Ich kann den Lehrer nur unterstützen. Hätte er damals seine Bratwurstbude eröffnet, hätte er heute sicherlich sehr viel weniger graue Haare.

Ich persönlich finde übrigens, dass alle Eltern, die es so wie bei dir derart versäumen, ihren Kindern die grundlegendsten Dinge der Allgemeinheit selbst beizubringen, dazu verpflichtet werden sollten, Schmerzensgeld an die Lehrer zu bezahlen. Mindestens ein Fünftel ihres eigenen Einkommens, natürlich nach Steuern. Das wäre ein absolut angemessener Satz, um die späteren Verdienstausfälle und die Burnout-Therapien zu kompensieren. Und eventuelle Schönheitskorrekturen, die durch das ständige Schlagen des Kopfes an Tischplatten und Tafelrändern entstehen.

Lehrer in der heutigen Zeit verdienen unser aller Mitgefühl.

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Es scheint mir, alss würdest du ENDLICH mal einen wichtigen Aspekt der Evolution verstehen! Yippieh! Ein Durchbruch! :-)

Es ist tatsächlich so, dass fast alle Spezies eine genetische "Lebenserwartung" haben und sie sich aufgrund der irgendwann nicht mehr gegebenen ausreichenden Diversität ihrer Gene nicht mehr untereinander fortpflanzen können. Was heißt aber Diversität?

Grundvorraussetzung der Evolution ist es, dass alle Individuen einer Spezies genetisch ein klein wenig verschieden sind. Jedes einzelne Individuum hat somit ein eigenes Erbgut, es ist ein Unikat. Eine weitere Vorraussetzung für Evolution ist, dass die Individuen einer Generation immer mehr Nachkommen in die nächste Generation setzen, als zum puren Überleben eigentlich notwendig wären. Durch natürliche Umstände, etwa durch Fressfeinde in der Nahrungskette oder auch durch Krankheiten, Unfälle oder sonstige Übel, werden die Nachkommen, die aufgrund ihrer spezifischen (und genetisch vorprogrammierten) Eigenschaften nicht in der Lage sind, zu überleben, daran gehindert, ihr inividuelles Erbgut selbst an die nächste Generation weiterzugeben, sie werden ausselektiert. Die besonders gut angepassten Individuen vererben jedoch ihre spezifischen Eigenschaften weiter. So entwickeln sich über mehrere Generationen hinweg ganz bestimmte, für die Anpassung an die Natur besonders geeignete Eigenschaften weiter, während andere Eigenschaften nach und nach verschwinden.

Wegen den ganz normalen Entwicklungen der natürlchen Auslese kann es keine Art, auch den Menschen, nicht ewig geben. Auch wir Menschen werden uns weiterentwickeln, Generation für Generation für Generation, bis wir in vielen Tausend Jahren vielleicht nicht mehr so aussehen werden, wie wir es heute tun. Hinzu kommt natürlich auch noch der Faktor der Mutation, wobei durch äußere Umstände veränderte Teilabschnitte der DNS, also eigentlich fehlerhafte Modifikationen, sich ebenfalls als vortelhaft erweisen und damit als Erbgut in die nächste Generation getragen werden. Solche "Fehler" haben bei Nordeuropäern zum Beispiel zur Entwicklung einer helleren, lichtempfindlicheren Haut, zu blauen Augen und zur Entwicklung von rotbondem statt schwarzkrausem Haar geführt. Zu Beginn unserer Evolution als Homo sapiens waren wir nämlich alle noch dunkelhäutig, braunäugig und hatten krauses, dunkles Haar, ganz genau so wie es heute noch die Menschen in Afrika haben - denn sie mussten sich ja nicht an veränderte Lebensbedingungen anpassen, wie sie in Europa oder Asien vorherrschen.

Kommen wir nun aber zu den Gendefekten. Normalerweise sortiert die Natur alles, was einem Individuum zum Nachteil gereicht, binnen kurzer Zeit schon wieder aus dem Erbgut aus. Gendefekte verschwinden somit sehr rasch wieder aus dem Genpool, weil sie Schwächen verursachen, die das betreffende Individuum darin einschränken, sich fortzupflanzen - es stirbt entweder schon vor der Geschlechtsreife oder wird beim Paarungskampf von anderen Individuen übervorteilt, sodass es ihm nicht gelingt, einen Partner zu finden.

Gendefekte können aber auch tatsächlich so wie du es beschreibst zum Aussterben einer ganzen Spezies führen. Denn hin und wieder kommt es vor, dass durch eine Katastrophe ein hoher Prozentsatz der Individuen wegstirbt. Dadurch wird die genetische Diversität, über die wir oben gesprochen haben, massiv eingeschränkt. Wenn nur wenige Individuen überleben, dauert es logischerweise nicht lange, bis die Nachkommen dieser Individuen durch den Faktor der Inzucht alle sehr eng miteinander verwandt sind. Gendefekte werden dann häufiger weitervererbt, ohne ausselektiert zu werden, weil es nicht mehr genug Konkurrenz gibt. Und wegen der nahen Verwandtschaft der Individuen zueinander häuft sich dann auch das phänotypische Auftreten von Erbkrankheiten.

Ein gutes Beispiel ist der Gepard. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert stand diese Katzenart durch massive Bejagung kurz vor dem Aussterben. Nur sehr wenige Individuen haben überlebt. Zwar haben sich die Geparden inzwischen in ihrem Bestand wieder weitestgehend erholt, doch stammt jeder heute lebende Gepard nur von einer sehr kleinen Gruppe von individuen ab. Die genetische Variabilität des Geparden ist inzwischen derart gering, dass jeder Gepard auf der Welt mit jedem seiner Artgenossen so eng verwandt ist, als wären sie Geschwister! Aufgrund dieser geringen Variabilität häufen sich bereits jetzt Erbkrankheiten und Gendefekte bei jeder neuen Gepardengeneration und die Anzahl von gesunden Nachkommen sinkt mit jeder weiteren dramatisch ab. Der Gepard wird aus diesem Grund wahrscheinlich in nur wenigen Jahrhunderten überhaupt nicht mehr imstande sein, sich fortzupflanzen und deswegen aussterben.

Das gleiche Schicksal wird in etwas fernerer Zukunft auch uns Menschen drohen. Auch wir sind vor etwa 74.000 Jahren dramatisch dezimiert worden und beinahe ausgestorben, vielleicht aufgrund einer Naturkatastrophe mit globalen Folgen wie einem gewaltigen Vulkanausbruch. Noch heute ist diese genetische Einschränkung als sogenannter "Flaschenhals" in unserem Erbgut nachweisbar. Die Gesamte Menschheit - und das sind weit über 7 Milliarden! - hat trotz ihrer scheinbaren Vielfalt nur eine geringe genetische Diversität, sie ist sogar so gering, dass schon eine Gruppe von nur 50 Schimpansen genetisch vielfältiger ist als alle Menschen auf dem Planeten zusammen.

Wie lange der Mensch genetisch noch überlebt, steht in den Sternen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns die fehlende genetische Vielfalt einholt und wir aussterben werden - wenn wir das nicht schon vorher irgendwie schaffen, weil wir uns unseren eigenen Lebensraum zerstören.

