Was bedeuten die vier Glaubensgrundsätze der Reformation sowohl für die Kirche als auch für die Gläubigen?

8 Antworten

Hallo YaFalak,

allein durch Glauben mag ein Mensch nicht "gerettet" werden - und vor was vor allem? Glauben kann einen Menschen in Richtung Gott führen; doch können Menschen in ihrem Glauben hängenbleiben und werden damit nicht eins mit Gott.

Dann kann Glauben nicht hinreichend sein - und so wäre der Grundsatz allenfalls notwendig. Eine Erkenntnis des Geistlichen und Gottes kann ich mir auch ohne Glaube vorstellen.

Allein durch Gnade würde implizieren, dass Gott bestimmte Menschen auswählt oder allen Menschen die Gnade gegeben ist. Ersteres wäre ein Widerspruch zur Liebe im Sinne Gottes, zweiteres selbstverständlich und immer gegeben.

Allein durch Überlieferungen, die zum Teil aus der Bronzezeit stammen, lässt sich nicht unbedingt Nähe zu Gott herstellen. Viele Gottesbilder sind widersprüchlich und können Menschen abstoßen.

Wir wissen nicht, ob all diese Schriften nicht auch Werke sind, die irgendwie "danach" entstanden sind - und nach was.

Allein durch Jesus wäre ein Alleinstehensmerkmal des Christentums. Nur ist das Christentum nicht die einzigste Religion womöglich im ganzen Universum.

Bedenken wir dennoch Jesus, denn das, was er gesagt hatte (wie überliefert) macht einen theologisch vernünftigen Eindruck. Er spräch zum Zugang zu Gott (abgesehen davon, dass er dies an seine Person gebunden hatte). Der Zugang ist da, Glaube mag ein Weg für Menschen sein.

Er sprach auch von Buße - in der ich eine Veränderung einer Lebenseinstellung in Richtung Gott sehe. Vergebung ist ein Attribut der Liebe, von der genauso sprach. Da wären wir wieder bei der Gnade, die immer gegeben ist, mit einer Entscheidung der Menschen.

Eine Reformation müsste einen Schritt weiter gehen und an dem ansetzen, was sich zu Gott darstellen lässt: Liebe. Und alles andere folgert sich daraus. Nur wurde die Liebe - obwohl sicherlich bekannt, zu keinem Glaubensgrundsatz.

Sola amore...

Mit vielen lieben Grüßen

EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge
Liebe. Und alles andere folgert sich daraus. Nur wurde die Liebe - obwohl sicherlich bekannt, zu keinem Glaubensgrundsatz.

Genau - sie kommt als heilsnotwendig in der Theologie der Reformation garnicht vor. Dabei ist sie wohl das einzige (im weitestem Sinne) was Jesus als heilsnotwendig fordert - zu tun .
Die reform. Theologie besagt, daß der Mensch nichts zu seinem Heil tun kann - außer "glauben" (was immer das auch sei) was natürlich Jesus völlig widerspricht.

Sola amore...

genau

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@Viktor1

Es ist nur interessant, dass sich dazu noch niemand sehr offen und öffentlich geäußert hatte. Ich kann mir aber vorstellen, dass es dazu wissenschaftlich theologische Arbeiten gibt.

In meinen Augen ist Liebe das einzige, was Gott "kann" (um es so auszudrücken). Sie kann, wenn wir das wollen, in uns wirksam werden - und damit einzig alleine "heilsnotwendig" werden.

Das Ziel kann aber nicht ein ewiges Sein sein, sondern das Ausleben der Liebe - was dann in der Folge den Himmel eröffnet.

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@Viktor1

Ich bin da eher noch einen Deut "strenger" - und sehe eine entsprechende Lebenseinstellung, die Liebe bewirkt, als maßgebend. Mit einer solchen Lebenseinstellung - ich nenne sie oft darum geistlich orientiert - sind wir wie Gott - und damit mit Gott eins.

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@EarthCitizen20
und sehe eine entsprechende Lebenseinstellung, die Liebe bewirkt

ja - Jesus nennt dies die "größere Gerechtigkeit".
https://www.bibleserver.com/text/EU/Matth%C3%A4us5,20

Diese "Lebenseinstellung" muß man aber wollen. Sie kommt nicht von allein sondern wird uns nur in unseren "Herzen" (Gewissen) nahe gelegt, als richtig erkannt - wenn man denn diese Erkenntnis zuläßt.

Das Gesetz des Herzens ist das (einzige) Gesetz/Gebot des "Neuen Bundes" für den die ganze Botschaft Jesu steht, welchen er vermittelt.
https://www.bibleserver.com/text/ELB/Hebr%C3%A4er8,10

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@Viktor1

So mag man das sagen - und ich stimme Dir zu.

Es ist etwas, was von uns ausgeht, aus uns heraus erwachsen darf, unser Ding ist. Es ist einfach so, dass Gott (um es so zu sagen) genauso ist.

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@EarthCitizen20
Es ist einfach so, dass Gott (um es so zu sagen) genauso ist.

Nun - daß wir dann "genauso" im Sinne Gottes handeln wenn wir das verinnerlichen was uns ins Herz gegeben ist.

