Was ist eigentlich in Italien los (Faschismus)?


24.02.2020, 22:07

Die Partei hat sich auch damit gebrüstet den Enkel von Mussolini ins Europaparlament zu bringen.

6 Antworten

Wenn in Italien eine Sache verläßlich ist, dann die starken Schwankungen innerhalb des Parteienspektrums. Daher: Ja, die politische Situation innerhalb Italiens kann für die EU gefährlich werden, aber es kann auch ganz anders kommen.

Hallo,

ich kenne mich in der italiensichen Politik nicht aus, da sie mich nicht interessiert. Aber ich war im letzten Juli während der Universiade (die Olympischen Spiele der Studenten) für zwei Wochen als Zuschauer in Neapel. Die Eintrittspreise haben nur 3,- € gekostet und ich hatte Zeit, da ich Frührentner bin.

Es war eine einzige Katastrophe und noch viel schlimmer als irgendwo in Osteuropa. Alles war extrem heruntergekommen sowie verfallen und nichts ging. Entweder war es "out of order", "broken" oder "did not work". An den Bushaltestellen gab es keine Fahrpläne, die aber sowieso nichts gebracht hätten, da die Busse fahren wie sie möchten und zwei Stunden Verspätung wirklich keine Ausnahme sind. Die Busse waren katastrophal und die Straßen mit den vielen Schlaglöchern eigentlich noch schlimmer. Man ist richtig durchgeschaukelt worden. Überall lag Müll herum und in dem Außenbezirk, wo Rugby gespielt wurde (Bagnoli) war es eigentlich am schlimmsten. Ständig wurde man auch angesprochen, ob man Drogen kaufen möchte und wenn man abgelehnt hat, wurden die Dealer auch noch frech.

Die Organisation der Spiele war ein absolutes Fiasko und keiner wusste irgendwie etwas. Die Volunteers hatten absolut keinen Plan, die Veranstaltungen fingen eigentlich selten pünktlich an und das kleinste Problem war noch, dass die WCs auch nicht funktionierten. Die Athleten waren auch extrem enttäuscht, frustriert und sauer.

Dies hätte ich mir viel eher in Afrika vorgestellt und Süditalien ist eine echte Katastrophe. Von Italien habe ich die nächsten fünf Jahre genug. Die Italiener meinten zu mir, dass dies bei ihnen ständig so ist, sie auch gehörig die Schnauze voll haben und deswegen radikale Parteien wählen.

Zum Abschluss war ich noch zwei Tage in Rom. Am Hauptbahnhof Termini liegen abends etwa 60 Männer auf Pappschachteln und versuchen zu schlafen. Sie hatten keine Unterkunft oder Wohnung. Um den Hauptbahnhof laufen Leute herum, die ziemlich high sind (Drogen scheinen ein sehr großes Problem in Italien zu sein) und einen anbetteln beziehungsweise anmachen. Am Tiber haben die Afrikaner ihre kleine Zelte, die aber auch ziemlich verdreckt und schäbig sind.

Wie gesagt, alles war extrem heruntergekommen und verfallen. Drogen und Armut scheinen ein sehr großes Problem zu sein. So schlimm hätte ich mir es wahrlich nicht vorgestellt. Die Italiener sind selbst auch verzweifelt und wählen deswegen Parteien, die ihnen versprechen, dass es besser wird, auch wenn diese Parteien eventuell ziemlich radikal sind.

Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich den SSC Neapel so lange sperren, bis die Bewohner wenigstens ihren Stadtteil Fuorigrotta (wo das Stadion ist) aufgeräumt hätten. In diesem Fall wurde in den nächsten zwei Jahren in Neapel kein Fußball mehr gespielt werden. Dies hört sich eventuell übertrieben an, aber wer nicht dort war, kann sich nicht vorstellen, wie es dort aussieht.

Alles Gute und eine schöne Zeit!

Berlusconi hat den Faschismus wieder salonfähig gemacht.

