sind menschliche Beziehungen normal?

Hallo, ich bin 21 Jahre alt und ich hatte nie Freunde oder eine Beziehung. Nun..ich denke, dass ich einfach eine ziemlich anti-soziale Persönlichkeit habe. Ich meine ich kann Zeit mit Menschen verbringen, es mag mir auch Spaß machen, jedoch finde ich "tiefe" Bindungen sehr komisch, ich finde es schon beinahe verabscheuenswert. Dass Menschen auf "Dates" gehen, sich schick anziehen und sich dann streicheln und Aufmerksamkeit schenken empfinde ich als ABSOLUT KOMISCH. Bin ich alleine der Meinung? Das scheint mir alles wie die Tiere, ich weiß wir sind selbst Tiere und Fortpflanzung und Gemeinsamkeit sind in uns tief verankert, jedoch finde ich es sehr komisch. Das scheint mir alles so "gespielt". Der Drang einen anderen Menschen zu haben um mit ihm diese Bedürfnisse zu befriedigen ist für mich sehr komisch. Das ist diese zwanghafte Suchen. Wenn ich höre, dass Menschen Dates hatten oder darüber reden wie es/die Person war, fühle ich mich sehr "anders". Ich meine ich verabscheue die menschliche Rasse ziemlich, und einer der Gründe ist der sexuelle Trieb. Menschen suchen nach anderen um ihnen Liebe zu geben, vernachlässigen dann Freunde und andere Menschen für diese eine Person, ziehen sie den anderen vor, das ist für mich schlicht weg krank, eventuell weil es von keiner Loyalität und bedingungsloser Liebe zeugt, sondern purem Egoismus, "wer mehr gibt, verdient oder bekommt mehr", und bitte fühlt euch jetzt nicht angegriffen, ich weiß, dass es völlig natürlich ist, jedoch empfinde ich es so und ich wollte einfach fragen ob das Verlangen und die Ausführung normal sind? Bin ich normal? Bin ich nicht normal? Ich kann mich in diesem Aspekt einfach 0 mit der menschlichen Rasse identifizieren. (ich habe auch höchstwahrscheinlich eine Bindungsstörung)

Danke

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Genau. Du bist nicht normal. Deswegen nennt man das, was du hast, ja auch eine Störung.

Aber eine Störung ist nichts, wofür du dich schämen solltest oder was dich als Menschen abwertet. Solange dich diese Störung nicht unglücklich macht oder du anderen Menschen damit wehtust, finde ich selbst das Wort "Störung" noch zu hart, denn wenn weder du selbst noch andere sich an etwas an dir stören, ist es dann nicht unangebracht, deine Einstellung mit einem so wertenden Begriff zu belegen?

Akzeptiere einfach, dass du anders bist. Dass deine Bedürfnisse eben anders ausgerichtet sind als bei anderen Menschen, und dass dich das "normale" Verhalten eher anwidert. Menschen, die anders sind, sind für eine Gesellschaft nämlich von großer Bedeutung. Ohne diese "anderen", sich von der Norm abhebenden Individuen wäre keinerlei Fortschritt möglich. Weder politisch, technologisch oder gesellschaftlich. Trage deine "Anderssein" also wie eine Rüstung und mach dir keine Gedanken, wie andere über dich denken. Hauptsache, du findest für dich selbst deinen Weg, und wenn du auf diesem Weg lieber allein bist, kann dich sowieso niemand zwingen, ihn mit irgendwem anders zu gehen.

Alles Gute für dich!

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Warum haben wir, bevor Affe und Mensch EINS war, uns auseinander gelebt?

Bevor ich ins Detail gehe, versuche ich wirklich so ernst rüber zu kommen wie es mir nur möglich ist, weil die meisten Leser gleich ein bisschen verschmäht reagieren bzw. meine Ansicht nicht ernst nehmen könnten. Apropos, ich würde mich als Laie und sehr stark Interessierter der Evolutionswissenschaften bezeichnen. Also kein inhaltliches Meisterwerk erwarten ;-)

Es heißt, die heutigen Affen und wir Menschen hatten einen gemeinsamen Vorfahren. Wir ergaben sozusagen eine Art. Doch irgendwann haben sich Gruppen (mehr oder weniger) am Fleischverzehr ausprobiert, weshalb diese sich hauptsächlich von Generation zu Generation verändert oder auch von den Artgenossen "auseinander" gelebt haben. Die heutigen Affen die uns am nächsten kommen fressen mit Gewissheit auch überwiegend Fleisch. Doch ich meine gelesen zu haben, dass viele andere Affenarten reine Pflanzenfresser sind. Ich frage mich was die Hauptursache dafür ist warum sich ein Teil der Vorfahren an Fleisch ausprobiert haben.

Vor einiger Zeit habe ich einmal (zum Ausprobieren) gekifft und einen heftigen Heißhunger gefühlt. Ich hab danach recherchiert und ein bisschen mehr herausgefunden. Meine Frage lautet, ob Drogen in Form von Pilzen im Spiel waren als ein Teil der Vorfahren angefangen hat sich von Fleisch zu ernähren bzw. Tiere zu jagen. Denn, bei so einem Heißhunger könnten die Vorfahren nicht mehr an Pflanzen oder Früchten interessiert sein, sondern angeregt von Fleisch.

Was meint ihr?

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Oha, deine Ansicht ist aber auch nicht wirklich ernstzunehmen, weil du von einer ganzen Reihe von falschen Grundannahmen ausgehst und die Evolution des Menschen komplett falsch verstanden hast. ;-)

  • Zu sagen, Menschen und Affen hatten einen gemeinsamen Vorfahren ist genauso unpräzise wie der Satz "Menschen stammen vom Affen ab". Die Vorfahren des Menschen und der Menschenaffen waren ja auch schon Affen, und wir sind - auch wenn wir das nicht gerne hören mögen - immer noch welche.
  • Wir waren nicht nur sozusagen eine gemeinsame Art, nein, wir stammen DEFINITIV von einer einzigen Art ab. Man muss nur lange genug in der Erdgeschichte zurückgehen, um diese zu finden.
  • Der vermehrte Fleischverzehr hatte nichts, oder zumindest nur wenig mit der Spaltung der Linien zu tun, die einerseits zum Menschen, andererseits zu den anderen Menschenaffen führte.
  • Dass die meisten Affenarten reine Pflanzenfresser seien, kannst du nirgendwo gelesen haben, zumindest nicht in einem seriösen Artikel oder Buch. Es gibt so gut wie keine reinen Pflanzenfresser unter den Primaten, die allermeisten ernähren sich zwar überwiegend von Pflanzen, aber fast alle ergänzen ihren Speiseplan auch sehr gerne mit Insekten, einige auch mit Fleisch. Der einzige reine "Veganer" unter den Menschenaffen ist der Gorilla.
  • Der Mensch ist der Primat mit dem größten Anteil an Fleisch in seiner Nahrung, doch überwiegt auch bei uns immer noch der pflanzliche Anteil. Es gibt keine einzige Primatenart mehr, die überwiegend von Fleisch lebt - überwiegend fleischlich haben lediglich die Menschen der Eiszeit bzw. auch später noch die Volksgruppen in den Polargebieten gelebt.
  • Dass Drogenmissbrauch zu einer Verhaltensänderung und damit zur Artenbildung geführt hat, ist zwar eine interresante These, kann aber leicht zurückgewisen werden, weil es ganz andere und viel plausiblere Erklärungen für das Entstehen neuer Arten gibt.

Jetzt ein etwas detaillierterer Rückblick in unsere Stammesgeschichte:

Die frühesten Funde von Menschenaffen stammen aus der Zeit von vor etwa 20 Millionen Jahren und wurden in Afrika gefunden. Damals lebte dort eine recht weit verbreitete Gattung namens Proconsul, die sich in den kommenden Jahrmillionen sehr weit ausbreitete. Ihre Nachfahren erreichten über die Levante und den Balkan schließlich Vorder- und Zentralasien und besiedelten dann auch den indischen Subkontinent. Diese Affen lebten noch als Regenwaldbewohner, und da es in dieser Zeit, die wir "Miozän" nennen, noch ausgesprochen warm auf unserem Planeten war, gediehen dichte Wälder in Hülle und Fülle. Unsere Vorfahren lebten dort vor allem von Früchten und Insekten.

