Hallo!

www.geburt-vertraulich.de ist ein guter Ansprechpartner bei solchen Situationen!

LG

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Hallo!

Ich empfehle dir das Buch "Erstickt an euren Lügen - Eine Türkin in Deutschland erzählt" von Inci Y. Sehr sehr ergreifende und emotionale Geschichte aus der Sicht einer Türkin, in der eigentlich auf alle von dir genannten Punkte Stellung genommen wird.

Einfluss der Religion auf das Leben/Gesetze etc.

Stark abhängig von der Gegend. Rund um das Mittelmeer, in Städten wie Izmir oder Tekirdag, sind die Leute sehr westlich eingestellt. Im Kern des Landes, in Anatolien, also im größten Teil des Landes, sind die Leute hingegen sehr konservativ. Speziell in den anatolischen Bauerndörfern leben die Menschen nach ihren eigenen Regeln, dort finden auch Steinigungen statt.

Einfluss der Religion auf (...) Gesetze

Die Türkei war ursprünglich ein laizistischer Staat, was bedeutet, dass Politik und Religion getrennt waren. Der aktuelle Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Laizismus allerdings abgeschafft. Das Gesetzbuch der Türkei wird langsam aber sicher der Sharia angepasst, erst neulich wurde es z.B. Mädchen unter 18 verboten, mit Schminke, Tattoos oder Piercings zur Schule zu gehen (gleichzeitig ist das Kopftuch an Schulen ab 10 Jahren erlaubt). Es dürften in Zukunft noch viele mehr solcher Gesetze folgen. Erdogan hat beispielsweise mal öffentlich gesagt, dass es seiner Meinung nach nicht möglich sei, gleichzeitig Muslim und laizistischer Politiker zu sein, dass er sich die Todesstrafe in der Türkei wünscht und ein Befürworter der Sharia und des Djihad ist.

Geschlechterrollen in der Türkei (Mann/Frau)

Leider nach wie vor sehr problematisch: http://www.zeit.de/2013/04/Tuerkei-Frauenfeindlichkeit-Frauenrechte

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen. Im Internet wirst du aber eine Menge weiterer Informationen finden.

LG

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Hallo!

Kommt immer auf die Stelle an, am besten du fragst telefonisch oder per E-Mail nach.

Grundsätzlich musst du dich darauf einstellen, dass einige Berufe mit Kopftuch nicht zu machen sind, da es teilweise feste Vorschriften bezüglich der Berufskleidung gibt. Wohlbemerkt ist das Kopftuch keine islamische Pflicht, du kannst also beispielsweise einfach mit Pferdeschwanz zur Arbeit, das ist ebenso halal. Es kommt ja nämlich nicht expizit auf die Kopfbehaarung an, sondern auf das komplette Erscheinungsbild, dass laut Islam eben nicht zu freizügig/reizvoll sein soll. Da gibt es viele Möglichkeiten, dies zu befolgen :-)

LG

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Frischer Account und so eine Frage... hmmm...

Meine Frage wäre kann sie das Kopftuch abnehmen wenn sie es gegen es gegen ihren Willen trägt?

Wenn du aus religiöser Sicht fragst, dann ein doppeltes Ja. Erstens ist das Kopftuch generell keine Pflicht im Islam (hier findest du die Belege aus dem Koran inkl. historische Hintergründe, analysiert von Islamwissenschaftlern und Gelehrten: http://tavhid.de/?p=1416), erst recht nicht, wenn man den gesellschaftlichen und gesetzlichen Kontext hier in Deutschland mit einbefließen lässt. Und zweitens (was viel entscheidender ist) darf sie nicht gegen ihren Willen zu irgendetwas gezwungen werden im Islam: "Es gibt keinen Zwang im Glauben" (Koran, Sure 2, Vers 256).

Wenn ihre Eltern sie also dazu zwingen wollen, ein Kopftuch zu tragen, dann ist das ganz eindeutig haram, also Sünde! Und auch vom deutschen Gesetz aus wäre das verboten, sollte deine Freundin 14 Jahre oder älter sein, denn ab 14 herrscht hier Religionsfreiheit!

Je nach dem, wie ihre Eltern so drauf sind, wäre es ratsam, mit ihnen darüber zu sprechen und ihnen die Situation vor Augen zu führen.

LG

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Hallo!

