warum will jeder eigentlich reich und nicht glücklich werden?

13 Antworten

Hallo DrMoney95,

die Antwort auf diese Frage ist eigentlich komplex.

Es mag schon sein, dass das Glücklichsein nicht immer vom Reichtum abhängt, aber in der westlichen Welt ist dies allerdings zumeist trotzdem so. Auch gibt es bereits Studien dazu, dass Menschen ab Betrag x nicht glücklicher sind. Zumindest kann man sich, wenn man Asche hat, viele Dinge ermöglichen, hat es leichter und hat auch Einfluss bzw. kann dann auch Probleme reduzieren. Unterm Strich beseitigt dies dann essentielle Probleme (Hunger, Schulden usw.) und lässt die Freude (Wohnung, Auto, Materielles, Rente, Absicherung, Hobbys usw.) wachsen, sodass man dadurch durchaus glücklich(er) sein kann.

Es gibt alle Varianten von reich und glücklich, reich und unglücklich, arm und glücklich bis hin zu arm und unglücklich.

Und, wenn man wirklich reich ist, dann kann man sich viele Dinge erkaufen bzw. zumindest den Schein bezahlen. Insofern kann man sich dadurch dann auch "glücklich" manipulieren. Wie das nun geschieht, ist dem Körper bzw. dem Mensch egal.

Wenn ich mir "morgen" auf einmal alles kaufen könnte und auch zwecks Geld Macht hätte, dann wäre ich auch glücklicher. Warum denn auch nicht?

Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der sofort in eine tiefe Depression gefallen ist, weil sich dieser alles kaufen konnte und urplötzlich nicht mehr arm war. Eher ist es andersherum. Dass dann nach einer gewissen Zeit andere Probleme auftauchen und sich die Gewohnheit einstellt, sind andere Phänomene.

Und wer intelligent ist und einen "normalen" Job hat, der wird doch ebenfalls froh sein, wenn er einen Geldsegen bekommt. Was ist mit der Zukunft? Rente? Haus? Wohnung? Kinder? Enkelkinder? Reisen, Urlaub usw.? Wer kann sich denn das 2023 noch leisten?

Luxus braucht man ja nicht, aber diverse DInge erleichtern eben das Leben und bereiten Menschen Freude.

Ich bin jetzt auch nicht so der Materielle und fixiere mich auf die essentiellen Dinge im Leben. Aber trotzdem freue ich mich wie Bolle (wer ist eigentlich immer dieser Bolle?), wenn ich urplötzlich "reich" wäre und mir einen tollen Autowagen kaufe. Und ja, das würde mich freuen und ich wäre diesbezüglich dann glücklich. Ich würde dann jeden Tag hüpfend herumspringen, dem Auto ein Küsschen geben, schön polieren usw. Warum denn auch nicht?

Oder andersherum. Meinst Du, ein Mensch, der jeden Tag mit einer Schrottkarre 200km in die Arbeit fahren muss, ist glücklich, wenn er wieder einmal stehenbleibt, das Auto fast zerbricht und er sich die Reparatur nicht leisten kann, aber auf das Auto angewiesen ist? Das bringt Stress und Druck, Sorgen, Probleme.

Und auch dieser Mensch wäre "glücklicher", wenn er reich wäre und Probleme mit Geld lösen könnte. Es muss ja kein Luxus sein, aber ein normales Auto oder die Werktstattkosten.

Ich könnte Dir da 100000 Beispiele nennen, warum Menschen dann doch "glücklicher" wären. Und ja, für Arme sind auch wenige Euro sehr viel und die wären dann auch reich, wenn essentielle Dinge urplötzlich bezahlt werden könnten.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Super Beitrag! Und dieser Bolle war übrigens ein Berliner Milchhändler ...

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Weil der Großteil der Menschen wohl nicht sehr schlau ist. Viele argumentieren dann, dass wenn sie reich wären, ja alles besser wäre.

Aber diese Reich-oder-glücklich-Fragen funktionieren nicht so, da steht ein "oder" und Glück kann man sich nicht kaufen.

Die Krux ist, wenn man glücklich ist, dann hat man sehr, sehr wahrscheinlich nicht mehr das Bedürfnis, reich zu sein.

Als ich damals richtig glücklich war, hatte ich auch nicht den Wunsch, reich zu sein. Das spielte für mich absolut keine Rolle.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich denke, bevor ich schreibe.

Es heißt ja so schön, Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.

Man erhofft sich davon, einige Lebensträume und Luxusgüter zu leisten, wird jedoch feststellen und mehr Sicherheiten zu haben, dass das nicht glücklich macht, wenn die innere Einstellung nicht passt. Reichtum ist da definitiv einfacher zu erreichen, als glücklich zu sein.

Glücklichsein ist eine Frage der Philosophie.

Epikur sagt: "Denn genau wie die Medizin keinen Nutzen bringt, wenn sie nicht die körperlichen Krankheiten vertreibt, so bringt auch die Philosophie keinen Nutzen, wenn sie nicht die seelischen Leiden vertreibt".

Unserer Gesellschaft ist zwar materiell überfüttert, aber seelisch unterernährt. Das fördert den Kapitalismus, denn nur ein unzufriedener Mensch ist ein guter Konsument mit vielen Bedürfnissen.

Wer glücklich ist, fühlt sich schon reich, wenn es reicht, was er hat. Da wird er sich keinen Stress machen mit dem Reichwerden.

Einspruch, euer Ehren! Das will nicht jeder. Es gibt z.B. Leute, die an Reichtum kein Interesse haben, an Glück allerdings schon - und umgekehrt.