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Ja, das ist absolut nichts ungewöhnliches. Graureiher leben zwar nomadisch und sind Zugvögel, aber solange sie in unseren Breiten noch genug Nahrung finden, bleiben manche von ihnen auch das ganze Jahr über hier. Dass du den Reiher vorher nie gesehen hast, kann entweder daran liegen, dass die Reiher natürlich kleine Geheimniskrämer sind und sich über lange Zeit völlig bewegungslos an einem Ort ausharren - gerade im Sommer bei dichter Vegetation sind sie dann beinahe unsichtbar. Oder der Reiher ist tatsächlich neu und hat diesen Teich erst vor kurzem für sich erobert, weil es zuvor dort vieleicht irgendein Tier gegeben hat, dass ihm beim Fischen gestört hat - vielleicht gab es dort ja im Sommer Nutrias oder auch einen Raubvogel.

In einem Kommentar hast du ja noch gefragt, ob es nicht ungewöhnlich ist, dass nur der eine dort an eurem Teich ist. Aber auch das ist völlig normal. Die meisten Graureiher sind in der Regel Einzelgänger. Wenn man sie in Gesellschaft mit anderen Reihern antrifft, dann sind das entweder alte Bekannte von ihnen, meist auch direkte Verwandte - aber solche "Reiherfreundschaften" sind eher selten und werden nur dann geschlossen, wenn es ein überreiches Nahrungsangebot gibt. Findet ein Graureiher allerdings nur wenige Fische, Amphibien oder sonstige Kleintiere, oder auch wenn eine Graureiherdame in der Nähe ein Gelege hat, wird der "Angelplatz" sogar mit äußerst brutaler Gewalt verteidigt. Graureiher fügen Artgenossen, die in ihr Gebiet eindringen, mit Tritten und Schnabelhieben manchmal sogar so ernste Verletzungen zu, dass sie sich gegenseitig damit umbringen. Somit sind Graureiher trotz ihrer eleganten Erscheinung eher nicht für ihre Umgänglichkeit bekannt.

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Ich glaube, du verstehst nur die Spielregeln vom biologischen Puzzlen nicht.

Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Wirft man die Puzzleteile in die Luft und lässt sie sich neu anordnen, dann werden immer nur die Teile zusammenhängend in die Luft geworfen, die besonders gut zusammen passen. In der Luft verbinden sie sich mit anderen Puzzleteilen, die ebenfalls besonders passig sind. Die nicht zusammenpassigen Teile fallen aber aus dem Puzzle raus und spielen in der nächsten Runde nicht mehr mit. Die zusammengehörigen Puzzleteile jedoch vermehren sich untereinander. Grundregel: Es gibt immer mehr Puzzleteile, als zum Erhalt des Puzzles unbedingt nötig werden. Alle reproduzierten Puzzleteile werden in der nächste Runde dann wieder in die Luft geworfen und finden sich dann zu neuen Konstellationen zusammen - oder werden eben aussortiert, wenn sie eben nichts passendes finden.

Und jetzt gibt es nicht nur eine weitere Runde, sondern in jeder einzelnen Generation eine neue, in der dann wieder gesiebt und gesiebt und gesiebt wird und sich besonders die Puzzleteile vermehren, die besonders gut zueinander passen. Und manchmal kommen auch zufällig veränderte neue Puzzleteile mit ins Spiel, die dann entweder total unpassig sind und sofort wieder rausfallen, aber manchmal sogar besonders gut zu den anderen dazu passen und sich dann sogar häufiger vermehren als alle anderen Puzzleteile, wodurch sich das Gesamtbild des Puzzles nach nur wenigen Runden dramatisch verändern kann.

So ändert das Puzzle ständig wieder sein Aussehen, aber nach jeder einzelnen Runde ist das Gesamtbild absolut perfekt. Das Bild von einer neuen Runde sieht dabei allerdings immer noch fast genauso aus wie das Bild davor. Du würdest auch zehn, hundert oder sogar tausend Runden lang kaum einen Unterschied feststellen. Erst wenn du ein Puzzlebild aus Runde 1 mit einem Puzzlebild aus... sagen wir Runde 98721 vergleichst, erkennst du, dass sich die Bilder doch schon deutlich voneinander unterscheiden.

Nur hat die Evolution nicht nur wenige zehntausend, sondern Milliarden Puzzle-Runden Zeit gehabt. Und so ist von einem Primitiven Puzzle, dass aus nur wenigen Teilen bestand, ein irre komplexes Puzzle mit Billionen von verschiedenen Teilen entstanden. Alles im Laufe von vielen Milliarden Jahren.

Ob nun aber irgendeine Intelligenz dahintersteckt und die Teile in die Luft wirft, oder ob das nicht auch "einfach so" abläuft, weiß niemand auf der Welt zu sagen. So genau verstehen wir das Spiel dann doch noch nicht. Dass dieses Spiel aber irgendwie von irgendwem gespielt wird und dass auch wir selbst immer noch ein Teil davon sind, ist Fakt und kann auch durch noch so viel Gerede nicht geleugnet werden. Denn dafür haben wir ganze Lagerhallen voll mit Belegen.

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Der einzige Rat, den ich dir geben kann: Abwarten. DU bist schließlich die, die im Recht ist. Dein Freund benimmt sich wie ein bockiges kleines Kind - uneinsichtig, aggressiv, stur. Wenn du jetzt nachgibst, ihm hinterherläufst und dich womöglich sogar entschuldigst, wird es in eurer Beziehung immer so laufen wie jetzt.

Ich weiß, wie schwer es ist, nach einem Streit auf seiner Position zu beharren, wenn man so wie du es zu sein scheinst ein Mensch ist, dem Harmonie und ein gutes Auskommen - vor allem mit seinem Partner! - über alles geht. Jetzt dazusitzen und zu warten, bis eine Nachricht kommt, ist sicher die Hölle für dich. Aber ich rate dir: Lass nicht zu, dass man diese gute Eigenschaft von dir ausnutzt und bleib stark. Dein Freund war es schließlich, der sich falsch verhalten hat. Du hast in Sachen Igel alles richtig gemacht. Es ist jetzt keineswegs deine Aufgabe, deinen Freund zu überzeugen - dass muss von ihm selbst kommen.

Warte also einfasch ab. Irgendwann, vielleicht sogar noch heute, wird dein Freund sich bei dir melden. Um ihn ein klein wenig zu erziehen, solltest du seine Nachrichten oder Anrufe vielleicht sogar eine Weile ignorieren. Eigentlich würde es sich so gehören, dass er jetzt mit nem Blumenstrauß in der Hand vor deiner Tür steht und sich entschuldigt, schließlich hat er völlig überreagiert und dich sogar rausgeworfen. Zwar ist es ja schon ganz gut, nach einem Streit erst einmal auf Distanz zu gehen und sich allein wieder zu beruhigen, aber dich zu deinen Eltern zu schicken und so Herumzubocken ist ein absolutes No Go.

Sollte er in Zukunft noch einmal so ausrasten und statt mit dir zu reden dich vor die Tür setzen, solltest du sogar darüber nachdenken, ob er wirklich der richtige für dich ist. So etwas macht man nicht.

Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und hoffe, dass sich die Wogen wieder glätten. Es wäre ja nun wirklich echt schade, eine Beziehung wegen eines Igels so zu belasten, dass sie zerbricht. Und ich glaube echt nicht, dass das passieren wird. Also bleib tapfer! Das wird schon werden.

