Hasst ihr es auch so, wenn jemand nicht auf euch hört und dann alles schief geht? Was hilft gegen solchen Frust?

Eine Frage zum Thema Geduld und Frusttoleranz. Jeder kennt solche Situationen: Irgendjemand fragt euch um Rat, ihr gebt ihm eine gute und richtige Antwort, doch der Rat wird ignoriert, es wird sehenden Auges ins Unglück gelaufen und dann gerät alles durcheinander.

Zum Beispiel, wenn man jemanden im Betrieb anlernen soll, und ihm tausendmal sagen muss, wie es richtig geht, aber ihn dann trotzdem immer wieder dabei erwischt, wie er etwas falsch macht, und dadurch irgendwann Fehler oder Unfälle entstehen, bei denen massive Zeitausfälle entstehen, Waren beschädigt oder sogar Menschen verletzt werden.

Oder zum Beispiel, wie wenn ein Freund einen in einer Beziehungskrise um Rat fragt, man daraufhin den guten Ratschlag gebt, dieses oder jenes einfach zu unterlassen, dies und das zu tun, aber darauf nicht gehört wird, es dann alles noch schlimmer wird, es richtig kracht oder sogar zur Trennung kommt und der Freund dann wieder bei einem ankommt und fragt, was er bitte tun soll.

Oder, wenn man unterwegs ist und als Beifahrer die Karte liest, oder sogar, wenn man sich in der Gegend wirklich gut auskennt, aber der Fahrer meint, er oder sein Navi wüssten es natürlich besser und man dann in einem dicken Stau landet, einen riesigen Umweg fahren muss oder man sich komplett verfährt.

Noch ein Beispiel: man hat einen Nachhilfeschüler, dem man z.B. in Mathe einen leichteren Lösungsweg erklärt - natürlich auch den, den er in der Schule anwenden muss. Irgendwann schnallt er es dann endlich, rechnet alle Übungsaufgaben damit richtig, das sogar über einen längeren Zeirraum - dann kommt die Klassenarbeit, und die verhaut er, weil er wieder den alten, umständlicheren Weg gewählt und dadurch alle Zeit vertrödelt hat.

Ich möchte von euch wissen, wie weit in solchen Beispielen eure Geduld reicht. Und kennt ihr weitere Beispiele, wo eure Kassandrarufe ignoriert wurden? Wie seid ihr dann mit euren beratungsresistenten Freunden umgegangen, wie mit uneinsichtigen Kollegen oder Fremden, die euch ignorieren? Und wie reagiert ihr, wenn dadurch sehr unangenehme Situationen entstehen? Seid ihr da gechillt? Rastet ihr schnell aus? Und wie viele Chancen gebt ihr solchen Leuten, die euch und euren Rat scheinbar nicht für voll nehmen?

Aber mein wichtigstes Anliegen: Wie geht ihr mit dem Frust um? Wie reagiert man in solchen Situationen gelassen? Wie verhindert man, dass man irgendwann ausrastet?

Ich habe allein in der letzten Woche mehrere solcher Beispiele erlebt, bin gerade tierisch genervt deswegen und könnte die Welt zusammenbrüllen. Ich weiß aber, dass das natürlich kein Weg ist - wisst ihr einen Rat, wie man von so einem Frust runterkommen kann, den andere bei einem verursacht haben?

Ratgeber, Schule, Freundschaft, Psychologie, Frust, Frustration, Geduld, Gesellschaft, Liebe und Beziehung, Philosophie, Respekt, Toleranz
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Könnte die Demokratie das Ende für die Menschheit bedeuten?

