in Russland verursachte!

Als "global gefährlich" führt die NASA nur Asteroiden auf, die eine Größe von mindestens 500m haben. Ein Impaktor mit so einer Größe würde tatsächlich viele Menschen auf der Erde unmittelbar bedrohen und eine Reihe katastrophaler Ereignisse bei seinem Einschlag hervorrufen. Zu erwarten wären dann großflächige Zerstörungen unmittelbar in der Einschlagsgegend, die alles Leben im Umkreis von mehreren Kilometern auslöschen würden, sowie eine enorme Druckwelle, Erdbeben und Tsunamis und einen Impaktwinter würden die Region und wahrscheinlich sogar mit global spürbaren Auswirkungen die ganze Erde heimsuchen.

Neben der Größe ist natürlich auch die Zusammensetzung des Meteoriten und auch seine Geschwindigkeit ausschlaggebend, welche Schäden er auf der Erde verursacht. Ein schneller Eisenmeteorit mit einer Geschwindigkeit von 40km/Sekunde und der Größe von 500m würde, wenn er auf bewohntes Gebiet trifft, eine Stadt komplett ausradieren und alles Leben im Umkreis von mehr als 20km komplett vernichten. Der Impakt würde auf einen Schlag die Energie von 1.700.000 Atombomben freisetzen - mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Schon allein wegen der Druckwelle müssten im nationalen Maßstab alle Menschen aus der Region evakuiert werden - sofern man den Asteroiden rechtzeitig entdeckt.

Der Krater, den der Meteorit am Ende der Kreidezeit hinterließ, ist jedoch ganze 180 Kilometer breit! Man schätzt die Große dieses Impaktors, der unweit des heutigen mexikanischen Städtchens Chicxulub einschlug, auf etwa 10 bis 15km, was etwa der Größe des Mount Everests entspricht. Die Folgen eines solchen Impakts waren um einiges Verheerender und hatten den Zusammenbruch aller globalen Ökosysteme zur Folge, wodurch ein Massenaussterben ausgelöst wurde, dass zwischen 50 und 70% aller Arten auf der Welt für immer auslöschte.

Zwar gibt es solche oder sogar noch weit größere Brocken tatsächlich auch heute noch, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags doch sehr, sehr gering. Doch wenn ein großer Meteorit die Erde tatsächlich bedrohen würde, so haben wir bislang absolut keine Maßnahmen zur Hand, um diese Bedrohung auch nur ansatzweise abzuwenden. Den Meteoriten zu sprengen, wie es Filme wie Armageddon oder Deep Impact cineastisch vorschlagen, wären einerseits mit der modernen Technik nicht zu realisieren, außerdem wurde ein gesprengrer Meteorit das Risiko sogar noch erhöhen: viele kleine Einzelteile könnten (und würden!) dann trotzdem noch die Erde treffen, mit noch verheerenderen Folgen.

Überhaupt nichts bringen würde es, auf den Meteoriten mit Atomwaffen zu schießen. Das wäre bestenfalls nur ein Verzweiflungsakt und nicht wirkungsvoller, als mit einer Gummipfeilpistole auf einen entegenkommenden Sattelschlepper zu schießen. So ein Meteorit hat eine weit gewaltiger Energie, der man auch mit dem gesamten Nukleararsenal der Welt nicht entgegenwirken könnte. Man würde auch hier die Lage nur verschlimmern: der Impaktor würde dann sogar noch gefährliche radioaktive Strahlung mit auf die Erde bringen, und verstrahltes Gestein würde nach seinem Auswurf und bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überall auf der Welt niedergehen.

