Warum Goldfisch im Glas?

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Goldfische waren die ersten Zierfische, die von Menschen wegen ihres Aussehens gehalten wurden und sicherlich die ersten exotischen Zierfische, die lebend aus einem anderen Erdteil nach Europa importiert wurden. Durch diese historische Position sind sie noch heute die bekanntesten Zierfische. Das Goldfischglas dürfte die älteste Form von Glasaquarien sein. Solche Gläser konnte man herstellen, lange bevor man schlierenfrei durchsichtiges Flachglas herstellen konnte. Auch nach der Erfindung von schlierenfreiem Flachglas war ein Kugelglas noch deutlich billiger als ein Becken aus Flachglas.

Die Kombination von Goldfisch und Kugelglas ist also historisch bedingt.

Goldfische kommen (karpfentypisch) mit relativ wenig Sauerstoff aus. So lange das Wasser sauber und nicht zu warm ist, werden sie nicht ersticken.

In der Praxis muss man davon ausgehen, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines Goldfischs im Glas ziemlich kurz ist. Bei intensiver Pflege vielleicht wenige Monate, bei Vernachlässigung wenige Tage. Diese Form der Haltung ist für Goldfische nämlich ungeeignet.

Goldfische haben einen sehr intensiven Stoffwechsel und belasten dadurch mit ihren Ausscheidungen sehr stark das Wasser. Bei der kleinen Wassermenge (i.d.R. unter 10 Liter) und mit der viel zu kleinen Siedlungsfläche für nützliche Bakterien, ist bei solcher Belastung keine stabile Biologie möglich. Es ist mindestens täglich ein größerer Teilwasserwechsel nötig, um das Wasser vor dem Umkippen zu bewahren. Selbst wenn es gelingt, das Wasser stabil zu halten, sind nicht alle Probleme gelöst. Goldfische sind zwar relativ langsame, aber doch aktive Schwimmer, die gerne längere Strecken schwimmen und selten still stehen. Wenn sie das Verhalten wegen Platzmangel nicht ausleben können, stehen sie unter extremem Stress , der die Lebensdauer stark reduziert (stell Dir vor, Du wärst lebenslang in eine winzige Zelle gesperrt, die gerade genug Platz für ein Bett bietet). Der Stress wird dadurch verstärkt, dass Goldfische eigentlich Gruppentiere sind, die sich in Einzelhaft nicht wohl fühlen.

Weitere Stressfaktoren ergeben sich aus der Kugelform. Darin können sich Fische kaum orientieren. Betroffen sind nicht nur Goldfische, sondern alle Fische, deshalb ist ein Kugelbecken für Fische grundsätzlich ungeeignet. Der Blick durch das Glas nach außen ist stark verzerrt, so dass der Fisch seine Entfernung zur Glaswand schwer einschätzen kann. Die elektrische Orientierung mit dem Seitenlinienorgan funktioniert in einer Kugel auch nicht richtig. Darüber hinaus sind Fische alles andere als taub und orientieren sich auch akustisch. In einem Kugelglas ist die Herkunft einer Schallquelle aber nicht zu orten, der Schall kommt scheinbar überall her. Die Fische hören also einen potentiellen Feind, können aber nicht feststellen, aus welcher Richtung er kommt und können dadurch nicht entscheiden, in welche Richtugn sie flüchten sollen. Das verursacht extremen Stress. (das gilt auch für rundum nahtlose Aquarien mit anderen Formen).

Wer auf begrenztem Raum Fische halten will, muss sich andere Arten suchen. Goldfische passen nicht.

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Interessant, was man nich alles dazulernen kann ^^

Danke für die umfassende Antwort :)

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Hallo Xenortus

Sind diese Gläser mit Goldfischen nur Filmische deko oder tierqäulerei oder tatsächlich so möglich?

Es ist Tierquälerei, Goldfische unterscheiden sich prinzipiell nicht von anderen Fischen, sind aber zu groß für sowas.

Es ist also bei vielen Fischen problemlos möglich diese mal kurz in ein Wasserglas zu setzen- solange man sie nicht füttert, denn dann vergiftet man sich mit den dort enthaltenen Stickstoffverbindungen das Wasser mit Ammoniak. Das kann ein Fisch überleben- auch hundertmal- es kann aber seine Kiemen oder Flossen langsam angreifen und ist alles in allem Quälerei.

(die Aufgabe eines Filters ist das Beherbergen von Bakterien, die Ammoniak und Nitrit abbauen sowie der Transport des Wassers an ihnen vorbei).

Nur bei extrem kleinen Behzältern kommt der Sauerstoffmangl im Wasser dazu, was den Fisch zwingt mit einiger Anstrengung den Bedarf aus der Luft zu decken- kein gutes Fischleben. Aber der Fisch stirbt kaum direkt an Sauerstoffmangel!

Goldfische haben ein paar Eigenschaften die sie das ganze eher länger überleben lassen- so haben sie eine große Fähigkeit, ihr Wachstum der Futtermenge anzupassen bzw. kommen mit wenig Futter aus, sind nicht besonders empfindlich von wegen Vergiftung und Sauerstoff und flexibel was Temperatur angeht.

Andererseits sind sie wegen ihrer Größe besonders schlecht geignet für die Haltung im Glas- einen Guppy oder Kampffisch könnte man viel leichter in einem Glas halten. Weniger Futterbedarf ergo weniger Wasserbelastung.

Und- tatsählich wäre es überhaupt kein Problem und ist kein Problem einige sehr kleinbleibende Fische in einem filterlosen Becken zu halten, solannge man entweder zuverlässig täglich Wasser wechselt oder in irgend einer Form Siedlungsfläche für ein paar Bakterien hat.

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Wow, danke für die umfassende Antwort :)

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Goldfische oder andere Fische in diesen Gläsern zu halten ist Tierquälerei. Die Fische können sich nicht orientieren haben keine Versteckmöglichkeiten, viel zu wenig Platz der Wasser verdreckt schnell und werden meisten alleine gehalten dabei sind sie Gruppentiere. Goldfische überleben in solchen Gläsern auch nicht wirklich lange. In so ein Glas kann man sich wenn nur die Plastikfische tun die durch einen Bestimmte Technik auch schwimmen keine echten Fische. Goldfische sind zwar recht robust aber in einen kleinen Glas und alleine halten ist Tierquälerei. Man sollte sie aber auch nicht freilassen da der Goldfisch eine bei uns eingeschleppte Art ist und als invasiv gilt.

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