Ich hoffe, die Frage wird nun nicht sofort nur wegen ihres Titels gelöscht. Deshalb möchte ich zuerst betonen: ich bin ein verfassungstreuer, von der Demokratie überzeugter Bürger dieses Landes und verabscheue jede Form von Totalitarismus! Mir kam gerade nur ein beunruhigender Gedanke:

In einer Demokratie hat das Volk die Entscheidungsgewalt. Jeder kann mitbestimmen und gemäß seiner eigenen Überzeugungen und Interessen Parteien wählen, von denen er sich vertreten fühlt. Das Volk entscheidet dabei allerdings in seiner Masse vor allem nach seinen Bedürfnissen und Wünschen: es strebt nach mehr Wohlstand, besseren Arbeitsbedingungen, mehr öffentlicher Sicherheit und so weiter. Außerdem hat aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes jeder Mensch die gleiche Stimme, unabhängig von seinem Bildungsstand - und so tragen auch Leute ohne jegliche Kompetenzen zu politischen Entscheidungen bei, und es ist besonders in Krisenzeiten sehr leicht, die Massen zu manipulieren und mit Hetze und Angst Politik zu machen.

Solange Parteien nur Bedürfnisse ihrer Wähler bedienen und die Wünsche des Volkes erfüllen, werden sie auch wiedergewählt und behalten ihre Macht, deshalb richten sie ihre Politik stets auf die Popularität bei den Wählern aus. Das funktioniert natürlich bestens, wenn die Wirtschaft wächst und ein Staat prosperiert. Was aber, wenn nicht nur ein einzelner Staat und ein einzelnes Volk, sondern der ganze Planet und alle Menschen vor einer globalen Katastrophe stehen?

Wenn das Volk angesichts einer desaströsen Lage auf der Erde die Politik macht, werden weiterhin Entscheidungen getroffen, um den Wähler zu umgarnen. Parteien sind also immer darauf bedacht, keine allzu harte Politik zu machen, um ihre Wähler nicht zu vergraulen. Außerdem ist der Weg, um zu Entscheidungen zu gelangen, in der Demokratie oft ein sehr langwieriger, da Gesetzesentwürfe eingebracht, debattiert und dann erst abgestimmt werden müssen - und bis ein Gesetz dann wirklich in Kraft tritt, kann es sogar Jahre dauern. Und dann kann es für Entscheidungen schnell viel zu spät sein, um bevorstehende Katastrophen rechtzeitig abzuwenden.

Ist angesichts der zahlreichen Katastrophen, vor denen uns die Experten jetzt schon warnen, nicht so eine Staatsform genau die falsche? Die Menschheit steht in der nahen Zukunft möglicherweise vor vielen Problemen, nicht nur wegen des Klimawandels. Wäre es da nicht eigentlich notwendig, dass ein einzelner Herrscher - oder noch besser: eine Gruppe von Experten- schnell und ohne die Zustimmung von Volk und Parlament alle notwendigen Entscheidungen treffen kann? Entscheidungen, die zwar zum Überleben unserer Spezies notwendig, aber sicher extrem unpopulär wären und denen das Volk niemals zustimmen würde?

Ich würde mir selbst niemals so eine Diktatur wünschen. Natürlich möchte auch ich meine Stimmberechtigung und mein Wahlrecht behalten. Ist das aber vielleicht zu egoistisch? Was meint ihr?

Schule, Geschichte, Krieg, Politik, Recht, Klimawandel, Wissenschaft, Demokratie., Katastrophe, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen
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Wie rassistisch ist Deutschland? Und wo fängt Rassismus an?

Anlass zu dieser Frage gab die gestrige Frage einer jungen Nutzerin, die kurz gesagt aufgrund sehr übler Mobbingerfahrungen, die sie an ihrer Schule mit vor allem männlichen Schülern mit Migrationshintergrund aus vornehmlich islamisch geprägten Ländern gemacht hat, die Frage "Zu viele Ausländer an Schule?" gestellt hat. Die Frage war nicht im Kontext einer Behauptung gemeint, dass es generell zu viele Ausländer in unserem Land bzw. an ihrer Schule gäbe, sondern sie fragte um Rat, da sie einen Schulwechsel anstrebt und vor dem Problem steht, dass in Berlin an sehr vielen Schulen und an jeder in ihrer unmittelbaren Nähe ein sehr hoher Ausländeranteil herrscht.

Auf diese Frage erntete sie einen regelrechten Shirstorm. Sie wurde als Rassistin bezeichnet, auf ihr Problem wurde überhaupt nicht eingegangen sondern nur auf den Umstand, dass sie eine Schule mit "weniger" Ausländern sucht.

