Vom Religionsunterricht zur praktischen Philosophie wechseln?

Das Ergebnis basiert auf 13 Abstimmungen

Philosophie ist besser 76%
Religion ist besser 23%

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich möchte den bisherigen Postern höflich widersprechen.
Meiner Meinung nach ist der "Sinn" sowohl der Religion, wie auch der Philosophie, dass man sich als Mensch besser zurecht findet, teilweise sogar ein besserer Mensch wird. (Wobei ich dieses "besser" jetzt mal nicht definieren möchte.) Beide gehen mit unterschiedlichen Mitteln vor.

Während die christliche Religion als Hauptstandpunkt Gott und die 10 Gebote (ergänzend das Gebot der Liebe von Jesus) im Mittelpunkt hat, sucht die Philosophie dies meist mit reiner Logik zu lösen.

Zwei unterschiedliche Ansätze, zwei unterschiedliche Wege, aber meiner Meinung nach doch ein ziemlich ähnliches Ziel.

"Nützlicher" für später kann beides sein. Einige finden Trost in der Religion, wieder andere finden Halt in den Ausführungen der Philosophen. Insofern wäre auch eine Abschaffung ein absolutes No-Go, da man sich als "Mensch" lediglich in diesen beiden Fächern wirklich zeigen kann und mir die Philosphie ohne das Gegengewicht Religion zu einseitig erscheint.

Was für dich persönlich "besser" ist, vermag hier niemand zu beantworten. Die Religionsstunden beruhen auf die Einladung der Schülerinnen und Schüler. Ich weiß nicht, wie dies bei praktischer Philosophie aussieht. Vielleicht kannst du einfach mal in diese "reinschnuppern" und dann entscheiden, was für dich mehr Sinn macht.

Religion hat viele gute Seiten. Eigentlich sollte jede Religion die Menschen verbessern. Mann kann das aber wesentlich leichter schaffen. Mann kann alles positive von jeder Religion ohne den glauben an Gott oder sonst irgend welchen Konzepten durch zb. Philosophie oder Psychologie lernen. Oder auch in einem erweiterten Sozialkunde Unterricht :) Mann würde dann auch genauer verstehen, warum und wieso. Religion ist der Falsche weg. Es ist zu umständlich und die Leute versinken noch mehr in Konzepten von anderen. Religion ist eigentlich nur eine andere Art von hust hust Faschismus hust :D Denk mal an die Kreuzritter... Hoffe der <<< Text stört dich nicht :)

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@IceHunter

Das ist so leider nicht richtig. Ich habe bereits Vorlesungen über zum Thema Philosophie gehört und mir hat da das Persönliche, Einfühlsame gefehlt. Auch wenn ich ein logisch denkender und kritischer Mensch bin, geht mit diese "nackte Logik" am Menschsein vorbei.
Hier hilft auch kein Sozialkundeunterricht, wenn es um das Mensch-sein geht.

Leider wurde die Botschaft von Jesus in der Geschichte immer wieder herumgedreht, das haben nicht zuletzt die Kreuzritter bewiesen. Waffen sind eigentlich für einen Christen der falsche Weg, wenn man die Nächstenliebe wirklich ernst nimmt.

Eiferer gibt es sowohl im politischen, im religiösen, sowie in allen anderen Milieus auch. Das ist insofern kein Argument und Religion mit Faschismus gleichzusetzen ist ehrlich gesagt völlig daneben. Das eine hat mit dem Glauben zu tun, das andere mit Politik.

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@MarcusTullius

"Das eine hat mit dem Glauben zu tun, das andere mit Politik."

Tja eben nicht, Wahrscheinlich gibt es noch einen anderen Begriff für Faschismus bzw. das was ich meine. Ich meine damit eine Gemeinschaft, die nur eine Gemeinschaft ist, weil alle an genau das selbe denken. Das hängt weder mit Politik noch mit Religion zusammen! Ich finde einfach, das ist ein wichtiger Punkt den alle sehr leicht übersehen. Erst mal sollte man wissen wie Faschismus entsteht und wie weit das gehen kann. Tu nicht so als hätte ich unwirkliche Vorstellungen! Zb. die Tween Towers. Das ist noch nicht so lange her und es waren Leute mit einem starken Glauben. Man könnte mit einer Religion die ganze Welt vernichten. Denn es basiert auf dem gleichen Prinzip wie Faschismus. Nicht böse gemeint.

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@IceHunter

Erm... ich sage bereits, dass es in jedem Bereich Eiferer gibt, die nichts anderes gelten lassen, als ihre eigene Meinung. Dies kann sowohl eine religiöse, politische oder auch andere Ansicht sein. Das ist dann kein Faschismus, sondern Fanatismus.

Davon ist die katholische Kirche (glücklicherweise) zumindest mittlerweile meilenweit entfernt. Sie sucht den Dialog mit anderen Religionen und sieht sich in keinster Weise als diejenige, die die "Weisheit gepachtet" hat.

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@MarcusTullius

Ja, schon gut. Schau dir mal den Film Die Welle an. Vielleicht verstehst du dann was genau ich damit meine. Die meisten verstehen es allerdings nicht. Ich habe es jedenfalls selbst erlebt als ich mich von den hasserfüllten Videos von Anonymus begeistern ließ. Man merkt es nicht solange man daran glaubt was alle in der Gemeinschaft sagen. Erst nach einem halben Jahr bin ich drauf gekommen was da abging O.o

Hier der Film: http://streamcloud.eu/ei2wwmbn3e5b/die_welle.flv.html

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@IceHunter

Die Welle habe ich schon vor Urzeiten gelesen und weiß jetzt zumindest ansatzweise, was du meinst. Schätze du möchtest auf Kritikfähigkeit und ein gesundes Urteilsvermögen raus. Hierbei können meiner Meinung nach sowohl Religion, als auch die Philosophie helfen oder auch beide Fehlschlüsse nicht vermeiden. Die Schlüsseleigenschaft ist für mich (abgesehen von Religion oder Philosophie) ein Bemühen um gegenseitiges Verständnis und die Achtung vor der Meinung anderer.