Die Weltraumforschungsbehörden forschen jedoch intensiv an möglichen Früherkennungssystemen und Möglichkeiten, den Meteoriten durch verschiedene Maßnahmen rechtzeitig umzulenken, sodass er an der Erde vorbeifliegt. Allerdings braucht es zur Realisierbarkeit dieser Methoden wohl noch ein Weilchen - und selbst wenn wir sie doch eines Tages haben, sind wir keineswegs "sicher": selbst mit den modernsten Teleskopen entdecken wir Asteroiden häufig erst relativ spät - oft nur Wochen oder gar Tage, vor ihrem potenziellen Einschlag und damit zu spät, sie mit allen etwaigen Maßnahmen noch rechtzeitig umzulenken.

https://www.br.de/themen/wissen/asteroiden-einschlag-abwehr-dlr-100.html

Wir haben jedoch einige Vorteile, die die Dinosaurier damals nicht hatten: erstens gibt es überall auf der Welt Notfalllager mit Saatgut und Konserven, um bei einer kriegerischen Zerstörung einen schnellen Wiederaufbau zu gewährleisten. Diese Ressourcen könnte man Nutzen, um nach dem Impaktwinter wieder relativ rasch eine Wirtschaft aufzubauen. Außerdem gibt es heute eine Welt mit verschiedenen Klimazonen, anders als in der späten Kreidezeit also eine Menge mehr Tiere und Pflanzen, die sich großen Umweltveränderungen besser anpassen können als damals, als die Erde noch fast überall tropisch grün war. Die biologische Uhr würde in der heutigen Zeit also wesentlich schneller wieder neu zu ticken beginnen.

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Das mit den Säulen ist nur ein Bildmodell, dass sich auch mal unterscheiden kann. Manche nennen dann nur vier, andere fünf, wieder andere sechs oder mehr sogenannte Säulen, auf die der Absolutismus aufgebaut ist.

Ich würde deshalb eher von Merkmalen des Absolutismus sprechen: das stehende Heer, die Justiz und Polizei, eine Verwaltung mit dem König an der Spitze, die Bindung des Adels an den Hof, die Staatskirche (Klerus) sowie der Merkantilismus, eine Wirtschaftspolitik, die streng auf das Wohl der Finanzen ausgerichtet ist. Alle diese Merkmale führen in einer Linie immer direkt zum König an der Spitze, der ohne irgendeine Einschränkung und losgelöst (daher das Wort "absolut": das kommt aus dem lateinischen absolvere = loslösen) von allen Gesetzen herrschen kann, ohne ihnen selbst unterworfen zu sein. Der einzige, dem der absolute Herrscher noch Rechenschaft schuldig ist, ist Gott - und so wird das Gottesgnadentum auch hin und wieder mit als "Säule" aufgeführt.

Am besten, du schaust in deinen Schulunterlagen nach, wie sich dein Lehrer das mit den Säulen genau vorstellt, damit du für die Arbeit nichts falsches lernst.

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Ja

Das Tier auf dem Foto ist zwar ein Rabe, aber ich würde trotzdem eher auf eine Krähe oder Dohle tippen, die da mit der Chipstüte im Gange war, weil diese Vögel eher in Städten anzutreffen sind als ihre größeren Cousins. Geschmeckt hätte es ihnen aber egal ob Rabe, Krähe oder Dohle auf jeden Fall. Fett, Salz und Stärke und dazu noch der herzhafte Geschmack von Chips, da sind omnivore Vögel genauso für zu begeistern wie wir Menschen.

Allerdings sind Chips für diese Tiere auch genauso ungesund wie für uns. Besonders Stadtvögeln tut man keinen Gefallen, wenn man sie mit solchem Junkfood füttert, weil sie ohnehin sehr leicht an sowas herankommen. Zu viel Stärke - und Chips enthalten reichlich davon - kann im Vogelmagen auch nicht besonders gut verdaut werden, sie kann sogar zu gären beginnen und dann schlimme Bauchschmerzen verursachen, die mit den scharfen Gewürzen in den Chips auch nicht gerade besser werden. Das Salz trocknet die Tiere aus und sie bekommen einen fiesen Durst davon - alles also nicht gerade gut für einen Stadtvogel.

Als Kulturfolger ernähren sich Stadtkrähen von allem, was der Mensch übrig lässt, und obwohl man sie zwar als "Mullwühler" kennt und vielleicht den Eindruck bekommen könnte, dass sie oft Dreck verursachen, so räumen sie die Straßen eigentlich von allem möglichen Dreck auf: Abfall, Fallobst und insbesondere Tierkadaver werden von den Krähen entsorgt, womit man sie als nützliche Gesundheitspolizisten betrachten sollte.

