Game of Thrones: Ist das nicht eine widerliche sexistische Doppelmoral (Spoiler)?

Hallo! Zuerst eine Spoiler-Warnung: Wenn ihr die letzte GoT-Staffel noch nicht gesehen habt, dann lest bitte nicht weiter!

In der zweiten Folge der Staffel hatte Arya ihr erstes Mal Sex mit Gendry. Darüber gab es im Netz einen regelrechten Shit-Storm - man las immer wieder, dass es ja wohl ein Unding sei, diese Sexszene einzubauen. Schließlich sei Arya noch ein Kind bzw. war noch ein Kind, (11 Jahre alt) als die Serie startete, und viele Zuschauer störten sich deswegen daran, dass wir sie nun im Bett mit einem Mann erleben durften.

Ich finde diese Empörung um ehrlich zu sein zum Kotzen. Hier hat ein selbstbewusstes Mädchen Sex, na und? Sie schläft mit einem Typen, auf den sie halt schon lange steht, na und? Man hat in der Szene noch nicht einmal besonders viel nackte Haut gesehen, und außerdem ist die Darstellerin (Maisie Williams) bereits 22 Jahre alt. Auch die Figur "Arya" soll seitens der Serienschöpfer bereits 18 Jahre alt sein.

Was mich besonders stört: als damals Tommen Baratheon seine Jungfräulichkeit verlor, hat sich niemand aufgeregt. Und der Knabe war da ja wohl noch deutlich jünger als Arya! Er ist in der Serie als gerade einmal Achtjähriger eingeführt worden, und da er schon in der fünften Staffel von Margaery flachgelegt wurde, kann er da nicht älter als 14 oder 15 gewesen sein, wahrscheinlich war er sogar erst 13. Hier hatte also tatsächlich eine minderjährige Figur Sex, vielleicht sogar ein Kind nach unseren heutigen Maßstäben.

Ist das nicht eine widerliche Doppelmoral? Ich meine, wenn eine männliche Figur Sex hat (und dazu sogar manipuliert wurde), hört man kein Gemecker, egal wie alt die Figur ist. Aber wehe die Figur ist weiblich! Da macht es dann auch nichts, wenn sie schon deutlich älter, selbst nach heutigen Maßstäben volljährig ist und sich den Sexpartner selbst aussucht.

Schreibt mir bitte eure Meinung dazu!

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Kann Veganismus zu Ausgrenzung führen und zu einer Form von Neorassismus werden?

Anlass zu diesee Frage gab mir folgender Zeitungsartikel:

https://www.waz-online.de/Nachrichten/Panorama/Nur-fuer-Veganer-Hausangebot-sorgt-bei-Fleischessern-fuer-Empoerung?fbclid=IwAR3SDAcU3Ww8SfaHb_hPrlcpOcXjWF6LodQOFgELB3_VrMfBk0Zw68rxHSk

In Australien möchte ein Hausbesitzer vier Zimmer eines Einfamilienhauses vermieten, allerdings stellt er das Angebot explizit nur an potenzielle Mieter, die vegan leben. Dort steht auch, dass der Mietvertrag es explizit verbiete, Tierprodukte mit in dieses Haus zu bringen.

Dieser Artikel hat mich sehr empört. Es ist schließlich eine Sache, wenn man selbst als Veganer seinen Weg für den richtigen hält, ihn jedoch anderen aufzuzwingen und ihn zu einem Politikum zu machen geht in meinen Augen entschieden zu weit. Besagter Australier hält offenbar jeden Menschen, der nicht vegan lebt, für einen schlechten Umgang und verwehrt ihnen ohne sie jemals überhaupt kennengelernt zu haben den Einzug in seine Mietsache. Er wertet Menschen auf diese Weise gezielt ab, nur weil sie seine eigene Einstellung nicht teilen, ganz genau, wie es faschistische Ideologien oder autokratische Staatssysteme tun. Und sowas geht meiner Meinung nach gar nicht! Hier sollte, wie ich finde, die Toleranz (für Veganer oder egal sonstwen, der seine eigene Ideologie für die einzig richtige hält) enden und der Staat einschreiten.

Meine Fragen:

Ist das Verhalten dieses Hausbesitzers als eine Form von Neorassismus zu bewerten, also als eine bewusste Diskriminierung anderer aufgrund ihrer Ernährungsweise bzw. politischen Einstellung?

Würdet ihr als Veganer euer Haus auch an Gemischtköstler vermieten?

Würdet ihr als Gemischtköstler euer Haus auch an Veganer vermieten?

