Sind indigene Völker eine eigene Art Menschen?

5 Antworten

Nein. Ausnahmslos alle heute lebenden Menschen gehören der gleichen Art an. Auch verschiedene Menschenrassen gibt es nicht. Es gibt weder morphologische noch genetische Merkmale, welche eine Trennung in verschiedene Menschenrassen rechtfertigen könnten. Siehe hierzu die Jenaer Erklärung.

Morphologisch ist der Mensch eine sehr vielgestaltige Spezies. Ausnahmslos alle morphologischen Merkmale, z. B. die Hautfarbe, die Körpergröße oder morphometrische Merkmale, können einzelne Menschenpopulationen jedoch nicht klar voneinander abgrenzen. Es gibt stattdessen fließende Übergänge zwischen den Populationen.

Trotz der morphologischen Variabilität ist der Mensch genetisch sehr uniform. Zwei beliebige Menschen stimmen in ihrem Erbgut zu 99.9 % völlig überein - selbst wenn sie von unterschiedlichen Kontinenten stammten. Zum Vergleich: bei Schimpansen ist die genetische Distanz schon größer, wenn es sich um zwei Individuen der selben Gruppe handelt. Zudem ist die genetische Variabilität innerhalb von Populationen größer als zwischen den Populationen, wie u. a. die Arbeiten des Populationsgenetikers Luigi Luca Cavalli-Sforza bereits Anfang der 1990er Jahre bestätigten, z. B. in seinem Buch" Gene, Völker Stammbäume". Die verschiedenen Menschenpopulationen können somit auch genetisch nicht verschiedenen Rassen zugeordnet werden. Natürlich gibt es aber ein paar genetische Unterschiede. Rassen kann man aus ihnen auch nicht ableiten, man kann sie aber nutzen, um die Ausbreitungswege unserer Art von Afrika aus in den Rest der Welt zu rekonstruieren. Die größte Vielfalt mitochondrialer Haplotypen finden wir z. B. in Afrika. Das weist auf den Ursprung des Menschen in Afrika hin. Durch genetische Drift nimmt die Vielfalt der mitochondrialen Haplotypen in anderen Teilen ab. In Australien finden sich sehr alte Haplotypen. Das weist darauf hin, dass Australien schon sehr früh besiedelt wurde, wahrscheinlich etwa 60 TYA. Vergleichsweise spät erreichte der Mensch Europa, auch Anerika wurde deutlich später als Australien und Asien besiedelt. Neuere Funde aus Griechenland weisen aber darauf hin, dass der anatomisch moderne Mensch schon einmal einen sehr frühen Besiedlungsversuch in Südeuropa gestartet haben könnte, der jedoch nicht erfolgreich war. Erst später, mit der zweiten Besiedlungswelle, gelang es ihm wohl, dauerhaft in Europa Fuß zu fassen.

Von der Rasse muss der Begriff der Ethnie oder des Volkes abgegrenzt werden. Verschiedene Ethnien gibt es ganz bestimmt. Sie definieren sich aber nicht, wie Rassen bzw. Unterarten, über eine gemeinsame Stammesgeschichte (Phylogenie) bzw. geographische Herkunft, sondern über gemeinsame kulturelle Merkmale, z. B. gemeinsame Schrift und Sprache, Religion, Traditionen, Nahrungsgewohnheiten, Musik, Mythen, Kleidung usw.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Über Erbgutübereinstimmungen in % Ähnlichkeiten abzuleiten taugt meines Erachtens nicht recht. Selbst mit der Banane sollen es ja 50 % sein.
Grundfunktionen, die jede lebende Zelle braucht, dürfen da nicht hineingerechnet werden. Die übrigen Gene werden hier gleich gewichtet, schon deshalb ist das nicht ausagekräftig. Während an vielen Stellen Unterschiede nur unwichtige Unterschiede bewirken, kann an entscheidenden Stellen eine ganz andere Außenwirkung entstehen. Dann können Gene auch noch an- oder abgeschaltet sein oder werden.
Heute spielt die Anpassungsnotwendigkeit an bestimmte Gegenden der Erde eine kleinere Rolle als früher.

Der Neandertaler konnte ja mit dem Homosapiens gemeinsame fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen. War die Artentrennung da schon vollzogen?
Nicht nur beim Apfel werden Unterschiede im Ausehen, Geschmack oder Reifedauer als Sorte bezeichnet.

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@Aurofons
Über Erbgutübereinstimmungen in % Ähnlichkeiten abzuleiten taugt meines Erachtens nicht recht.

Warum nicht? Wenn Arten miteinander verwandt sind, haben sie ihr Erbgut auch von einem gemeinsamen Vorfahren geerbt. Je näher zwei Arten verwandt sind, umso größer wird auch ihre genetische Übereinstimmung sein. Genau dies ist der Fall. Die größte genetische Übereinstimmung finden wir beim Schimpansen (98.7 %), was sich auch mit morphologischen Übereinstimmungen deckt.