In Indien steht dann die etwa 12 Millionen Jahre alte Affenart Sivapithecus indicus am Anfang einer neuen Linie von Menschenaffen. Sie verließen Indien schließlich und spalteten sich in zwei große Populationen auf: Die erste zog weiter nach Südostasien, wo sie sich u.a. zum heutigen Orang Utan entwickelte, die andere gelangte wieder auf einem ähnlichen Wege wie oben beschrieben zurück nach Afrika, wo sich schließlich auch die übrigen Menschenaffengattungen der Gorillas, Schimpansen und auch der Menschen entwickeln sollten.

Aufgrund der geographischen Trennung und der Spezialisierung auf verschiedene Ökosysteme spaltete sich die Afrikanische Linie auch innerhalb ihrer selbst immer weiter auf. So entwickelte sich ein Zweig u.a. über Chororapithecus abyssinicus vor etwa 9-8 Millionen Jahren weiter zu den Gorillas. Eine andere Population verblieb vor allem weiter nördlich u.a. auf dem Gebiet des heutigen Tschad, wo vor etwa 7-6 Millionen Jahren auch Sahelanthropus tschadensis lebte.

Und jetzt wird es intererressant: Zu jener Zeit zwang ein Klimawandel die Affen, sich aus ihrem Stammgebiet zu verabschieden, weil sich dort nun allmählich die Sahara immer weiter auszudehnen begann und die Regenwälder verschwanden. Eine Population fand im Kongobecken eine neue Heimat und sollte sich dort zu den Schimpansen weiterentwickeln, die perfekt an ein Leben im dichten Urwald angepasst sind.

Eine andere Population verschlug es jedoch nach Ostafrika, wo sie infolge des Großen Afrikanischen Grabenbruchs geographisch fast vollständig vom Rest Afrikas abgeschnitten wurden und sich völlig isoliert weiterentwickeln sollte. Da die Vorfahren der Schimpansen und der Menschen also nun keine bzw. nur noch wenige Gelegenheiten hatten, ihre Gene zu vermischen, veränderte sich im Laufe der Jahrmillionen ihr Erbgut zusehends, bis es nicht mehr miteinander kompatibel war. Aus diesem Grund kannst du mit einem Schimpansen heute keine Babys mehr zeugen.

Auch Ostafrika war mehr und mehr vom Klimawandel betroffen und veränderte in den kommenden zwei Millionen Jahren sein Erscheinungsbild grundlegend. Wo sich einst dichter, affenfreundlicher Regenwald ausbreitete, wurde dieser nun durch ausgedehnte Grassavannen unterbrochen. Die Affen waren also immer wieder gezwungen, sich von Waldinsel zu Waldinsel zu bewegen. Dies begünstigte eine ganz spezielle Eigenschaft: Den aufrechten Gang auf zwei Beinen. Aufgerichtet konnten die Affen das hohe Gras überblicken, und wer das besonders gut konnte, der wurde nicht so leicht von Leoparden oder Säbelzahnkatzen erwischt, die darin gern auf der Lauer lagen.

Über Orrorin tugenensis und Ardipithecus ramidus als Zwischenstufen entwickelte sich vor etwa 4,1 Millionen Jahren in Ostafrika die Frühmenschengattung Australopithecus, die auf dem Gebiet des heutigen Kenia, Tansania und Äthiopien sehr erfolgreich sein sollte. Sie brachte viele unterschiedliche Linien hervor, die alle auf ihre Art immer menschenähnlicher werden sollten. Zuerst bildete sich das für Affen typische Fell zurück, das für eine zweibeinige Fortbewegungsweise in offenem Gelände doch eher hinderlich war. Ihre Haut wurde immer dunkler, und ihr Hirnschädel immer größer und größer.

Dies lag aber nicht so sehr am vermehrten Verzehr von Fleisch, sondern vor allem an einer Mutation, die es uns ermöglichte, in unserem Speichel Enzyme wie Amylase zu bilden, mit denen sie auch sehr stärkehaltige Pflanzen wie Wurzelknollen oder Grassamen gut verdauen konnten - und im Gegensatz zu allen anderen Affen auch immer noch können. Fleisch diente auch damals noch eher als "Nahrungsergänzzungsmittel" und sollte erst lange Zeit später immer wichtiger werden, nämlich dann, als der Mensch lernte, zu kochen: Erst durch die Zähmung des Feuers, die unseren Vorfahren wohl vor spätestens 1,8 Millionen Jahren gelang, konnten unsere Vorfahren Fleisch in größeren Mengen zubereiten und für sie verdaulich machen.

Unsere Vorfahren und die der übrigen Menschenaffen haben sich also nicht aufgrund ihrer Ernährungsweisen voneinander "verabschiedet", sondern weil sie von geographischen und klimatischen Veränderungen in ihrer Umwelt dazu gezwungen wurden, sich diesen anzupassen.

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Neandertaler und "moderne" Menschen, also den Homo sapiens, gab es die meiste Zeit ihrer jeweiligen Geschichte gleichzeitig.

Der Neandertaler entstammte einer Linie des Homo erectus, die sich vor etwa 700.000 Jahren aufmachte, den Afrikanischen Kontinent zu verlassen. Sie ließen sich zuerst auf der Levante, dann auch auf dem Balkan nieder und entwickelten sich dort zu einem Menschentypen, den wir als Heidelberg-Mensch (Homo heidelbergensis) bezeichnen. Diese Menschenart wanderte während der Holstein-Warmzeit weiter in Mittel- und Westeuropa ein. Als die Riß-Kaltzeit begann, entwickelten sich die Heidelbergmenschen dort weiter zum Neandertaler (Homo neanderthalensis) der am besten an die Extreme der Eiszeit angepassten Menschenart. Diese Entwicklung wird von Anthropologen etwa in die Zeit vor 250.000 Jahren datiert - aber natürlich sind sie Übergänge zwischen den Arten fließend. Mann also nicht sagen, wann ein Heidelberg-Mensch zum Neandertaler würde.

Genauso verhält es sich mit dem Homo sapiens, der sich anders als die Neandertaler nicht in Europa, sondern in Afrika entwickelte. Die ersten Vertreter seiner Art gingen in der Zeit zwischen vor 300.000 und 200.000 Jahren aus einer ostafrikanischen Population des Homo erecrus hervor. Wie auch schon zuvor die Vorfahren des Neandertalern gingen auch die "modernen" Menschen bald auf Wanderschaft.

Sie breiteten sich zuerst über ganz Afrika aus, erreichten vor etwa 100.000 Jahren die Levante und den Nahen Osten, wanderten dann zuerst weiter ostwärts, wo sie vor etwa 70.000 Jahren Indien, vor etwa 60.000 Jahren Südostasien und in der Zeit zwischen vor 50.000 und 40.000 Jahren auch als erste Menschenpopulation den australischen Kontinent besiedelten.

In einer zweiten Auswanderungswelle gelangte Homo sapiens schließlich vor 50.000 Jahren auch nach Zentralasien und auf dem Balkan und wanderte von etwa 40.000 Jahren auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit auch in Mittel- und Südwesteuropa ein, wo er auf die letzten verbliebenen Neandertaler traf.

Was dann geschehen ist, ist nicht genau bekannt: jedenfalls war der Neandertaler schon 10.000 Jahre später ausgestorben. Es könnte sein, dass er von unseren eigenen Vorfahren verdrängt oder sogar systematisch bekämpft und ausgerottet wurde, oder an eingeschleppten Krankheiten zugrunde ging.

Die derzeit gängigste Therorie zu seinem Verschwinden besagt jedoch, dass die Neandertaler gar nicht aussterben, sondern in der Population der Neuankömmlinge einfach mit aufgegangen sind. Neandertaler und "moderne" Menschen hatten wie Genanalysen bestätigen definitiv Nachkommen untereinander, noch heute tragen Europäer und Asiaten die Gene von Neandertalern in sich.

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Wieso gibt es denn noch deine Eltern? Stammst du nicht auch von denen ab? Und auch von deinen Großeltern? Die dürfte es doch dann nach deiner Logik auch nicht geben, weil sie sich doch in dich verwandelt haben müssten. Ups. Zaubertrick funktioniert nicht. Schade. Du erkennst hoffentlich jetzt schon: Diese Affenfrage ist wirklich das Affigste und Dümmste, was die kreationistische Propaganda bislang hervorgebracht hat. Und das will wirklich etwas heißen.