Liebe Grüße,

Markus

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Weil "Jurassic Park" auf der gleichnamigen Romanvorlage von Michael Crichton basiert und das ein Science-Fiction-Roman ist und kein Tatsachenbericht.

Crichton möchte in seinem Buch die Botschaft vermitteln, dass die anmaßende Vorstellung geltungssüchtiger Wissenschaftler und Unternehmer, die davon überzeugt sind, alles perfekt kontrollieren zu können, nichts als ein irrer Wahn ist. Eine Figur in dem Werk, der exzentrische Mathematiker und Chaosforscher Ian Malcolm, der diesen Wahn durchschaut und davor warnt, dass der Park ungeahnte Gefahren aufgrund der Unvorhersehbarkeit in komplexen Systemen birgt, ist hier als Stimme von Crighton selbst zu interpretieren. Malcolm reist trotz seiner eigenen Bedenken allerdings trotzdem in seiner Arroganz mit auf die Insel, wo er im Buch dann sogar ums Leben kommt. Hier kritisiert Malcolm also auch die vielen Warunungsrufer, die aber trotzdem trotz ihrem ständigen Geschrei an allen Problemen, die die Menschheit verursacht, kräftig mitwirken.

Diese Idee von einem scheiternden Vergnügungspark hatte Crighton, der nicht nur Romane, sondern auch Drehbücher schrieb und daneben auch als Filregisseur tätig war, bereits 1973, also ganze 17 Jahre vor Jurassic Park, in seinem Film "Westworld" verarbeitet: Dort geht ebenfalls ein "perfekt" Organisierter Vergnügungspark mit lebensechten Robertern den Bach runter, als die menschenähnlichen "Schießbudenfiguren" Amok laufen und die Besucher töten - also ganz genau wie die Dinosaurier in Jurassic Park.

Die sowohl im Buch als auch im Film auftauchende Geschlechtskontrolle der Dinosaurier ist natürlich der Fantasie des Autors entsprungen. Sie beruht auf der Annahme, dass bei Dinosauriern wie auch bei heutigen Krokodile die Temperatur des Nestes einen Einfluss auf das spätere Geschlecht der Embryos gehabt haben könnte. Bei Dinosauriern gab es so eine temperaturreguierte Geschlechtsbestimmung aber wahrscheinlich nicht in Wirklichkeit. Im Film wird von Henry Wu, dem Chefgenetiker, außerdem erwähnt, dass die Chromosomen kontrolliert werden - die Dinosaurier also genetisch absichtlich als Weibchen geschaffen werden.

Dieser Sicherheitsmaßnahme macht dann die Natur, in die der Mensch hineinzupfuschen versucht hat, aber gleich wieder rückgängig: durch die Frosch-DNS, die der stark fragmentarischen Dino-DNS beigefügt wurde, um die Genome zu komplettieren, "erben" die Park-Dinosaurier die genetische Eigenschaft der westafrikanischen Laubfrösche, unter eingeschlechtlichen Bedingungen ihr Geschlecht zu wechseln. Und dadurch können sie sich auf der Insel dann auch unkontrolliert fortpflanzen. Zwar verursacht diese unkontrollierte Fortpflanzung nicht direkt Probleme oder führt zum Tod von irgendwelchen Figuren, aber sie ist eine nette Nebenepisode, die das Scheitern und den Kontrollverlust des Menschen darstellt.

Das ist natürlich in der Realität alles nicht möglich und genauso Science-Fiction wie das Beamen bei Star Trek. Frösche und Dinosaurier sind nicht besonders eng miteinander verwandt, weshalb eine genetische Hybridisierung gar nicht möglich wäre. Schon allein die in den Bernstein-Mücken gewonnene DNS ist viel zu bruchstückhaft, man findet dort nur einzelne DNS-Fragmente, aber niemals ein komplettes oder auch nur annähernd komplettes Genom, das zum Klonen nötig wäre. Außerdem überspringt Crighton einen wichtigen Punkt beim Erschaffen der Dinosaurier: Selbst wenn die Rekonstruktion eines Dino-Genoms irgendwie doch gelänge, so findet sich in der modernen Tierwelt kein enger Verwandter, der die befruchteten Eizellen austragen und ausbrüten könnte. Die "Wiedererschaffung" eines Dinosauriers ist damit tatsächlich sogar unwahrscheinlicher als ein Raumschiff mit Überlichtantrieb oder eine bewohnbare Kolonie auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Rein logisch hätte als Sicherheitsmaßnahme eine Sterilisation der Tiere erstens sehr viel weniger Aufwand bedeutet und wäre zweitens auch eine sicherere Möglichkeit gewesen. Da Crighton aber den Hochmut des Menschen und dessen Scheitern auf ganzer Linie aber zum Leitmotiv in seinem Buch machte, hat er diese Episode dort eingebaut. Sehr gelungen, wie ich finde, denn auch wenn "Jurassic Park" an vielen stellen aus wissenschaftlicher Perspektive und auch vom logischen Ansatz her viele Lücken hat, so ist es wirklich ein gelungener und spannender Roman. Und auch Steven Spielbergs filmische Umsetzung von Crightons Idee ist nicht nur ein fesselnder Action-Film, sondern auch ein Meilenstein in der Filmgeschichte.

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Weil die Geschlechtsteile von Dinosauriern sowie auch alle anderen Weichgewebestrukturen meist vor der Fossilisation verwesen und deshalb nicht erhalten geblieben sind, wissen wir nicht mit Sicherheit, wie die Geschlechtsorgane bei Dinosauriern aufgebaut waren.

Mit großer Wahrscheinlichkeit verfügten sie jedoch wie heutige Vögel, welche die direkten Nachfahren der Dinosaurier sind, auch über eine sogenannte Kloake, also eine gemeinsame Körperöffnung für den Darmausgang und die Geschlechtsorgane. Bei der Begattung eines Vogels berühren sich die Kloaken, wodurch das Sperma des Männchens in die Kloake des Weibchens gelangt und es zur Befruchtung im Körperinneren kommt. Eine Dinosaurierpaarung sah also wahrscheinlich auch nicht anders aus als bei diesen Burschen hier:

https://www.youtube.com/watch?v=Pdq3jodWF0A

Es wird allerdings auch diskutiert, ob manche Dinosaurier auch über einen Penis verfügt haben. Besonders für die großen langhalsigen Sauropoden, die oft ein Körpergewicht von vielen Tonnen hatten, wäre so ein Begattungsorgan vielleicht von Vorteil gewesen, weil es die Befruchtungswahrscheinlichkeit deutlich erhöht und somit nur wenige Kopulationen nötig gemacht hätte. Das hätte die Tiere sehr entlastet.

Solche Penisse, die natürlich nicht analog zu den Penissen von Säugetieren wie dem Menschen sind, sondern die sich unabhängig als eigene Fortpflanzungsorgane entwickelt haben, kommen z.B. auch bei Krokodilen vor und werden dort "Hemipenis" genannt. Krokodile sind ebenfalls Archosaurier und sehr eng mit Dinosauriern verwandt. Der Hemipenis eines Krokodils liegt allerdings normalerweise immer in einer Hautfalte unter den Schuppen verborgen und wird nur vor der Begattung herausgestülpt. Im Wesentlichen handelt es sich bei diesen Penis aber auch um nichts anderes als eine "ausfahrbare" Kloake.

