Klarlack reagiert offenbar mit sich selber ...?

 - (Auto und Motorrad, Farbe, Handwerk)

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

wenn Du eine Kunststofffläche lackieren möchtest, gelten besondere Bedingungen, da Lack auf Kunststoffoberflächen oft schlecht haftet. Wie Lottl07 bereits geschrieben hat, empfiehlt sich ein Haftvermittler bzw. Primer für Kunststoff, auf dem Du dann Deine Lackschichten aufbauen kannst.

Hier ein Haftvermittler als Sprühlack.

Wenn Du die Trocknungszeiten nach Herstellerangaben penibel einhältst, kannst Du auf einen Zwischenschliff verzichten - wenn das aber, wie hier offenbar, nicht möglich ist, muss zwischen jeder neuen Lackschicht ein Zwischenschliff und eine penible Reinigung (Entstauben) des Werkstückes erfolgen.

Beim Zwischenschliff genügt das Anschleifen mit sehr feinem Schleifpapier.

Wenn Du durchgehend mit Sprühlack arbeitest, achte darauf, eine ausreichende Menge Spray daheim zu haben und achte auch hier auf die Zeitangaben des Herstellers.

Für dieses Werkstück würde ich empfehlen, nach dem kompletten Durchtrocknen den Lack vollständig zu entfernen und dann wie oben beschrieben vorzugehen. Ohne den Einsatz eines Primers ist es riskant.

Viel Erfolg beim nächsten Mal.

LG

Jo

p.s.: Bin kein Maler oder Lackierer. Aber versierter Heimwerker mit vielen Jahren Erfahrung.

Danke für die ausführliche Antwort. Das Werkstück ist 3D gedruckt und daher zum Glück relativ einfach ersetztbar. Ich werde es nochmal komplett neu erstellen, da das sicherlich weniger Arbeit ist, als den verhunzten Lack jetzt noch einmal mühsam runterzuschleifen. ;) Deine Tipps werde ich dann natürlich bei der Neulackierung berücksichtigen. Danke.

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Hi,

Das wäre dir auch auf einem anderen Substrat passiert.

Hier handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Klarlack auf Alkydharzbasis. Diese Harze benötigen ein paar Tage, um komplett chemisch mit dem Luftsauerstoff ausgehärtet zu sein.

Lackierst Du zu früh über, lösen die Lösemittel aus dem frisch überlackierten Klarlack den darunter angetrockneten Klarlack wieder an. Hierbei entstehen diese Runzeln. Da der Lack aber schon so weit chemisch angetrocknet ist, kann er im Folgenden sich nicht mehr wieder glätten, wenn die Lösemittel wieder verdunsten.

Bei sehr einfachen Klarlacken passiert das auch nach sehr langem Trocknen. Sie sind immer wieder anquellbar.

Ich empfehle, gehe zu Deinem ortsansässigen oder nächsten Farbenfachgeschäft und lasse Dich dort beraten.

Oder frage mal in einer Autoreparaturwerkstatt. Und gib etwas dort in die Kaffeekasse.

Viel Erfolg.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Bald 30 Jahre in der Lackentwicklung f. Autolacke

Danke für die ausführliche Antwort. Wäre es vielleicht besser, gleich mehrere dünne Schichten in 15 - 20 Minuten Abständen aufzutragen, damit die vorherige Schicht noch "feucht" ist, oder wäre das genau so schlecht und man muss tatsächlich mehrere Tage bis zur zweiten Schicht warten?

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Da schau doch bitte mal auf die Dose, was der Hersteller empfiehlt.

Grundsätzlich sich dünne Schichten stets anzuraten. Das wurde auch schon hier richtiger Weise geschrieben.

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Kunststoff, ........und wie sieht es aus mit Kunststoffvermittler? Das ist schon mal die Voraussetzung. Dann war die erste Lackschicht wohl recht dick und noch nicht richtig durchgetrocknet. Sowas dauert halt, du siehst ja was dabei rauskommt wnn man es schnell schnell macht. Dünn lackieren, trocknet schneller.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Der blanke Kunststoff (PLA) wurde vorher natürlich mit einer Haftgrundierung vorlackiert.

Wäre es dann besser, direkt in kurzen Abständen mehrere dünne Schichten aufzutragen anstatt zwei etwas dickere mit zeitlich größerem Abstand? Ich hatte ja schon vermutet, dass die lange Zeit zwischen erster und zweiter Schicht nicht so gut war.

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@Phoenix3141

Dünne Schichten in längeren Abständen. Und immer erst dann wenn die erste RICHTIG durchgetrocknet ist.

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