Kreationisten gehen IMMER von völlig falschen Grundannahmen aus, die sie der Evolutionstheorie dann in den Mund legen, um sie dann als "falsch" zu diffamieren. Wenn ich jetzt aber behaupte, du hättest gesagt, dass in der Bibel steht, der Mensch würde von pinken Kobolden abstammen, obwohl das überhaupt nicht wahr ist und kein Wort über Kobolde in der Bibel vorkommt, würdest du dir da nicht auch ein bisschen verarscht vorkommen?

Tatsächlich sagt auch die Evolutionstheorie nicht aus, dass wir Menschen von HEUTE lebenden Affen abstammen, also von Schimpansen, Gorillas oder Orang Utans. Vielmehr gehören diese mit zu unserer großen Familie. Wenn du weit genug in deinem Stammbaum zurückgehst, so triffst du darin irgendwann auch Vorfahren an, die du mit diesen Affen geteilt hast. Den letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Schimpansen triffst du vor etwa 6 - 7 Millionen Jahren, den mit den Gorillas vor etwa 8 - 9 Millionen Jahren, und um den letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Orang Utans zu finden, musst du in die Zeit vor etwa 12 Millionen Jahren und nach Indien gehen.

Wir haben sogar heute bereits recht genaue Kentniss wie diese Vorfahren einmal ausgesehen haben, denn man hat von vielen dieser Vorfahren Fossilien gefunden und ihnen Namen gegeben. Vor 6-7 Millionen Jahren lebte z.B. Sahelanthropus tschadensis, welcher das direkte Bindeglied zu der Linie der Schimpansen darstellen dürfte, während der Sivapithecus indicus vor etwa 12 Millionen Jahren als Vorfahre aller heute lebender Menschenaffen gelten kann.

All diese Uraffen sind natürlich heutzutage ausgestorben, aber ihre Gene trägst du - und genauso auch die Menschenaffen - immer noch in veränderter Form in dir. Und das lässt sich ebenfalls wissenschaftlich nachweisen: Mit Schimpansen hast du etwa 98-99% Gemeinsames Erbgut, mit Gorillas etwa 97-89% und mit den Orang Utans immerhin noch 95-96%.

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Der schwerste heutige flugfähige Vogel ist der Andenkondor, der maximal ein Gewicht von 15kg und eine Flügelspannweite von etwas mehr als 300cm erreicht. Ein Mensch bräuchte also eine deutlich höhere Flügelspannweite, und außerdem natürlich auch noch einen entsprechenden Muskelapparat, um sich in die Lüfte zu schwingen. Die Flugmuskulatur müsste an einem Gabelbein ansetzen, das der Mensch jedoch anatomisch nicht besitzt, mal ganz abgesehen von anderen aerodynamischen Eigenschaften wie die bereits von die erwähnten hohlen Knochen.

Die größten flugfähigen Tiere aller Zeiten waren Pterosaurier aus der Familie der Azdharchidae wie Quetzalcoatlus und Hatzegopteryx. Diese Giganten erreichten aufrecht am Boden stehend etwa die Ausmaße einer Giraffe und ein Gewicht von über 200kg. Ihre Flügelspannweite betrug bis knapp über 10m. Der "geflügelte" Mensch müsste also aerodynamisch irgendwo zwischen Andenkondor und Flugsaurier liegen. Hier einmal ein Bild:

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Diese Aussage könnte wahr sein, weil:...

Das kommt ganz auf den eigenen Glaubenshorizont und die Weltanschauung an, nämlich dahingehend, inwieweit Gott selbst als Offenbarer auf den Menschen einwirkt.

Ich selbst bin davon überzeugt, dass die Stimme unseres eigenen Gewissens direkt von Gott herrührt. Jeder Mensch ist imstande, diese Stimme zu hören und zu erkennen, was moralisch richtig und falsch ist, egal ob er an Gott glaubt oder nicht. Ein Atheist würde diese Stimme, die sein moralisches Empfinden steuert, aber wahrscheinlich als die seines eigenen Gewissens bezeichnen und nicht mit Gott in Verbindung bringen - da beides aber im Grunde keinen Unterschied macht, weil man sowohl mit dem Glauben an Gott als auch ohne ein moralisches und anständiges Leben führen kann, spielt die Herkunft des Gewissens an sich keine Rolle.

Auch wenn ich mein eigenes Gewissen vorrangig als moralischen Kompass benutze, so stellt auch die Bibel für mich eine wichtige Leitschnur dar, besonders die Evangelien. Durch Jesus als Moralbeispiel und seine Lehre über Nächstenliebe, Vergebung, Großzügigkeitigkeit und Barmherzigkeit habe ich eine "Philosophie" für mich gefunden, nach der ich mein Leben ausrichte.

Ich versuche, alle Menschen mit Respekt und ihnen mit Nachsicht zu begegnen. Im Falle eines Streits achte ich darauf, auch meine eigenen Fehler einzugestehen und meinen Gegnern ihre zu vergeben. Ich bemühe mich, hilfsbereit und großzügig zu sein und bei sich bietenden Gelegenheiten anderen Menschen, auch Fremden und solchen, die ich eigentlich eher weniger gut leiden kann trotzdem in der Not zu helfen.

Ich leite also aus der Bibel Werte wie Toleranz, Zivilcourage, Engagement und Friedfertigkeit ab. Ich glaube daran, dass dieser Jesus aus der Bibel uns noch heute als gutes Beispiel dienen kann und wir aus seinem Leben auch für unsere heutige Zeit noch eine Menge mitnehmen können. Wer auch immer das alles aufgeschrieben hat, war mit Sicherheit ein hochgebildeter und weiser, aber auch in höchstem Maße moralischer Mensch - dem Gott diese Eigenschaften gegeben und damit diese moralischen Werte auch offenbart hat.

Selbstverständlich kann einem aber auch eine andere Philosophie oder Weltanschauung zu einem moralischen Menschen machen. Trotzdem glaube ich, dass wir im Sinne von Gottes Offenbarungen handeln, wenn wir ein moralisch wertvolles Leben führen und auf unser Gewissen hören. Somit kann an diesem Satz schon etwas dran sein.

Dumm nur, dass man diesen Satz auch als Totschlagargument und sogar als politisches Werkzeug missbrauchen kann. Denn natürlich lässt sich damit prima Werbung für eine Religion machen, wenn man den Leuten einredet, dass sie ohne besagte Religion verloren wären. Dieser Satz kann zu einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen Gläubigen und Religion führen und verschiebt die Liebe zwischen Schöpfer und Geschöpf auf ein Niveau der Unterwerfung und der Fremdbestimmung. Dadurch verliert die Stimme des Gewissens jeglichen Wert und nur noch das, was die Regeln der Religion vorschreiben, hat dann noch Bedeutung. Und das sind meist rein menschlich-kulturelle Regeln, die auch mit Moral und Ethik nur noch selten etwas zu tun haben.

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Deine Frage spiegelt das absurde Gedankengut wieder, das militante Veganer in sich tragen. Ihre peinliche Schlussfolgerung entspringt aus einem völlig verdrehten Verständnis von Liebe: wer Fleisch isst, isst ein Mörder und wer Mörder ist, kann nicht lieben.

Doch selbstverständlich kann man Zuneigung zu einem Tier empfinden und gleichzeitig Fleisch essen. Schließlich isst z.B. ein Haustierhalter ja nicht sein eigenes Haustier, sondern völlig andere Individuen einer meist völlig anderen Spezies. Es ist absolut keine Doppelmoral, wenn man sich z.B. einen Hund oder eine Katze hält und das Fleisch von Schweinen, Rindern oder Geflügel isst. Und wer mit so einem Vorwurf konfrontiert wird, kann dem Veganer spielend leicht entgegnen, dass dieser ja auch die Mücke auf seinem Arm totschlagen würde, womit der Veganer nach der gleichen Logik ja auch kein Tierliebhaber mehr sein kann.