Meine Frage: ist das für euch bereits Rassismus? Ich persönlich habe die FS als Opfer von Anti-Deutschem Rassismus gesehen, ihre Suche nach einer neuen Schule erschien mir angesichts dessen, was sie erlebte, nachvollziehbar, auch ihr Wunsch, an eine Schule zu wechseln, an welcher Deutsche die Mehrheit stellen. Natürlich ist es andererseits nicht in Ordnung, sich auf diese Weise Vorurteile zu bilden. Doch verdient ein junges Mädchen einen derartigen Shitstorm?

Ich möchte Außerdem gern eure Meinung zu Anti-Deutschem Rassismus hören. Seht ihr das wie ich auch als großes Problem unserer Gesellschaft? Hattet ihr selbst vielleicht schon damit zu tun, dass ihr als Deutsche diskriminiert wurdet? Wie beurteilt ihr die Situation an Schulen mit hohem Ausländeranteil?

Genauso richte ich die Frage auch an alle Nutzer mit Migrationshintergrund: wie oft erlebt ihr Rassismus und Diskriminierung in eurem Alltag? Sind Deutsche eurer Meinung nach häufig rassistisch? Würdet ihr auch das Mädchen als rassistisch bezeichnen?

Religion, Islam, Schule, Deutschland, Politik, Gewalt, Gesellschaft, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit
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Warum ist die Demokratie keine Ideologie?

In einer meiner ersten selbstgegebenen Unterrichtsstunde sollte ich meinen Schülern in Geschichte nahebringen, was eine Ideologie ist. Ich stellte mehrere ideologische Syteme vor, allesamt sehr negativ konnotiert: den Faschismus, den Stalinismus und ging auch auf fundamental-religiöse Ideologien ein. Meine Schüler arbeiteten klasse mit und schnell standen die Merkmale einer Ideologie fest: ein gesellschaftliches Idealbild, das als einzig richtig gilt, keine anderen Bilder zulässt und wo das eigene mit allen Mitteln verteidigt wird, auch mit Gewalt, wenn nötig. Somit schloss ich den Unterricht mit einem Zitat meines eigenen Geschichtslehters ab: "Ideologie ist notwendig falsches Bewusstsein zur Legitimation ungerechter Herrschaftsverhältnisse".

Alles schien auf ein wundervolles Unterrichtsende hinauszulaufen, bis von einem Schüler dann eine verrückte Frage kam und mir meine ganze Unterrichtsstunde total um die Ohren flog: "Ist die Demokratie nicht auch nur eine Ideologie? Auch bei uns gibt es große Ungerechtigkeit. Wir sehen die Demokratie als die beste Herrschaftsform an und kämpfen mit unseren Soldaten sogar in anderen Ländern, um sie dort durchzusetzen. Alles, was sie gesagt haben, könnte man auch über unseren eigenen Staat sagen."

Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte und das Klingeln erlöste mich als Lehrer von der Peinlichkeit. Ich gab noch schnell zu, dass es vielleicht auch gute Ideologien gibt, die weit weniger ungerecht sind als andere, aber so richtig zufrieden war weder der fragende Schüler und am allerwenigsten ich selbst.

Nun meine Frage: was hättet ihr geantwortet?

Deutsch, Religion, Schule, Geschichte, Deutschland, Politik, Recht, Glaube, Ideologie
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Ist Veganismus weltanschaulich als Extremismus einzustufen?

In der Diskussion mit Veganern stoße ich oft auf die gleichen Verhaltensweisen, wie sie auch von religiösen Extremisten, Fundamentalisten und Fanatikern kommen. Ein Weltbild wird verherlicht und als das einzig richtige eingestuft, zu dem es keine Alternativen geben darf. Menschen, die diesem Bild nicht entsprechen, werden als Feindbild gesehen und ihnen wird mit Unterstellungen und massiver, teils beleidigender Kritik begegnet. Ein Diskussion endet immer mit Vorwürfen, die sich bereits nach kurzer Zeit einstellen, auch wenn man sachlich argumentiert. Wissenschaftliche Tatsachen werden als Lügen und Fälschungen abgetan, während von iher Seite aus nur mit pseudowissenschaftlichen Argumenten um sich geworfen wird. Und ständig gibt es Missionsversuche, die bei Misserfolg ebenfalls mit Unmut und sogar Böswilligkeit fortgesetzt werden. Gleiches kennt man auch von Islamisten, Kreationisten und Flacherdlern.

