Vollzeit zu arbeiten gehe gar nicht: „Was soll das? (...) Ich habe nur noch 3,5 Stunden zu leben und dann muss ich morgens wieder zur Arbeit.“ Das Video verbreitete sich rasant und erreichte innerhalb Stunden Millionen Aufrufe. "Ihr wollt mir doch nicht sagen, dass das das Leben ist“, so der Influencer Kamps in einem Video. Er kündigte an, seine Arbeitsstunden so schnell wie möglich reduzieren zu wollen.
Die Kommentare unter dem Video fielen sehr unterschiedlich aus. Viele Nutzer stimmten Kamps zu und betonten den Wunsch nach mehr Freizeit und psychischer Gesundheit.
Debatte über die Arbeitsmoral
Die Diskussion spiegelt einen grundlegenden Konflikt wider: die Frage nach der Arbeitsmoral der Gen Z (1995 - 2010) und der Zukunft der Arbeitszeit. Während junge Menschen oft mehr Flexibilität fordern, warnen manche aus Wirtschaft und Politik vor einem sinkenden Arbeitsvolumen.
Kamps widerspricht dem Vorwurf, seine Generation habe keine Lust zu arbeiten. Es bleibe bei einem Achtstundentag einfach zu wenig Zeit für Familie, Freunde oder Erledigungen.
Eine Userin schrieb: „Das ist sowas von NICHT GenZ, das ist einfach nur gesunder Menschenverstand. Ihr macht das jetzt schon so viel besser als wir (Millennials).“ Andere kritisierten die junge Generation als weniger belastbar, nannten Kamps „wohlstandsverwahrlost“ und verwiesen darauf, dass ältere Generationen weitaus intensivere Arbeitswochen durchstehen mussten.
In einem Folgevideo berichtete Kamps von Beleidigungen und nannte sich selbst den „meistgehassten Gen-Z-Mensch“ Deutschlands.
Quelle, Ausschnitte aus dem Artikel, gekürzt und verändert
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Virale Videos entfachen die Debatte um die Arbeitsmoral der Generation Z. Doch was bedeutet das für Deutschlands Wirtschaft? Für Unternehmer Martin Limbeck zeigt die Diskussion,
wie gefährlich Deutschlands Leistungsverlust wirklich wird!
Ich (Martin) sage: Ja, diese Diskussion ist wichtig.
Doch sie ist auch gefährlich. Denn während wir darüber reden, ob 40 Stunden zu viel sind, rauscht unsere Wirtschaft bergab.
Und das liegt nicht daran, dass zu viel gearbeitet wird. Sondern daran, dass zu viele zu wenig leisten wollen.
Meine Erfahrung als Unternehmer und Arbeitgeber: Kamps ist kein Einzelfall. Ausbildung zum Bankkaufmann, Teilnahme bei Germany’s Next Topmodel als Sprungbrett ins Influencer-Business, jetzt Medienagentur. Drei Wochen im Job – und schon die Sinnkrise.
Sorry, früher haben wir das Einstieg genannt. Heute heißt es direkt Überforderung. Mir ist bewusst, dass ich zu einer anderen Generation gehöre. Doch ich frage mich, wo diese Veränderung im Mindset herkommt? Ich bin groß geworden mit einem Vater, der früh das Haus verließ und spät zurückkam. Einer Mutter, die neben Hausarbeit und drei Kindern noch an der Kinokasse gesessen hat. Arbeit war kein Wellnessprogramm, sondern Verpflichtung. Mir war von klein auf klar: Arbeit ist Arbeit.
Heute reden viele Junge direkt über Homeoffice, Work-Life-Balance und 4-Tage-Woche – bevor sie überhaupt wissen, was Leistung wirklich bedeutet.
Der Präsident der Bergischen IHK, brachte es kürzlich in einem Interview auf den Punkt: »Wenn im Ausbildungs-Bewerbungsgespräch Work-Life-Balance und Homeoffice ein wesentlicher Gesprächsbestandteil von Seiten eines Auszubildenden ist, dann wundert es mich nicht, dass wir diesem Auszubildenden keinen Ausbildungsvertrag unterbreitet haben.« Genau so ist es.
Die Wirtschaft braucht Macher, keine Müdigkeitskultur
Wir stehen in Deutschland wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand: schwaches Wachstum, sinkende Produktivität, Fachkräftemangel.
Gleichzeitig klagen Menschen, dass sie »zu wenig Zeit zum Leben« haben – obwohl sie historisch gesehen so viel Freizeit, Urlaub und staatliche Absicherung genießen wie nie zuvor.
Meinem Gefühl nach ist Leistung heute fast zum Schimpfwort geworden. Etwas, das nur noch Dumme vollbringen. Dabei ist das die Grundlage unseres Wohlstands. Ohne Leistung keine Innovation, keine Investitionen, keine Zukunft.
Ich sage es so, wie es ist: Herr Kamps hat mit seinem Video eine Debatte ausgelöst, die längst überfällig war. Es ist gut, dass wir über Sinn und Struktur reden. Doch wenn wir daraus eine Kultur des Schonens machen, dann ist das keine Evolution, sondern der Anfang vom Ende unserer Leistungsfähigkeit.
Quelle, Ausschnitte aus dem Artikel, gekürzt und verändert
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Was denkt ihr über die Debatte? Ist die wichtig und sollte die Politik eingreifen?