Warum ist ausgerechnet der Mensch das intelligenteste Wesen..?

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11 Antworten

Evolution ist ungerichtet. Nur da, wo sich einer Art ein Überlebensvorteil bietet, haben neue Features eine Chance, sich durchzusetzen. Anscheinend ist 'Intelligenz' nicht eine Wunderwaffe in allen Situationen. Ein Pavian kann gut mit einem viel intelligenteren Schimpansen konkurrieren. Die Menschen haben wahrscheinlich durch eine Reihe von schnell ablaufenden Klimaveränderungen als Spezialist fürs Nichtspezialisiertsein eine Nische gefunden und konnten sich so durchlavieren. Die vielen Verwandten des Homo Sapiens haben es nicht so weit gebracht, trotz Intelligenz. Das größere Gehirn ist mit hohen Kosten verbunden, es verbraucht beim Menschen ca. 25% der Energie. Die Investition muss sich alos schon lohnen. Das tut sie bei den meisten Tieren wohl nicht.

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Die Wntwicklung jeder Spezies hängt von den Ausgangsbedingungen, den wirkenden Selektionsdrücken durch die Umwelt und den zufällig auftretenden Mutationen ab. Es wirken also so viele Faktoren zusammen, dass es nahezu unmöglich ist, dass komplexe Merkmale, Organe usw. zweimal in der gleichen Weise entwickeln. Elefanten sind in ihrer Erscheinung ebenso einzigartig wie Menschen in ihrer Rolle als Kulturspezies.

Ein Überblick über Faktoren, die in der Gehirnevolution des Menschen eine Rolle gespielt haben:

Sehr bedeutend ist die Ernährungsumstellung der Frühmenschen: Im Vergleich zu anderen Menschenaffen macht Fleisch einen sehr großen Anteil der Ernährung beim Menschen aus. Aufgrund großer Umwälzungen in ihrem Ökosystem waren die Vorfahren der Menschen wohl gezwungen, sich auf Aas als Hauptnahrungsquelle zu verlegen, und später begannen sie große Steppentiere aktiv zu jagen.

Einerseits lieferte Fleisch sehr viel Energie, die zum Teil in die Gehirnentwicklung gesteckt werden konnte (sehr viel später wurde dieser Effekt durch das Kochen und Braten der Nahrung noch verstärkt), andererseits schuf die Jagd auch einen erhöhten Selektionsdruck für bestimmte Geistesleistungen.

Da der Mensch über keine natürlichen Waffen verfügt, die sich zum Reißen von Großwild eignen, musste er von Werkzeugen Gebrauch machen. Das ist eigentlich nichts neues, da auch andere Menschenaffen Werkzeuge benutzen, aber die zusätzliche Leistung des Menschen bestand im Schleudern von Waffen, was die koordinatorischen Fähigkeiten von Schimpansen oder Gorillas übersteigt. Individuen, die besonders wirkungsvolle Jagdwerkzeuge herstellen und sie auf große Distanzen einsetzen konnten, waren also im Vorteil, wodurch sich auf lange Sicht diese Fähigkeiten bei allen Menschen durchsetzten.

Aber auch ein gut gezielter spitzer Stock reicht kaum aus, um einen großen Wiederkäuer zu töten, weshalb sich die Jäger auf den Zusammenhalt ihrer Gruppe verlassen mussten. Individuen, die sich gut untereinander absprechen und planend vorgehen konnten, erzielten also bessere Jagderfolge und hatten damit bessere Überlebenschancen, wodurch ihre Fähigkeiten an die nächsten Generationen weitergegeben wurden.

Eine bessere Verständigung in der Gruppe bedingte wiederum komplexere Beziehungsgeflechte, die von den einzelnen Individuen eine größere Intelligenz erforderten, um mitziehen zu können usw. Es ist also deutlich, dass die Entwicklung der Intelligenz selbstverstärkend ablief.

Ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, der die ganze Entwicklung überhaupt erst möglich machte, ist die Fortpflanzungsstrategie der Menschen. Bis auf wenige Ausnahmen zeugen Menschen Einzelkinder im Abstand von einigen Jahren, die dann die gesamte Aufmerksamkeit der Eltern, insbesondere der Mutter, erhalten und ihre Nahrung mit niemandem teilen müssen (K-Strategie), anders als z.B. Katzen oder Ratten, die sehr viel Nachwuchs zeugen, von dem allerdings ein großer Teil eingeht (r-Strategen). Der größte Teil der Gehirnentwicklung findet in der Kindheit statt, weshalb die Ausprägung des menschlichen Gehirns auch auf seine lange Kindheit und die geringe Geschwisterzahl zurückzuführen ist.

Auch ist die Werkzeuggestaltung überhaupt nur dadurch möglich geworden, dass Menschen über geeignete Greiforgane (die Hände) verfügen, weil sie von baumbewohnenden Vorfahren abstammen.

Auch einige andere Tierarten sind sehr intelligent, was sich z.B. in planendem Vorgehen, Werkzeuggebrauch, Erkennen des eigenen Spiegelbilds oder vielschichtiger Kommunikation äußert. Mit Menschen sind solche Tiere aber nicht zu vergleichen, da sie sich in ganz anderen Umgebungen entwickelt haben.

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Man bleibt beim Lesen deiner Frage unweigerlich an einem Wort hängen, welches hier nicht wirklich etwas zu suchen hat. Nämlich an dem Wort "ausgerechnet". Ebenso könnte man fragen:

- Warum bauen ausgerechnet Spinnen Netze?

- Warum könne ausgerechnet Fische unter Wasser atmen?

- Warum haben ausgerechnet Dinosaurier Millionen Jahre die Welt dominiert?

- Warum ist ausgerechnet Milch weiß?

- Warum ist ausgerechnet der Mars rot?

Merkst du, wie überflüssig dieses Wort ist?

Die Benutzung dieses Wortes deutet an, daß du im Menschen offensichtlich etwas Besonderes siehst, welches in der Realität gar nicht vorhanden ist. Aus biologischer Sicht ist der Mensch keinesfalls einzigartig. Er ist in keiner Weise die "Krone der Schöpfung".

Der Mensch ist ein Trockennasenaffe, welcher sich über Millionen Jahre entwickelt hat, und dies auch weiterhin tut. Er ist nicht wichtiger oder höher entwickelt als andere Lebewesen. Er ist auch nicht unglaublich intelligenter als andere Lebewesen. Ein Großteil unserer Intelligenz liegt ohnehin in der Weitergabe von Erfahrungen begründet. Und es ist auch nicht allein unser Gehirn, welches uns einen Vorsprung verschafft hat. Es ist zum Beispiel auch der Daumen, oder der aufrechte Gang. Ein Elefant oder ein Delfin wäre mit Händen und Daumen ausgerüstet sicherlich zu gewissen "beeindruckenden" Leistungen fähig.

Was genau die Entwicklung der Intelligenz begünstigte, ist noch nicht gänzlich geklärt. Hier ein paar Ansätze:

https://en.wikipedia.org/wiki/Evolution\_of\_human\_intelligence

Aber kurz gesagt: Der Mensch ist der Mensch, weil es die Umstände zuließen bzw begünstigten. Und wie wir mittlerweile wissen, war er einst nicht der einzige Trockennasenaffe, der Werkzeug, Kultur und Sprache besaß. Diese anderen Hominiden sind nicht unsere Vorfahren gewesen, sondern existierten neben uns. Demnach hätten andere Tierarten diese Entwicklung nicht nur durchmachen KÖNNEN, sie haben sie durchgemacht.


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Die Größe des Gehirns allein ist nicht entscheidend. Das Gehirn der Neandertaler war größer als das des modernen Menschen. Es kommt zusätzlich auf die Menge der Gehirnfalten an, da damit viel mehr Neuronenvernetzungen ermöglicht werden.

Es soll Hunde geben, die klüger sind als ihre Herren. Mein Nachbar behauptete neulich, bei ihm sei das der Fall. Ich habe nicht widersprochen. ;-)

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Kommentar von gfsgfg
14.07.2017, 11:51

Hahha

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Hätten manche Tiere nicht auch so eine Entwicklung durchmachen können, wie wir Menschen?

