Traumberuf geplatzt?

11 Antworten

Vielleicht kannst du erstmal ein bisschen Erfahrung sammeln in einem "teuren Restaurant" und später ein eigenes aufmachen, und dann eine etwas ruhigere Kugel schieben, indem du selbst die Regeln machst, und vielleicht nur zum Abend hin öffnest oder Angestellte hast.

Lass dich nicht verunsichern. Köche sind bislang eher selten verhungert.

Mach soviel Praktika wie irgend geht (gerne auch in den Ferien). Der Umgang in den Küchen ist meistens ruppig, muss aber nicht unherzlich sein. Such dir eine Küche mit gutem Betriebsklima aus, in der das Peronal selten wechselt. Das wäre ein Anfang.

Einige Sachen solltest Du Dir grundsätzlich abschminken:

1. Lehrjahre sind nie Herrenjahre

2. Das Leben ist nie eine Einbahnstraße. Also ohne Fleiß nirgendwo ein Preis. 

3. Um gut verdienen zu können bedarf es also entsprechend guter Leistung. Diese will erst mal erlernt werden. Was in der Regel anstrengend ist. 

4. Niemals, wirklich niemals im Leben nach den Ansichten anderer Menschen gehen wenn es um das eigene Leben, die eigene Zukunft geht. 

Nun zu Deinem Traumberuf: 

Die Ausbildung ist je nach Haus anstrengend. Aber längst nicht überall. 

Ich hatte in meinen Leben die Ehre in sogenannten anstrengenden Häusern als Hilfe arbeiten zu dürfen. Und habe da eine ganze Menge für mein Leben lernen dürfen. 

Grundsätzlich ist der Beruf nicht für Menschen geeignet, die von einem Arbeitsplatz mit festen Zeiten und freien Wochenenden und freien Feiertagen träumen. In dem Beruf wird gearbeitet, wenn die Mehrheit frei hat. 

Grundsätzlich wird in einer gut nachgefragten Küche in Massen zubereitet bzw. vorbereitet. Das ist eine ganz andere Tätigkeit als sie zuhause üblich ist. Denn es macht schon einen Unterschied, ob täglich ein Zentner Kartoffel zu schälen ist oder ein Pfund. Als Beispiel. 

Es macht auch einen gewaltigen Unterschied, ob da Gäste oder Familienmitglieder sitzen. Und ob Du den Teller selber gestalten kannst mit den Speisen oder Dich an die Vorgaben einer anderen Person auszurichten hast. 

Ein Restaurant mit einem guten Ruf hat heute auch viele sogenannte fertige Sachen in Verwendung. Confidienz heißen sie, glaube ich. Muss ich nicht richtig schreiben können, denn kommt in meiner Küche nicht vor und kam auch niemals da infrage, wo ich die Ehre hatte. 

Ja. Grundsätzlich wird in einer guten Küche ständig Höchstleistung erwartet. Dazu ist nicht jeder Mensch geboren. Höchstleistung wird aber auch in manchen anderen Berufen voraus gesetzt. Und zwar ständig. In der Pflege hängen Leben davon ab. Das ist dann noch mal eine andere Hausnummer. 

Grundsätzlich wirst Du als Koch dann gut verdienen, wenn Du den Meister gemacht hast. Belese Dich zu dem Weg dorthin ausführlich. Der kann Dich auf eine Weltreise bringen. 

Ob Du dann für einen sogenannten öffentlichen Koch in fester Anstellung gut bezahlt tätig bist oder Dich selbständig machst ist Deine Entscheidung letztendlich. 

Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten. So habe ich Köche in meinem Leben kennen gelernt, die gut bezahlt eine Kantine führten. Oder solche, die mit dem Angebot einfacher Speisen sich leisten können, an den Wochenenden zu zu haben. Kommt dann eben drauf an, welches Publikum wie angesprochen wird. 

Unter dem Strich möchte ich Dir dringend raten: Mach da erst mal ein Praktikum. Bist Du dann nicht abgeschreckt, mach die Lehre. 

Aber erwarte von der Lehre nicht zu Viel. Ich habe ausgebildete Köche kennen gelernt, die konnten schlicht Nichts. Das gibt es dann auch. Die haben sich in ihrer Ausbildung aber auch nie anstrengen dürfen. 

Wenn Sie den Kochberuf erlernen wollen, sollten Sie das an einer sehr guten Adresse im Hotelgewerbe tun.

Wenn du koch als traumberuf siehst dann mach das, du wirst es sonst nur bereuen. Du kannst genug zum leben verdienen. Und du verdienst so sicher mehr als wenn du irgendwas lernst, aber keine arbeit findest weil du einfach nicht motiviert bist

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