Schlechtes Gewissen wegen Umzug?

9 Antworten

Ich bin ein Einzelkind und somit alles was meine getrenntlebenden Eltern haben

So würde ich es nicht sehen.

Du bist das einzige KIND, das deine getrenntlebenden Eltern haben, doch auch du musst mal erwachsen werden. Meine Mum und mein Dad sind auch getrennt, ich bin auch Einzelkind und meine Mutter war ziemlich froh, dass ich mal etwas selbständiger wurde. Die Beziehung zwischen uns beiden hat sich insgesamt verbessert, seit ich ausgezogen bin.
Sie hat ja auch noch einen Job, einen neuen Partner, Freunde und Hobbys. Es ist nicht so, als wäre ich ihr einziger Lebensinhalt gewesen und das hätte sie auch nie zugelassen, denn sie arbeitet teilweise mit Leuten zusammen, die mit 50 noch mit ihren Eltern sämtliche Wege abfahren müssen, wenn sie an einen neuen Ort gehen. Also mit öffentlichen Verkehrsmitteln, nicht etwa mit dem Auto...

Eine Trennung ist nie leicht, aber ich finde du überdramatisierst die ganze Situation ein bisschen, wenn du davon ausgehst, dass deinen Eltern ihr gesamter Lebensinhalt wegbricht.

Es ist ganz normal, dass Du von Zuhause weggehst, und es ist auch normal, dass vor allem Deine Mutter erst einmal darunter leidet.

Das darf Dich aber nicht davon abhalten, Deine Träume oder gar Deine Zukunft aufzugeben.

Es ist schön, dass Du zu schätzen weißt, was Deine Eltern für Dich getan haben. Mache ihnen zum Abschied ein schönes Geschenk wie einen Restaurantbesuch, einen Blumenstrauß für Deine Mutter o.ä. und versichere ihnen, dass Ihr in Konrakt bleibt, und dass Du für sie da bist, wenn sie Dich brauchen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es ist ganz normal das deine Eltern traurig sein werden. Du bist doch auch traurig und bist am weinen - das wird bei deinen Eltern genauso sein.

Das du gleich ganze 500km weit weg ziehst, macht es vermutlich noch schwerer für sie. Schließlich bist du "erst" 18 und warst vor noch nicht allzu langer Zeit ihr kleines Kind. Wenn du nun so weit weg bist, verlieren sie dich komplett aus den Augen und können dir - falls etwas passieren sollte o.ä. - nicht so leicht helfen als wenn du nur 5km weiter weg wohnen würdest.

Wenn du jedoch das Gefühl hast das du dort hin möchtest und diese Erfahrungen in dieser Stadt sammeln willst, dann mach das. Haltet so viel Kontakt wie möglich und zeige ihnen das sie dir trotzdem wichtig sind.

Solltest du irgendwann feststellen, dass diese Stadt dir doch nicht die erwarteten Möglichkeiten bietet, dann wähle unbedingt eine andere.

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Als schmerzlicher Abschied wird es wohl von den meisten empfunden, besonders von den Müttern. Ich sehe meine noch mit Tränen in den Augen, als ich damals (1982) mit einem Klein- LKW und meiner Couch abgefahren bin. Ďie Entfernung war freilich mit 15 km gering, aber es war die Abnabelung vom Elternhaus und ähnelt der von der Mutter nach deiner Geburt. Du bist volljährig und gestaltest dein Leben selbst, bis hin zu einer eigenen Familie. Über soziale Medien kannst du verbunden bleiben, wie es uns nicht vergönnt war und das in Echtzeit. Ansonsten hast du alle Freiheiten in deiner neuen Wahlheimat. Betrachte das als Vorteil gegenüber der Hotel- Mama-Generation. Die Verbindung wird bestimmt nicht abreißen und deine Selbständigkeit erreichst du so sehr schnell.

Mein Kind wohnt 250 km weg, wir haben eine WhatsApp-Gruppe und erleben unser Kind und unsere Enkelinnen täglich in Wort und Bild. Wir versuchen, sie oder sie uns, mindestens einmal im Monat zu besuchen.

Unser Kinderzimmer hat seine Funktion immer behalten! Nur die Generationen haben gewechselt- trotz der Entfernung und wir haben ein sehr selbständiges Kind!😊

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ja die Selbstständigkeit ist ein Punkt. Ich war schon immer sehr selbstständig und zweifle auch überhaupt nicht an dass ich mein neues Leben alleine nicht hinkriege

aber das weiß meine Mama auch

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@Nugget420

Sie wird dich auch verstehen und wenn du weinen musst, dann weine. Es ist eine gefühlsbetonte Druckentlastung und befreit dich. Hier wird die Zeit eure Wunden heilen.

Ich bin ein Mann mit jetzt 65 und weine immer noch nicht bei körperlichen Schmerzen aber bei Rührung. Das kennzeichnet gefühlvolle Menschen und kann nicht so schlecht sein.

In deinem Leben wird es viele Abschiede geben, die alle unterschiedlich schwer sind. Aber ohne die erreichst du den nächsten Schritt nicht. Beispiele meiner Abschiede: Armeezeit - war herrlich, Internat Lehrzeit- war gut, Studium - war schade, Auszug vom Elternhaus - war traurig aber auch der Blick nach vorn

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Das ist normal. Trefft Euch doch am Anfang oft. Fahre oft heim am Anfang und lade Deine Eltern so oft wie möglich zu Dir ein!

Mit dem Zug ist das eigentlich schon machbar, oder?

Ja sind 4 std mit ICE

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