Warumm kann es keinen "Sinn machen"?

19 Antworten

Der unzulässige Gebrauch ist meines Erachtens eine Internet-Legende von Leuten, die damit ihre tollen Englischkenntnisse zur Schau stellen wollen. Selbst wenn es ein Anglizismus sein sollte, so ist es längst in Journalismus, Literatur und Alltag eingebunden, und eine klare Verbesserung. "Sinn ergeben" ist manchmal einfach völlig unangemessen. Auch "Sinn haben" ist da oft unbeholfener.

Sinn kann man vergleichen mit Tiefe, Höhe oder Breite. Es ist möglich etwas mit diesen Eigenschaften zu erschaffen (machen). Es ist möglich diese Eigenschaft zu verändern. Es ist aber nicht möglich dem Ding diese Eigenschaft nachträglich angedeihen zu lassen. Somit kann man etwas Sinnvolles machen, man kann Etwas sinnvoller machen, man kann aber nicht nachträglich einen Sinn machen. Das es sich bei dieser Redewendung um einen Aglizismus handelt ist eher unbewiesen.

Danke, du hast es auf den Punkt gebracht. Jeder hat es einfach als den dummen Anglizismus abgestempelt, aber die Erklärung dabei blieb einfach aus (WARUM es denn nicht stimmen kann).

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"dummdeutsch" MUSS auch nirgends "geschrieben stehen". es reicht doch VÖLLIG aus, wenn es als solches erkennbar ist: beispiel: hier (bei gf) tauchen immer wieder fragen zum beruf auf, die SO beginnen: ich möchte EIN soundso (tierarzt, schauspieler usw.) werden. es ist doch völlig klar, dass NIEMAND zwei dasunddas werden kann! es handelt sich dabei EINDEUTIG um schlecht übersetzte synchronisationstexte aus der englischen\amerikanischen sprache. der gleiche blödsinnige übersetzungsmangel liegt dem "sinn machen" zugrunde(to make sense). besser ist nicht nur nach ansicht sebastian sicks (der dativ ist dem genitiv sein tod) die version: "sinnvoll sein",bzw. im negativen fall "sinnlosigkeit". nur weil auch die kanzlerin blödsinn redet, wird schlechtes deutsch nicht besser. beispiel (o-ton merkel): die zeiten WO wir..... (es hätte "in denen" heißen müssen)

"Sinn machen" ist eine Lehnbildung nach dem englischen "to make sense" (= einen Sinn haben). Schön ist diese Denglisch-Grammatik zwar nicht, aber mittlerweile ist dieser Ausdruck so geläufig, dass er sicher bald den Weg in den Duden finden wird.

Ich denke eher, dass hier die Engländer etwas von uns übernommen haben.

Es ist nämlich anders als bei "machen" so, dass "make" nur gebraucht wird, wenn etwas hergestellt oder produziert wird.

Beispiel:

"seine Hausaufgaben machen" heißt auf Englisch

"to do one's homework"

Erklärung: Hausaufgaben machen ist ein Vorgang, es geht nicht darum, ein Produkt herzustellen.

Bei "to make tea" dagegen, geht's um das Herstellen eines Produkts.

to make sense ist also wohl ein "Germanismus" der Engländer!

...so, und jetzt mach ich mich auf den Weg ...

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Der Ausdruck "Sinn machen ist ein schlechter Anglizismus (unüberlegte Übertragung aus der englischen Sprache). Ohne Nachdenken über Unterschiede von Bedeutungen in verschiedenen Sprachen wird "to make sense" einfach durch eine mögliche wörtliche Übersetzung von 2 Einzelbestandteilen (statt des Gesamtausdrucks) wiedergegeben.

Das Wort "machen" bezeichnet eine Handlung. Diese könnte in diesem Zusammenhang aber höchstens darin bestehen, Sinn zu verleihen/spenden/geben. Dies ist der Sache nach etwas anderes als "sinnvoll sein" oder "Sinn ergeben".

Dies gehört nicht zur Grammatik in einem engen Sinn (Formenlehre und Satzbau), sondern zur Semantik (Bedeutungslehre).

Hoffentlich wird schlechte Umgangssprache nicht in Nachschlagewerken als vollwertig anerkannt, sondern höchstens als fehlerhaft erwähnt.

Ja , die Redewendung ist aus dem Englischen übernommen. So what? Das beschreibt lediglich ihren Ursprung, nicht ob sie "falsch" oder richtig ist. Sie ist Umgangssprache? Selbst wenn - der Weg in die "Hochsprache" führt immer über diese. "Das Wort "machen" bezeichnet eine Handlung." - Tatsächlich? So wie in "Lesen macht Spaß", "Das macht nichts.", "Aufräumen macht viel Arbeit" Tatsache ist: Es gibt keine semantischen Regeln, nur orthografische. Und Sprache ist, was die Menschen sprechen.

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@boghog

In den Beispielen steckt eine Handlung, die z. B. als „bereiten" bzw. „bewirken" umschrieben werden kann.

Die Bedeutung von Wörtern ist nicht völlig beliebig. Es können sogar Definitionen gegeben werden, um genauer festzulegen, was mit einem Wort gemeint ist. Semantische Regeln gibt es daher. Sie sidn nicht völlig unveränderlich, aber diess sind Rechtschreibregeln auch nicht.

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@Albrecht

Natürlich haben Wörter eine Bedeutung (manchmal sogar definierbar). Es gibt aber keine Regeln zur Kombinierbarkeit von Wörtern. Gottseidank, das wäre das Ende aller Kreativität der Sprache. Es gibt Kollokationen, also eingebürgerte Wortkombinationen, denen man immer wieder begegnet. "Sinn haben" ist eine davon. Sagt jemand aber etwas anderes, wie z.B.: "Das bringt keinen Sinn", dann kann mir das als ungebräuchlich auffallen, falsch ist es deswegen noch lange nicht. "Das macht Sinn" ist schon längst ebenfalls eine etablierte Kollokation (Wie lange schon? Siehe dazu den oben verlinkten Bremer Sprachblog.), die sich in der Bedeutung von "Sinn haben", "Sinn ergeben" und "sinnvoll sein" unterscheidet. Zu allen anderen "Anklagepunkten" gegen das Sinn machen ("schlechter Anglizismus", "machen ist eine Handlung" u.a.) verweise ich nur auf Anatol Stefanowitschs Blog. Der widerlegt sie verständlich und systematisch. Da er dafür aber fünf Seiten braucht, macht es keinen Sinn, hier alle Argumente wiederzukäuen. Für alle Interessierten hier nochmals der Link: http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2007/10/01/sinnesfreuden-i/index.html

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