Warum sich nicht gerne als Schwul bekennen?

Und wo ist jetzt die Frage?

Warum bekennen sich so wenige Schwule ungern zu ihrer Sexualität?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn man teilweise noch homophoben Ansichten innerhalb der Gesellschaft ausgesetzt ist (und das gibt es leider noch mehr als genug), kann das jemanden extrem einschüchtern. Man verinnerlicht unter Umständen den Glaubenssatz "Ich bin schwul und das ist ein Problem".

Das dürfte so sein, homophobe Ansichten gehen Gott-Sei-Dank leicht und kontinuierlich zurück. Ich habe mein Outen erst vor wenigen Jahren geschafft, nachdem ich aus dem aktiven Arbeitsleben ausgestiegen bin. Vor meinem ehemaligen Arbeitskollektiv hatte ich eine Pein, um das ehrlich so zu sagen, obwohl es alle bereits wussten.

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@gb200

Ich hab jetzt des öfteren schon gehört, dass die Homophobie zurückgeht. Da müsste ich mich erst mal schlau machen. Wäre cool.

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Das ist ganz einfach und da spreche ich aus eigener Erfahrung, ich lebe in einer kleineren stadt (21000 Einwohner) und über die Hälfte davon sind Rentner und der rest auf dem Weg dahin. Die wenigsten haben in ihrer Generation sowas wie Akzeptanz und Toleranz gelehrt bekommen und verurteilen somit alles was andere tuen. Außerdem sind deutsche Rentner nochmal ganz speziel was stalking und gerüchte verbreiten angeht.

Ich persönlich werde mich definitiv nicht outen, denn selbst in meiner Schule wird man gemobbt wenn man zugibt nicht homophob zu sein

Möglicherweise sind viele Homosexuelle der Meinung, dass ihre Sexualität nicht die ganze Welt was angeht. und ich finde, hier wird schon genug über dieses und ähnliche Themen geredet.

Bei Beziehungsfragen (wozu eine Laiengemeinschaft evtl. Tipps geben kann) ist die Sexualität ja nicht wichtig.

Warum soll man dann nicht drüber reden, wenn man etwa eine Beziehung hat?

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@docdespair

Habe ich gar nicht gesagt. Aber Beziehung ist Beziehung und die "Probleme" sind gleich, ob homo oder hetero. Warum soll man dann also extra betonen, dass man schwul ist?

Andere schreiben ja auch nicht als erstes zu ihren Beziehungsfragen: ich bin hetero.... (so meinte ich das)

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@Blindi56

Na ja... tun LGBT das meistens? Aber leider ist das für viele immer noch ein Tabu und ein Problem und viele erleben leider auch noch Diskriminierung. Ich finde es ja toll, wenn das bei vielen heute so ist, aber selbstverständlich ist es leider auch heute lange noch nicht... ich persönlich würde das auch nicht tun, sondern eher sagen, dass ich einen Partner habe oder wie auch immer.

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Scham und Unwille. Kann ich auch absolut nachvollziehen. Schwul sein wird auch von den Toleranteren noch mit Dingen verbunden die nicht jeder schön findet. Nicht jeder Schwuler will im Tütü wie Harald Glööckler rumlaufen. Es gibt auch Schwule die das genauso unangenehm fänden wie Heteros.

Wenn du Fragen zu dem Thema verfolgst siehst du auch schnell, dass die Anerkennung als Schwuler auch große Hürden hat. "Ich habe meinem besten Freund einen geblasen, bin ich schwul?" - "nein, nein.. as ist normal macht jeder hetero!".

Ehrlich, habe auch schon einem verheirateten Hetero-Mann einen geblasen, weil seine Frau ihm diesen Wunsch nicht erfüllen wollte. Seitdem treffen wir uns mit dem Einverständnis seiner Ehefrau ab und zu.

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@gb200

Jaja immer diese verheirateten "hetero"-Männer :D

In Wahrheit sind jede Menge Männer schwul, die meisten haben nur zu viel Angst sich das einzugestehen.

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@verreisterNutzer

Es könnte tatsächlich sein, dass ein Mann schwul ist, aber zur Tarnung und des guten Tones wegen mit einer Frau verheiratet ist, sicher eine seltene (traurige!) Konstellation.

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Naja, als Schwuler hat man es auch heutzutage noch nicht immer und überall leicht. Das ist sicher ein wichtiger Grund. Was aber auch stimmt, ist, dass es wirklich befreiend ist, wenn man einfach offen damit umgeht und zu sich und seiner Sexualität steht

"Befreiend" - das stimmt und macht obendrein glücklich!

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