Man kann selbstverständlich sogar auch ein Tier essen, für das man einst Zuneigung empfand. Wer für sich selbst Nutztiere hält wie zum Beispiel Kaninchen, Hühner, Schafe oder Ziegen, der hegt und pflegt sie schließlich, weil ihm etwas an den Tieren liegt. Er zieht sie auf, füttert sie, beschäftigt sich mit Ihnen und investiert so sehr viel Zeit und Liebe in diese Tiere. Sie anschließend zu schlachten und zu essen tut dieser Tierliebe keinen Abspruch, denn man hat diesen Tieren ja über Jahre hinweg ein artgerechtes und liebevolles Leben beschert.

Sie danach zu essen geschieht dann aus einem Gefühl der Wertschätzung des Fleisches heraus, denn wer zum Eigenbedarf schlachtet, der hat einen viel engeren Bezug zu seinem Fleisch und ernährt sich viel verantwortungsbewusster als der Ottonormalfleischesser, der sich ohne groß darüber Nachzudenken sein Fleisch im Supermarkt kauft.

Wer aus eigenem Antrieb auf Fleisch und Tierprodukte verzichtet, weil er es nicht mit seinem Gewissen verantworten kann, für den Tod eines Tieres verantwortlich zu sein und deshalb vegan lebt, hat dazu natürlich jedes Recht und diese Einstellung kann ich auch respektieren und gutheißen. Aber der Veganer hat seinerseits kein Recht dazu, einen anderen Menschen zu Verurteilen und ihm dessen Tierliebe abzusprechen, nur weil dieser Fleisch isst. Das ist albern, unverschämt und zutiefst arrogant.

Veganer sind nicht automatisch gute Menschen, und wer so etwas tut und voller Hass und Verurteilung für seine Mitmenschen durch die Welt geht, der ist mit Sicherheit keiner! Und ich möchte sogar behaupten, dass diese vorverurteilenden, scheinheiligen und auf sich selbst fixierten Schweinepriester überhaupt nicht die geringste Ahnung davon haben, was Tierliebe eigentlich bedeutet.

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Das musste nicht erfunden werden.

Der Mensch gehört zu den Primaten, einer Säugetierordnung, die sich bereits vor etwa 80 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit entwickelte. An der Seite der Dinosaurier lebten unsere Vorfahren allerdings noch als kleine, spitzmausartige Waldbewohner, die sich überwiegend von Insekten ernährten, wie uns ihre Zahnfossilien verraten.

Nach dem Aussterben der Dinosaurier erschlossen sich die Primaten hauptsächlich ökologische Nischen als Baumbewohner in den tropischen Regenwäldern. Einige Familienlinien stellten ihre Ernährung dahingehend um, dass sie sich überwiegend von Früchten ernährten, jedoch blieben tierische Nährstoffe, die sie vorrangig aus Insekten gewannen, immer auch ein fester Bestandteil ihrer Nahrung.

Die Entwicklung der Menschenaffen begann vor etwa 20 Millionen Jahren, wahrscheinlich in Afrika. Dort lebte mit Proconsul meswae eine ihrer ersten Arten, wahrscheinlich ein Baumbewohner, der jedoch bereits viel Zeit am Waldboden zubrachte, wo er nach Fallobst und Insekten wie Termiten Ausschau hielt.

Die Menschenaffen erreichten nach seiner Kollision mit Asien vor etwa 15 Millionen Jahren auch den indischen Subkontinent, wo sich die Menschenaffen weiterentwickeln sollten. Vor etwa 12 Millionen Jahren lebte dort Sivapithecus indicus, dessen Nachfahren einerseits weiter nach Osten abwanderten (wo sie sich u.a. zu den Orang Utans weiterentwickelten), aber eine ihrer Linien kehrte über den Balkan und die Levante schließlich nach Afrika zurück.

In Afrika spaltete sich vor 9 Millionen Jahren schließlich beginnend mit Chororapithecus abyssinicus die einzige Menschenaffenlinie ab, die sich zu reinen Pflanzenfressern entwickeln sollte: die Gorillas. Unsere eigene Linie erschloss sich zu jener Zeit aber auch Fleisch als immer bedeutungsvoller werdende Nahrungsquelle. Beginnend als einfache Aasfresser, entwickelten unsere Vorfahren bald Techniken, um selbstständig andere Tiere zu jagen und ihr Fleisch zu fressen.

Da auch Schinpansen etwa zweimal in der Woche auf die Jagd gehen, dürfte sich dieses Verhalten also bereits vor mehr als sieben Millionen Jahren entwickelt haben, als sich unsere gemeinsame Vorfahrenlinien trennten. Einer der ersten "Erfinder" der aktiven Jagd könnte Sahelanthropus tschadensis gewesen sein, der zu dieser Zeit lebte.

Das war aber selbstverständlich noch sehr lange Zeit vor der Entwicklung des Menschen und damit auch noch lange vor der Steinzeit. Fleisch wurde jedoch für unsere Vorfahren im Laufe der Jahrmillionen immer wichtiger, und so entwickelten sie schließlich immer fortschrittlichere Waffen und Werkzeuge, sodass sich die Frühmenschen schließlich die Spitze der Nahrungskette eroberten und zu den gefährlichsten Beutegreifern wurden, die die Welt je gesehen hatte.

Erst vor etwa 13.000 Jahren begannen die Menschen im Gebiet des sogenannten Fruchtbaren Halbmondes, Nutztiere zu zähmen. Zuerst waren das wohl Schafe und Ziegen, später auch Rinder, Pferde, Esel und Kamele. Es ist anzunehmen, dass die Produktion von Milch und Milchprodukten auch zu etwa dieser Zeit ihren Anfang hatte.

Obwohl Vogeleier wohl schon von den Primaten der Dinosaurierzeit als Proteinquelle nicht verschmäht wurden, begann die systematische Haltung von Vögeln zur Eierproduktion wohl erst sehr viel später. In Asien gehörte vor etwa 8000 Jahren das Huhn zu den ersten gehaltenen Vögeln, Enten, Gänse und Tauben wurden erst später domestiziert.

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Das ist zumindest zu einem gewissen Grad wahrscheinlich.

Natürlich können wir über das Sexualverhalten von ausgestorbenen Tieren keine zuverlässigen Aussagen mehr machen, da wir sie ja nicht hat mehr in ihrer natürlichen Umwelt beobachten können. Allerdings geben uns die Verhaltensweisen heutiger Tiere, insbesondere der Vögel einige Einblicke, wie Dinosaurier sich verhalten haben könnten. Vögel sind die direkten Nachfahren der Dinosaurier und gehören wie Tyrannosaurus rex auch zu der Gruppe der Theropoden.

Unter Vögeln ist Homosexualität weit verbreitet. Bei vielen Hundert Vogelarten ist Homosexualität bereits direkt nachgewiesen worden. Sie tritt besonders bei verhältnismäßig intelligenten Tieren mit einem ausgeprägten Sozialverhalten auf.

Wir wissen heute, dass Tyrannosaurus in sozialen Verbänden, vermutlich in Familien mit seinen Artgenossen zusammenlebte. Viele Tyrannosaurus-Fossilien stammen aus sogenannten Bonebeds, also Massengräbern, wo man oft Fossilien mehrerer und unterschiedlich alter Individuen fand, die dort gemeinsam gestorben sind. Auch von mehreren anderen nahen Verwandten des Tyrannosaurus ist ein Leben im Rudel inzwischen fossil dokumentiert.

Dieses Verhalten gibt Grund zur Annahme, dass es auch zu homosexuellen Verbindungen in einem Tyrannosaurus-Rudel gekommen sein könnte, genau wie z.B. bei Pinguinen, die ebenfalls in großen Kolonien zusammenleben. Da Tyrannosaurus ein verhältnismäßig intelligenter Dinosaurier war, könnten homesexuelle Tiere zum Abbau der im Sozialverband herrschenden Spannungen nützlich gewesen sein, sie verminderten den Konkurrenzdruck unter den Geschlechtern und beim Tod eines der Alphatiere konnte das homosexuelle Tyrannosaurus-Paar dann die Aufzucht der Jungen übernommen haben.

Homosexualität hätte beim Tyrannosaurus auf jeden Fall einen Zweck erfüllt und sogar Vorteil bedeutet. Ob es sie aber tatsächlich gab, ist natürlich reine Spekulation. Wundern würde es mich allerdings keineswegs.

