Warum gibt es weniger Vogelzwitschern?

9 Antworten

Na ja, die Vögel zwitschern im Winter generell weniger, weil da ja nicht gebalzt wird und es werden auch keine Jungen aufgezogen und Nester müssen nicht beschützt oder Reviere verteidigt werden.

Es sind aber auch weniger Vögel geworden, weil ihre Lebensräume nicht mehr existieren. So lange die Menschen ordentliche Gärten mit Rollrasen und exotischen Pflanzen oder Thujahecken wollen, fehlt das Nahrungsangebot für Insekten etc. und damit auch für Vögel, denn fast alle brauchen Insekten, um Junge aufzuziehen.

Bei uns hat auch z.B. der extrem trockene Sommer, der die Böden bin in die Tiefe ausgetrocknet hat, die Amseln dezimiert, die sind einfach verhungert, weil die auf feuchte Böden und feuchtes Laub angewiesen sind, um darin ihr Futter zu finden.

Insgesamt sind die Vögel sehr viel weniger geworden, weil wir seit den Achtziger Jahren bis zu 80 Prozent unserer Insekten eingebüßt haben. Die Insekten sind gestorben, weil wir ihre Futterpflanzen mit Glyphosat umgebracht oder sie direkt mit Insektiziden angegriffen haben. Selbst Körnerfresser brauchen die Insekten, weil sie damit ihre Jungen groß ziehen. Ohne Insekten geht es nicht. Aus diesem Grund gibt es in manchen Städten heute mehr Vögel als auf dem Land. Dort finden sie einfach nichts mehr zu Fressen.

Das Insektensterben ist übrigens nicht vorbei. Es geht munter weiter. Besonders die Nachtfalter werden seit Jahren immer weniger. Viele dieser Nachtfalter ernähren sich von bestimmten Pflanzen. Sie werden auch für die Bestäubung dieser Pflanzen gebraucht. Sterben diese Nachtfalter aus, nehmen sie die Pflanzen gleich mit. Denn die können ohne Bestäuber nicht leben. So brechen vollkommen unbemerkt ganze Ökosysteme zusammen.

ja du hast recht, hab mal ein Bericht gesehen, da wurden die Apfelblüten von Hand bestäubt, Äpfel sind gewachsen aber die waren alle Kernlos, wie man so die Bäume nachzüchten kann??

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Hast du über die Nachtfalter einen Link?

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@Quaeror

Muss ich schauen, ob ich das noch einmal finde. Aber im TV kam gestern erst ein Bericht von Servus TV über die EU Richtline der Straßenbeleuchtung. Da wurde gesagt, dass die EU radikal auf Energiesparen setzt. Jetzt gibt es eine Verordnung zum Einsatz von LED Leuchten. Aber genau diese Leuchten ziehen Unmengen von Nachtfaltern an. Die Tiere sterben an Erschöpfung, weil sie nicht erkennen, dass sie eine künstliche Energiequelle umkreisen. Der Gedanke der Einsparung war richtig. Nur töten wir damit unsere Nachtfalter, weil die genau dieses Licht bevorzugen.

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@Fuchssprung

Ja, das Problem hat die BVG auch mit ihren Leuchtsäulen, die müssen soviel Leichen rausputzen :(

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Sehr gut erläutert. Das mit den Nachtfaltern fand ich besonders interessant. Ich wusste nicht dass sie so wichtig für das Ökosystem sind.

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@GabrielDeSantis

Das wirklich Schlimme daran ist, dass auch Politiker keine Ahnung davon haben. Die haben das wirklich gut gemeint, mit ihrer Verordnung. Energie sparen ist ja wichtig. Aber es ist furchtbar, dass wir damit die Nachtfalter umbringen.

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Natürlich liegt es an Umweltverschmutzung. Es gibt weniger Insekten, die wichtiges Aufzuchtfutter für alle Vögel sind. Die Vögel sind durch die belastete Umwelt geschwächt und fallen diversen Seuchen zum Opfer, legen dünnschaligere Eier und finden weniger geschützte Räume zum Brüten z.B. vor Katzen.

Das ist keine schnelle Entwicklung sondern seit Jahrzehnten vorhergesagt, nur wurden die Wissenschaftler und Naturschützer, die diese Entwicklung beobachtet und vorhergesagt haben, immer als Spinner bezeichnet.

Vielleicht ist bei euch der Lebensraum weniger attraktiv geworden?

Hier fangen sie in der Saison schon vor Sonnenaufgang an und selbst in der nacht hört man die "üblichen Verdächtigen", in dem Fall Käuze und mal eine Eule.

Zur Zeit ist es noch eher ruhig, abgesehen von den Finken die immer laut zanken hört man nur mal ein paar Meisen, Warnrufe vom Eichenhäher, die kreisende Rotmilan-Dame un dden gelegentlichen Specht. Wobei der grade etwas sauer sein dürfte, seine Lieblingstrommel musste leider gefällt werden weil der tote Stamm schon halb über die Straße hing.

Also wir waren von 1970 bis 2019 das letzte Haus am Dorfrand, nach uns kam ein Feldweg mit einer ca. 200 m langen Hecke aus Haselbüschen, Schlehen und Weissdorf auf der Westseite des Feldweges. Auf der anderen Seite waren ca. 200 alte Obstbäume als Steuobstwiesen. Ende 2018 wurde dieses Gebiet als Neubaugebiet ausgewiesen und natürlich sofort die Hecken und die Bäume weggebaggert.

Gegenüber vor 2 Jahren wo es bei uns nur gezwischert hat und überall Vögel genistet haben ist jetzt nur noch ab und zu ein Spatz zu sehen.

Wenn man den Vögeln ihren Lebensraum innerhalb von Tagen zerstört, braucht man sich nicht lange überlegen, an was es wohl liegt, dass die Vögel immer weniger werden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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