Allerdings ist wie gesagt bislang noch kein Hinweis auf einen Penis oder Hemipenis bei Dinosauriern gefunden worden.

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Laut Bibel ist Homosexualität ja eine Sünde

Nein, nicht laut Bibel. Die Bibel ist kein universell gültiges Rechtsbuch für Sexualnormen, sondern wurde in einer ganz anderen Zeit mit ganz anderen Werten und Moralvorstellungen geschrieben.

Die Stelle, an welcher Homosexualität als Sünde deklariert wird, findet sich im Buch Leviticus (Lev. 18,22 und Lev. 20,13). Dieser Text soll angeblich aus der Zeit des Mose stammen, ist also wahrscheinlich etwa 1300 Jahre alt und heute nun wirklich nicht mehr ganz zeitgemäß. Im gleichen Text findest du zum Beispiel auch das Verbot, dir die Haare zu schneiden, Kleidung mit weniger als 100% Baumwolle zu tragen, dich zu rasieren, dich mit einer Sehschwäche dem Altar Gottes zu nähern oder auch Richtlinien darüber, was es zu beachten gilt, wenn du dem Herren einen Stier opferst oder deine Tochter in die Sklaverei verkaufen möchtest. Komischerweise spielt das für heutige "Bibelgläubige" alles überhaupt keine Rolle, bloß auf der Homosexualität wird immer noch herumgeritten.

Die religiöse Ächtung der Homosexualität ist nur aus dem historischen Kontext heraus zu begründen. Zu der Zeit, als der Leviticus niedergeschrieben wurde, gab es im Alten Israel genauso wie überall sonst auf der Welt noch eine hohe Kindersterblichkeitsrate. Da auch die Lebenserwartung selbst noch gerade in den ländlichen Gegenden, die dort vorrangig von der Viehzucht geprägt waren, ausgesprochen niedrig war und man selten sehr viel älter als 40 wurde, war es die Gesellschaft von allergrößter Wichtigkeit, Nachkommen zu zeugen. Kinder, besonders Söhne galten als Altersversorgung ihrer Eltern, was sich auch im Dekalog (das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!) wiederfindet. Man kannte ja noch kein Sozialsystem.

Wer seinen homosexuellen Gelüsten damals freien Lauf ließ, ließ also automatisch seine Eltern im Stich. Falls es nicht noch einen anderen Sohn gab, hatten sie später niemanden, der sich im Alter um sie kümmern konnte. Auch auf eine Mitgift durch eine eventuelle Hochzeit des Sohnes konnte man dann nicht mehr hoffen. Da sich also ganz reale soziale Probleme ergaben, wenn man schwul war, wurde das Schwulsein auch ethisch-moralisch geächtet.

Und diese Ächtung fand sich dann natürlich auch im religiösen Kontext wieder, denn die Thora, also die fünf Bücher Mose, waren damals auch ein Leitfaden für ethisch-moralisch korrektes Verhalten. Und wer sich nicht daran hielt, was in der Heiligen Schrift stand, beschmutzte dann natürlich auch die Familienehre. Ein weiterer Grund könnte auch sein, dass man sich als Israelit auch von den umgebenden Fremdvölkern abgrenzen wollte. Im Alten Ägypten, in Griechenland, bei den Persern und eigentlich fast jedem anderen Volk, dass irgendwie in Kontakt mit den Juden stand, war Homosexualität etwas völlig normales.

Die Zeiten haben sich nun aber doch stark geändert. Erzähle mir doch sonst einmal, welche Nachteile es für irgendjemanden hätte, wenn du deine Homosexualität auslebst. Deine Eltern sind nicht auf dich als Versorger angewiesen, denn sie werden von unserem Renten- und Sozialsystem aufgefangen. Du selbst stürzt auch niemanden ins wirtschaftliche Elend, weil für deine potenzielle Braut auch niemand mehr eine Mitgift bezahlen würde.

Dummerweise nehmen manche (dummen) Leute religiöse Texte einfach so als gegeben hin, auch ohne jeden Kontext. Sie haben für diese Menschen Gültigkeit und werden von ihnen nicht hinterfragt, selbst wenn das bedeutet, ein stark inkonsequentes Leben zu führen. Leider sind dann Homosexuelle wie du immer noch die Leidtragenden, denn in fundamentalistischen Kreisen hat sich das Dilemma mit der beschmutzten Familienehre immer noch erhalten, auch wenn es keinen gesellschaftlich relevanten Grund mehr gibt, Homosexualität zu ächten.

Inzwischen hat auch die Wissenschaft herausgefunden, dass Homosexualität etwas völlig natürliches ist und sie sogar bei mehr als 1.500 Tierspezies direkt nachgewiesen. Sogar evolutionärere Vorteile, den homosexuelle Tiere ihrer Population verschaffen, wird inzwischen vermutet: die homosexuellen Tiere sorgen enerseits für eine Stabilisierung des Genpools, weil nicht alle Individuen dann darauf geeicht sind, ihr Erbgut an die nächste Generation weiterzugeben. Außerdem entspannen sie das soziale Ranggefüge und verhindern Paarungskämpfe. Und als letzten wichtigen Punkt kommt es in der Natur oft vor, dass Homosexuelle Tierpaare die Jungtiere von Artgenossen aufziehen, die ihren Nachwuchs entweder aus irgendwelchen Gründen aufgeben oder auch, wenn die Jungtiere verwaist sind.

Kommen wir also noch mal auf den Begriff "Sünde" zu sprechen. Was ist eine Sünde überhaupt? Viele würden darauf sicher mit "Eine böse Tat" antworten. Doch was ist böse? Böse bedeutet, dass man durch sein Handeln entweder sich selbst einen unmoralischen Vorteil verschafft und andere dabei zurücksetzt oder auch aktiv aus Selbstsüchtigkeit anderen Menschen bewusst aktiv oder auch durch Unterlassen schadet. Zu Stehlen ist also definitiv eine Sünde, andere Menschen zu betrügen und sie zu hintergehen ist eine Sünde, jemandem, der dirngend die Hilfe von einem braucht, zu ignorieren ist ebenfalls eine Sünde und natürlich ist es auch eine Sünde, einen anderen Menschen aus niedrigen Beweggründen zu quälen oder sogar töten. Was eine Sünde ist, lässt sich dabei auch aus den zehn Geboten herleiten, dort steht sogar ganz direkt, was man auf keinen Fall tun darf. In jedem Fall kann also ganz einfach gelten: Sünde verursacht Leid.

Jetzt beziehen wir das einmal auf die Homosexualität. Fügst du anderen damit einen Schaden zu? Nein. Solange in einer homosexuellen Liebesbeziehung alles einvernehmlich abläuft, ist das eine genauso schöne Sache wie eine heterosexuelle Beziehung auch. Setzt du damit andere herab oder verschaffst dir einen unmoralischen Vorteil? Auch nicht. Im Gegenteil! Wenn du dich in einen Jungen verliebst und das auf Gegenseitigkeit beruht, werdet ihr beide ein großes Glück erleben. Und findest du in den zehn Geboten irgendein Wort darüber, dass du nicht homosexuell sein darfst? Auch Fehlanzeige. Wenn durch eine Sache niemand anderes beeinträchtigt wird und daraus sogar großes Glück und Harmonie erwachsen kann, wo soll da bitte die Sünde sein?