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@Viktor1

Wir sind dann eins mit Gott - auch wenn das viele Menschen aus einem Glauben heraus für anmaßend empfinden oder sogar für absurd halten.

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@EarthCitizen20

wissenschaftlich theologische Arbeiten

Da die Theologie, streng genommen, keine Wissenschaft ist, kann es dazu auch keine ernst zu nehmenden Arbeiten geben!

Liebe das einzige, was Gott "kann" 

Da hier noch keiner den Begriff "göttliche Liebe" verständlich definieren konnte bzw. jeder Versuch, dies zu tun, ad absurdum geführt wurde, "kann" er eigentlich gar nichts!

Sag ich doch schon immer!

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@666Phoenix

"kann" steht schon in Anführungszeichen, denn Gott ist - und auch das noch in einer Näherung und mit Wiederverwendung des Begriffs.

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Was bedeuten die vier Glaubensgrundsätze der Reformation sowohl für die Kirche als auch für die Gläubigen?

du verstehst "Kirche" hier wohl als evangelische Kirche.
Die kath. Kirche verwirft diese "Solis" als solche.
Nicht aber den Glauben oder die Gnade Gottes oder das Heilswirken Jesu oder die Schrift.
Die reform. Theologie hat diese aber zu Dogmen gemacht in dem Sinne, daß nur diese allein ( "solo") das Heil des Menschen bewirken. Sie hat das gerechte Handeln als nicht als heilsnotwendig angesehen sondern nur als erwünscht.
Bei Jesus ist dies aber letztendlich allein heilswirksam, sogar für die welche weder glauben noch ihn kennen.
https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us25,34-40

Ich glaube das nicht!

Der Mensch kann nur durch die Gnade und die Vergebung Gottes gerettet werden, ansonsten hat er keinen Erfolg im Jenseits.

Weder gute Taten noch Glaube, und schon gar nicht eine Schrift, auch nicht Jesus können einen Menschen retten, nur Gott alleine!

Wie will der Mensch denn wissen welcher Glaube richtig ist? Etwa durch eine Schrift die "Gottes Wort" genannt wird? Wo doch Gott unbeweisbar ist und durch die Offenbarung eines Wortes bewiesen wäre! Also kann der Mensch nur an Den Gott glauben Der ihm richtig und gerecht erscheint, und Diesen Gott sollte er im Laufe seines Lebens erkunden, entdecken, finden, dafür sind wir da. Und nicht etwa wegen des Befolgens einer Schrift die vor 2.000 Jahren geschrieben wurde um der Macht willen!

Und welche Taten die guten sind werden wir auch erst erfahren wenn der Tag kommt, an dem Gott mit uns abrechnen wird, daran kann ich glauben, das macht Sinn. Dennoch müssen wir uns darum bemühen.

Und Jesus? Ich soll glauben Gott habe einen Sohn? Ich soll glauben dieser Sohn sei Gott? Wie bitte? Und dessen "Stellvertreter" wohne in Rom? Alles das ist Gotteslästerung!

Was das für die Kirche und für die Gläubigen bedeutet kann ich dir auch erklären, sie werden ewig auf ein gutes Jenseits warten müssen wenn ihnen Gott nicht doch irgendwann vergibt, aber Gotteslästerung ist in meinen Augen schon eine schwerwiegende Angelegenheit. Noch wäre Zeit sich diese Geschichte noch einmal zu überlegen ...

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Christentum und Islam, Physik und Leben

Lies mal bitte in der Bibel im Johannesevangelium Kapitel 3, 16. Gott selbst hat es so gewollt, dass Jesus Christus als Retter kommt.

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@Kessy04

Danke, aber ich glaube der Bibel nicht. Außerdem, warum steht dort, dass Gott Seinen Sohn gab und warum nicht, dass Er Selbst gekommen ist? Und gleich danach steht, wers nicht glaubt wird verdammt.

Kannst du glauben, dass Gott unbeweisbar ist?

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@joerosac

Wenn du der Bibel nicht glaubst, dann glaubst du Gott nicht. Denn die Bibel ist sein Wort. Und wenn Gott in seinem Wort sagt, dass in Jesus Christus das Heil ist, dann ist das so.

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@Kessy04

Das behauptest du. Aber du hast nicht auf meine Frage geantwortet, warum nicht?

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Ich glaube das nicht!

du vertrittst ja auch keinen christlichen Glauben sondern irgendwas anderes.
Hier geht es um Auffassungen innerhalb des Christentums.

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@Viktor1

Die Frage ist was es für die Kirche und die Gläubigen bedeutet, es wurde nicht nach einer Antwort eines Christen gefragt.

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@joerosac
es wurde nicht nach einer Antwort eines Christen gefragt.

richtig - aber eine Antwort für chrisll. Gläubige. Deine Antwort richtest sich an irgendwelche Andere.

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@Viktor1

Nein, meine Antwort richtet sich gerade an die Christen, denn die haben es nötig.

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Sola fide=Allein durch Glauben
Damit ist gemeint, dass der Mensch nur durch seinen Glauben an Gottes Gnade und Versöhnung durch Jesus Christus gerettet werden und das ewige Leben erlangen kann.