Nein, weil ansonsten hätten wir diese Entwicklung nicht durchgemacht.

Es gibt etliche Faktoren die dafür verantwortlich waren dass wir uns zu dem entwickeln konnten was wir heute sind, darunter fallen u.a. Notwendigkeit und Vorteil, freie Nischen, Möglichkeit durch Ernährung, Klima und Umwelt, etc.etc.

Momentan wird eine ganz bestimmte Gorillaart intensiv von Forschern studiert. Diese Art könnte, wenn sich ihre Umstände nicht drastisch ändern, bald (also in 100-2.000 Generationen) eine eigene Sprache entwickeln, was einen ersten Schritt zu einer menschlichen Entwicklung wäre.

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Kommentar von Krawallmaxe
14.07.2017, 12:15

Die Menschheit wird es aber bei diesen Gorillas nicht zulassen, dass sie eine Sprache entwickeln. Sonst würde es eine Konkurrenz zu uns Menschen geben und das könnte unser Untergang sein. Ich verweise nur auf die Filmreihe "Planet der Affen". Auch wenn es nur Fiktion aus heutiger Sicht ist.

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Kommentar von DiegoderAeltere
14.07.2017, 15:05

Gute Antwort! Kannst du für den letzten Absatz einen Link bereitstellen?

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Weil es sich halt so ergeben hat - und nur weil du Mensch bist, kommst du überhaupt erst auf den Gedanken sowas zu fragen.

Elefanten und Delfine sind durchaus recht intelligente Wesen, die durchaus mit ihrem Familiensinn und ihrer relativ langen Erinnerungsfähigkeit nicht weit hinter uns stehen.

Wer sagt dir den, das in ein paar millionen Jahren nicht ganz andere Wesen hier herumlaufen, die mit dem Menschen nix mehr zu tun haben.

Evolution geht halt nicht von Heute auf Morgen. Die nicht so intelligenten Lebenwesen haben es aber etwas leichter, die machen sich nicht wegen allem immer "so einen Kopf". Grins

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Kommentar von gfsgfg
14.07.2017, 11:58

Die forschen und züchten in ihren Geheimlaboren sowieso an Sachen, an die wir gar nicht denken. Möchte nicht wissen, was irgendwo in unterirdischen Bunkern für Kreaturen leben, die man gezüchtet hat; sog. Chimäre. Sollen ja auch Tierezüchten, die sie hinterher für menschliche Transplantationszwecke ausschlachten, so was in der Art hab ich vor einiger Zeit mal gelesen, z.B. züchten die Ohren in ein Kaninchen oder irgendsowas in der Richtung. Viellecht gibt es bereits uns überlegene Wesen, die aus dem Labor stammen, mit einem IQ von einigen tausend IQ Punkten

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Zunächst stellt sich die Frage, wie man Intelligenz definiert. Bspw. hat ein sehr guter Maler eine sehr hohe künstlerische Intelligenz, die im Vergleich zum Tierreich sehr gut abschneidet.

Grundsätzlich erscheint es aber doch sinnvoller, sich die Frage zu stellen, ob primär nicht der Zweck der Intelligenz das langfristige Überleben sicherzustellen, sinnvoller ist.

Die Existenz des Menschen beruht auf dem exzessiven Verbrauch begrenzter Ressourcen; jedes einzelne Wesen der Natur ist besser auf Nachhaltigkeit ausgelegt als die Existenz des Menschen.

Sollten denn die Ressourcen wirklich so lange reichen, wie die Dinosaurier diesen Planet beherrscht haben.

Und sollte der Mensch im Anblick schwindender Ressourcen seine Existenz selbst gründlich gegenseitig beenden, mit den durch seine "Intelligenz" realisierten Kernwaffen, wie intelligent war denn dann wirklich sein Auftritt im Nachhinein betrachtet in der Weltgeschichte.