Sie ist Türkin. ( Wenn man es genau nimmt eine Deutsche mit türkischen Migrationshintergrund was ich aber für Schwachsinn halte da die Eltern von ihr türkisch sind und Sie für mich Türkin ist da spielt es für mich auch keine Rolle dass Sie hier geboren würde und sogar den deutschen Pass hat aber da hat auch jeder seine eigene Meinung und dass ist auch ein Grund wieso ich als Deutscher die deutsche Nationalmannschaft so hasse)

Sorry wenn ich dir das so an den Kopf werfen muss, aber dann hast du leider ein sehr unreflektiertes Weltbild mit rassistischen Tendenzen. Fakt ist, die Nationalität kann man nicht an den Genen festmachen. Wenn es so wäre, dann kannst du mir doch bestimmt den genetischen (und optischen) Unterschied zwischen einem Deutschen und einem Niederländer oder einem Deutschen und einem Schweizer - oder einem Türken und einem Armenier und einem Türken und einem Syrer erklären! Richtig, es gibt keinen. Die Natur hat nämlich nicht die abrupten Striche auf der Landkarte gezogen (Staatsgrenzen), es waren die Menschen. Du könntest maximal zwischen einem Mitteleuropäer und einem Südosteuropäer unterscheiden. Auch am Verhalten/Ethik/der Mentalität kannst du die Nationalität nicht automatisch bestimmen - ich kenne z.B. einen Deutschen ohne Migrationshintergrund, der faul, unordentlich und unzuverlässig ist und statt deutscher Küche lieber italienisch, türkisch oder griechisch isst. Ebenso kenne ich eine Deutsche mit (iranischem) Migrationshintergrund, die ein Psychologiestudium absolviert, sehr penibel ist und übrigens Atheistin ist. Na, wer ist jetzt "deutscher" von den beiden? Vergiss also den Patriotismusquatsch am besten schnell und finde dich damit ab, dass die Nationalität nichts als eine Verwaltungszugehörigkeit ist. Die von dir angesprochene Person besitzt den deutschen Pass, ist vermutlich hier geboren oder zumindest hier aufgewachsen, spricht denke ich mal makelloses Deutsch und hält unsere Gesetze ein (naja, zumindest nicht mehr oder weniger als der Rest des Volkes). Wie also um alles in der Welt kommst du dazu, sie nicht als deutsch zu bezeichnen? Und wie ist deine Meinung zu z.B. Innenminister de Maizière, ist der auch kein Deutscher, weil er französische Wurzeln hat? Oder im Umkehrschluss gefragt, was erhoffst du dir? Dass niemand mehr auswandern darf und nur noch "reinblütige" Partnerschaften gestattet sind? Denk mal drüber nach. Übrigens findet man in deiner Frage viele Grammatik-, Zeichen-, Satzbau- und Rechtschreibfehler. Wie war das noch mit dem Beherrschen der Sprache.. ;-)

meine Wissen nach tragen die muslimischen Frauen ein Kopftuch wenn Sie den Status von Mädchen zur Frau erreichen und vor den Augen Allahs eine Frau werden.

Jein. Das Kopftuch ist keine islamische Pflicht (Es gibt aber natürlich konservative Strömungen, die das behaupten). Alles, was aus den Schriften hervorgeht ist, dass sich Frauen nicht so freizügig kleiden sollen, um vor Männerblicken (und möglichem Missbrauch) geschützt zu sein. Dies ist auch ein häufiges Motiv, wieso das Kopftuch getragen wird. Andere Gründe sind die Annahme, es sei verpflichtend oder eben gesellschaftlicher/familiärer Zwang.

In diesem Fall lässt sich also nur spekulieren. Ich sehe übrigens keinen Grund, wieso du gehemmt sein solltest, sie zu fragen. Wenn du es höflich und ehrlich machst ("Tut mir leid, wenn ich dich so direkt frage, aber ich bin total neugierig, wieso du plötzlich ein Kopftuch trägst, wo du doch vorher keins getragen hast - wie bist du dazu gekommen?"), dann wird sie es höchstens freuen, dass jemand Interesse an ihrer Religion zeigt. Ich kann dir raten, dann weiterhin höflich und respektvoll zu bleiben, solltet ihr über den Islam sprechen, auch wenn du vielleicht einige Dinge etwas anders siehst.

LG

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Hallo!