Einen richtigen Gefallen hast du den Vögeln auch nicht getan. Wenn sich eine Krähe etwas in den Kopf setzt, dann schafft sie das meistens auch - und zwar ganz ohne menschliche Hilfe. Krähen gehören zu den intelligentesten und kreativsten Geschöpfen auf unserem Planeten, und irgendwie hätten die Vögel die Chipstüte auch ohne dich aufgekommen. Außerdem hast du ihnen nur Zeit dabei gespart, an ungesundes Futter heranzukommen, von dem sie fett und krank werden können.

Am besten mischt man sich in die "Arbeit" von Stadtvögeln gar nicht ein. Besonders Krähen sind vielerorts inzwischen so zahlreich, dass sie sogar zur Plage werden können. Lass die Krähen also das nächste Mal bitte in Ruhe. Einfach hinsetzen und beobachten, wie diese Tiere sich etwas einfallen lassen, ist außerdem viel spannender!

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Deine Frage enthält einige falsche Grundannahmen. Am Ende der Kreidezeit starben nicht alle Dinosaurier (Vögel) mit Zähnen aus, und es haben auch nicht alle mit einem Schnabel überlebt.

Tatsächlich hat sich die Eigenschaft, im Phänotyp keine Zähne mehr auszubilden, bei vielen untereinander nicht besonders eng verwandten Vogelarten unabhängig in konvergenter Evolution entwickelt, und in der Kreidezeit gab es sowohl viele bezahnte als auch viele zahnlose Vögel. Auch einige Nichtvogel-Dinosaurier besaßen nur einen zahnlosen Hornschnabel, wie etwa die Ornithomimosaurier und einige Oviraptorosaurier. Es ist also nicht etwa ein gemeinsames, homologes Merkmal der heutigen Vögel, keine Zähne mehr zu haben.

Und es ist auch kein Merkmal, dass ihnen nach dem Meteoriteneinschlag irgendeinen Vorteil verschaffte: dass es heute nur noch Vögel ohne Zähne gibt, geht nämlich nicht auf das spätkretazische Massenaussterben zurück und hat damit auch nichts zu tun. Die Vögel sind damals generell ziemlich stark dezimiert worden, zwischen 85 und 95% ihrer Arten starben damals aus. Damals überlebten sowohl bezahnte als auch zahnlose Arten, und einige zuvor zahnlose Familien wie die riesenhaften Pelagornithidae (auch als Pseudo-Zahnvögel bekannt) bildeten sogar später wieder knöcherne Zahnstrukturen aus, obwohl ihre Vorfahren zuvor ihre eigentlichen Zähne bereits längst verloren hatten.

Dass Tiere ein Körpermerkmal aufgeben, hängt eigentlich immer nur mit dem Umstand zusammen, dass es einerseits für sie keinen Vorteil mehr bedeutet, und dass es andererseits einen - wenn auch nur geringen! - Vorteil bedeuten könnte, es nicht mehr zu haben. Bei den Zähnen der Vögel lässt sich das so erklären, dass der Hornschnabel selbst einerseits aus dem leichteren Material Keratin besteht, Zähne jedoch aus Hydroxylapatit, einem Mineral, dessen Hauptbestandteile Calcium und Phosphat sind. Bei einem flugfähigen Tier ist aber jedes Material, dass auch nur wenige Gramm an Gewicht spart, immer ein Selektionsvorteil, und wenn der Schnabel alle Funktionen auch ohne Zähne erfüllen kann, wird sich eine Mutation, bei der die Zahnentwicklung gehemmt wird, letztendlich immer bei den Nachfahren durchsetzen.

Zähne sind außerdem für den Körper auch viel schwieriger "herzustellen" als ein einfacher Keratinschnabel. Keratin wächst außerdem schneller nach und ist weniger anfällig für Krankheitserreger und Parasiten. Viele fleischfresende Dinosaurier litten dadurch, dass in ihren Zähnen immer ein hervorragender Nährboden für Bakterien vorherrschte, an üblen Infektionen, die bei manchen fossil belegten Individuen sogar so schwere Läsionen verursachten, dass diese irgendwann gar nichts mehr fressen konnten und jämmerlich gestorben sind. Die berühmte T.rex-Dame "Sue" und ihr Kollege Tristan Otto, der gerade in Berlin ausgestellt wird, sind nur zwei prominente Beispiele, die durch genau sowas ums Leben gekommen sind. Die Zähne aufzugeben brachte also auch gesundheitliche Vorteile mit sich.