Wenn du meinst, du kannst deine Homosexualität wegbeten, sehe ich also schon, wie sich der Liebe Gott vor Entsetzen schüttelt. Mensch, er will, dass du schwul bist! Er hat dich aus einem guten Grund so geschaffen, wie du bist! Also kämpfe nicht dagegen an. Dieses Ankämpfen ist nämlich das Unnatürliche. Das Unmoralische, denn das ist es, was Leid verursacht: Es wird dich selbst und vermutlich auch viele andere Menschen, die in deinem Leben eine Rolle spielen werden, auf Dauer sehr, sehr unglücklich machen. Lass es nicht so weit kommen. Denke bitte über meine Worte nach.

Und zeige auch gerne jedem, der dir einreden will, dass Homosexualität eine Sünde ist, einmal meinen Text. Denn das sind die eigentlich bösen Menschen. Menschen, die eine wahre Freude daran haben, andere zu disktimieren. Die denken, dass sie sich dadurch vor Gott oder auch vor anderen Menschen profilieren können, indem sie mit dem Finger auf dich zeigen und dir einreden, dass du sündigst. Diese Menschen meinen es nicht gut mit dir, nein, sie bringen dich dazu, dass du leidest. Dass du dich selbst schmutzig, böse und unnormal fühlst. Das bist du aber nicht! Du bist ein Mensch, der von Gott geliebt wird, ganz genau so, wie du bist!

Ich bete für dich, dass du das erkennst und dein Glück findest.

Liebe Grüße,
Markus

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Nein, es gibt keine menschlichen Rassen

Nein, es gibt keine Menschenrassen, weil der Begriff "Rasse" kein biologischer Terminus ist. Dieses Wort existiert in der biologischen Taxonomie einfach nicht.

Der Begriff "Rasse" wird nur in der Tierzucht verwendet. Weil die verschiedenen Ethnien und Volksgruppen aber auf natürlichem Wege durch die Evolution entstanden sind und nicht absichtlich von irgendwem gezüchtet wurden, ist es obsolet, von Menschenrassen zu sprechen.

Stattdessen gibt es in der Biologie Gattungen, Arten und Unterarten, allerdings gibt es keine wissenschaftliche Grundlage, die Art "Mensch" (Homo sapiens) mit weiteren Unterarten zu untergliedern.

Eine Art wird taxonomisch als eine Gruppe von Individuen definiert, deren Angehörige alle ohne Einschränkungen miteinander Nachwuchs zeugen können und der Nachwuchs seinerseits auch wieder imstande ist, sich mit den übrigen Individuen fortzupflanzen. Für den Menschen trifft das zu: jeder männliche Mensch kann mit jedem anderen weiblichen Menschen eine Familie gründen.

Für den Terminus "Unterart" gibt es allerdings keine objektivierbare Definition. Unterarten werden von den Biologen z.B. bei Tieren unterschieden, wenn sie in bestimmten Regionen ganz bestimmte Merkmale haben, die sie von ihren Artgenossen in anderen Regionen abgrenzen. Hier muss es allerdings schon große morphologische Unterschiede geben, zum Beispiel eine deutlich zu anderen Unterarten abgrenzbare Körpergröße. Auch Nutztiere werden häufig durch einen Unterart-Status von ihrer Wildform abgegrenzt: Haushunde gehören zum Beispiel alle zur Art "Canis lupus", zu der auch der Wolf als ihre Stammform gehört, sie werden vom Wolf durch den Zusatz "Canis lupus domesticus" als Unterart abgegrenzt. Somit gehören auch alle Hunderassen immer noch zu einer gemeinsamen Art und Unterart.

Da die Unterschiede bei den Ethnien des Menschen aber zu gering sind und eine Untergliederung nicht rechtfertigen, lehnt die Mehrheit der Wissenschaftler es ab, die Art "Homo sapiens" weiter in Unterarten zu untergliedern. Natürlich hat das auch politische Gründe: eine Unterteilung unserer Spezies würde Rassisten die Möglichkeit geben, ihre menschenverachtende Politik der Segregation zu legitimieren.

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Viele Gründe wurden dir ja nun bereits mehrfach genannt. Vielen Evolutionsleugnern mangelt es vor allem an wissenschaftlicher Bildung und dem notwendigen Fachwissen, um die Evolutionstheorie zu verstehen. Sie fallen deshalb auf die Verschleierungstsktiken und Scheinargumente von Kreationisten und anderen Menschenfängern herein, die aus ideologischen Gründen die Evolution ablehnen MÜSSEN.

In ihren Augen stellt die Evolutionstheorie einen Widerspruch zur alttestamentlichen Schöpfungsgeschichte dar, und wenn diese Geschichte wissenschaftlich widerlegt werden kann, verliert die gesamte Bibel ihre unumstößliche und ewige "Wahrheit" und damit ihre Autorität. Wenn das passiert, verlieren natürlich auch alle, die mit der Bibel ihre Macht legitimieren, ihren Anspruch darauf. Und deshalb wird die Evolutionstheorie als Gefahr angesehen. Aus diesem Grund bauen Fundamentalisten einen massiven Druck auf ihre Mitglieder auf, und das ist das Motiv, das hier noch nicht genannt wurde: Angst.

Fundamentalistische Gemeinden locken ihre Mitglieder vor allem mit dem Gefühl eines starken inneren Zusammenhalts. Jeder kann jederzeit auch mit den ärgsten Problemen, die ihn belasten, an andere herantreten. Man steht füreinander ein, baut sich gegenseitig auf und schafft so ein sehr familiäres Umfeld gegenseitiger Vertrautheit. Vor allem introvertierte Menschen, denen es schwer fällt, soziale Kontakte aufzubauen und denen so ein stabiles Umfeld bislang immer gefehlt hat, bauen eine ungeheuer starke Bindung zu ihrer Gemeinde auf.

Und hier setzen die Despoten nun an: Denn wer die Regeln und Dogmen der Gemeinde missachtet oder gar wagt, sie infrage zu stellen, der wird erst mal nur vor den anderen bloßgestellt. Sollte das den Zweifler nicht abschrecken, wird auch mit offenen Drohungen gearbeitet und in Aussicht gestellt, dass der Abtrünnige die Gemeinde verlassen muss, wenn er seiner "Irrlehre" nicht abschwört. Und das ist kein Pappenstiel: Verlassen heißt nämlich, alles zu verlieren. Alles, was einem so viel Halt gab. Jede gesellschaftliche Achtung. Alle Freunde. Sogar die Familie wendet sich von einem ab, wenn man aus der Gemeinde ausgestoßen wird.

Diese Angst vor ganz realen Konsequenzen ist wahrscheinlich der wichtigste Grund, warum auch wissenschaftlich gebildete Fundamentalisten sich weigern, die Evolution als Fakt anzuerkennen.

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Dieses Paradoxon geht nur unter der Annahme eines ganz bestimmten Gottesbildes auf. Wenn man Gott als eine Person sieht, also als menschenähnliches Überwesen, dass mir magischen Superkräften und der Macht der Zauberschöpfung ausgestattet ist, bekommt man hier Probleme. Da so ein Gottesbild aber vor allem bei Kindern oder geistig sehr eingeschränkten Menschen vorherrscht, können die restlichen Gläubigen mit etwas weltmännischer Bildung und einem IQ oberhalb der Zimmertemperatur über so eine Frage nur verschmitzt schmunzeln.

