S groß oder klein?

8 Antworten

Ich weiß, die Frage ist jetzt schon sehr alt (vergleichsweise!), aber ich hab nichts Besseres zu tun, also antworte ich hier auch mal.

Substantivierte Infinitive schreibt man groß - so weit, so einfach. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, woran man eine Substivierung erkennen kann. Ein Artikel oder artikelähnliches Wort wäre ein deutlicher Hinweis; so etwas fehlt im Beispiel aber, also muss man nach anderen Indizien Ausschau halten. Es wurde schon richtig gesagt, dass an der Stelle im Satz, an der "Schreiben" steht, prototypisch ein Substantiv als Objekt steht; man kann auch einen Artikel davorsetzen. Das spräche für die Großschreibung. Andererseits kann man "Schreiben" hier auch wie einen einfachen Infinitv erweitern. Z.B.: "Hast du jemals deutlich schreiben gelernt?" Das spräche für die Kleinschreibung.

Die Wahrheit ist also: Es ist nicht eindeutig, wie "S/schreiben" hier verwendet wird (substantiviert oder nicht)! Und da auch die amtlichen Rechtschreibregeln solche Fälle kennen, ist es dem Schreibenden hier freigestellt, wie er den Infintiv schreiben möchte. Siehe amtliches Regelwerk §57 E3:

Gelegentlich ist bei einfachen Infinitiven Groß- oder Kleinschreibung möglich, zum Beispiel:
Der Gehörgeschädigte lernt Sprechen. (Wie: Der Gehörgeschädigte lernt das Sprechen/das deutliche Sprechen.) Oder: Der Gehörgeschädigte lernt sprechen. (Wie: Der Gehörgeschädigte lernt deutlich sprechen.) (Ebenso:) Bekanntlich ist Umlernen/umlernen schwieriger als Dazulernen/dazulernen. Doch geht Probieren/probieren über Studieren/studieren.

http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/GrossKlein/pgf57-58.html#pgf57-2

Oh, wie schön für den Fragenden, zwischen -zig Antworten (und Kommentaren) sich entscheiden zu dürfen, respektive zu müssen : - ))) .

Da darf mein eigener Senf einfach nicht fehlen !!

Es handelt sich im Rahmen deiner Frage EINDEUTIG um ein nominalisiertes = substantiviertes Verb, bei dem der dazugehörige Artikel legitimerweise (legitimer Weise) weggelassen wurde. Somit ist aus dem einstigen Verb ein Nomen / Substantiv geworden.

Anderes Bespiel: Mir fällt S(!!)chwimmen sehr schwer.

Aber Vorsicht bitte: Ich bin nur Deutschlehrer und Lektor....

pk

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ja, weil es sich um eine Nomen Verb Verbindung handelt. Dazu muss man das Verb quasi Nominalisieren.

Unsinn. "Abschied nehmen" ist eine Nomen-Verb-Verbindung, "schreiben lernen" nicht.

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@Tannibi

Was willst du denn sonst sagen anstelle für nehmen?

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@Tannibi

"Abschied nehmen" ist ein anderes Beispiel.

-- Redewendung

-- Substantiv / Verb

Das ist anders als im OP beim "schreiben lernen" = zwei Verben.

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@Pfiati

Das ist keine Redewendung. Eine Redewendung ist z. B "Nach dem Essen sollst du ruhn' oder tausend Schritte tun".

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„[…] weil es sich um eine Nomen Verb Verbindung handelt […]“

Nein, allenfalls handelt es sich um eine Nomen-Verb-Verbindung.

Wenn schon jemandem Deutsch erklärst, nutze nicht das Deppen-Leerzeichen.

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Groß. "Schreiben" ist ein substantiviertes Verb in dem Fall.

Hast du jemals (das) Schreiben gelernt?

ach sieh an, auf einmal kannst du ja deutsch!

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@Tiergesundheit

Ich hatte Deutsch als Nebenfach auf der Uni, und habe lange in Deutschland gelebt.

Das heißt schon lange nicht, dass man Deutsch wirklich kann.

Ich kann schon damit umgehen.

Mein Deutsch ist etwas seltam! ;-)

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@Tannibi

Wird "schreibenlernen" zusammen geschrieben, oder, getrennt?

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@Pfiati

Auseinander und klein.

Außer in Fällen wie "Das Schreibenlernen ist nicht so einfach".

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@Tannibi

Aber: Ich habe es so nicht mit dem Schreiben.

Anderes Beispiel: Ich habe (das) Schwimmen nie wirklich gelernt.

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@Pfiati

Beides richtig. S. mein Beispiel aus dem "Zigeunerbaron".

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Klein, weil es keine Substantivierung ist.

Anders in

"Das Schreiben und das Lesen

ist nie mein' Sach' gewesen".

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