Warum ist Sterbehilfe verboten?

12 Antworten

Das Problem liegt dabei an der Stelle, wie man festlegen soll abwann ein Mensch nicht mehr eintscheiden kann, oder ab wann es gerechtfertigt ist, über ein anderes Menschen Leben zu entscheiden. An der Stelle, wo wir sagen: Der darf jetzt sterben, nehmen wir ihm das recht zu leben, selbst wenn es unter Qualen ist...ein sehr heikles Thema aufjedenfall.

Wenn er selbst sterben möchte entscheidet er das. Niemand anderes entscheidet über sein Leben.

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@Psychospiele

Naja aber in den meisten Fällen könnte sich doch der Kranke nicht mehr mitteilen. (Ich spreche von Koma ohne Aussicht, oder nach einem schweren Unfall wonach die Person Sprachunfähig ist) Sonst hast du natürlich recht

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@JoHo01

Also Sprachunfähig ist kein Problem. Die meisten Menschen können Schreiben und Lesen. Und wenn die Person seit 0,5-1 jahr immernoch im Koma liegt kann er auch weg weil das nur unnötige Platzverschwendung ist.

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@peterobm

aber ist das dann Sterbe Hilfe? Was ist denn mit denen die keine Verfügung veranlasst haben, nicht sprechen oder schreiben können? Entscheiden andere dann: So der soll jetzt nicht mehr leben?

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Das kommt mir alles so verdreht vor. Eigentlich müsste selbstverständlich sein, dass Niemand Macht üder Jemand anderen haben darf, sonst wäre nichts an unserem Dasein fair. Das beginnt dann aber bereits bei der Geburt, nicht erst beim Tod. Niemand sollte die Macht haben dürfen, über die Erschaffung von Leben zu entscheiden. Dann müssten wir uns auch nicht überlegen, ob wir Leben nehmen dürfen. Diese ganze Eltern-Kinder-Konstellation ist absolut unfair und viel zu leichtfertig.

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man selbst will sterben, aber beauftragt andere, dass diese einen selbst umbringen oder beim Suizid helfen?

das wäre das gleiche, als wenn ein Polizist (als Staatsvertreter, oder?) seine ungesicherte Waffe einer anderen Person aushändigt. Oder der Rettungssanitäter das Einsatzfahrzeug samt Schlüssel einer kranken Person aushändigt. Oder der Elektriker die Isolierung der Stromleitung entfernt und diese dann dieser Person gibt.

Nur dass Du mich richtig verstehst, es gibt einen Unterschied, ob Ärzte lebenserhaltende Massnahmen einstellen. Oder oder sie den Tod aktiv herbeiführen.

Aber es ist wie immer ein Streitthema.

das sind alles sehr unpassende Vergleiche. Der Zivilist hat keinen Waffenschein und ist nicht als Sani oder Elektirker qualifiziert. Ärzte, die einen Freitod begleiten sind das natürlich schon. Man gibt ja nicht jemandem das Medikament und lässt die Person dann allein, sondern das geschieht alles in Anwesenheit von Ärzten und Nächsten, die danach die Leiche direkt offiziell identifizieren müssen etc.

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@caged

Ich weiss, dass man genau solche Vergleiche nicht hören will. Weil Du und ich uns solche Situationen auch nicht vorstellen wollen.

Es gibt aber eine Grenze zwischen dem, dass man Sterbende in der letzten Phase begleitet. Und dem, dass man sie aktiv dabei unterstützt. Und in meinem Wertegefühl, steht dem Humanmediziner das Recht oder die Pflicht zu dieser Beihilfe nicht zu.

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in Deutschland ist es leider so,wegen unserer Nazi Vergangenheit.

Damals wurde ja Missbrauch betrieben.

Unseren Ärzten ist es verboten den Patienten entsprechende Medikamente zu geben.

Das Bundesverfassungsgericht hat das Gesetz aber jetzt für illegal erklärt.

Hoffentlich ändert sich da ja bald mal etwas.

Die drei schwierigen Fragen zur Sterbehilfe:

  • Wann ist eine Krankheit / Behinderung so schwer, daß ein Weiterleben nicht mehr "lebenswert" ist?

2 Gegenbeispiele: Jean-Dominique Bauby und Stephen Hawking

  • Ist der Sterbewunsch wirklich selbstgebildeter freier Wille oder von außen beeinflußt?

... und wenn es nur die Furcht ist, man könnte jemandem zur Last fallen?

  • Gibt es wirklich einen leichten, schmerzlosen Tod?

Oder leidet der Sterbende Qualen, ohne sie nach außen zeigen zu können (z.B. wegen Muskelrelaxantien)

Wenn ich das selber entscheiden kann und es Sorgfaltskriterien wie in der Schweiz oder Oregon gibt, ist die Gefahr des Mißbrauchs minimiert.

Wie es mit Medikamenten geht, ist in dem Film "Frau S. will sterben" sehr gut dokumentiert:
http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Frau-S-will-sterben-Wer-hilft-am-Lebe/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=46485798

Und wie es durch freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit geht, in dem Film "Sterbefasten – Freiheit zum Tod":
https://www.medienprojekt-wuppertal.de/sterbefasten-freiheit-zum-tod

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Mir fallen dazu spontan drei Gegenfragen ein:

  1. Wieso sollte man eine Krankheit oder Behinderung haben müssen, damit ein Todeswunsch gerechtfertigt ist? Warum reicht nicht ein leichtes Jucken als Grund, das Dasein, in das man unfreiwillig kam, nicht länger unterstützen zu wollen, indem man dort existiert? Warum sollte man überhaupt irgendwas in Kauf nehmen?
  2. Ist nicht der Wunsch zu Leben viel mehr von außen beeinflusst? (Ist er auf jeden Fall, denn Ich zb. möchte nicht leben und doch muss ich es.)
  3. Selbst wenn nicht - warum das ganze in die Länge ziehen? Warum nicht gleich hinter sich bringen? Der quälend lange Alterstod wird wohl kaum angenehmer sein als ein paar panische Minuten nachdem man sich tödlich vergiftet hat.
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