Dennoch dümpeln die Faschisten vor sich hin. Sie wechseln mal zur Forza Italia, 5-Sterne-Bewegung, Liga-Nord und jetzt halt bei der Fratelli d`italia.

Nachdem die Democratia Christiana durch ihre engen Verbindungen zur Mafia selbst zerlegt hat, haben sich die Konservativen und die Rechtsextremen halt andere Parteien gesucht. Sie stellen alle zusammen eine rechte Mehrheit dar. Das ist aber auch nichts neues in Italien.

FdI waren schon immer Faschisten. Genauso wie FI schon immer rechts außen waren.

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@Tinkerbell263

Die Wähler sind in Italien nicht so an Parteien gebunden wie in Deutschland.

Die faschistoieden Wähler waren früher noch überwiegend bei der Democratia Christiana gebunden und haben sich nach deren Zerfall auf verschiedene andere rechte Parteien aufgeteilt. Und auch hier gibt es bei jeder Wahl viele Wechselwähler.

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@Immofachwirt

Schön wär's, wenn die Wähler nicht seit Jahrtausenden immer wieder und wieder die PD wählen würden.

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@Tinkerbell263

Die Sozialdemokratie (PD) ist immer schon eine Partei der linken Mitte gewesen. Im Gegensatz zur Democratia Christiana, welche die extrem Rechten über Jahrzehnte hinweg an sich binden konnte, ist das der PD bei der extrem Linken nie lange gelungen. Daher ist es wohl die einzige relevante Partei in Italien, die so etwas wie eine Stammwählerschaft hat.

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@Immofachwirt

Ja, weil die ganz linken auch ganz links wählen. Die PD ist sie Partei der Unentschlossenen und Alten. Gleichzeitig spricht man nie mit einem über Politik, denn da outet sich keiner als PD Wähler. Trotzdem sind die dauernd in der Regierung.

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@Immofachwirt

Jetzt bin ich neugierig, was für ein Typ Mensch das wäre. Hab ehrlich noch nie einen in freier Wildbahn gesehen.

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@Tinkerbell263

z. Bsp. ein Fahrradhändler (60) und seine Familie, eine Hilfsarbeiterin (29) und ihr Bruder (24), ein Inhaber eines Immobilienbüros (46) -welche eine Überraschung-, sein Bruder (42) und seine Mutter (?), Eine Inhaberin eines Textilgeschäftes (32) und Ihr Vater (?), ein Aushilfskoch (24) usw.

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Weil der Rest der EU "gewisse Gäste" nicht annehmen will, muss der Italiener mit dem klar kommen was er hat.

Lega Salvini ist das Beste was kommen kann, um endlich wieder Ordnung zu schaffen.

Salvinis Mitte Rechts Partei als faschistisch zu bezeichnen ist schon sehr gewagt und nebenbei nicht ganz richtig.

Ich habe die 12 % Partei faschistisch genannt. Lesen lernen.

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Aber auch nicht ganz falsch.

"Wiederholt wurde Salvini für seine Nähe zum Neofaschismus kritisiert. So veröffentlichte er unter anderem sein Buch "Io Sono Matteo Salvini" im Altaforte-Verlag, dessen Chef, Francesco Polacchi, der neofaschistischen Partei CasaPound nahe steht, sich offen zum Faschismus bekennt und der als Bewunderer von Benito Mussolini gilt.[56][57] Zudem wurde Salvini dafür kritisiert, Kleidung der Marke Pivet zu tragen, die insbesondere in neofaschistischen und Neonazi-Kreisen beliebt ist.[58] Salvini wurde auch dafür kritisiert, dass er und seine Partei Lega den Gedenktag zur Befreiung vom Faschismus boykottiert haben und damit rechtsextreme Gruppen ermutigt haben.[59] Mehrfach fiel Salvini zudem durch Anspielungen auf Mussolini auf. So bediente er sich z. B. am Geburtstag Mussolinis eines bekannten Zitats des Diktators.[60][61][62][63]"

https://de.wikipedia.org/wiki/Matteo_Salvini

Salvini ist auch gegen die Homo-Ehe (nur so nebenbei).

