Können Psychopathen bzw. Soziopathen Empathie, Reue fühlen lernen?

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5 Antworten

Kann jemand, der sich damit zufrieden gibt, Mitmenschen das Etikett „Psychopathen“ anzuheften, in der Lage sein, diejenigen wirklich zu
verstehen?

Mit derartigen Begriffen erleichtern wir das Urteilen und Verurteilen, aber können dem einzelnen Menschen niemals gerecht werden, der immer vielschichtiger ist, als  jede psychiatrische Beschreibung.

Nachempfinden was ein anderer Mensch erlebt, Betroffenheit  über die Wirkung des eigenen Tuns – das sind menschliche Regungen, die - extrem unterschiedlich ausgeprägt -  jeden Menschen erreichen, der mit anderen interagieren kann.

Auch wer heute weitgehend seinem eigenen Erleben verhaftet ist, dem es schwer fällt auf andere einfühlsam zu reagieren, ist deshalb kein gefühlsfreier Gegenstand und kann schon morgen unter veränderten Verhältnissen Mitgefühl erleben und zum Ausdruck bringen.

Ich hab mal einen Ehemaligen kennengelernt, der das gelernt hat und habe auch von etlichen anderen solcher "Fälle" gehört.

Das mit Abstand Entscheidende ist die Einsicht des Betreffenden, dass er hier ein Problem hat. Diese Art psychischer Abweichungen ist nur durch den Patienten selbst änderbar, der Therapeut kann nur (allerding sehr wertvolle) Hilfestellung geben.

Neulich habe ich mit meiner Frau über so etwas gesprochen (anlässlich eines Films mit einer solchen Rolle), dabei ist uns eingefallen, dass Kleinkinder ja offensichtlich auch noch keine oder maximal sehr wenig Empathie haben. Z. B. soll es oft vorkommen, dass erstgeborene Geschwister versuchen, das Zweitgeborene zu töten, um die Liebe der Mutter wieder allein für sich haben zu können. - Diese Kleinkinder lernen aber in aller Regel Empathie. (Eine "Reifung" - im Sinne der Ethologie - wird auch eine Rolle spielen, aber ohne eine empathische Umwelt sind die Chancen extrem gering, selbst Empathie zu lernen.)

PWolff 05.07.2017, 01:51

Weiter fällt mir der Blechmann aus dem Zauberer von Oz ein - der wünscht sich ein Herz, um nicht immer mit dem Verstand entscheiden zu müssen, welches Verhalten anderen gegenüber angemessen ist. Und es gibt natürlich die Goldene Regel. Abgesehen vom Pragmatismus, natürlich (Angst vor Strafe).

Fehlende Empathie ist also kein absoluter, sondern nur ein relativer Hinderungsgrund für sozialverträgliches Verhalten.

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Das hängt vom Grad der antisozialen bzw. dissozialen Persönlichkeitsstörung ab und bei dem Extremfall der Psychopathie ist das äußerst selten. Da kann man höchstens was im Kleinkindalter verändern, aber das Problem hierbei wäre, dass sehr viele Kleinkinder noch über kein Empathiegefühl verfügen und somit das gestörte Kind nicht erkannt wird. Im Gefängnis wird dies ja anhand verschiedener Methoden bei diesen Menschen versucht, aber es schlägt nun mal nicht so oft an. Es hängt von dem Grad der Persönlichkeitsstörung ab. Also davon, ob es eher ein Mensch ist, der ,,nur" nah an dieser Störung ist oder ein Mensch, bei dem der Extremfall der Psychopathie vorliegt.

Ich ,,leide" übrigens selbst an der schweren Form der antisozialen PS und ich bin fest davon überzeugt, dass sowas bei mir nicht anschlagen würde. Das würde wohl auch daran liegen, dass ich darin keine Notwendigkeit sehe. Zu so einer ,,Therapie" kann man nur im Knast oder in der Klapse gezwungen werden.

Bei Soziopathen hängt es von der Definition des Begriffs ,,Soziopath" ab. Definiert man das als eine Störung, die sich erst durch Traumata etc. entwickelt hat, kann diese durchaus wieder beseitigt werden, zumindest ist es leichter.

Psychopathen können das nicht. Sie sind biologisch in einigen Fällen nicht in der Lage dazu. Und wenn sie Empathie zeigen, ist diese gespielt. Sie können also nur lernen Empathie oder Reue vorzutäuschen.

Kommt auf die Person an.

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