Für sie besteht hier kein Paradoxon, weil sie Gott nicht als eine Art "Superman" begreifen, sondern er für sie eher so etwas wie eine Energie oder ein überall wirkendes Geistwesen ist, das nicht materiell wirkt, sondern spirituel. Gott ist also nicht in der sinnlich erfassbaren Welt, in der es Steine gibt zu finden, er ist auch nichts oder niemand, den man sehen oder anfassen kann, sondern er ist in unseren Emotionen und persönlichen Vorstellungen zu Hause. Und deshalb hebt Gott sowieso niemals irgwndwelche Steine hoch. Das hat er gar nicht nötig.

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Du solltest zu allererst selbst mal ein Bündnis schließen, und zwar mit der deutschen Grammatik. Dabei solltest du dich vor allem mit der korrekten Verwendung der bei uns gebräuchlichen vier Fälle (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ) auseinandersetzen. Nach einem Satzende setzen wie hierzulande außerdem einen Punkt. Wenn du das hinkriegst, kannst du irgendwann bestimmt sogar mal eine Bewerbung schreiben, einen Job bekommen und musst dann nicht von Hartz IV am Existenzminimum leben - selbst wenn du das Geschichtsreferat verhauen solltest.

Und ja, das Osmanische Reich war einmal eine Weltmacht, vor allem in der frühen Neuzeit, als es einen Großteil der islamischen Welt in Nordafrika und Vorderasien beherrschte und sogar bis weit auf den Balkan vordrang. Sogar das österreichische Habsbirgerreich geriet durch die Osmanen mehrmals in arge Bedrängnis.

Als sich das Osmanische Reich mit dem wilhelminischen Deutschland im Ersten Weltkrieg verbündete, war es aber schon lange nicht mehr so mächtig wie einst, da es industriell doch eher rückständig war und bei weitem nicht mit den europäischen Mächten mithalten konnte. Deshalb ging es nach Ende des Krieges auch sang- und klanglos unter.

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Hier bin ich jetzt auch ziemlich ratlos. Würde bloß schätzen dass der erste und der dritte Fragmente von Theropoden-Zähnen sind, bei denen sowohl die Spitze als auch die Wurzel fehlen. Ein Spinosaurus kommt beim Dritten eher nicht in Frage, dafür sieht er viel zu flach aus. Vielleicht gehört der Zahn aber zu einem anderen großen Theropoden wie Bahariasaurus, Deltadromaeus oder sogar Carcharodontosaurus.

Da ich aber nicht weiß, wie groß das Fossil ist, macht das die Zuordnung schwierig. Überhaupt solltest du die Fossilien vielleicht zu einem paläontologischen Institut bringen und dort fachgerecht bestimmen lassen.

Das in der Mitte sieht für mich aber überhaupt nicht wie ein Zahn aus - aber keine Ahnung, was es sonst ist.

Ein Tipp: Leg das nächste Mal bitte einen Vergleichsgegenstand daneben, wie ein Feuerzeug oder eine Münze. Dann kann man zumindest abschätzen, wie groß die Fossilien sind. Das macht die Zuordnung etwas einfacher.

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Nein

Zuerst einmal: ich selbst finde Stierkämpfe grausam. Es ist für mich brutale Tierquälerei und ich würde mir niemals einen Stierkampf ansehen. Das würde mich zutiefst anwidern.

Trotzdem habe ich für nein gestimmt. Erstens, weil diese Frage für uns in Deutschland keine Rolle spielt - denn hier würde ein Stierkampf gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und ist de facto sowieso schon verboten.

Auf die Gesetzgebung in anderen Ländern kann ich aber keinen Einfluss nehmen, und genauso wie ich mir von einem Türken nicht den Verzehr von Schweinefleisch verbieten lassen brauche oder von einem Nordkoreaner die Benutzung von Facebook, so kann ich einem Spanier oder Mexikaner nicht verbieten, sich einen Stierkampf anzusehen. Andere Länder haben nunmal andere Sitten, und egal wie barbarisch und grausam sie mir erscheinen, wäre es anmaßend von mir, Menschen in anderen Ländern Vorschriften zu machen.

Es gibt allerdings auch in den betreffenden Ländern Bewegungen, den Stierkampf abzuschaffen. Ich wäre aber eher dafür, ihn durch Boykott und Aufklärung der Bevölkerung ins Aus zu treiben. Wenn jeder den Stierkampf verachtet und man sich in der Öffentlichkeit nicht mehr outen kann, sich diesen Dreck anzuschauen, ohne dass einem Kellner in den Kaffee spucken oder sich die Leute von einem wegsetzen, dann bleiben die Arenen leer. Würde man den Stierkampf trotz einer großen Menge an Befürwortern und Fans aber verbieten, würden die Betreiber in den Untergrund gehen. Dann würden solche Kämpfe nämlich weiterhin heimlich und noch unter größeren Grausamkeiten für die Tiere in irgendwelchen Hinterhöfen stattfinden.

Um schlechte Dinge zu verändern, darf man das Volk nicht mit Verboten zu etwas zwingen, sondern muss es dazu bringen, diese Dinge von sich aus doof zu finden.

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Zuerst: gewöhne dir bitte mal ein vernünftiges Deutsch an, wenn du im Internet unterwegs bist. So wie du diese Frage gestellt hast wirkt es so, als wärst du erst sieben Jahre alt oder hättest eine geistige Behinderung. Oder wärst einfach nur unhöflich und zu faul, auf Rechtschreibung und Ausdruck etwas wert zu legen.

Zweitens werden Wellensittiche nur mit sehr viel Geduld und Rücksichtnahme zahm. Dabei ist es zuerst einmal nötig, ihr Vertrauen zu gewinnen. Durch dein Eindringen in ihren Käfig fühlen sie sich aber bedrängt, wenn du einfach so die Hand in den Käfig steckst und nach ihnen greifst, macht das den Vögeln große Angst - versetze dich mal in ihre Lage und stell dir vor, dass ein Riese seine Pranke durch das Fenster steckt und dich packen will. Da würdest du auch die nackte Panik kriegen. Es ist gut möglich, dass du das Vertrauen zu den Wellensittichen nun schon komplett zerstört hast und sie in Angst vor dir leben. Sie jetzt noch zu zähmen ist dann sehr, sehr schwierig bis unmöglich. Die Vögel betrachten dich jetzt schließlich als Störer, sogar als ihren Feind.

Wenn du es jemals schaffen willst, das Vertrauen deines Vogels zurückzugewinnen ist der Käfig für dich in Zukunft tabu. Das heißt: NIEMALS in den Käfig fassen, wenn der Vogel darin ist. Wenn du den Käfig säuberst oder Futter gibst, tust du das besser dann, wenn der Vogel draußen ist. So machst du den Käfig für den Vogel zu einem sicheren Zufluchtsort.