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Man kann jedem Tier den Hals brechen, da alle Hälse von allen Tieren durch Wirbelknochen gestützt werden. Die "Biegsamkeit" ergibt sich nur durch die hohe Anzahl dieser Knochen (beim Flamingo sind es 17), aber natürlich würden dieses bei hoher mechanischer Belastung nachgeben und brechen.

Ausprobieren solltest du das aber bitte nicht. Flamingos sind nämlich echt nett und tun niemandem etwas zuleide.

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Sehr wahrscheinlich nein.

Die Dinosaurier lebten lange vor den ersten Menschen, von vor 170.000.000 Jahre lang dominierten sie die Artenvielfalt der Landtiere, bis sie vor etwa 66.000.000 Jahren ausstarben. Der Mensch jedoch erschien erst viel später: Erst vor etwa 4 Millionen Jahren begannen unsere Vorfahren aufrecht zu gehen, bis zum Menschen war es dann aber immer noch ein weiter Weg: Erst vor 200.000 Jahren kann man ihn als Homo sapiens bezeichnen. Kein Mensch hat also jemals einen lebenden Dinosaurier gesehen - sieht man einmal von den Vögeln ab: Nur die Vögel überlebten als einzige Dinosaurier das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit. Jeder heutige Vogel ist ein waschechter Dinosaurier, und natürlich kommen Vögel auch an vielen Stellen in der Bibel vor, vielleicht trifft man auch im Hiobsbuch auf den einen oder anderen.

Wenn du aber an die "berühmten" Dinosaurier wie T.rex und Co. denkst, dann werden diese natürlich nicht erwähnt, weil die Bibel vor über zwei Jahrtausenden geschrieben wurde, als es noch keine paläontologischen Erkenntnisse über Dinosaurier gab. Das Wort "Dinosaurier" wurde von Richard Owen erst 1842 geprägt und war den Menschen des Altertums folglich unbekannt. Aus dem gleichen Grund werden in der Bibel auch keine Smartphones, Autos oder Fernseher erwähnt, auch über Tiere aus Erdteilen, die damals noch nicht entdeckt waren, schweigt sie sich aus - Kängurus, Koalas, Pinguine und Eisbären kommen zum Beispiel auch nicht darin vor.

Schließlich ist die Bibel kein Sachbuch. Weder wartet sie mit erdgeschichtlichem noch historischem Fachwissen auf. Sie enthält mythologische und aitiologische Sagen und Geschichten, die möglicherweise schon einen wahren Kern haben. Aber es kommt hier nicht auf Authentizität an, sondern auf die theologischen und philosophischen Botschaften, welche die Bibel lehrt. Somit macht die Bibel schon einen gewissen Sinn - es kommt aber auf die Herangehensweise an, mit der man ihr begegnet. Wer der Bibel aber heute noch mit einem naturwissenschaflichen Anspruch entgegentritt, der macht sich lächerlich und outet sich als fundamentalistischer Ignorant.

Auch wenn das nicht unbedingt fürs Alte Israel gilt, da dieses im Erdmittelalter als die Dinosaurier lebten zum großen Teil unter dem Meer lag, wurden in anderen Teilen der Welt mit großer wahrscheinlichkeit auch bereits in der Antike die Überreste von Dinosauriern gefunden - Dinosaurier waren nämlich alle Landtiere. Die zeitglich mit ihnen lebenden Meeresreptilien wie Ichthyosaurier, Plesiosaurier und Mosasaurier entstammen ganz anderen Reptilienfamilien und gehören nicht zu den Dinosauriern.

Damals wie auch noch heute ist es aber leider so, dass man so gut wie nie ein komplettes Skelett, sondern nur einzelne Knochenfragmente oder auch nur mal einen Zahn eines ausgestorbenen Tieres findet. Besonders sehr große Tiere werden nur selten im Ganzen fossiliert, denn damit ein Fossil entsteht, muss der Kadaver möglichst schnell von Sedimenten, also Schlamm, Sand oder Vulkanasche eingeschlossen werden, damit er nicht einfach verwest oder von Aasfressern davongetragen und gefressen wird.

Weil Dinosaurier also meist nur fragmentarisch (bruchstückhaft) überliefert werden, kann ein Laie ohne anatomisches Fachwissen nicht feststellen, um was für ein Tier bei dem Fossil handelt. Und wer nicht weiß, dass es Dinosaurier gab, der interpretiert riesige Knochen, Zähne oder andere Überreste eben nach dem Wissen, dass für ihn logisch erscheint und Sinn macht. So wurden die Überreste von Dinosauriern oder auch großen Eiszeittieren (die geoloisch natürlich viel näher an uns dran sind und dementspreched auch viel häufiger gefunden werden) als Fabelwesen wie Drachen, Einhörner, Riesen oder Greifen gedeutet.

Auch in der Bibel ist von zwei riesigen Ungeheuern die Rede: Im Buch Hiob werden der Leviathan, ein riesiges Seeungeheuer und der Behemoth erwähnt, die von Bibelforschern oft als Meeresechse oder Dinosaurier, meist als Sauropode oder Iguanodont interpretiert werden:

Siehe da den Behemot, den ich geschaffen habe wie auch dich! Er frisst Gras wie ein Rind. Siehe, welch eine Kraft ist in seinen Lenden und welch eine Stärke in den Muskeln seines Bauchs! Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten. Seine Knochen sind wie eherne Röhren, seine Gebeine wie eiserne Stäbe. Er ist das erste der Werke Gottes; der ihn gemacht hat, gab ihm sein Schwert. Denn die Berge bringen ihm Tribut, und alle wilden Tiere spielen dort. Er liegt unter Lotosbüschen, im Rohr und im Schlamm verborgen. Lotosbüsche bedecken ihn mit Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn. Siehe, der Strom schwillt gewaltig an: er dünkt sich sicher, auch wenn ihm der Jordan ins Maul dringt. Kann man ihn fangen Auge in Auge und ihm einen Strick durch seine Nase ziehen? 
Kannst du den Leviatan am Haken ziehen und sein Maul mit einem Strick niederhalten? Kannst du ihm ein Binsenseil an die Nase legen und mit einem Haken ihm die Backen durchbohren? Meinst du, er wird dich lang um Gnade bitten oder dir süße Worte geben? Meinst du, er wird einen Bund mit dir schließen, dass du ihn für immer zum Knecht bekommst? Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel oder ihn für deine Mädchen anbinden? Meinst du, die Zunftgenossen werden um ihn feilschen und die Händler ihn verteilen? Kannst du mit Spießen spicken seine Haut und mit Fischerhaken seinen Kopf? Lege deine Hand an ihn! An diesen Kampf wirst du denken und es nicht wieder tun!
(Hiob 40, 15-30)

Allerdings sind diese Beschreibungen wie du selbst erkennen kannst sehr vage. Leviathan kann man auch als Wal interpretieren, und es macht auch mehr Sinn, im Behemoth ein riesiges Flusspferd oder anderes Säugetier zu interpretieren. Die Beschreibung passt schließlich auch auf Elefanten oder Wasserbüffel. All diese Tiere kamen in historischen Zeiten in der Levante und vor allem in Ägypten noch vor und wurden dort auch nicht selten mystifiziert. Redaktionsgeschichtlich kann besonders das Flusspferd als mystischer Behemoth interpretiert werden, weil das Flusspferd auch das Attribut-Tier des ägyptischen Gottes Seth war.

Auf einen Sauropoden (langhalsigen Dinosaurier) passt die Beschreibung ganz und gar nicht, weil man die durch zahlreiche pneumatsierte Hohlräume gekennzeichneten Knochen eines Dinosauriers wohl kaum als "eherne Röhren" bezeichnen würde. Sauropoden ernährten sich auch nicht von Gras, denn Gras hatte sich zu ihrer Zeit erstens noch gar nicht entwickelt und sollte erst im Eozän zur dominierenden Pflanze unter den Bodendeckern aufsteigen, zweitens waren ihre Zähne ausschließlich zum Abrupfen von Blättern und Nadeltrieben geeignet. Die in Hiob beschriebene Lebensweise, dass der Behemoth im Wasser und den Sümpfen lebt, kann ebenfalls als Ausschlusskriterium gelten, da Sauropoden reine Landtiere waren und nicht wie oft dargestellt in Sümpfen überleben konnten, weil ihre Organe dem Wasserdruck nicht standgehalten hätten.

