Ist Jura studieren haram?

23 Antworten

Ja, ist es! Gott ist der höchste Richter, aber bei Problemen zwischen 2 Personen wird er (zumindestens im Diesseits) nicht eingreifen, sondern überlässt das uns. Wie soll das sonst alles geregelt werden? Auch in Einem Islamisch Regierten Staat, zb. Zu Zeiten des Propheten, sowie der Khalifen danach gab es Qadi/Richter.

Sry der erste Satz sollte "Nein, ist es nicht" sein

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Nicht eingreifen ?

Alles ist von Allah vorherbestimmt. Er hat alles festgelegt. Das heißt wie der Streit ausgeht hat er auch bestimmt und wie er wird.

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Wer behauptet für das Recht von Menschen zu kämpfen sei eine Sünder, der hat nichts ....aber auch gar nichts von Gott, den Menschen und des Auftrages der Menschen verstanden. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, wer den Menschen das Recht auf menschliche Rechtsvertretung behauptet, der ist eher ein Kanidat für die Hölle als ein Jurist der sein Amt für das Recht der Menschen ausübt.

Kleines Augenzwinkern bei der Sache.......gerne quarken Salafisten und Wahhabiten gegen rechtliches System, und schreien als erstes bei einer rechtlichen Konfrontation nach einem Anwalt.....

Ich, als Nicht-Muslim.. würde es islamisch gesehen so betrachten.. es ist "haram"...! und basta !

WARUM ?

Es kommt nicht darauf an, was DU mit Deinem Studium letztendlich bezwecken willst....

SONDERN:

.. dass DU "Menschenrecht" studierst, statt "Allah's Recht"

Was nützt es Dir, um ins Paradies zu gelangen, eine irdisch gute Ehe zu führen, eine vorbildliche Muslima zu sein... (etc..)  ?

Und ja... nur "Gott" ist unser Richter....

und Jesus gab den Rat:

" Richtet nicht, sonst werdet ihr nämlich auch gerichtet"

( ok, der Zusammenhang mag auslegbar sein.. sorry... )

Zudem willst DU ja auch nicht "richten".. sondern helfen....

Da würde dann gelten:

" So, wie ihr mit euren Mitmenschen umgeht, so wird Gott am jüngsten Tag auch mit EUCH umgehen "

Da das aber ALLES für DICH eh nicht gilt, sondern nur die Sharia ( also Koran und Sunna ... meine ich damit...)

Warum und wozu willst Du dann andere "Rechtssysteme" studieren ?????

Wagst Du es etwa die "Sharia" in Frage zu stellen ?

Na, ok... ich als Christ sehe es persönlich anders.. aber das willst Du eh nicht wissen... ich versuchte, "islamisch" zu argumentieren....

Sicher gibt es Muslime, die eine deutlich bessere und treffendere Antwort als ich geben können.....

Persönlich finde ich Dein Motiv, Dich für Mitmenschen einzusetzen einfach nur *Spitze"

Da eine Bekannte von mir Anwältin ist.. habe ich durchaus Informationen darüber.. wie sehr sie sich oft überlegen muss, OB sie ein Mandat annimmt... obwohl sie gewisse Zweifel an der Redlichkeit ihres Mandanten hat... ODER : ob sie darauf verzichten kann... irgendwie MUSS sie auch "verdienen"

Ich stelle gerade fest, dass ich Dir Deine Frage gar nicht beantworten kann.... Sorry !

ABER: meine Meinung dazu wollte ich gerne äußern .. LG J.

wenn dem so wäre dürfte in Islamischen Ländern jeder tun was er will, es gäbe keine regeln und Gesetze, keine Rechtsgelehrten und keinen der das recht vertritt.

dann kommt der Widerspruch. einerseits ist nur Gott dein Richter, andererseits sollst du dich aber doch an eine ganze Latte Regeln halten die dir deine Religion auferlegt.

mein Tipp, höre mehr darauf was dein eigener verstand dir sagt, und nicht darauf was andere dir sagen was richtig und was falsch ist.  

Grüß Dich xemotionchaos!

In Deutschland, sprich in demokratischen Ländern Jura zu studieren, ist klar mit einem demokratischen Verständnis und zudem noch mit den Menschenrechten verbunden . Es geht um unveräußerliche universalistische Werte. Trotzdem gibt es hier in der Gesetzgebung immer noch viel zu verbessern.

