Welchen Dialekt sprechen Kinder, wenn die Eltern zwei ganz verschiedene deutsche Dialekte sprechen?

12 Antworten

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Hallo!

Wenn Menschen mit zwei verschiedenen Dialekte zusammentreffen, werden sie sich automatisch bemühen, möglichst deutlich zu sprechen, um einander zu verstehen. Im Laufe der Jahre verschwindet der Dialekt für Hinzugezogene immer mehr, wenn man auch immer hören kann, aus welcher Region derjenige stammt bzw. Ortsansässige merken, dass jemand nicht aus der Region ist. Kinder lernen ihre Eltern immer verstehen; egal in welcher Sprache oder in welchem Dialekt sie zu ihnen sprechen - auch wenn es unterschiedliche sind. Wenn nun ein bayerische Mutter konsequent mit ihrem Kind bayerisch sprechen würde, könnte das Kind diesen Dialekt übernehmen, würde ihn aber nur anwenden, wenn er mit seiner Mutter spricht. Mit dem Vater wäre es dasselbe. Würde er z.B. immer nur Plattdeutsch mit dem Kind sprechen, könnte das Kind auch dies übernehmen und mit dem Vater in seinem Dialekt sprechen. Beim gemeinsamen Gespräch mit den Eltern könnte es sich vermischen. Oder das Kind greift dann im Laufe der Zeit auf die heimische Sprache zurück. Lebt die Famile in Bayern, wird das Kind das bayerisch komplett übernehmen, könnte aber im Gespräch mit seinem Vater auf´s Plattdeutsch überwechseln. Das Ganze funktioniert aber nur bei konsequenter Anwendung des jeweiligen Dialekts.

Aber im Allgmeinen wird es nicht so gehandhabt. So kommt es automatisch, dass das Kind den ortsüblichen Dialekt übernimmt und die Eltern sich diesem immer mehr anpassen. Dadurch kann es auch passieren, dass ein Kind die Dialekte seiner Eltern nicht versteht. Das ist zu beobachten, wenn die Eltern mit Verwandten aus der Heimat reden und die Kinder dann das Gefühl bekommen, ihre Eltern sprechen eine andere Sprache.

PS: Falls es interessiert - es handelt sich um Erfahrungswerte aus der eigenen großen Herkunftsfamilie, deren Nachkömmlinge überall verstreut leben. Familienfeste sind dementsprechend sprachlich recht lustig!

Schöne Grüße

Prudentia

So kommt es automatisch, dass das Kind den  ortsüblichen Dialektübernimmt und die Eltern sich diesem immer mehr anpassen. Dadurch  kann es auch passieren, dass ein Kind die Dialekte seiner Eltern nicht versteht

Genau 👍

Um ein prominentes Beispiel zu geben: Die Eltern von Harald Schmidt haben einen böhmischen Dialekt gesprochen und Harald Schmidt spricht bekanntlich schwäbisch.

https://youtu.be/N2XWfeknNtE

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@Hessen001

doch, den verstehen die Kinder, doch sprechen sie ihn nicht, weil sie es nicht wollen. Sie wollen so sein wie die anderen Kinder, somit passen sie sich der Gegend an.

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Ich selber verstehe viele Dialekte, aber ich habe schon früh Hochdeutsch gesprochen. Meine Mutter spricht Dialekt, aber dieser ist kaum mehr eindeutig zuzuordnen, es ist eine eigentümliche Mischung aus Kölsch und Moselfränkisch-Saarländisch (im Rheinland geboren, aber seit ca. fast 50 Jahren im Saarland wohnend).

Ich kenne viele dialektale Ausdrucksweisen, aber ich muss manchmal überlegen, aus welchem Dialekt dies nun kommt. Durch meinen jetzigen Wohnort kommt nun bei mir auch ein leichtes "Schwäbeln" dazu, obwohl auch andere dialektale Elemente bei mir noch überlebt haben, obwohl ich "eigentlich" Hochdeutsch spreche.

Da meine Frau aus Niedersachsen kommt, habe ich nun Einflüsse aus 4 verschiedenen Dialekten abbekommen.

Meine Eltern sprechen beide schrecklichstes allemannisch (hochdeutsch völlig unmöglich jedes ch ist nur ein krächzen :D ) aber sowohl meine Schwester als auch ich können beide kein Dialekt sprechen. Ich behaupte einfach mal das Kind spricht das was es am meisten hört und bei uns in der Schule wurde viel wert darauf gelegt hochdeutsch sprechen zu können und auch unsere Nachbarn waren nicht ganz so schlimm. Wenn also z.B der Vater den ganzen Tag arbeiten ist, wird das Kind wohl den Dialekt der Mutter übernehmen aber wenn die gesamte Nachbarschaft einen nochmal anderen Dialekt spricht fängt auch Kind so an zu reden

Meine Eltern sprechen beide Badisch, ich spreche nur Hochdeutsch! Natürlich verstehe ich alles, was sie sagen

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Ich konnte als Kind 3 Dialekte und auch noch hochdeutsch. Mit den Jahren blieb aufgrund mangelnder Übung nur noch hochdeutsch übrig. Verstehen kann ich aber immer noch alles. Probleme gab es als Kind nicht, es wurde immer der Dialekt gesprochen, von dem der gerade da war.

Dialekte: Bayrisch, da wir jedes Jahr dort hinfuhren, sudetendeutsch, weil die Großeltern von dort kamen, Calenberger Platt, weil wir da wohnten.

Bei mir ist es so, der Vater kommt aus einem anderen Bundesland als meine Mutter. Aufgewachsen bin ich mit beiden Dialekten, bei mir hat sich daraus eine Art Mischdialekt entwickelt. Je nachdem, in welcher Region ich mich aufhalte, verfalle ich dann in den Dialekt der dem am Nächsten ist. Ansonsten ist das mehr ein "Hochdeutsch mit einfärbtem Akzent"...

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