Und an die Rechtsexperten: Ist so eine Diskriminierung bei uns in Deutschland überhaupt denkbar, oder würde ein Hausbesitzer, der so eine Anzeige aufgibt, bei uns rechtliche Konsequenzen zu befürchten haben?

Ich freue mich auf eure Antworten!

Ernährung, Tiere, Wohnung, Politik, Recht, Mietrecht, vegan, Diskriminierung, Ideologie, Philosophie und Gesellschaft
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Wie ist es psychologisch zu erklären, dass es Menschen gibt, die ständig völlig unnötige Anzeigen und Meldungen machen?

Man liest ja in den Zeitungen immer wieder von skurrilen Meldungen, dass Menschen aus völlig hanebüchenen Gründen die Polizei alarmieren oder Leute anzeigen. Gründe, die sie selbst überhaupt nicht persönlich betreffen, die in manchen Fällen andere Leute aber auch ernsthaft in die Bredoullie bringen können - obwohl sie eigentlich nichts wirklich schlimmes getan haben.

Das fängt bei den allseits bekannten Fenstergaffern an, die jeden kleinen Parksünder aufschreiben oder es melden und anzeigen, wenn sie jemanden beim Überqueren einer roten Ampel beobachten, es geht aber zum Teil auch so weit, dass Leute die Polizei rufen, weil bei McDonalds zu langsam bedient wird, weil KFC ein bestimmtes Hühnergericht nicht mehr vorrätig hatte, weil der Busfahrer am Steuer ein Lied mitgesummt hat oder weil die Wolken am Morgen so komisch ausgesehen haben. Im englischen Manchester beklagt sich die Polizei darüber, dass sie im vergangenen Jahr mehr als 21.000 Mal wegen ähnlicher Banalitäten Anzeigen aufnehmen oder sogar zum Einsatz ausrücken musste.

Gibt es einen Namen für ein derartiges Phänomen? Ist das vielleicht bereits als psychische Störung definiert worden? Wird das von Wissenschaflern bereits irgendwo erforscht? Diese Leute scheinen doch nun wirklich eine echte Krankheit zu haben.

Wer weiß mehr darüber?

Medizin, Verhalten, Polizei, Menschen, Alltag, Wissenschaft, Biologie, Psychologie, Anzeige, Depression, Evolution, Persönlichkeitsstörung
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Haram und halal - Warum gelten neben dem Koran auch die Sunna und die Hadithe? Ist das nicht eigentlich Schirk?

In vielen Fragen zum Islam wird neben dem Koran auch gerne die Sunna zitiert: Sprüche und Aussagen über Mohammed, die religionsgeschichtlich zum Teil bereits als unauthentisch entlarvt wurden. Trotzdem genießen die Hadithe bei den meisten Muslimen hohes Ansehen. Gerade bei den vielen auch auf dieser Plattform gestellten "Haram"-Fragen wird immer wieder auf die Hadithe verwiesen, wenn der Koran hier keine Lösung anzubieten weiß - und selbst wenn der Koran sogar eindeutig ist, wird er hin und wieder mit einem Hadith ergänzt und ein Verbot ausgesprochen. So werden Dinge als haram (verboten) eingestuft, die es laut Koran gar nicht sind.

Aber ist dieses Ansehen nicht völlig unverdient, ja sogar eine Art von Beigesellung (Schirk), einer der größten Sünden im Islam? Schließlich wird hier einer Schriftensammlung eine Autorität zugesprochen, die erst lange nach Mohammed entstand und somit nicht prophetischen Ursprungs sein kann - sondern reines Menschenwerk ist. Im Koran steht in Sure 16:116: "Sagt nichts von dem, was eure Zungen lügnerisch behaupten: „Dieses ist erlaubt, und jenes ist verboten“, indem ihr eine Lüge gegenüber Gott erdichtet. Diejenigen, die ihre Lügen Gott zuschreiben, erzielen keinen Erfolg."

Sagt der Koran hier nicht eindeutig, dass es keine Autorität neben Gott (Allah) gibt? Und müsste das konsequenterweise nicht bedeuten, dass die Sunna und alle Hadithe in die Mülltonne gehören? Und dass auch Imame, Sheiks, Muftis oder sonstige Islamische Würdenträger es sich eigentlich nicht erlauben dürfen, Verbote auszusprechen, wenn sie diese nicht mit dem Koran belegen können? Wie ist die Autorität der Sunna theologisch zu rechtfertigen?

P.S. spart es euch bitte, eure und meine Zeit zu verschwenden, indem ihr Kurzantworten und islamophobe Hetze eintickert. Ich bin nämlich selbst gar kein Muslim, sondern nur neugierig.