Selbstverständlich soll dies nicht ein Angriff gegen Veganer sein, denn ich kann es auf jeden Fall akzeptieren, dass man aus Gewissensgründen den Konsum tierischer Produkte ablehnt. Dagegen ist gerade in der heutigen Zeit, in welcher wir die meisten dieser Produkte tatsächlich aus Massentierhaltungen erhalten, nichts einzuwenden. Persönlich sehe ich diese Haltungsformen ebenfalls als Tierquälerei an und fordere ihre Abschaffung, sowie einen bewussteren Umgang mit Fleisch und Tierprodukten. In der Zielsetzung unterscheide ich mich also als Jäger nicht von einem Veganer, doch ich erhalte im Gespräch allein schon weil ich Jäger bin weder Aufmerksamkeit für meine Argumente und noch nicht einmal irgendwelchen grundmenschlichen Respekt. Im Gegenteil, ich werde - obwohl ich wie die meisten Jäger ein großer Tierfreund bin - als personifizierte Grausamkeit angesehen.

Ich möchte hier nicht polemisieren oder Diskussionen lostreten, die sich mit den Pros uind Cons des Veganismus auseinandersetzen. Ich möchte nur verstehen, warum Menschen sich einer Sache derart militant verschreiben und Andersmeinungen nicht zulassen und sie noch nicht einmal anhören. Und wie man in Diskussionen vorgehen sollte, um deeskalierend zu wirken und zum Nachdenken anzuregen.

essen, Ernährung, Religion, Tiere, Umwelt, Jagd, vegan, Fanatismus, Gesellschaft, Veganismus
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Ist das eine Zwangsneurose und wenn ja, was kann man dagegen machen?

Ich habe ein Problem mit meinem Mitbewohner. Eigentlich verstehen wir uns super, wir hatten auch noch nie irgendeinen Streit. Ich glaube aber, dass er irgendeinen psychischen Knacks hat. Und der geht mir inzwischen mächtig auf den Puffer. Er hat die Angewohnheit, alles zig mal zu kontrollieren, ob es wirklich zu ist, seien es Türen, Wassehähne oder die Deckel von irgendwelchen Lebensmitteln. Kommt er nach Hause, steht er immer bis zu fünf Minuten an der Tür und drückt inmer wieder dagegen. Da unsere Eingangstür etwas klappert, wache ich jedes Mal dacon auf, wenn er mal etwas später nach Hause kommt. Außerdem dreht er die Wasserhähne immer so fest zu, dass ich sie selbst nur mir Gewalt aufbekomme. Besonders wenn man duschen will und der Kaltwasserhahn klemmt, ist das nervig, wenn man sich beim Abmühen ihn aufzubekommen die Füße verbrüht. Immer wieder kommt es vor, dass wir Cola- und andere Getränkeflaschen oder Milchtüten aufschneiden und ohne Abdeckung lagern müssen, weil er durch seinen Tick sie so fest zugedreht hat, dass sich das Plastikgewinde der Deckel verzieht und man es selbst mit Zangen und Hebeln nicht mehr aufbekommt. Kennt ihr jemanden, der auch so einen Tick hat? Und wisst ihr Methoden, diese Störung abzulegen? Es fängt wirklich langsam an mich stark zu stören und ich befürchte, wenn es so weiter geht wird der Haussegen hier bald gehörig schief hängen. Ich bedanke mich schon einmal für alle hilfreichen Antworten. Und nein, dass ist keine Trollfrage, mit ist es absolut ernst!

Medizin, Gesundheit, Psychologie, psychische-stoerung, WG, Zwang, Zwangsneurose, mitbewohner
10 Antworten
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