Ich hoffe der Mensch entwickelt noch rechtzeitig im Nachhinein die notwendige Intelligenz, von der er heute meint er hätte sie schon. Allerdings derjenige der sich für überlegen hält, hat die geringsten Chancen, das Notwendige zu lernen.

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Elefanten zum Beispiel sind sehr gut in der Lage komplexe Aufgaben zu lösen, die Ihr Leben von ihnen erwartet.
Sie schaffen Dinge, die wir Menschen nicht können.
Und wir wissen gar nicht alles.
Sie unterhalten sich mit ihren Fußsohlen über weite Entfernungen mit Artgenossen.
Sie haben ein sehr gut beobachtbares Sozialverhalten.

Sie brauchen keine Schrift, oder haben sogar eine Art Schrift?
Sie benutzen andere Dinge zur Kommunikation.
Wenn sie einen IQ Test erfinden würden, würden wir ihn nicht bestehen.

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Kommentar von Krawallmaxe
14.07.2017, 11:54

Elefanten sind Tiere und Tiere "schaffen" keine Dinge! Schaffen kommt von Erschaffen oder umgedreht. Wie das Wort erschaffen schon sagt, das können nur wir Menschen. Und warum? Weil wir schöpferisch tätig sein können aus dem Grunde, das wir uns selbst erkennen und unsere Existenz. Wir denken, Tiere nicht. Tiere machen alles aus Instinkt. Ich, als Mensch aber, ich denke, also bin ich. Ich erkenne mich selbst! Ein Tier kann nur Dinge tun aus seinem Instinkt heraus und um zu überleben und weil es das wg. seiner Beschaffenheit wie Aussehen, Körperbau usw. machen muss! Das gilt für alle Tier auf der Welt!

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Niemand weiß ob dem so ist. Vielleicht sind Kühe ja viel intelligenter als wir, haben nur dummerweise keine physischen Merkmale um das zu zeigen. ;)

Wir wissen nicht, ob es nicht auch andere Lebensformen gibt, die wir nur nicht wahrnehmen, aber die viel intelligenter sind. Vielleicht sind wir ja nur Ameisen im Kopf eines Riesen und handeln nicht selbstständig, sondern sind nur die Ausführung der Gedanken des Riesens.

Der Mensch ist von Natur aus Egoistisch und Überheblich. Das hat im das Überleben gesichert. Bis jetzt!

Vielleicht werden wir bald von einer anderen Spezies abgelöst, so wie in "Planet der Affen". Oder vor uns gab es intelligentere Spezies, die aufgrund von Naturkatastrophen ausgelöscht wurden.

Ok, nach unserem Wissensstand sind wir die intelligentesten Wesen, da wir ja selbst definieren was Intelligenz ist und diese sogar messen können. Wir haben uns sogar imaginäre Freunde geschaffen, die intelligenter sein sollen (obwohl man nichts schaffen kann, was mehr kann als man selbst). Vielleicht tun wir das, weil wir nicht die intelligentesten sei wollen, damit uns keine Verantwortung obliegt.

Ich bin mir jedenfalls sicher: Wenn irgendwann intelligente Außerirdische auf der Erde landen und in ein Fußballstadion, eine Kirche, ein Justin Biber Konzert oder den Bundestag schauen schauen, schnell wieder wegfliegen und sagen: "Schade, hier gibt es kein Intelligentes Leben". Oder aber sie wenden sich an die Kühe ;)

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Weil der Mensch als "Kind Gottes" (1.Joh.3,1) gezeugt wurde (1.Mose 1,26-27).

Da hat Jeder die Chance, ewiges Leben in Gottes Reich zu bekommen (Offb.20,4-5), wenn er den "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) ablehnt, welcher die ganze Menschheit verführt (Offb.17,1-6).

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Die klassische Antwort lautet dass die Menschen größere Gehirn als andere Lebewesen haben.

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Kommentar von PWolff
14.07.2017, 11:44

Das verschiebt die Frage um eine Stufe: Warum hat ausgerechnet der Mensch ein so großes (im Sinne von Anzahl der Nervenzellen und Synapsen) Gehirn?

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