Von außen solltest du dich dann häufig zu dem Vogel setzen und mit ihm sprechen - natürlich in ruhiger Tonlage. Auch wenn du mit anderen Leuten redest und nahe beim Käfig stehst, gewöhne dir bitte an, leise zu sprechen. Plötzliche Bewegungen solltest du auch auf jeden Fall vermeiden, also einfach alles, was dem Wellensittich Angst machen könnte. Rücksicht ist der erste wichtige Schritt in Richtung vertrauen.

Wenn du bei dem Vogel sitzt, solltest du ihm öfters eine Leckerei anbieten. Warte dann aber ab, bis der Wellensittich auf dich zukommt - niemals den Vogel mit der Hand verfolgen, auch nicht von außerhalb des Käfigs. Du darfst nicht die Geduld verlieren, auch wenn es Wochen dauert, bis der Vogel das Futter aus deiner Hand nimmt. Sobald du hier einen Fehler machst, ist nämlich all das gewonnene Vertrauen wieder futsch.

Es kann gut sein, dass dein Vogel jetzt nicht mehr lernen wird, auf deine Hand zu kommen. Aber trotzdem könnt ihr beide noch Freunde werden. Dazu musst du aber respekrieren, dass der Wellensittich seinen eigenen Kopf hat. Spiel mit ihm, rede mit ihm, pfeife ihm etwas vor - und mit viel Geduld wird sich das Tier an dich gewöhnen und sich vielleicht irgendwann sogar streicheln lassen.

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Natürlich ist es spannend, sich so faszinierende Tiere wie Dinosaurier vorzustellen, wie sie gegeneinander kämpfen - besonders die Fleischfresser. Doch Dinosaurier waren keine blutrünstigen und gewalttätigen Monster wie King Kong oder Godzilla. Sie waren einfach nur ganz normale Tiere, die kein Vergnügen dabei hatten, sich zu bekämpfen. Und wenn sie es doch einmal taten dann nur, um ihr Revier oder ihre Jungen zu verteidigen. Ansonsten verlief das Leben eines Dinosauriers auch nicht aufregender als das eines Tigers oder eines Bären - die meiste Zeit des Tages hat ein Spinosaurus oder ein Utahraptor wahrscheinlich geschlafen.

Nicht einmal um Beute zu machen haben Fleischfresser besonders oft und wild gekämpft. Eine Tötung erfolgte meist effizient mit nur einem einzigen Angriff, schlug dieser aber fehl, ließ ein Dinosaurier von seiner Beute meistens ab. Ein Fortführen eines Kampfes "bis zum bitteren Ende" wäre nur eine unnötige Vergeudung von Energie und darüber hinaus lebensgefährlich für den Jäger gewesen.

Aus dem gleichen Grund geht ein Fleischfresser anderen Fleischfressern auch lieber weiträumig aus dem Weg. Dass Fleischfresser ihr Revier so häufig mit Kot und Urin markieren, dient einzig und allein der Botschaft: "Hallo, hier jage ich. Du suchst dir also bitte ein anderes Revier." Und das beherzigen die Fleischfresser dann untereinander auch meistens. Nur wenn sie in ihrem eigenen Revier keine Nahrung mehr finden, riskieren sie es, in das Revier ihrer Rivalen einzudringen.

Außerdem hätten sich Utahraptor und Spinosaurus auch gar nicht begegnen können. Utahraptor lebte bereits vor 130 Millionen Jahren in der Unterkreide Nordamerikas, Spinosaurus tauchte dagegen erst vor etwa 97 Millionen Jahren in der frühen Oberkreide Nordafrikas auf, als Utahraptor schon längst ausgestorben war.

Da beide Tiere unabhängig davon auch völlig andere Beute bevorzugt haben (Spinosaurus ernährte sich überwiegend von Fischen und ging wahrscheinlich nur selten bis nie auf die Jagd nach anderen Dinosauriern, während Utahraptor vor allem kleine Ornithopoden jagte), wäre eine Konflikt zwischen Raptoren und Spinosauriern auch nur selten zur Eskalation gekommen.

Falls es trotzdem mal zu einem Kampf zwischen zwei Fleischfressern kommt, ist es niemals vorherzusehen, welcher von ihnen am Ende gewinnt. Auch heute noch kommt es hin und wieder zur Eskalation, zum Beispiel zwischen Wölfen und Bären, Löwen und Hyänen oder Haien und Delfinen. Dabei sind die Ausgänge solcher Kämpfe aber immer sehr unterschiedlich. Welche Partei am Ende gewinnt, hängt immer von den Begleitumständen ab und natürlich von der "Tagesform" der Tiere selbst. Selbst wenn du deinen Dino-Kampf im Kopf fertigspinnst, würde also mal der Spinosaurus, mal das Raptorenrudel gewinnen. Der Kampf würde auch nur in wenigen Fällen tödlich enden - nach einem entscheidenden Schlag tritt der Verlierer nämlich meist schon die Flucht an.

Du solltest aber die Dinosaurier und auch überhaupt alle anderen Tiere in deinem Kopf nicht zu Bestien machen und dir Gladiatorenkämpfe zwischen ihnen vorstellen. Sie sind nämlich auch so schön spannend gebug. Ein Kampf kann zwar spannend sein, wenn man ihm im Kino sieht oder sich ihn auch nur in der Fantasie vorstellt, aber bedenke: jedes Tier leidet sehr darunter, wenn es zum Kampf gezwungen ist, besonders beim Kampf Fleischfresser gegen Fleischfresser. Oft genug überlebt bei einem solchen Kampf auch der "Sieger" nicht mehr lange und stirbt ab den Verletzungen, die er im Kampf davongetragen hat. Das ist dann nicht mehr spannend, sondern eher tragisch. Wenn du ihn mit eigenen Augen sehen könntest, würde dich so ein Kampf in Wirklichkeit also wohl eher erschüttern und verstören als dich begeistern.

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Es ist nicht nur möglich, sondern erwiesen, dass es sogar mehrere Tiere gab und auch heute noch gibt, die größere und schwerer Fleischfresser waren und sind als Spinosaurus. Spinosaurus war lediglich einer der größten Theropoden, also der an Land lebenden fleischfressenden Dinosaurier und womöglich auch ihr größter Vertreter. Allerdings können seine Größe und sein Gewicht bloß geschätzt werden. Die Schätzwerte schwanken zwischen einer Körperlänge von 12 bis 17m und einem Gewicht von 6 - 20 Tonnen, wobei die Maximalwerte wohl stark übertrieben sein dürften und auf unpassende Vergleichmethoden bei der Berechnung zurückzuführen sind. Tatsächlich wurde ein Spinosaurus wohl "nur" 15m lang und höchstens 7,5 Tonnen schwer - und da sprechen wir schon von einem sehr großen Exemplar seiner Spezies.

Unter den an Land lebenden Tieren gibt es bloß unter den Krokodilen einige Vertreter, die Spinosaurus zumindest hinsichtlich des Körpergewichts deutlich übertragen. Hier ist vor allem Purussaurus zu nennen, der in den tropischen Regenwäldern Südamerikas vor ca. 15 Millionen Jahren im Miozän lebte. Durchschnittliche wurden diese Tiere wohl 12,5m lang und 6 Tonnen schwer, einzelne Funde lassen aber auf Individuen schließen, die mehr als 16m lang wurden und dann wahrscheinlich deutlich über 10 Tonnen auf die Waage brachten. Die kreidezeitlichen Krokodile Deinosuchus und Sarcosuchus könnten ähnlich groß geworden sein, wahrscheinlich waren hier auch einige Individuen deutlich größer und schwerer als ein Spinosaurus.