Im Grunde hat sich der Schnabel im Laufe der Evolution also als effizienter erwiesen als der Zahn - und deshalb haben Vögel heute keine Zähne mehr.

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Keine fossilen Hinweise jedenfalls. Welche Töne Dinosaurier gemacht haben, ist noch immer ein Geheimnis.

Aufgrund der engen Verwandtschaft zu den Vögeln und den zahlreichen Indizien für einige soziale Herdenstrukturen bei vielen Dinosauriern wird jedoch von den meisten Wissenschaftlern nicht bestritten, dass Dinosaurier sich mit Geräuschen verständigen konnten. Wahrscheinlich verfügten zumindest die Theropoden über eine Art Syrinx, also einen Stimmkopf wie heutige Vögel. Bei den Sauropoden könnte der Länge Hals als Resonanzkörper gedient haben, um Töne im Infraschabereich zu erzeugen, die allerdings für die meisten Tiere nicht hörbar gewesen sein dürften.

Ein Kehlkopf (Larynx) mit Stimmbändern wie ein Säugetier ist aber aufgrund der zu weit entfernten Verwandtschaft zu den Synapsiden aber sehr unwahrscheinlich.

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Die Theropoden sind eine sehr vielseitige Gruppe fleischfressenden Dinosaurier, die mit einem sehr breiten Spektrum an Beweglichkeit und Geschwindigkeit aufgewartet haben. Außerdem hat sich bei vielen Theropoden sehr wahrscheinlich das äußere Erscheinungsbild und der Körperbau im Laufe ihres Lebens stark gewandelt, besonders bei den größeres Gattungen kann man deshalb auch auf sehr unterschiedliche Rollen in ihren Sozialverbänden schließen, was auch nicht zuletzt ihrer unterschiedlichen Beweglichkeit geschuldet war.

Wie schnell ein Theropode war, hing von mehreren spezifischen Körpermerkmale ab. Waren zum Beispiel die Oberschenkelknochen sehr lang und der Oberschenkel sehr muskulös, war das Tier wahrscheinlich sehr schnell im Antritt, könnte viel Kraft bei kurzen Sprints aufwenden und sich urplötzlich nach vorn katapultieren, hatte aber bei längeren Verfolgungsjagden keine großen Chancen, also etwa so wie ein Huhn. Ein Tier mit langen Unterschenkeln und kurzen, aber muskulösen Oberschenkeln machte dagegen lange Schritte und konnte ausdauernd auch mit hohem Tempo laufen, wie etwa ein Strauß.

Diese beiden Extreme findet man auch bei ausgestorbenen Theropoden. Ein gutes Beispiel sind die in den Medien gern als sehr schnell dargestellten Dromaeosaurier (Raptoren) und der als behäbig und langsam geltende Tyrannosaurus rex. Wenn man sich die Anatomie der beiden genauer ansieht, müsste man allerdings eigentlich zu völlig unterschiedlichen Bildern kommen:

Dromaeosaurier waren zwar schnell, aber nur auf kurzen Strecken. Ihre Oberschenkel waren kräftig, aber ihre Waden nicht besonders lang. So waren sie nicht zu großen Schrittlängen imstande, und konnten folglich auch nicht so schnell wie Strauße laufen. Für Velociraptor rechnen Wissenschaftler mit knapp 40km/h, die er aber nicht auf langen Strecken halten konnte - was viel langsamer ist, als die z.B. in Jurassic Park bezifferten Geparden-Geschwindigkeiten von 80, 90km/h.

Ein Tyrannosaurus war mir errechneten 35km/h zwar noch etwas langsamer, allerdings gilt das nur für die ausgewachsenen Exemplare. Jungtiere waren völlig anders, viel schlanker und windschnittiger gebaut, und sie hatten ein für schnelles Laufen sehr günstiges Verhältnis von kurzen Ober- zu längeren Unterschenkeln. Ein junger, unter zwölf Jahren älter Tyrannosaurus könnte Geschwindigkeiten von deutlich über 50km/h erreicht haben, was für ein bipedes Tier schon ziemlich schnell ist.

