Evangelischen Unterricht als Katholischer.

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5 Antworten

Ab 14 darf man aus dem Reliunterricht austreten und den Ethikunterricht besuchen. Einen Wechsel in den Religionsunterricht der anderen Konfession ist im Einzelfall möglich, muss aber mit Religionslehrern und Schulleitung abgesprochen werden. Möglich ist dies allerdings nur, wenn die Kapazitäten beim aufnehmenden Lehrer frei sind und die Klasse nicht schon voll ist. Einen Rechtsanspruch wechseln zu dürfen, gibt es nicht.

Um es gleich vorneweg zu sagen, ich weiß nicht genau, ob das so ohne weiteres geht, wenn du katholisch bist und wie das in NRW geregelt ist. Am besten in der Schule mal nachfragen.

In Bayern ist es jedenfalls so geregelt, dass man sich nur am Anfang des Schuljahres vom Religionsunterricht ab- bzw. zum Religionsunterricht anmelden kann (Schulwechsel und andere Vorkommnisse mal ausgenommen). Meldet man sich vom Reliunterricht ab, muss man gewöhnlich am Ethikunterricht teilnehmen. Nichtkatholiken (z.B. orthodoxe Christen) können sich zum kath. Religionsunterricht anmelden. Die Zustimmung seiterns des Schulrefereats der jeweiligen Diözese wird in der Regel erteilt. Ob das auch bei evangelischen Schülern so gehandhabt wird, weiß ich nicht, da diese ja den evangelischen Unterricht besuchen könnten (und auch sollten). Vielleicht werden ja Ausnahmen gemacht. Aber ich glaubhe, dass das ohne schwerwiegenden Grund kaum von den Schulämtern der Kirchen (und der staatlichen Schulbehörden) unterstützt wird. Grundsätzlich werden sich die Regelungen der einzelnen Bundersländer in diesen Fragen nur geringfügig unterscheiden.

Abgesehen davon, würde ich einen Wechsel nicht von einer oder einigen wenigen Vertretungsstunden abhängig machen. Das Interessante am (Reli-)Unterricht ist auch von wesentlichen anderen Faktoren abhängig:

  • Jeder, der unterrichtet, hat mal richtig gute Stunden, mittelmäßige und manchmal schlechte Stunden.
  • Es kann auch gerade am jeweiligen Stoff liegen. Das kann in 4 Wochen schon ganz anders aussehen. Da kommt vielleicht ein Themenbereich dran, der dem Lehrer nicht besonders gut liegt oder dich vielleicht gar nicht interessiert. Da kann der Stoff noch so gut aufbereitet sein....
  • das nächste jahr hast du vielleicht einen super katholischen Relilehrer und der evangelische reizt dich zum Gähnen oder nervt dich. Da wird der durchgenommenen Inhalt plötzlich mehr als nachrangig wichtig....
  • wegen dem Reli-Unterricht würde ich - egal in welche Richtung - nicht die Konfession wechseln. Die Konsequenzen sind weitreichender als du jetzt denkst und dir später vielleicht mal recht ist.
  • ...

Interessant könnte vielleicht folgender Vorschlag für deine Relilehrer sein: Reli-Stunden finden in der Regel parallel statt. Ich habe selbst schon unterrichtet und hatte früher mal einen evangelischen Kollegen, mit dem wir gemeinsamen Reli-Unterricht in Projekten gemacht haben. Das war eine sehr kreative Zeit. Einige Themenbereiche sind ja sehr ähnlich und es war gut zu kombinieren. Wo das thematisch nicht gemeinsam möglich war, hatten wir normalen, "regulären" Reli-Unterricht, was dann keineswegs so schlecht war. Schließlich will man ja mal wieder unter sich sein..... ;-)

Ich frage mich eh, warum der Unterricht in der Schule getrennt ist. Ich habe eigentlich nie wirklich eine wirklich "katholische" Komponente im Unterricht bemerkt (außer in der Grundschule, wo es natürlich darum geht, die Erstkommunion vorzubereiten).

Da stellt sich jetzt die Frage, was ist überhaupt katholisch, und was nicht? Heilige Messe, Heiligenverehrung, Marienverehrung, etc. Und da kann ich mich nicht dran erinnern, je mals was in der Schule gemacht zu haben.

Du solltest dich entscheiden, wenn du 14 bist, kannst du das auch! Wenn dir die evangelische Religion besser gefällt, was hindert dich daran, aus der katholischen Kirche auszutreten und in die evangelische einzutreten!

Wenn ich katholisch bin, dann möchte ich auch in meiner eigenen Konfession unterrichtet werden und nicht erfahren, was die anderen glauben...

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