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Beim genauen Überprüfen fällt alles durch!

Keine, wirklich keine einzige der in der Bibel vorkommenden "Prophezeiung" ist auch schon in Handschriften überliefert, die nachweislich älter als das angeblich vorausgesagte Ereignis sind. Es ist also viel plausibler anzunehmen, dass alle Prophezeiungen nachträglich von späteren Autoren eingefügt wurden, um damit politisch Einfluss geltend zu machen.

Besonders haarig wird es dann bei Textpassagen, die man später als Prophezeiung interpretiert hat und die dann angeblich belegen sollen, dass die Bibel schon Erkenntnisse voraussagt, die dann tatsächlich erst viel später von der Wissenschaft gewonnen wurden. Angebliche Vorhersagen der Kugelgestalt der Erde, ihrer Umlaufbahn um die Sonne oder zum Wasserkreislauf erweisen sich bei näherer Betrachtung immer als entweder überinterpretiert oder schlichtweg als völlig aus dem Zusammenhang gerissen, auch vor absichtlichen Falschübersetzungen wird nicht Halt gemacht.

Wer die Bibel als Naturkundebuch oder als prophetisch erleuchtet betrachtet, hat sich einfach nur nie die Mühe gemacht, sie wirklich einmal zu erforschen und zu verstehen. Oder er ist einfach nicht intelligent oder reflektiert genug dafür.

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Historisch ist Jesus eigentlich überhaupt nicht direkt zu verifizieren, also gibt es außerhalb der Evangelien auch keinerlei Quellen zu seinem Wirken und Schaffen. Er taucht weder in Geburtsregistern noch in Gerichtsakten aus seiner angeblichen Lebenszeit auf, über ihn berichtet auch kein zeitgenössischer Geschichtsschreiber. Alles, was an außerbiblischen Quellen über ihn existiert, wurde erst Jahrzehnte und Jahrhunderte nach seinem Tod geschrieben.

Dass es einen Jesus wirklich gegeben hat - oder vielmehr gegeben haben könnte - lässt sich nur an Indizien festmachen. Das wichtigste davon: seine Existenz wurde alsbald nachdem seine Anhängerschaft zu einem "Problem" in Rom wurde niemals von den Christenverfolgern angezweifelt.

Auch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus, Sueton und Plinius der Jüngere erwähnen ihn und seine Hinrichtung unter Pontius Pilatus, ohne dieser ihre Glaubwürdigkeit anzusprechen. Hätte man in Rom - dass damals noch zutiefst christenfeindlich war! - auch nur den Hauch eines Grundes zur Annahme gehabt, dass es Jesus als Religionsstifter der Christen gar nicht gelebt hatte, so hätten die Christengegner dies sicherlich benutzt, um gegen die Christen als Staatsfeinde einzugehen. Da aber niemand auf den Gedanken kam, alle Geschichten über Jesus als "Fake-News" anzutun, kann man davon ausgehen, dass es einen historischen Jesus auch gegeben haben muss.

Besonders Tacitus und Plinius gelten hier als die zuverlässigsten Quellen, da beide nicht nur Geschichtsschreiber, sondern auch Politiker waren und in den Jahren 112 - 113 bzw. 110-111 n.Chr. auch im Nahen Osten residiert haben. Tacitus diente als Proconsul der Provinz Asia, Plinius als Statthalter der Provinz Bithynia, wo beide natürlich auch Einblicke in die Kulturen der dortigen Bevölkerung gewonnen haben müssen. Schließlich fielen alle Beschwerden über religiöse Aufrührer in ihr direktes Zuständigkeitsfeld, sodass sie gut über die Christuslegende bescheid gewusst haben müssen.

Über die Tempelvertreibung hat aber wie gesagt niemand außer den Evangelisten je geschrieben, sodass wir nicht wissen, ob sich jemals etwas ähnliches in Jerusalem zugetragen hat. Historisch ist diese Geschichte also lediglich als Anekdote zu werten und hat keine durch Quellen verifizierbare Grundlage.

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Du bist schlecht informiert. Man hat schon etliche dieser Vorfahren gefunden. Die Herkunft des Menschen ist inzwischen nahezu lückenlos überliefert und lässt sich mit nur wenigen Unklarheiten in die Zeit vor mehr als 20 Millionen Jahren zurückverfolgen. Damit ist der Mensch eine der am besten erforschten Spezies auf der Welt, zumindest was deine Entwicklungsgeschichte angeht.

Wie wissen, dass der Mensch als ART Homo sapiens in Ostafrika vor etwa 200.000 bis 300.000 Jahren das erste mal auftrat. Von dort aus breitete er sich zuerst über den afrikanischen Kontinent aus, danach über die ganze Welt: die Levante erreichte er vor etwa 100.000 Jahren, Zentralasien und Indien vor etwa 70.000 Jahren, Südostasien vor etwa 50.000 Jahren, vor 40.000 Jahren dann auch Australien. In einer zweiten Auswanderungswelle gelangte er vor etwa 40.000 Jahren auch nach Europa und Nordasien und vor etwa 14.000 Jahren schließlich auch nach Nordamerika. All dies ist durch Fossilien und Werkzeugfunde bestens dokumentiert.

Homo sapiens war jedoch nicht der erste Mensch, der außerhalb Afrikas Fuß fassen konnte. Bereits ganze 800.000 Jahre vor ihm gelang Vertreter des Homo erectus, der später auch der Urahn des Homo sapiens in Afrika werden sollte, ebenfalls der Schritt in die große weite Welt. In der Levante und auf dem Balkan entwickelten sich seine Nachfahren vor 600.000 Jahren zum Heidelbergmenschen (Homo Heidelbergendes) und dieser wiederum vor etwa 250.000 Jahren in Europa zum Neandertaler weiter; in Asien gab es darüber hinaus noch viele weitere Menschenarten wie die Peking- und Java-Menschen, die zwergenhaften Flores-Menschen und die geheimnisvollen Denisova-Menschen.

Vor Homo erectus waren unsere Vorfahren jedoch ausschließlich auf Afrika als Lebensraum beschränkt. Jedoch hat es auch dort etliche Frühmenschenarten gegeben. Unsere Linie geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf Homo rudolfensis zurück, der sich vor etwa 2,1 Millionen Jahren aus den Australopithecinen entwickelte. Er lebte zeitgleich, aber in einer anderen Region wie eine andere Menschenspezies, nämlich Homo habilis, die ihm in Wuchs und Erscheinung auch recht ähnlich war.

Die ersten Vertreter der GATTUNG Homo hatten die wichtigsten Schritte auf dem Weg der Menschwerdung bereits hinter sich. Sie liefen bereits seit langen aufrecht auf zwei Beinen, hatten einen nur wenig behaarten Körper, relativ großer Gehirne, verwendeten selbstgebautes Werkzeug und beherrschten sehr wahrscheinlich auch bereits das Feuer. Eventuell besaßen sie sogar bereits die Fähigkeit zu einer einfachen Sprache. Viele dieser Entwicklungsschritte haben wir bereits der vorherigen Gattung, dem Australopithecus zu verdanken. Auch von Australopithecus gibt es mehrere Arten, von denen der Australopithecus afarensis, zu der auch die berühmte Lucy gehört, mit 4,1 Millionen Jahren eine der ältesten ist.

Jedoch reicht die überlieferte Linie unserer Vorfahren noch weit länger zurück. Wir erreichen über Ardipithecus ramidus (4,4 -5,7 Millionen Jahre) und Orrorin tugenensis (5,7 - 6,2 Millionen Jahre) schließlich den Sahelanthropus tschadensis, der vor 6-7 Millionen Jahren lebte. Sahelanthropus hat einige Merkmale, die ihn als den wahrscheinlich letzten gemeinsamen Vorfahren der Menschenlinie und der Schimpansenlinie ausweisen.