Die schnellsten Theropoden waren aber ohne Zweifel die Ornithomimiden, die berühmten "Straußendinosaurier". Grazile Arten wie Ornithomimus und der größere Gallimimus dürften sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht haben, wahrscheinlich sogar etwas flinker gewesen sein als ein heutiger Strauß. Hier sprechen wir von mehr als 65, eher sogar 75 85km/h, und das ist schon auf dem Niveau heutiger Rennpferde.

Ein Rennpferd kann jedoch wie jedes Säugetier nur beim Einatmen sein Blut mit Sauerstoff anreichern. Dinosaurier besaßen jedoch Luftsäcke und ein System pneumatischer Hohlräume, die wie ein Blasebalg vor ihren Lungen lagen und auch beim Ausatmen Sauerstoff ins Blut pumpten. Dies verhalf den Dinosauriern zu einer erheblich größeren Ausdauer als jedem heutigen Säugetier: auch ein ausgewachsener Tyrannosaurus hätte einen trainierten Läufer, der ihm anfangs noch davongelaufen hätte, schon nach kurzer Zeit wieder eingeholt.

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Die Frage stellst du falsch. Es kommt nicht darauf an, was sich durchsetzen KANN oder was nicht, sondern schlicht darauf, welche Merkmale am effizientesten sind.

Der Hornschnabel hat sich gegenüber den Zähnen durchgesetzt, weil er sehr viel einfacher und energieeffizienter gebildet werden kann. Keratin ist ein schnell wachsendes Material und weit weniger Verletzungsanfällig als ein Knochen oder Zahn. Es baut sich außerdem in der Wachstumsphase viel schneller auf. Und was für Vögel besonders wichtig ist: Es ist leichter! Bei der Anpassung an den aktiven Flug ist alles, was Gewicht spart, und auch wenn es nur wenige Gramm sind, ein Selektionsvorteil.

Zappelnde Fische können außerdem nicht nur durch Zähne festgehalten werden, sondern auch durch speziell gebogene Schnäbel. Möwen oder Sturmvögel sind genauso gut imstande, zappelnde Fische zu packen oder sie zu verschlingen wie Krokodile und die ausgestorbenen Pterosaurier und Plesiosaurier mit ihren spitzen Zähnen, sie haben trotz der glatten Oberfläche des Schnabels also absolut keinen Nachteil.

In der Erdgeschichte gab es außerdem viele Vögel, die Zähne oder zumindest eine zahnähnliche Struktur im Schnabel behalten haben, wie die Ichthyornithiden, die Hesperornithiden oder die Pelagornithiden, die damit wahrscheinlich auch gut Fische packen konnten. Sie sind aber im Laufe der Jahrmillionen alle ausgestorben.

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Es ist eine extrem schwierige und heikle Lage, in der du da geraten bist. Du stehst jetzt total zwischen den Stühlen und dann auch noch inmitten eines eigenen moralischen Konflikts. Ich sehe da im Grunde drei Optionen:

Erstens: Du schweigst. Du sagst dir, dass es allein die Angelegenheit von Michael und Julia und dieser dritten Frau ist und dich die Sache überhaupt nichts angeht. Du hältst also einfach die Klappe, sagst zu niemandem ein Wort (auch zu deinem Freund nicht!) und lässt die Dinge einfach weiterlaufen. Sehr wahrscheinlich fliegt Michael irgendwann von selbst auf.

Zweitens: Du sagst es Julia. Was Michael ihr antut ist wirklich das allerletzte, und kein Mensch verdient es, so behandelt zu werden. Allerdings solltest du das auf keinen Fall ohne einen Beweise tun: In vielen Fällen lassen sich liebende Partner nicht so einfach davon überzeugen, dass ihre Beziehung nur eine Farce ist. Du könntest also sehr schnell als die Blöde dastehen, als Lügnerin und Verräterin. Und dadurch eine Menge Freunde verlieren - ganz bestimmt aber verlierst du entweder Julia oder Michael, möglicherweise beide. Deshalb: überlege dir gut, was und wie du es ihr sagst.