Auch wenn ich das Argument oben schonmal gebraucht habe, Jesus hat die Achtung voreinander gelehrt und war ständig auf Seiten der Schwachen und Unterdrückten. Er forderte nicht zum Krieg oder zu Waffen etc, auf, trotzdem wurde das leider ab und an so verstanden (soweit ich weiß geht es dem Islam da ähnlich). Die 10 Gebote sehe ich als Klassiker von Gemeinschaftsregeln an (natürlich kann man über 2-3 Gebote streiten, aber der Rest paßt einfach zeitlos in Gemeinschaften).

Andererseits haben auch große Philosophen ihre Schattenseiten. So groß meine Achtung vor den Klassikern auch ist, Platons Frauenbild ist alles andere als menschenwürdig und von den Sklaven mag ich jetzt erst mal gar nicht anfangen.

Was ich EIGENTLICH sehr schade finde ist, dass man in der Schule auswählen MUSS. Für mich persönlich schliesst sich Philosophie und Religion nicht gegenseitig aus, sondern verwendet (auch wie bereits oben erwähnt) lediglich unterschiedliche Legitimationen. Ein gegenseitiges Beleben ist durch diese Trennung meines Erachtens leider ziemlich ausgeschlossen. Wer sagt denn, dass manche religiöse Menschen nicht eine philosophische Ergänzung gut täte oder manchen philosophisch veranlagtem eine religiöse?

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@MarcusTullius

Natürlich ist Religion an sich sehr gut! Es sind einfach die gefährlichen Begleiter, die ich ja schon erwähnt habe. Es ist nicht nur, dass es eine Gemeinschaft zu grausamen dingen bewegen kann. Sondern auch, dass die Menschen Konzepte kopieren, Glaubenssätze entwickeln die ihre Persönlichkeit enorm beeinflussen. (die meisten davon sind natürlich positiv) Es lässt die Menschen Massendenken wodurch eigene Gedanken ausgeschlossen werden. Per Definition macht das einen Menschen dumm. Auch wenn ich niemanden dumm wegen seiner Religion nennen würde. Nein, viel eher blind. Ich hoffe das fasst du nicht als Beleidigung auf, Denn wenn, kannst du nicht verstehen was ich damit wirklich meine.

Ich sage ja auch nicht, dass alle Dr. Philosoph spielen sollen. Es gibt einfach zu viele die falsch urteilen. Und eine falsche Meinung sollte man nicht den unwissenden aufzwingen. Aber selbstständiges denken fehlt in unserer Gesellschaft. So ein Unterricht kann dazu anregen. Deswegen finde ich, zuerst Psychologie und dann Religion.

Religion sollte genauso wie Philosophie ein freier Unterricht sein, den man ohne entweder oder wählen kann. Allerdings ist das eine Frage der Zeit.

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"Meiner Meinung nach ist der "Sinn" sowohl der Religion, wie auch der Philosophie, dass man sich als Mensch besser zurecht findet, teilweise sogar ein besserer Mensch wird."

  • Dazu trägt aber nicht die Religion bei. Wenn man sich die Bibel durchliest, findet man sehr viel, was ein normaler Mensch heute sofort ablehnen würde. Es sollte bekannt sein, was ich meine. Stattdessen pickt man sich die angenehmen und schönen Sachen heraus und hält sich an diese. Warum dann nicht gleich die Schriften von den großen Philosophen zum Thema Moral lesen, die frei von Religion formuliert wurden?
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@kwonel

Dann solltest du mal intensiv das neue Testament schmökern und dir das zu Gemüte führen, was Jesus getan und gesagt hat. Das spricht einfacher, tiefer und direkter an als es die "großen Philosophen" bisher bei mir erreicht haben.

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Wenn du sozial engagiert bleiben willst, wird dir in Zukunft eher die Philosophie helfen, sie ist auf dem Weg. Die Religion hat sich in eine Sackgasse verrannt. Du musst jetzt allerdings den Begriff "Religion" kennen. Dieser Begriff ist nur im eurozentrischen Raum unter christlichem Gewand sinntragend. Als übergreifenden Begriff würde ich jedenfalls würde ich die Philosophie wertschätzen. Philosophie ist keine Entscheidung, sie ist ein Lebensstil. Entweder hast du sie, oder erwirbst sie im Laufe deines Lebens oder du kannst damit nichts anfangen. Es ist ganz einfach: frage dich stets, ob das, was du gerade denkst auch anders gedacht werden könnte.

Philosophie ist besser

Ja. Es ist gut über Dinge nachzudenken, die man nicht versteht. Das fehlt in unserer Gesellschaft enorm. Was glaubst du wieso Faschismus möglich war und auch heute noch auf der ganzen Welt massiv spürbar ist? Weil alle blind sind und niemand nachdenkt. Weil alle Gedanken und Konzepte von anderen kopieren anstatt sich seine eigenen Gedanken zu bilden.

Was soll dir Religion bringen? Bis auf einige Weisheiten die man daraus ziehen kann natürlich :) Im Prinzip heißt das nur, sich dafür zu entscheiden, dass man an eine Geschichte glaubt, die dir wirklich niemand bewiesen kann.

Ich würde diese Geschichte gerne mal bewIESen XD

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