Wir kommen mit den Fossilfunden über mehrere Zwischenstationen schließlich bis zu dem 12 Millionen Jahre alten Sivapithecus aus Indien zurück, wahrscheinlich der letzte gemeinsame Vorfahre ALLER Menschenaffen ist. Und selbst das ist noch nicht das Ende unserer Reise: mit dem 20 Millionen Jahre alten Proconsul erreichen wir einen weiteren Vertreter unserer Affen-Vorfahren, der wiederum in Afrika beheimatet war und wahrscheinlich einer der frühesten eigenständigen Menschenaffen ist, die sich von den Gibbons abgespalten haben.

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Leute, die an sowas glauben, sind genauso im Irrtum wie die, die glauben, sie dürften Zweifel an Darwins Abstammungslehre hegen.

Bonobos sind rezente Affen. Das heißt: Es gibt sie noch heute. Sie sind eine Unterart des Schimpansen, und Schimpansen und Menschen sind nicht mehr eng genug miteinander verwandt, als dass sie miteinander Nachkommen haben könnten. Somit kann der Bonobo nicht innerhalb unserer Abstammungslinie stehen.

Allerdings sind Bonobos und Schimpansen trotzdem Teil unseres Familienstammbaums. Wir stammen nicht von ihnen ab, aber sie und wir hatten gemeinsame Vorfahren. Die entwicklungsgeschichtlichen Wege von Schimpansen und Menschen trennten sich nach molekulargenetischen Untersuchungen vor etwa 7 bis 6 Millionen Jahren. Der letzte gemeinsame Vorfahre beider Linien war wohl Sahelanthropus tschadensis, dessen Fossilien in der Gegend des heutigen Tschad entdeckte. Sahelanthropus weist in seinem Schädelbau Gemeinsamkeiten von Menschen UND Schimpansen auf, außerdem lebte er genau zu jener Zeit. Er sah ungefähr so aus:

Die Unterschiede zwischen Menschen und Schimpansen ergeben sich durch Anpassungen an unterschiedliche Lebensräume. Sahelanthropus sah sich seiner Zeit einem erheblichen Klimawandel gegenüber, als sich in seiner Heimat die Sahara immer weiter ausbreitete. Die Affen waren gewzungen, sich weiter nach Süden und Osten auszubreiten:

  • Einige von ihnen ließen sich im Gebiet des Kongobeckens nieder und spezialisierten sich auf das Leben als reine Waldbewohner. Sie entwickelten sich zu den heutigen Schimpansen, und eine ihrer Unterarten ist der Bonobo.
  • Eine weitere Linie gelangte dagegen nach Ostafrika (Äthiopien, Tansania, Kenia). Dort führte der Klimawandel zur Ausbreitung der Savannen mit kleineren Waldinseln. Diese Umweltbedingungen begünstigten u.a. die Entwicklung des aufrechten Ganges, denn dort war es wichtig, das hohe Gras überblicken und Feinde vorzeitig erspähen zu können. Die ostafrikanischen Menschenaffen brachten bald einen Großteil ihres Lebens auch am Boden zu.

Der weitere Entwicklungsweg der Menschenlinie ist durch Fossilfunde u.a. von Orrorin tugenensis (6,2 - 5,5 Millionen Jahre) Ardipithecus ramidus (5,7- 4,5 Millionen Jahre) und schließlich auch über die Australopithecinen bis hin zu den frühesten Vertretern der Gattung Homo inzwischen lückenlos überliefert. Die Fossilen Nachweise, die in ihrem Körperbau bei jünger werdenden Funden immer mehr menschenspezifische Merkmale aufweisen, sprechen eine mehr als deutliche Sprache und strafen jeden Zweifler längst Lügen.

Trotz ihrer äußerlichen Unterschiede sind sich Menschen und Bonobos noch immer so ähnlich, dass zwischen 97 und 99% ihrer genetischen Basenpaare absolut identisch sind. Sie sind also Gewissermaßen unsere Geschwister.

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Prinzipiell ja. Das Wasser wird ja durch die Erdanziehungskraft auf der Erde gehalten und kann sie deshalb auch nicht wieder verlassen. Wenn überhaupt dürfte sogar noch etwas mehr Wasser dazugekommen sein: Meteoriten bringen immer wieder neues Wasser auf die Erde.

Während des Jura und der Kreidezeit lag allerdings der Meeresspiegel sehr viel höher als heute. Grund war die damalige Auffaltung des Meeresbodens durch unterseeischen Vulkanismus. Außerdem waren durch das warme Erdklima die Polkappen frei von Eis und auch in den Hochgebirgen nur relativ wenig Wasser in den dortigen Gletschern gebunden. Zeitweilig lag der Meeresspiegel deshalb ganze 130m über dem Niveau von heute.

Da sich die Grundbausteine des Wassers - also Wasserstoff und Sauerstoff - immer wieder neu zu Molekülen verbinden, trinkst du auf chemischer Ebene immer wieder auch genau das Wasser, das einst die Dinosaurier getrunken haben. Und nicht nur das: sogar dein ganzer Körper besteht sehr wahrscheinlich aus Molekülen, die einst auch schon einmal in Dinosauriern vorhanden waren.

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Andere Theorie

Aas ist Fleisch, nämlich das von toten Tieren. Somit ist jeder Aasfresser auch ein Fleischfresser. Umgekehrt verhält es sich auch fast genauso: Auch jeder Fleischfresser ist ein Aasfresser, denn jedes fleischfressende Tier würde einen frischen Kadaver nicht verschmähen und von ihm fressen. Schließlich kann es sich dann eine kräftezehrende und möglicherweise gefährliche Jagd sparen. Tyrannosaurus war also definitiv Fleisch- und Aasfresser. Die Frage ist also, welchen Anteil Aas am Beutespektrum des Tyrannosaurus ausgemacht hat und inwiefern er imstande war, auch eigenständig auf die Jagd zu gehen.

Mit dieser Frage beschäftigte sich in den 90ger Jahren vor allem der U.S.-amerikanische Paläontologe James "Jack" Horner, der vor allem wegen seiner Funktion als Berater bei den Jurassic Park Filmen bekannt geworden ist. Horner ging davon aus, dass Tyrannosaurus primär ein Aasfresser und keineswegs ein gefürchteter Jäger war.

Grund für diese Annahme war vor allem die schiere Größe des Tieres und das eher ungünstige Verhältnis der Länge des Oberschenkels zum Unterschenkel. Die Beine des Tyrannosaurus waren zwar ungeheuer muskulös und kräftig, aber sie erlaubten ihm keine hohen Geschwindigkeiten. Außerdem war das Tier extrem kopflastig gebaut: Wie Computersimulationen bestätigen, konnte ein ausgewachsener Tyrannosaurus nur maximal 35 km/h schnell laufen, bei einem höheren Tempo wäre er gestürzt. Vermessungen von Fußabdrücken kommen auf ein ähnliches Ergebnis: Tyrannosaurus war also nicht gerade der schnellste unter den Dinosaurier.

Ein Tier, dass sich überwiegend von Aas ernährt, muss imstande sein, einen Kadaver auch über große Entfernungen zu wittern. Und tatsächlich hatte der Tyrannosaurus einen ausgezeichneten Geruchsinn, sogar den zweitbesten im gesamten Tierreich. Lediglich die Nasenöffnung des Truthahngeiers (Cathertes aura) waren proportional gesehen noch größer - und dieser Geier ist selbstredend ein ausgesprochener Aas-Gourmet.

Horners These blieb allerdings nicht lange unkritisiert. Einer von Horners ärgsten Rivalen im Streit um die Lebensgewohnheiten des Tyrannosaurus war Robert Thomas Bakker, ebenfalls ein berühmter Paläontologe. Bakker setzte entgegen, dass ein Aasfresser auch imstande sein muss, möglichst ohne Energieaufwand ein riesiges Gebiet abzusuchen. Geier können das, weil sie auf den Luftsäulen gleiten und mit ihren scharfen Augen kilometerweit sehen können. Ein Tyrannosaurus konnte aber natürlich nicht fliegen und hätte jeden Kadaver auf gut Glück zu Fuß aufsuchen müssen.

