vorteile und nachteile : kinder bei Großeltern aufwachsen , weil die Eltern beschäftigen sich sehr mit ihrer arbeit?

7 Antworten

Ich bin beim Opa großgeworden, aber das hatte andere Ursachen, die ich hier nicht unbedingt nennen möchte.

Für mich war es in jedem Fall eine Bereicherung. Es war eine tolle Zeit & vor allem war mein Opa total unverkrampft. Er war streng, aber gerecht und wurde nie böse oder beleidigend, es gab keine körperliche Gewalt & er ließ immer mit sich reden ------> das war kein Vergleich zu "hibbeligen jungen Supermüttern" von Mitschülern, die keinerlei Geduld im Umgang mit ihren Kindern hatten und ihrem Nachwuchs mit einer dauernd aufgekratzten und fahrigen Art sicher keinen Gefallen getan haben. Mir jedoch hat mein Opa mit seiner ruhigen und aufrechten Art einen großen Gefallen getan & das hat sich aus meiner Sicht nur gut ausgewirkt. 

Wenn irgendwelche Mütter sich im Kreis zu drehen begannen, hat mein Opa gelacht, noch eine eiskalte Apfelschorle getrunken und es dann ohne Geschrei und Terz gelöst. Als langjähriger Handelsvertreter - manche seiner früheren Stammkunden hat er aus Hobby noch bedient, bis er über 80 war - hatte er eine unglaubliche Menschenkenntnis & ein unerschöpfliches Allgemeinwissen, Empathie und innere Ruhe. Diese standhafte, tiefe innere Ruhe hat er mir weiter gegeben.

Gut, es war insofern manchmal schwer, weil er eben aus einer ganz anderen Generation stammte & durch seine Erziehung es tatsächlich Situationen gab, in denen ich als "opageprägter Jugendlicher", der vllt. geistig altmodischer/konservativer oder bedächtiger war als andere Jungs, angeeckt bin oder Meinungen hatte, die die anderen damals noch nicht verstanden haben oder nicht nachvollziehen konnten. Das hielt sich jedoch in Grenzen, echte Nachteile entstanden mir sowohl in Kindergarten, Grund- oder Realschule sowie in meinen Beziehungen, in meiner Ausbildung und dann im Berufsleben eigentlich nicht. Und kleinere Missverständnisse gibt's immer :)

Ich wurde als Kind nicht ständig geknuddelt, geküsst und umarmt oder mit Geschenken überhäuft, aber ich habe es trotzdem gelernt wie man Liebe gibt und aufnimmt. Mein Opa war da sehr eigenwillig: Er konnte einen nicht küssen oder ständig herzen, aber ich habe durch seine ganze Art, Gesten, seine eigensinnige aber herzliche Sprachweise und alles immer gewusst, wie sehr er mich liebt und wie wichtig ich ihm bin. Ich habe vielleicht eine ganz andere Form von Liebe genossen wie die meisten aus meinem Alter, aber es war gut. 

Der einzige Nachteil war, dass ich mir ab Opas 80. Geburtstag (da war ich 15) immer wieder Gedanken machte was passiert wenn er eines Tages krank wird oder eventuell sogar stirbt. Das war tatsächlich mitunter quälend. Mein Opa hat dann noch fast zehn Jahre gesund und gut gelebt, aber es war tatsächlich eine extreme Situation, in der ich mir Sorgen gemacht habe was dann aus mir werden sollte, wenn er stirbt, ins Heim muss usw. -----> und das dürfte jemand, der bei seinen Eltern aufwächst, nur in Härtefällen wie einer alleinerziehenden und schwer kranken Mutter ohne Verwandte haben.

Allgemein kann ich aus tiefstem Herzen sagen -----> ich hatte dank meinem Opa eine verdammt tolle Kindheit und Jugendzeit. Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich heute bin. 

Toll, dass du so einen Opa haben durftest!

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Da könnte man einen schönen Besinnungsaufsatz drüber schreiben, mit Pro und Contra.

Meine Einschätzung: Es kommt einfach auf die Eltern und auf die Großeltern an. Wenn das Kind abgegeben wird, weil die Eltern sich um die Existenzsicherung kümmern müssen und patente und kompetente Großeltern bereitstehen, dann kann das durchaus in Ordnung sein.

Wenn die Kinder abgeschoben werden, weil für die Eltern das Materielle wichtiger ist als die Familie, dann spürt das Kind das ganz genau und wird sich - trotz aller materieller Zuwendungen und vielleicht toller Flugreisen in alle Ecken der Welt - mit einer emotionalen Vereinsamung herumschlagen müssen.

Großeltern können wunderbare Eltern sein - oder eben nur Verwahrstationen für eigentlich überflüssige Kinder.

Und Eltern, die rackern müssen, um die Familie über Wasser zu halten, können auch wunderbare Eltern sein, wenn sie die knappe Zeit, die sie für die Kinder haben, mit Leben und Zuwendung füllen können.

Wie gesagt: Es kommt darauf an!

Meiner Meinung nach ein unzumutbarer Nachteil für das Kind, denn die einzige Liebe die der Mensch im Leben braucht ist die der Eltern in der Kindheit. 

Bekommt das Kind diese nicht ist es für immer Psychisch Geschädigt dies kann auch nicht Psychologisch behoben werden.

Die Einzige Lösung  die ich hier sehe ist vielleicht ein Mittelding das sich die Eltern trotzdem oft mit dem Kind beschäftigen usw.

Wenn man nicht bereit ist für sein Kind einiges zu Opfern sollte man gar nicht erst darüber nachdenken eines zu bekommen. Es geht schließlich um ein Menschenleben.

Wozu hat man kinder, wen man sie nur noch "wegorganisiert"?

Dagegen das Großeltern mal oder regelmäßig einspringen (abholen, bringen, betreuen) ist aber nichts zu sagen ...

Naja das kommt immer darauf an wie lange die Kinder bei den Großeltern sind. Wenn ich mein Kind in die Kita gebe, dann wird es dort ja auch für einige Stunden betreut. 

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