Schwer zu sagen bzw. in einer Statistik festzuhalten. Unterdrückung ist immer eine subjektive Sache und gerade in solchen Ländern sind Statistiken zu Gewaltraten/Mordraten oder Umfragen meist sehr unpräzise. Direkt vergleichen kann man somit also eigentlich nur die Gesetzbücher.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/studie-in-aegypten-leben-frauen-am-schlechtesten-a-933158.html

Hier findest du einen ausführlichen Bericht inklusive Tabelle. Saudi-Arabien liegt auf dem drittschlechtesten Platz, der Irak auf dem zweitschlechtesten. Der Iran ist leider nicht aufgeführt, warum auch immer (dabei zählt das Land doch ebenso zum arabischen Raum, oder irre ich mich?). Ich würde mal schätzen, dass es im Iran ein wenig besser aussieht als in Saudi-Arabien. Denn ein Teil der Bevölkerung ist sehr westlich und säkular eingestellt (diejenigen, die damals den Schah von Persien unterstützt haben) und seitens der Studenten/Studentinnen in Teheran gibt es immer wieder Protestbewegungen. Es ist ein politischer Machtkampf zwischen prowestlichen Gruppen und den strengkonservativen Mullahs.

Nicht zu vergessen sind übrigens Länder wie Afghanistan und Pakistan (in Pakistan gibt es mit über 1000 Fällen pro Jahr die weltweit meisten Ehrenmorde; 90% der Mädchen und Frauen sind Opfer von Gewalt und Missbrauch), die aber nicht zu Arabien zählen sondern zu Asien.

Wie auch immer - welches Land jetzt tatsächlich am gefährlichsten für Frauen ist, kann man nicht wirklich sagen. Die Problematik im kompletten Kulturraum ist die gleiche, das Bildungsniveau ist schlecht, die Religion wird als Machtmittel und Unterdrückungswerkzeug benutzt (glaub mal ja nicht, dass sich die Männer dort alle wie vorbildliche Muslime verhalten) und an der Macht sitzen Männer, die nicht im mindesten daran interessiert sind, auch nur irgendetwas an der Situation zu ändern. Menschen werden nicht als individuelle Wesen angesehen, die sich frei entfalten können, sondern es liegt ein striktes Rollenverständnis vor. Wenn du im Nahen Osten als Frau geboren wirst, dann hast du die A*schkarte gezogen. Du giltst nicht als gleichwertig oder gleichberechtigt mit dem Mann, sondern von deiner Geburt an als Besitztum. Anfangs als Besitztum deiner Familie, du musst die gehorsame und fromme Tochter sein, die der Familie ihre Ehre sichert. Schon relativ früh wirst du zur Ehefrau (in vielen Ländern sind Kindesehen eine ganz normale Praxis, in Jemen z.B. wird ein Großteil der Mädchen schon mit 8 Jahren an Männer zwischen 25 und 60 Jahren verheiratet - und sogar in der Türkei ist jede dritte Braut minderjährig) und bist von da an Besitz deines Mannes. Liebesehen sind eher der seltene Fall, meist sucht die Familie den Partner aus. Als Ehefrau musst deinem Mann gehorchen und die Rolle als Hausfrau, Gebärmaschine und Stimmungs-Auslasser ausfüllen. Körperliche und seelische Gewalt stehen an der Tagesordnung. Und Hilfe bekommst du keine, denn weder gibt dir das Gesetzbuch Rechte, noch beschützt dich der Staat. Selbst wenn gewisse Straftaten illegal sind, werden sie häufig einfach unter den Tisch gekehrt. Es gab vor gut einem Jahr einen Fall, bei dem eine Frau zur Polizei ging, nachdem sie von zwei Männern vergewaltigt wurde. Daraufhin wurde ihr eine Haftstrafe ausgesprochen wegen vorehelichem Geschlechtsverkehr...

LG

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Hallo!

Du willst den Hijab aus dem Grund tragen, weil du glaubst, dass Allah dies von dir fordert, habe ich Recht? Nun, wenn man die Sache genauer betrachtet, dann fällt auf, dass der Hijab keine Pflicht ist! Nirgendwo im Koran steht etwas davon (hier findest du eine exakte Analyse von Islamwissenschaftlern sowie historische und gesellschaftliche Hintergründe zu den einzelnen Koransuren: http://tavhid.de/?p=1416) und auch aus der Sunnah (deren Inhalt - wie grundsätzlich bei allen Ahadith - angezweifelt werden sollte) ist letztlich nicht mehr zu entnehmen, als dass sich Frauen nicht zu freizügig zeigen sollen, um vor Vergewaltigungen geschützt zu sein. In Deutschland, wo die Gesellschaft, das Klima und damit verbunden der Kleidungsstil ein völlig anderer ist als im Nahen Osten, genügt es also vollkommen, beispielsweise die Haare zusammengesteckt zu tragen oder sich einen einfachen Pferdeschwanz zu binden. Dies ist meines Erachtens nach die Ideallösung, denn so gibt man das unauffälligste Bild ab.