Die schwersten Fleischfresser aller Zeiten waren und sind allerdings Meeresbewohner. Aus der Urzeit sind hier neben dem von dir bereits erwähnten Hai Megalodon (Carcharocles megalodon) auch die Ichthyosaurier Shastasaurus und Shonisaurus zu nennen, von denen einige Individuen wahrscheinlich deutlich über 20m lang und bis zu 70 Tonnen schwer wurden. Auch einige Pliosaurier aus dem Jura könnten solche Körperproportionen erreicht haben, Funde aus Aramberri in Mexiko lassen auf ein Tier von 25m Länge schließen.

Aber auch heute noch leben Fleischfresser, gegen die ein Spinosaurus ein echter Zwerg ist. Zum Beispiel werden Schwertwale (Orcas) häufig über 8 Tonnen schwer, womit sie einen Spinosaurus bereits hinsichtlich des Gewichts übertreffen. Pottwalbullen werden meist auch über 20m lang und über 50 Tonnen schwer. Aus der Zeit des Walfangs sind jedoch noch Zähne erhalten, die von Tieren stammen müssen, die deutlich länger, beinahe 30m lang und sicher über 100 Tonnen schwer waren. Damit lebt der größte Fleischfresser aller Zeiten noch heute - nicht einmal Megalodon kommt an so einen großen Pottwal heran.

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Selbstverständlich, jede Menge sogar. Es wird geschätzt, dass es wenigstens 3.500 verschiedene Dinosauriergattungen gab. Im Vergleich zu der enormen Anzahl der verschiedenen Lebensräume, die es in den ganzen 170.000.000 Jahren, in denen Dinosaurier die Erde dominierten, haben wir aber nur aus ganz wenigen prähistorischen Ökosystemen Dinosaurierfossilien gefunden. In vielen Teilen der Welt, in welchen einst Dinosaurier lebten, haben Wind und Wetter längst die Gesteinsschichten abgetragen und die Fossilien dort zerstört. Andere Gegenden liegen heute auch unter dem Meer oder wurden von so mächtigen Gesteinsschichten aus jüngerer Zeit überlagert, sodass wir heute keinen Zugriff mehr auf sie haben. Dinosaurier können nur dort gefunden werden, wo die Gesteine aus den Zeitaltern Trias, Jura und Kreide heute an die Oberfläche treten.

Weil die Fossilisation außerdem ein höchst seltener Prozess ist, der nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erfolgt, ist an diesen besonderen Orten, die wir Gesteinsformationen nennen, natürlich nur ein Bruchteil aller Dinosaurier zu einem Fossil geworden. Fossilien bilden sich besonders gut in Feuchtgebieten, die zeitweilig vom Wasser überschwemmt werden. Dort können Tierkadaver schnell von Schlamm und Sedimenten bedeckt werden und bleiben so erhalten. Tiere, die dagegen im Gebirge oder Trockenwäldern lebten, werden dagegen nur sehr selten fossiliert.

Und natürlich spielt auch die Größe des Tieres eine Rolle. Ein besonders großer Körper wird selten im Ganzen zum Fossil, weil es lange dauert, bis er von Sedimenten eingeschlossen wird und der Kadaver inzwischen verwest oder von Aasfressern verwertet wird, die dann auch gerne mal die Knochen wegtragen. Ein sehr kleiner Körper hat auch eher schlechtere Chancen, zum Fossil zu werden, da die leichten Knochen sehr schnell verwesen und auch in der Witterung vergehen.

Oft findet man deshalb nur vereinzelte Knochen oder auch mal nur einen einzigen Zahn, der uns Zeugnis über die Existenz eines Dinosauriers gibt. Derzeit wurden nur etwas mehr als 1.000 Dinosauriergattungen wissenschaftlich beschrieben. Von diesen Gattungen könnten aufgrund der Spärlichkeit des überlieferten Materials auch noch reichlich Fehler gemacht worden sein, wenn zwei als unterschiedliche Spezies beschriebene Skelette doch zu ein und derselben Art gehören. Auch bei vollständigeren Funden können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden, weil zwei sich zwar ähnlich sehende, aber doch im Detail unterschiedliche Skelette auch zu der gleichen Art gehören, weil sich die Männchen und Weibchen oder auch die Jungtiere individuell voneinander unterscheiden und man sie verwechselt.

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In der Bibel ist nicht alles, was mit dem Christentum und seinen Traditionen zu tun hat, legitimiert. Die Bibel ist schon weit älter als das Christentum, dass sich erst in den Jahrhunderten nach ihrer Niederschirft zu einer Religion mit eigenem religiösen Bewusstsein entwickelte. Die Bibel ist demnach kein "christliches" Buch, sondern gewissermaßen ein Buch aus einer "jüdischen Reformationszeit".

Der Glaube an die übernatürlichen Fähigkeiten bestimmter Gegenstände, mit denen ein Heiliger in Berührung kam, oder auch an die körperlichen Überbleibsel der Heiligen selbst, hat eine lange Tradition in der christlichen Mythologie und verbindet sich mit dem Glauben an die Unvergänglichkeit des Leibes Jesu Christi: Der Reliquiengläubige ist davon überzeugt, dass ein Heiliger oder auch heiliger Gegenstand immer und für alle Zeit die besonderen Kräfte innehat, mit der Gott ihn schon zu Lebzeiten ausgestattet hat und auch lange Zeit danach noch Wunder bewirken kann.

In der Apostelgeschichte wird zum Beispiel davon berichtet, dass Kranke durch die Berührung der Schweißtücher des Paulus geheilt werden konnten (Apg 19,12). In der Antike, im Mittelalter und noch bis in die späte Neuzeit hielt sich vehement der Glaube, dass alle Reliquien dieser Art Wunder bewirken konnten. Das ist also absolut nicht gruselig oder morbide, sondern ein wesentlicher Teil der christlichen Hoffnung auf Erlösung und das Vertrauen in die Gnade Gottes. Und eben weil man an die Wunderkraft dieser Reliquien glaubte, wurden sie häufig in Altäre eingebettet und Kirchen über den Gräbern von Heiligen errichtet.

In die Kritik geriet der Reliquienkult vor allem während der Reformationszeit, als sich ein regelrechter Reliquienboom in der christlichen Welt ausgebreitet hatte und kirchliche wie weltliche Fürsten einen wahren Wettstreit um die größte Reliquiensammlung lieferten. Reliquien wurden zu wahren Touristenmagneten, als die kirchliche Obrigkeit zuweilen versprach, dass alle Sünden schon bei Berührung einer bestimmten Reliquie vergeben werden können - natürlich gegen die Zahlung eines gepfefferten "Eintrittspreises".

Der Reliquienkult band sich damals also eng an den Ablasshandel, weshalb Reformatoren wie Martin Luther ihn scharf kritisierten und sogar offen ins lächerliche zogen: zum Beispiel lagen zu jener Zeit 13 der 12 Apostel in Spanien begraben und zogen jährlich jede Menge Pilger an (und finanziell aus). Deshalb werden Reliquien heute von allen reformierten Kirchen abgelehnt; viele wurden auch während des "Bildersturms" in den reformierten Gebieten zerstört.

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