Was passiert, wenn man Kinder mit einer Nanny großzieht?

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9 Antworten

Ein Kind kann nur eine tief emotionale Bindung zu einem Elternteil aufbauen, wenn das Elternteil auch für einem da ist. Ersetzt die Nanny diese Aufgabe, dann wird diese Beziehung zu ihr aufgebaut, statt zu den Eltern. Falls die Nanny gut ist und nicht ständig wechselt. Ansonsten fehlt eine Bindung und das Kind wird psychisch krank. 

Man kann schon eine oder mehrere Nannys haben, die einem helfen, wenn man z.B. beruflich viel unterwegs ist und man das Geld hat. Aber auch dann muss man immer für das Kind da sein, wenn es einem braucht, auch wenn es einem vielleicht gerade nicht so passt. Man muss jede freie Minute dann umso mehr für das Kind da sein. Wer Trost spendet, einem versteht und wer den Alltag des Kindes kennt, zu dem baut es eine enge Bindung auf, ist das nicht der Fall, dann entsteht keine wirkliche Bindung. 

Wenn das nun die Mutter ist, der Vater aber meist weg ist, dann ist wenigstens eine Bezugsperson da, wenn das aber eine Nanny ist, also eine dafür bezahlte Person, die ja jederzeit kündigen kann und nicht in Leben lang da ist, dann wird das Kind sicher starke psychische Probleme kriegen. Und die richtigen Eltern spätestens, wenn das Kind in die Pubertät kommt oder die Nanny kündigt. 

Ich bin alleinerziehend und arbeite auch Vollzeit, weil ich das Geld brauche, die Kinder waren, als sie noch klein waren bei Oma/Opa oder im Kindergarten oder in der Schule. Aber vor und nach der Arbeit (ohne Überstunden) war ich für meine Kinder da, egal, wie müde ich war. Natürlich bin ich jede Nacht aufgestanden und habe mich gekümmert, wenn es notwendig war und ich habe sie überall mitgenommen, ich ging vielleicht einmal alle 2 Monate ein paar Stunden alleine weg, das war es aber auch schon. Die Zeit außerhalb meiner 40 Stunden gehörte meinen Kindern komplett.

Ich war auf Elternabenden, kenne die Erzieher meiner Kinder in Kindergarten und Schule, die Freunde und deren Eltern, ich helfe bei den Hausaufgaben, ich weiß, was meine Kinder bedrückt und beschäftigt. 

Ohne das, wird keine emotionale Bindung aufgebaut und man sollte sich Kinder, die man wie gute Stücke ab und an mal aus der Vitrine holt, wenn man Lust drauf hat, lieber nicht anschaffen, denn das sind lebendige Wesen, für die man da sein muss, auch wenn es einem mal gerade nicht passt. 

Es ist eine Sache wenn man arbeitet und Kinder hat.

Es ist eine andere Sache wenn man Kinder hat und sich nur um diese kümmert wenns einem grad passt. 

"Zum Beispiel, möchte ich nicht jede Nacht wegen des Babys aufstehen
müssen, weil ich ja schließlich viel arbeiten muss und meinen Schlaf
brauche. Dann würde die Nanny sich nachts um das Kind kümmern. In meiner Freizeit würde ich mich aber natürlich dem Kind zuwenden, denn ich möchte ja auch eine gesunde enge Beziehung zu dem Kind pflegen."

Eine gesunde Beziehung kannst du in dem Fall vergessen. Die Nanny würde in diesem Fall nicht einspringen, sie würde dich ersetzen.

Denkt ihr, ich kann Kinder so großziehen und trotzdem eine gesunde liebevolle Beziehung zu ihnen haben, ohne Abstriche machen zu müssen

Nein.

werden einen die Kinder weniger lieben

Nicht unbedingt, aber wenn man weniger oft Kontakt hat, entsteht eine weniger enge Mutter-Kind-Beziehung.

Bei der Einstellung würde ich dir eher empfehlen..auf eigenen Nachwuchs zu verzichten.

Du hast Scheuklappen vor den Augen, wenn du die von dir geschilderte Aufassung zur Kinderziehung vertrittst!

Erstens kommt es anders, zweitens als man es denkt!