Das heißt, man kann ein echtes Scheusal sein, solange man an Gott+Jesus+Bibel glaubt

Sola gratia= allein durch Gnade
Damit ist gemeint, dass der Mensch nur durch die Gnade Gottes ins ewige Leben eingehen wird. Er kann sich nichts erkaufen oder durch gute Werke selbst verdienen.

Das heißt, es ist völlige Willkür und Ungerechtigkeit, es geht nach den Launen eines makabren Überwesens

Sola scriptura= allein durch die Schrift
Damit ist gemeint, dass der Mensch nur die Bibel als Grundlage für seinen Glauben braucht. Alle anderen Anweisungen, z.B. durch Konzilien oder den Papst, sind der Bibel nachgeordnet.

Das heißt, zum Wissen der Bronzezeit darf nicht mehr dazugelernt werden

Solus Christus= allein Jesus Christus
Damit ist gemeint, dass der Mensch nur durch Jesus Christus und seinen Opfertod gerettet ist. Nichts sonst (also kein Papst, kein Heiliger, kein Ablass) hat Einfluss auf die Rettung der Gläubigen.

Das heißt, die Gläubigen sind ja schon gerettet, denn Jesus hatte ja schon seinen "Opfertod"

Man mag diese vier Grundsätze allenfalls im historischen Kontext der Reformation sehen, wie es der Fragesteller oder die Fragestellerin schon im Text andeutet.

In sich erscheinen sie theologisch nicht haltbar, wenn auch etabliert und ggf. Lehrmeinung.

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Deine Antwort zeigt, dass du dich wahrscheinlich nicht bzw. nicht ausreichend mit der Bibel beschäftigt hast.

Denn der Glaube bedeutet nicht, einfach nur an eine Existenz Gottes zu glauben oder wie zu glauben, dass es morgen schönes Wetter gibt. Siehe hierzu Hebräer 11,1.

Desweiteren sind "Gläubige" nicht automatisch gerettet, weil Jesus Christus damals am Kreuz hing, sondern nur durch Buße und Umkehr (1. Johannes 1, 9 ; Johannes 1, 12 ; Johannes 3, 16). Dann sind sie Gläubige. Der Papst, Petrus oder sonstige "Heilige" haben darauf wirklich keinen Einfluss. Es funktioniert nur über "Direktleitung", so wie es in der Bibel auch gesagt ist. Siehe hierzu 1. Timotheus 2, 5 und Johannes 14, 6.

Sola gratia - allein durch die Gnade

wird man errettet, durch Glauben, als Gottesgabe (Epheser 2, 8+9).

Nicht durch Ablassbriefe, gute Werke oder sonstwas. Keiner ist von sich aus gut genug für den Himmel, ob man als anständiger Mensch gilt vor den Menschen oder so viel auf dem Kerbholz hat wie z. B. diverse Diktatoren der Geschichte. Sünde ist Sünde, Gott macht da keine Unterschiede. Sündiges kommt nicht in den Himmel, denn Gott ist rein und ohne Sünde, und die Sünde trennt uns von Gott. Siehe hierzu Römer 3, 10 - 18 , Römer 6, 23.

Gott macht aber auch andererseits keine Unterschiede, wenn jemand mit reuigem Herzen zu ihm kommt und um Vergebung bittet (1. Johannes 1, 9 ; Johannes 1, 12 ; Römer 8, 1).

Der Mensch hat seit der Bronzezeit allerhand dazugelernt, nur was das Wort Gottes angeht: das hat damit überhaupt nichts zu tun.

Wir durften gern die Elektrizität erfinden, das Auto, Flugzeuge und Operationstechniken etc. Aber so wie Gott ewig und unveränderlich ist, ist es auch sein Wort und sein Willen. Die Bibel ist die Gebrauchsanleitung für unser Leben, vom Schöpfer selbst erstellt. Am Beispiel einer Waschmaschine erklärt: Wenn sie nicht nach Gebrauchsanleitung und so genutzt wird, wie sie gedacht ist, nimmt sie Schaden und kann bald nur noch auf den Schrott gebracht werden.

Jeder sollte die Gebrauchsanleitung seines Lebens lesen und Gottes Plan für sich erkennen. Und Sein Plan ist liebevoll und gut.

LG Kessy

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@Kessy04
Die Bibel ist die Gebrauchsanleitung für unser Leben, vom Schöpfer selbst erstellt.

Also Andersgläubige erschlagen, wie in Hesekiel 9?
Oder wie in 2.Mose 32?

Also ganze Völker ausrotten, wie in 5.Mose 20?

Also ungehorsame Söhne steinigen, wie in 5.Mose 21?

Das ist die "Gebrauchsanleitung"? Und dieser "Sein Plan ist liebevoll und gut"?

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Kann ich genauso unterschreiben.

Für mich bedeuten diese Grundsätze bzw. Erkenntnisse die Rettung von meinen Sünden, die Gewissheit der Vergebung und das ewige Leben einmal bei meinem Herrn Jesus in der Herrlichkeit. :-)

LG Kessy

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