Warum ist Sterbehilfe verboten?

15 Antworten

Der Staat möchte das Kranke bis in den Tod leiden.

Nein das möchte der Staat nicht.

Es ist aber die Aufgabe des Staates, den Missbrauch von Gesetzen möglichst auszuschließen.

Im Falle der Sterbehilfe besteht das Problem zu verhindern, dass unter dem Deckmantel der Sterbehilfe Morde verübt werden. das praktisch eindeutig erkennen und auseinanderzuhalten ist einfach schwer in Gesetzesform zu fassen.

... und deshalb wird ein untaugliches Gesetz verabschiedet (§ 217), das Sterbewillige in die Illegalität treibt und untaugliche oder gewaltsame Mittel zu nutzen zwingt, mit der Gefahr als Schwerstpflegebedürftiger zu überleben. Wem das wohl nützt?

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Und wenn es nicht der Staat ist, dann ist es die Instanz darüber, die möchte, dass wir leiden. Warum wäre sonst das feature "Leid" teil unseres Daseinskonstrukts?

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Das Grundgesetz garantiert das Recht auf Leben, nicht das Recht auf Tod. Es ist schwierig zu Beurteilen, ab wann ein Mensch noch frei entscheiden kann. Gerade Demenzpatienten wissen oft nicht was sie tun. Auch ist fraglich, ob Angehörige eines Komapatienten nur nach besten Wissen und Gewissen die Geräte abstellen lassen. Wer weiß den, ob da nicht ein zu erwartendes Erbe oder die Auszahlung einer Lebensversicherung die Entscheidung beeinflusst.

Das Grundgesetz garantiert vor allem die Würde des Menschen.

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Das Grundgesetz garantiert das Selbstbestimmungsrecht und der Suizid ist in Deutschland nicht strafbar, auch der Versuch nicht. Es gibt keine Pflicht zum Leben. Ich erinnere an die Aussage des Abgeordneten Peter Hintze im Bundestag bei der Aussprache zum Gesetzentwurf des § 217 StGB, wo er sagte: „Das Leiden im Sterben ist sinnlos! Kein Mensch muss einen Qualtod hinnehmen.“

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@fspade

Wenn man Suizid begehen möchte und man abgehalten wird oder noch "gerettet" wird dann kommt man in eine Psychatrie wo man sich nicht umbringen kann.

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Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, die Hilfe bei der passiven Sterbehilfe hingegen nicht. Zulässig ist zum Beispiel, ein tödliches Medikament bereitzustellen, das der Betroffene selbst einnimmt. Auch passive Sterbehilfe wie der Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen ist erlaubt.

Strafbar aber ist es in Deutschland, Sterbehilfe als Dienstleistung anzubieten.

Was bleibt, ist der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, wenn zuvor nicht groß angekündigt siehe www.sterbefasten.de

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Kann ich nicht bestätigen. Trotz größter Bemühungen ein solches Medikament zu erhalten, habe ich bisher keines bekommen.

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@caged

Vielleicht, weil Du in einer behandlungsbedürftigen depressiven Phase des Lebens bist und Ärzte Dir zur Heilung verhelfen müssen.

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man selbst will sterben, aber beauftragt andere, dass diese einen selbst umbringen oder beim Suizid helfen?

das wäre das gleiche, als wenn ein Polizist (als Staatsvertreter, oder?) seine ungesicherte Waffe einer anderen Person aushändigt. Oder der Rettungssanitäter das Einsatzfahrzeug samt Schlüssel einer kranken Person aushändigt. Oder der Elektriker die Isolierung der Stromleitung entfernt und diese dann dieser Person gibt.

Nur dass Du mich richtig verstehst, es gibt einen Unterschied, ob Ärzte lebenserhaltende Massnahmen einstellen. Oder oder sie den Tod aktiv herbeiführen.

Aber es ist wie immer ein Streitthema.

das sind alles sehr unpassende Vergleiche. Der Zivilist hat keinen Waffenschein und ist nicht als Sani oder Elektirker qualifiziert. Ärzte, die einen Freitod begleiten sind das natürlich schon. Man gibt ja nicht jemandem das Medikament und lässt die Person dann allein, sondern das geschieht alles in Anwesenheit von Ärzten und Nächsten, die danach die Leiche direkt offiziell identifizieren müssen etc.

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@caged

Ich weiss, dass man genau solche Vergleiche nicht hören will. Weil Du und ich uns solche Situationen auch nicht vorstellen wollen.

Es gibt aber eine Grenze zwischen dem, dass man Sterbende in der letzten Phase begleitet. Und dem, dass man sie aktiv dabei unterstützt. Und in meinem Wertegefühl, steht dem Humanmediziner das Recht oder die Pflicht zu dieser Beihilfe nicht zu.

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Es wäre schwerer nachzuvollziehen, am Ende könnte die 'Hilfsperson" es sich ja so drehen das es Sterbehilfe war - obwohl es Mord war.. Weißt du was ich meine?

Aber ich verstehe deinen Punkt, ich habe auch lange über dieses Thema nachgedacht.

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