Natürlich kann auch der Hijab getragen werden, gar keine Frage, allerdings hast du damit im Berufsleben einige Einschränkungen und wirst vermutlich leider auch immer mal wieder mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du als Kopftuchträgerin nach außen hin ein konservatives Bild abgibst (und konservativ ist nicht = religiös, sondern eher "traditionell", "altmodisch"), also immer gewissermaßen polarisierst.

Außerdem denke ich, dass gerade solche Polarisierungen, egal ob ein langer Bart und eine Gebetsmütze bei einem Muslim, der Hijab oder gar Niqab bei einer Muslima oder andere (optische) Auffälligkeiten, die eine bestimmte Menschengruppe deutlich vom Rest abgrenzt, immer wieder für Konflikte, verstärkte Vorurteile und Zwiespalt sorgt. Dabei sollte es doch gerade im Sinne der muslimischen Gesellschaft sein, dass man nicht immer wie auf dem Präsentierteller begutachtet wird oder direkt als Muslim (und dann häufig mit Vorurteilen überfallen wird) identifiziert wird, sondern einfach mal in erster Linie Mensch sein kann.

Also, Allah fordert gewiss nicht von dir, dass du im Hijab herumläufst - viel entscheidener ist dann wohl, wie dein Verhalten aussieht und wie ernsthaft du dich mit der Religion befasst.

LG

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Hallo!

Aber sicher doch. Wer suchet, der findet ;-)

LG

http://www.youtube.com/watch?v=YZK0ep85aZM
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Hallo!

Offiziell bist du deutscher Staatsbürger mit türkischem Migrationshintergrund. Um Türke zu sein, müsstest du einen türkischen Pass besitzen, die türkische Sprache gut beherrschen und ein Weltbild haben, das von türkischen Werten geprägt ist. Selbst wenn eines dieser Kriterien zutrifft, wärst du noch immer mehr Deutscher als Türke. Auch wenn deine Eltern Türken sind und du demnach vermutlich ein türkisches Aussehen hast - die Nationalität ist nicht abhängig von deinen Genen, denn von den Genen her ist wohl kaum ein Mensch "reinblütig", außerdem gäbe es keinen Unterschied zwischen einem Deutschen und einem Österreicher oder einem Türken und einem Armenier - man könnte allenfalls zwischen Mitteleuropäern und Südosteuropäern unterscheiden.

Außerdem ist Türke nicht gleich Türke - schau dir doch die Türkei an, wie zerspalten das Volk ist. Die Türken aus Istanbul, Izmir oder Tekirdag sind völlig anders gesinnt als die Türken aus den anatolischen Dörfern. Und die politische Meinung geht weit auseinander, es bekämpfen sich doch ständig kemalistische Türken, konservativ-islamische Türken, christlich-orthodoxe Türken, Kurden und rechtsextreme MHP-Wähler. Ebenso ist Deutscher nicht gleich Deutscher, vergleiche doch mal einen aus dem Ruhrgebiet mit einem aus Bayern, die Bayern sind viel christlicher und haben andere Traditionen... und überhaupt haben wir hier eine kulturelle Vielfalt, mit Migranten, die verschiedenste Kultureinflüsse mitbringen.

Also mal im Ernst: Wozu die Kopfzerbrecherei? Ist die Nationalität so wichtig? Ich persönlich halte nichts von Nationalstolz. In erster Linie bist du Mensch. Die Nationalität ist nichts als eine Verwaltungszugehörigkeit. Und dass du mit zwei Kulturen vertraut bist, ist von Vorteil, denn so kannst du dir aus beiden Kulturen die positiven Dinge herauspicken :-)

Vielleicht geht es dir ja wie Hatice Akyün: "Ich bin zu deutsch, um eine Türkin zu sein, und zu türkisch, mich eine Deutsche zu nennen. Und ich empfinde es als Reichtum, diese Kulturunterschiede in mir zu vereinen." - wie ich schon sagte, in erster Linie ist man Mensch und Mitbewohner dieses großen Planeten.

LG

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