Aus Wikipedia:

"Ḥarām (arabisch ‏ حرام‎, DMG ḥarām) ist ein arabisches Adjektiv, das im Islam alles dasjenige bezeichnet, was nach der Scharīʿa „verboten, unverletzlich, heilig, geheiligt, verflucht, fluchbeladen“ ist.[1] In seiner Bedeutung entspricht es im Deutschen am ehesten dem Begriff Tabu, das heißt ḥarām ist etwas, das mit einem Tabu belegt ist, wobei es nicht darauf ankommt, ob das mit dem Tabu Belegte positiv oder negativ gesehen wird."

Wie also kann etwas Haram sein, wenn es um die Menschenrechte, um Humanismus und Ungerechtigkeit geht, die es unbedingt zu verteidigen gilt und die sogar die fundamentalsten Moslems für sich einfordern, obwohl sie sie anderen nicht gewähren, es sei denn, das alles zu verletzen und zu ignorieren?

Wer Dir einredet, das sei ein Tabu Jura zu studieren, ist nicht ganz bei Verstand. Du hast das Recht den Beruf zu wählen, den Du möchtest und wenn Du anderen zu ihrem Recht verhelfen willst, wenn Du Ungerechtigkeit bekämpfen willst, dann fange mal gleich bei denen an, die meinen, ein Jurastudium sei Haram. Es ist eine der edelsten Aufgaben, Menschen gegen Ungerechtigkeit zu beschützen. Dafür nehmen andere sogar in Diktaturen oder in ähnlich gestrickten Ländern, wo die Meinungsfeiheit unterdrückt wird, sogar in Kauf ins Gefängnis zu gehen oder gar das Leben dabei zu verlieren.

Wenn Jura studieren willst, dann tue es. Wenn Du Dich nicht davon abbringen lässt, dann hast Du meine uneingeschränkte Bewunderung. Dessen sei sicher!

Und noch was zum Mut, denn der gehört ja dazu:

Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.

                                       Immanuel Kant - Philosoph

***

Setzt Du nicht Dein Leben ein,
so will auch nichts gewonnen sein.

                                      J.W. von Goethe

***

Zu sehen, was recht ist, und es gegen seine Einsicht nicht tun, ist Mangel an Mut.

              Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

***

Mut ist der vollkommene Wille, den kein Schrecken erschüttern kann.

Ralph Waldo Emerson (1803 - 1882), Naturphilosoph und Lehrer

Reicht das?

Herzlichen Gruß

Rüdiger



Interessanter Text, nur leider etwas am Thema vorbei. Du argumentierst mit einer vernunftbasierten Analyse. Religiöse Gebote sind aber per Definition im Zweifelsfall nicht in der Vernunft verhaftet, sondern im Dogma.

Die Frage, ob etwas haram sei, kann daher nicht auf deine Art beantwortet werden. Im Übrigen argumentierst du stark unter Zuhilfenahme der "universalen" Menschenrechte. Diese gelten aber nur universal für die, die das auch so unterstützen. 

Die Mehrheit der muslimischen Länder lehnen wenigstens Teile der Erklärungen der Menschenrechte in ihrer gegebenen Form ab.

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@Agentpony

Genau, das tue ich, denn sie stellte ja die Frage, ob ein Jurastudium Haram sei oder nicht. Religiöse Gebote sind im Dogma verhaftet, genau. Aber da heißt es, sich mit der Vernunft überprüfend dem Dogma gegenüber zu stellen. Wenn ich xemotionchaos damit nicht erreiche, ist es nicht mein Problem. Dann sollte xemotionchaos lieber nicht Jura studieren, wenn das nicht berücksichtigt wird. Insofern ist die richtige Entscheidung nicht aus dem Dogma, sondern aus der Vernunft zu treffen und deshalb doch genau am Thema. 

"universalen" Menschenrechte. Diese gelten aber nur universal für die, die das auch so unterstützen.

Ideologisch gedacht kann das schon sein, aber die Menschenrechte sind universell und die haben alle Staaten unterschrieben und wären ihnen trotzdem verpflichtet, selbst wenn sie sie nicht in ihrem Land verwirklichen. Universelle Werte sind eben nicht der Beliebigkeit anheim gegeben, ob man sie nun gelten lässt oder nicht. Sie sind eine einmalige Übereinkunft der Vereinten Nationen und die heißen nicht umsonst so.




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