Religion, Islam, Allah, Gott, Koran, Sunna, Theologie
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Wie rassistisch ist Deutschland? Und wo fängt Rassismus an?

Anlass zu dieser Frage gab die gestrige Frage einer jungen Nutzerin, die kurz gesagt aufgrund sehr übler Mobbingerfahrungen, die sie an ihrer Schule mit vor allem männlichen Schülern mit Migrationshintergrund aus vornehmlich islamisch geprägten Ländern gemacht hat, die Frage "Zu viele Ausländer an Schule?" gestellt hat. Die Frage war nicht im Kontext einer Behauptung gemeint, dass es generell zu viele Ausländer in unserem Land bzw. an ihrer Schule gäbe, sondern sie fragte um Rat, da sie einen Schulwechsel anstrebt und vor dem Problem steht, dass in Berlin an sehr vielen Schulen und an jeder in ihrer unmittelbaren Nähe ein sehr hoher Ausländeranteil herrscht.

Auf diese Frage erntete sie einen regelrechten Shirstorm. Sie wurde als Rassistin bezeichnet, auf ihr Problem wurde überhaupt nicht eingegangen sondern nur auf den Umstand, dass sie eine Schule mit "weniger" Ausländern sucht.

Meine Frage: ist das für euch bereits Rassismus? Ich persönlich habe die FS als Opfer von Anti-Deutschem Rassismus gesehen, ihre Suche nach einer neuen Schule erschien mir angesichts dessen, was sie erlebte, nachvollziehbar, auch ihr Wunsch, an eine Schule zu wechseln, an welcher Deutsche die Mehrheit stellen. Natürlich ist es andererseits nicht in Ordnung, sich auf diese Weise Vorurteile zu bilden. Doch verdient ein junges Mädchen einen derartigen Shitstorm?

Ich möchte Außerdem gern eure Meinung zu Anti-Deutschem Rassismus hören. Seht ihr das wie ich auch als großes Problem unserer Gesellschaft? Hattet ihr selbst vielleicht schon damit zu tun, dass ihr als Deutsche diskriminiert wurdet? Wie beurteilt ihr die Situation an Schulen mit hohem Ausländeranteil?

Genauso richte ich die Frage auch an alle Nutzer mit Migrationshintergrund: wie oft erlebt ihr Rassismus und Diskriminierung in eurem Alltag? Sind Deutsche eurer Meinung nach häufig rassistisch? Würdet ihr auch das Mädchen als rassistisch bezeichnen?

Religion, Islam, Schule, Deutschland, Politik, Gewalt, Gesellschaft, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit
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Warum ist die Demokratie keine Ideologie?

In einer meiner ersten selbstgegebenen Unterrichtsstunde sollte ich meinen Schülern in Geschichte nahebringen, was eine Ideologie ist. Ich stellte mehrere ideologische Syteme vor, allesamt sehr negativ konnotiert: den Faschismus, den Stalinismus und ging auch auf fundamental-religiöse Ideologien ein. Meine Schüler arbeiteten klasse mit und schnell standen die Merkmale einer Ideologie fest: ein gesellschaftliches Idealbild, das als einzig richtig gilt, keine anderen Bilder zulässt und wo das eigene mit allen Mitteln verteidigt wird, auch mit Gewalt, wenn nötig. Somit schloss ich den Unterricht mit einem Zitat meines eigenen Geschichtslehters ab: "Ideologie ist notwendig falsches Bewusstsein zur Legitimation ungerechter Herrschaftsverhältnisse".

Alles schien auf ein wundervolles Unterrichtsende hinauszulaufen, bis von einem Schüler dann eine verrückte Frage kam und mir meine ganze Unterrichtsstunde total um die Ohren flog: "Ist die Demokratie nicht auch nur eine Ideologie? Auch bei uns gibt es große Ungerechtigkeit. Wir sehen die Demokratie als die beste Herrschaftsform an und kämpfen mit unseren Soldaten sogar in anderen Ländern, um sie dort durchzusetzen. Alles, was sie gesagt haben, könnte man auch über unseren eigenen Staat sagen."

Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte und das Klingeln erlöste mich als Lehrer von der Peinlichkeit. Ich gab noch schnell zu, dass es vielleicht auch gute Ideologien gibt, die weit weniger ungerecht sind als andere, aber so richtig zufrieden war weder der fragende Schüler und am allerwenigsten ich selbst.

Nun meine Frage: was hättet ihr geantwortet?

deutsch, Religion, Schule, Geschichte, Deutschland, Politik, Recht, Glaube, Ideologie
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