Selbst mit der Banane sollen es ja 50 % sein.

Das ist zu erwarten. Schließlich haben alle Lebewesen einen gemeinsamen Ursprung. Folglich sind auch Menschen und Bananen miteinander verwandt und weisen genetische Übereinstimmungen auf.

Grundfunktionen, die jede lebende Zelle braucht, dürfen da nicht hineingerechnet werden.

Doch, natürlich. Diese Grundfunktionen belegen doch gerade die gemeinsame Abstammung aller Spezies. Sie zu ignorieren, wäre töricht.

Die übrigen Gene werden hier gleich gewichtet, schon deshalb ist das nicht ausagekräftig.

Es werden stets nur homologe Sequenzen miteinander verglichen, also z. B. das COX1-Gen von Spezies A mit dem COX1-Gen von Spezies B und Spezies C. Durch Alignierung wird sogar jede einzelne homologe Base der jeweils untersuchten Gene verglichen.

Dann können Gene auch noch an- oder abgeschaltet sein oder werden.

Ist bekannt, spielt für die Stammbaumforschung aber keine Rolle. Für die Fragestellung, was den Menschen trotz der genetischen Ähnlichkeit zum Schimpansen von diesem unterscheidet, spielt das schon eher eine Rolle. Tatsächlich haben Forschende auch schon längst die Genexpressionsmuster beider Arten verglichen und große Unterschiede festgestellt. Aber das ändert dennoch nichts an ihrer Verwandtschaft zueinander.

Der Neandertaler konnte ja mit dem Homosapiens gemeinsame fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen. War die Artentrennung da schon vollzogen?

Das ist eine Frage, über deren Antwort keine Einigkeit herrscht. Ob Neanderthaler eine eigene Art bildeten oder als Unterart zum Homo sapiens gestellt werden, kommt auf die Sichtweise an (Splitting vs. Lumping Taxonomy). Folgt man dem biologischen Artkonzept wären die Neanderthaler keine eigenständige Art gewesen.

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Nein dafür sind sie bei weitem nicht isoliert genug und wenn sie das wären wäre die Isolation noch viel zu kurz. Außerdem bedeutet indigen nicht das die Völker isoliert sind es gibt auch indigene die sich schon teilweise seit Jahrhunderten mit den zugewanderten vermischen bzw sich mit den Nachbarvölkern vermischen.

Ja.

Menschen verschiedener Ethnien weisen auch verschiedene psysische Merkmale auf.
So gibt es in Amerika berechtigt Medikamente, die bei Schwarzen besser anschlagen.

Es gibt den Wissenschaftsbereich der Soziobiologie dazu, wonach der Mensch und die Gene immmer in einem wechselwirkendem Verhältnis zur Umgebung ist.

Lebewesen passen sich immer ihrer Umgebung an und dementsprechend auch deren Intelligenz und weitere physische Merkmale.

Willst du dazu mehr lesen, kann man hier nur die Werke von Edward O. Wilson empfehlen.

Er hatt aber nicht gefragt ob verschiedene Ethnien teilweise andere Merkmale haben, sondern ob indigene eine Art Mensch sind. Das wären deutlich mehr Unterschiede als die Wirkung einzelner Medikamente oder die Disposition für manche Krankheiten.

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@Eimerkopf
Arten entstehen ja häufig auch durch Isolation und dann gibt es noch Mutationen bei der Teilpopulation und so.

Meine Antwort sollte nicht ganz bestimmt sein, da ich die Antwort nicht 100ig weiß, allerdings kann man mit meiner Antwort herleiten, dass, wenn bestimmte Völker nur unter sich bleiben, sie also rassische Einzelheiten aufweisen.

Es kommt also darauf an, über welche indigenen Völker wir sprechen. SInd es die Ureinwohner in Amerika? Dann selbstverständlich nicht. Sind es aber irgendwelche Stämme, die auf Inseln, sehr zurückgezogen von jeglicher Zivilisation leben, dann ja.

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So ein Quatsch, ich hoffe, du holst dir dein fragwürdiges Wissen nicht über TikTok o.ä.

und auch anders im Verhalten

Tja andere Länder andere Sitten sag ich da nur. Du scheinst wohl noch nicht sehr viel rumgekommen zu sein bzw. interessierst dich sehr wenig für andere Kulturen. Da ich aber nicht weiß wie alt du bist, sei dir diese Frage erstmal verziehen.

Auch die Aboriginees gehören zur Gattung homo sapiens. sie erreichten Australien vor ca. 60.000 Jahren als der Meeresspiegel erheblich tiefer lag.