Drittens: du wendest dich an Michael. Du sagst ihm, was du weißt. Du beschafft dir erst einmal mehr Hintergrundinformationen. Möglicherweise führen er und Julia auch eine offene Beziehung und sie hat nichts dagegen, dass er sich mit anderen Frauen vergnügt. Sollte es aber so sein, dass Michael dir ausweicht, sich windet und du Widersprüche und offene Lügen erkennst, setze ihm die Pistole auf die Brust: entweder er gesteht sein schäbiges Verhalten noch am selben Tag seiner Freundin, oder du verrätst ihn.

Alle drei Optionen sind natürlich heikel ohne Ende. Aber dein Gewissen wird dir sagen, was der richtige Weg ist. Höre auf dein Herz.

Ich wünsche dir und vor allem der armen Julia alles Gute.

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Ein Dinosaurier mit dem etwa doppelten Gewicht eines Menschen wäre sehr wahrscheinlich ein ganz gutes Reittier. Auch auf sehr großen Straußenhähnen kann man schließlich reiten, also sollten große Ornithomimosaurier, Oviraptorosaurier und Deinonychosaurier mit einem Gewicht von mehr als 150 Kilogramm ebenfalls einen Menschen tragen können.

Allerdings wäre wohl kein Flugtier das jemals lebte wohl imstande gewesen, mit einem Menschen auf dem Rücken davonfliegen. Ein Pteranodon wog schließlich selbst nur rund 17 bis 20 Kilo, und selbst der sehr viel massigere Argentavis brachte es nur auf etwa 70 Kilo. Mit dem doppelten Gewicht auf dem Buckel hätten sie nicht mehr fliegen können.

Die einzigen Tiere, die ich mir als Flug-Reittier vorstellen könnte, sind große Azdharchiden-Pterosaurier wie Quetzalcoatlus oder Hatzegopteryx. Diese wogen bis zu 250 Kilogramm und besaßen eine enorme Kraft in ihren Schwingen. Ein leichter Mensch von weniger als 50kg Körpergewicht, also ein Kind oder eine schlanke Frau, könnte vielleicht auf ihnen reiten. Ein erwachsener Mann mit mehr als 75kg Gewicht wäre auch ihnen aber schätzungsweise schon viel zu schwer.

Ein Tyrannosaurus rex hätte einen Menschen natürlich problemlos tragen können. Ob man ihn aber auch zähmen und entsprechend abrichten könnte, sodass er das Reiten zulässt, ist eine ganz andere Frage - die dir aber niemand beantworten kann. Da Tyrannosaurus aber für einen Dinosaurier verhältnismäßig intelligent war, kann ich es mir zumindest vorstellen.

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Alle Dinosaurier, die starke Arme und Krallen besaßen, um sich am Baumstamm festzuhalten. Ich würde da vor allem die Deinonychosaurier dazuzählen, also alle Dromaeosaurier (Raptoren), Troodontiden und natürlich die Vögel und ihre Vorfahren.

Sehr wahrscheinlich konnten aber auch einige Oviraptorosaurier, Ornithomimosaurier und kleinere Coelurosaurier klettern, und vermutlich auch einige kleinere Ornithopoden und frühe Marginocephalier.

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Die Arme des Tyrannosaurus waren zwar klein, aber ungeheuer stark. Allein der Bizeps könnte zwischen 200 und 300kg heben, im Zusammenspiel mit anderen Muskeln sogar noch mehr.

Wahrscheinlich halfen die Arme dabei, wenn Tyrannosaurus aus der Liegeposition wieder aufstehen wollte. Nach einem Nickerchen machte er wohl zunächst einen Liegestütz, um sich dann mit Schwung wieder aufzurichten. Ohne seine Arme wäre ihm das wegen seiner starken Kopflastigkeit schwer gefallen, vielleicht sogar unmöglich geworden.

Eventuell spielten die Arme auch bei der Kopulation eine Rolle. Das Männchen konnte sich damit beim Weibchen festgehalten haben. Vielleicht dienten sie außerdem noch dazu, kleinere Beutetiere festzuhalten oder halfen dabei, sie beim Fressen auf den Boden zu drücken, um sie dann auseinanderzureißen.

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