Ich als Kind eines sehr viel beschäftigten Vaters erkläre es dir mal (in meinem Fall war meine Mama wie eine Nanny): Du wirst kaum etwas von deinem Kind wissen, wirst irgendwie immer in der Zeit festhängen, als es klein war, wo du vielleicht noch mehr Zeit hattest bzw. das Kind in all deiner freien Zeit an dir klebte. Dann denkst du z.B. ständig, dein Kind liebt wie früher Brokkoli, was es mittlerweile aber hasst (die Nanny weiß sowas dann), wirst nicht wissen, was die Leibspeise, die größte Angst, das Lieblingsspielzeug deines Kindes ist, weil du dann ja meist nicht da bist und du wirst im Alter allein sterben, weil dein Kind nie eine Bindung zu dir aufbauen konnte. Ein Kind muss einem jeden Schlaf rauben, bei der Geburt riesige Schmerzen auslösen, einem die Ohren abkauen vor lauter Fragen, man sollte es vor allem in den ersten Jahren viel um sich haben. Nur dann kann eine enge Bindung aufgebaut werden. Die habe und hatte ich zu meinem Vater nie. Meine Mama hingegen kennt all meine Höhen und Tiefen und so wird auch diese Nanny dann zu der nicht biologischen, aber beziehungstechnischen Mama des Kindes. Deswegen geb ich dir einen Rat: ändere dein Denken über die Karriere oder lass das mit den Kindern. Den Kindern zuliebe. Wir haben schon genug seelisch zerstörte Menschen auf der Welt. Und ein Kind ist nichts, was man in die Ecke stellen kann und rausholen kann, wenns grad passt. Besonders die Aussage "ich will ja nicht jede Nacht aufstehen, ich brauche ja meinen Schlaf" macht mich sauer. jeder Mensch braucht den, Kinder müssen sich aber erstmal an den Schlafrhythmus der Eltern gewöhnen, das dauert ca. 1/2 Jahr. Lass das mit den Kindern lieber... Das ist, als würdest du ne Katze haben wollen, sie aber draußen leben lässt, weil du dich nicht um Futter und Katzenklo kümmern willst.

Du liebst deinen Vater ja trotzdem, oder? Und das Kind wird ja nicht vernachlässigt, nur weil es eine Bezugsperson mehr hat, im Gegenteil. Dem Kind ist es schließlich egal, ob nachts die Nanny oder der Vater aufsteht.

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@yuppieyuppie

das Beispiel mit dem Brokkoli finde ich nicht schlecht. Der Vater meines Sohnes hat sich auch kaum gekümmert und als er ihn mal wieder bei sich hatte, rief er mich an und motzte mich an, dass ich das Kind schlecht erzogen hätte und er hätte Schnitzel gekauft und nun würde er keine mehr essen, weil es inzwischen eben nicht mehr seine Lieblingsspeise war. 

Dass es sein Fehler war, weil er einfach nicht genug Interesse zeigte, hat er nicht gemerkt. Mein erwachsener Sohn hat keinerlei Interesse und emotionale Bindung an seinen Vater. Er will keinen Kontakt. Bezugsperson bin ich als Mutter und die Großeltern.

Sollte er mal versterben, werde ich ihn wohl noch überreden müssen, auf die Beerdigung zu gehen. Ich finde das sehr traurig. 

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@yuppieyuppie

Nein, das ist dem Kind nicht egal. Und ein solcher Vater macht es seinem Kind schwer ihn zu lieben (Leviana, du kannst mich gerne korrigieren).

Offensichtlich hast du, yuppieyuppie, die Antwort von Leviana nicht verstanden bwz. nicht richtig gelesen.

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@anniegirl80

Es ist schwer ihn zu lieben. Klar, er ist mein Vater, er hat meine Familie immer genährt, aber vertrauen und lieben tu ich ihn nicht.

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Hi,

dein Kind wird es mitbekommen, dass es nur in deiner Freizeit für dich interessant ist und nur dann, wenn es problemlos "funktioniert".

Eine gesunde Beziehung wird das nicht werden können.

Warum möchtest du überhaupt ein Kind haben? Nachts aufstehen zu müssen gehört z.B. einfach dazu.

Bei dir kommt es so rüber als ob "das Kind" einfach zum perfektem Leben dazugehört; Mein Auto, Mein Haus, Meine Jacht, Mein Pferd, Mein Kind, Meine Karriere.

October

nun, das kann man nicht generell sagen. Es muss halt eine gute Nanny sein.

könnte schon  sein dass die Kinder die Nanni mehr lieben als dich. Wenn du das erträgst und du dir das finanziell  auch leisten kannst dann kannst du es machen. 

Unsere Nachbarn machen das so. 

Das eine Kind nennt seine Mutter öfters A....loch Mama.

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