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@OlliBjoern

Jede Medaille hat 2 Seiten. Der eine sieht die vordere, ein anderer die hintere Seite.

Das Thema Homoehe ist durch, da wird keiner mehr was dagegen machen können in Europa.

Es ist zu einfach, Leute die nicht "links" wählen, als Faschisten oder Nazis zu beschimpfen. Lasst euch Mal was neues einfallen.

Die Grauzone fällt langsam auseinander. Heute muss es entweder schwarz oder weiß sein, als ob die Welt nicht andere Probleme hätte. 🤷🏽‍♂️

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@rtcsniper

"Es ist zu einfach, Leute die nicht "links" wählen, als Faschisten oder Nazis zu beschimpfen. "

Und das hast nun aus meiner Antwort herausgelesen? Super, du liest Sachen, die da gar nicht stehen.

Und da du "nicht ganz richtig" geschrieben hast, ist "nicht ganz falsch" nun mal nicht ausgeschlossen. Mir fällt auch auf, dass du dem Textausschnitt auf sachlicher Ebene nicht viel entgegenzusetzen hast.

Um dich ging es da auch nicht (es ging auch nicht drum, was du wählst oder nicht wählst), nur um Herrn Salvini. Manche Leute stellen sich unter "Ordnung" auch was anderes vor, als was sich Herr Salvini drunter vorstellt.

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@OlliBjoern

Nein, ich wollte dir gar nichts unterstellen. Ist leider falsch rübergekommen.

Viele Köpfe, viele Meinungen und ich bin der letzte der diese in Frage stellt, ausser sie sind komplett falsch.

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In Italien ist die Rechte Ideologie anders zu interpretieren als in Deutschland. Faschismus ist nicht gleich Nationalsozialismus auch wenn beide einige Gemeinsamkeiten haben.

Die damaligen Faschos waren eine "patriotische" Partei die aber nichts gegen Fremde, Schwule oder Juden hatte, sondern lediglich nur um das Vaterland ging.

Nachdem aus Hitler und Mussolini eine Freundschaft wurde, hat die Ideologie ab dem Zeitpunkt eine andere Bedeutung bekommen, nämlich aus Patriotismus(Faschismus) wurde es Rassismus, Fremdenhass, Erhalt der arischen Rasse(Nationalsozialismus) .

Der Hitler machte dem Duce ständig Druck um die rassistischen Gesetze in Italien einzuführen um die italienischen Juden nach Deutschland zu exportieren. Der Duce war stark dagegen (Es gibt auf Youtube sogar Videos die dies belegen) selbst seine Geliebte war Jüdin...

Erst nachdem Italien in Griechenland von den Deutschen militärisch unterstütz wurde um eine Niederlage seitens Italiens zu vermeiden hat Mussolini als "Dankeschön" weil er diesen Gefallen wieder gut machen musste, die Rassengesetze eingeführt.

Leider gibt es viele Ignoranten die Faschismus und Nazis verwechseln und für das gleiche halten. Beide sind ein großer Haufen Berg Scheisse, denn Diktatur ist immer schlecht.

Die Italiener sind garantiert kein rassistisches Volk, sie sind es nur satt ganz Afrika aufnehmen zu müssen. In der EU wird das Problem nicht ernsthaft besprochen so nachdem Motto "euer Problem".

Woher ich das weiß:Recherche

Vollkommener Unsinn. Der Faschismus war von Anfang an extrem rassistisch, da hat es keinen Druck Hitlers gebraucht. 1936 hat Italien in dem mit einem brutalen Vernichtungskrieg eroberten Äthiopien die Rassentrennung eingeführt, die später 1:1 von Südafrika unter dem Namen Apartheid übernommen wurde. Dass eine der vielen Liebschaften Mussolinis möglicherweise Jüdin war, sagt gar nichts aus. Seine erste Frau (Ida Dalser) war Tirolerin, er hat sie umbringen lassen, nachdem er sich ihr Geld angeeignet hat.

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