Außerdem verfügte Tyrannosaurus über ein bemerkenswert starkes Gebiss. Er hatte die stärkste Beißkraft aller bekannten Landtiere und konnte mit einer Kraft zubeißen, die einer hydraulischen Schrottpresse entspricht: mit 30.000 Kilonewton pro Quadratzentimeter war Tyrannosaurus mühelos imstande, Knochen, Sehnen und Muskeln zu zermalmen. Seine Zähne waren völlig anders aufgebaut als die anderer Fleischfresser: Sie waren nicht flach und zum Zerreißen der Beute ausgelegt, sondern dick wie Bananen - perfekt also, um tiefe Wunden zu verursachen und ein Opfer regelrecht zu erdolchen. Ein Tier, dass sich überwiegend von Aas ernährt, hat so ein mörderisches Gebiss nicht nötig, so Bakker.

In den letzten Jahren stellte sich allerdings mehr und mehr heraus, dass wohl beide Forscher recht hatten. Horner stellte Anfang der 2000er eine weitere These auf, nämlich das Tyrannosaurus ein Rudeltier war. Grund zu der Annahme war das Auftauchen sogenannter Bonebeds - also Dino-Massengräber, die bestätigten, dass mehrere Tyrannosaurier unterschiedlichen Alters direkt nebeneinander gestorben waren. Bei Albertosaurus, einem etwas älteren Verwandten des Tyrannosaurus, fand man sogar ein Bonebeds mit ganzen 23 Individuen! Tyrannosaurier waren also ausgespochen gesellige Familientiere.

Das Leben im Rudel bietet für einen Aasfresser keinerlei Vorteile. Schließlich muss er seine Beute dann auch mit anderen Artgenossen teilen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Tiere sich vor allem zur gemeinsamen Jagd im Rudel formierten. In der Gemeinschaft konnten sie auch die größten Pflanzenfresser ihrer Zeit wie den Horndinosaurier Triceratops oder den großen Entenschnabeldinosaurier Edmontosaurus überwältigen. Tatsächlich fand man auf den Knochen dieser Tiere u.a. Abdrücke, die offenbar auf Bissverletzungen durch Tyrannosaurier hervorgerufen waren.

Diese Bissverletzungen waren allerdings noch kein Beweis für eine aktive Jagd. Schließlich lässt sich nicht mehr feststellen, ob die Bissspuren vor oder erst nach dem Tod auf den Knochen gekommen sind, denn auch ein Aasfresser kann diese natürlich an einem Kadaver hinterlassen. Allerdings fand man im Jahre 2013 ein gut erhaltenes Edmontosaurus-Skelett, in dessen Schwanzwirbel eine Zahnspitze von Tyrannosaurus steckte. Der Zahnsplitter war bereits fest von dem neugebildeten Knochengewebe des Edmontosaurus umwachsen, die Verletzung also vollständig ausgeheilt. Der gebissene Entenschnabeldinosaurier hat also noch viele Jahre nach seiner Begegnung mit einem Tyrannosaurus weitergelebt. Dieser Fund bestätigt, dass Tyrannosaurus sehr wohl ein aktiver Jäger war, denn so eine Verletzung kann natürlich nur bei einer schiedfgelaufenen Jagd aufgetreten sein.

Heute vermuten wir, dass Tyrannosaurus eine gut koordinierte Angriffstrategie verwendete, um seine Opfer zur Strecke zu bringen. Zwar war ein ausgewachsener Tyrannosaurus wie erwähnt ausgesprochen langsam und schwerfälllig, jedoch trifft das nicht auf Halbwüchsige und Jungtiere zu: Diese hatten nämlich einen komplett anderen, völlig auf Geschwindigkeit ausgerichteten Körperbau. Ein fünf Jahre Alter Tyrannosaurus gehörte Dank seiner langen Unterschenkel und seines grazilen Körpers sogar zu den schnellsten Dinosauriern, die je gelebt haben: Sie erreichten mutmaßlich Geschwindigkeit von knapp über 60km/h, womit sie bei weitem imstande gewesen wären, einen Triceratops oder Edmontosaurus zu hetzen.

Die Jungtiere könnten also ein ähnliche Funktion bei der Jagd eingenommen haben wie die Löwinnen in einem heutigen Löwenrudel: Sie pirschten sich an die Beutetiere heran, starteten einen Überraschungsangriff und konzentrierten sich anschließend auf ein oder zwei Einzeltiere, die sie gezielt in Richtung des Unterholzes trieben. Dort lagen dann die ausgewachsenen Tyrannosaurier bereits auf der Lauer, um der Beute den Weg abzuschneiden. Die Tötung erfolgte dann überraschend und sehr schnell: Die Beute wurde gepackt und nach einem gut platzierten Biss in Rücken oder Genick zur Strecke gebracht.

Natürlich konnte es auch vorkommen, dass ein Tyrannosaurus einmal völlig auf sich allein gestellt war. Wie bei allen Rudeltiern können soziale Spannungen dazu führen, dass ein Tier vom Rudel ausgestoßen wird. Ein einsamer Tyrannosaurus konnte sich dann allerdings in seiner Notsituation noch immer auf seine gute Nase verlassen, sodass er dann auch mit Aas über die Runden kam, bis er Anschluss an ein neues Rudel gefunden hatte.

Noch ein Nachsatz: Natürlich ist fast alles, was wir über das Verhalten der Dinosaurier schreiben, mit Vorsicht zu genießen. Einen lebenden Tyrannosaurus hat niemand, auch kein noch so gut studierter Paläontologe je gesehen und damit sind fast alle der Thesen spekulativ. Die "Beweise" wie der Zahn im Rückenwirbel des Edmontosaurus sind lediglich Indizien. Und auch wenn diese uns ein recht gutes Bild über das Leben der Dinosaurier ermöglichen, so bleiben die Details nun doch wieder zum großen Teil unserer Fantasie überlassen.

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Mir fällt bei deiner Fragestellung vor allem auf, dass du auf pseudewissenschaftliche Propaganda von Kreationisten hereingefallen bist. Denn es stimmt ganz und gar nicht, dass wir erst seit "kurzem" Knochen von Früh- und Urmenschen finden.

Die Anthropologie (auch "Menschenkunde") ist eine wissenschaftliche Teildisziplin, mit deren Erforschung bereits im 15. Jahrhundert (!) begonnen wurde. Sie geht auf den Naturfoscher, Arzt und Theologen (!) Magnus Hundt zurück, der sich mit der Erforschung des menschlichen Körpers und Geistes einen Namen machte. Er betrachtete den Menschen zwar noch als Knotenpunkt zwischen Schöpfer und Schöpfung, also noch als eine herausgehobene Spezies unter den Tieren, aber durch ihn wurde der Grundstein der differnzierten Erforschung unserer Herkunft gelegt.

Natürlich wurde die Frage, wo wir eigentlich herkommen von der Kirche supressiert - denn die hatte mit der Schöpfungsgeschichte ja bereits eine "Antwort", an die alle anderen doch bitteschön einfach so zu glauben hatten. Erst mit dem Aufkommen des mordernen Humanismus konnte der Einfluss der Kirche auf die Wissenschaften nach und nach gebrochen werden. Aufklärern wie Jean-Jaques Rousseau gelang es in der Mitte des 18. Jahrhunderts - damals allerdings noch ohne fossile Belege - den Archetyp des "Urmenschen" (L'homme naturel) durchzusetzen, also eine Herkunft des Menschen aus der Wildheit der Natur.

Dass diese Vorstellung korrekt und wir tatsächlich schon sehr viel länger auf der Erde leben als die biblischen 6.000 Jahre (die übrigens bloß auf willkürlichen Berechnungen der in der Bibel zu findenden Genealogien des irischen Bischof James Ussher zurückgehen), wurde im Jahre 1856 auch durch Fossilien bestätigt. Im Neandertal bei Düsseldorf wurden die Überreste von Urmenschen gefunden, den man später Neandertaler nennen sollte. In der Folge wurden auch in vielen anderen Teilen der Welt alte Menschenknochen gefunden, und in der weiteren Folge ihrer Erforschung stellte sich heraus, dass der "tatsächliche" Garten Eden, also der geographische Ursprungsort des Menschen in Ostafrika liegt.

Wenn du also volle 163 Jahre nur als "seit kurzem" bezeichnen willst, bitteschön. Aber ich fürchte, dir ist es durch religiöse Indoktrination nicht mehr möglich, deine Augen für Tatsachen zu öffnen.

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