Ist es ungesund beidhändig zu sein?

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6 Antworten

Das ist in keiner Weise ungesund. Es ist zwar denkbar, dass durch das gleichmäßige Lernen der Bewegungen mit beiden Händen der Lernfortschritt zunächst langsamer ausfällt. Mittelfristig ist der koordinative Vorteil und die gleichmäßigere Muskelentwicklung aber bewegungsmäßig äußerst erstrebenswert. Und du stellst ja selber fest, dass es dir im Sport zum Vorteil gereicht, wenn du für deine Gegner schlechter ausrechenbar bist.

Früher gab es mal die These, dass durch Beidhändigkeit Gehirnareale für bestimmte Denkprozesse blockiert werden könnten. Diese Auffassung ist jedoch überholt, da die Aufgabenverteilung im Gehirn lokal so diversifiziert ist, dass es keine "Blockierungen" gibt. Zudem weist das Gehirn im Bedarfsfall einfach anderen "Speicherplatz" zu.

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Deine Lehrerin hat sich nicht präzise genug ausgedrückt. Folgendes KANN passieren: Wer gezwungen wird (oder sich selbst zwingt), die nicht dominante Hand zu benutzen, kann eine Reihe psychischer Probleme kriegen; wohl gemerkt: KANN. Welche das sind, kannst Du bei Dr. Barbara Sattler nachlesen. Es gibt ein hochinteressantes Vorwort zu ihrem Buch, "Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn". Das Vorwort stammt von einem Psychologen, der sich der von Frau Sattler beschriebenen Phänomene auch nicht bewusst war, als er mit den Krankheitssymthomen seines Schulfreundes komfrontiert war. Der Erkenntnisgewinn zog sich über mehrere Jahre hin.

http://www.linkshaender-beratung.de/deutsch/KnotenBuchVor.htm

Hier die Folgen der Umerziehung. Du musst links oben auf den Punkt Problematik klicken. http://www.linkshaender-beratung.de

Ich bin übrigens ein Betroffener und habe mit einigen der Folgen der Umerziehung zu "kämpfen". Zum Beispiel habe ich, solange ich denken kann, Orientierungsprobleme und weiß erst nach längerem Nachdenken, wo rechts und links ist. Auch mit der Konzentration habe ich Schwierigkeiten. Mehrere Dinge gleichzeitig zu machen, ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Ich werden ungehalten, wenn ich mich mit etwas oder jemandem beschäftige und ein anderer will etwas von mir. Das nervt mich total.

Das alles lässt sich aber überhaupt nicht verallgemeinern.

Gruß Matti

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NomdePlume99 27.07.2016, 00:21

Die Betonung liegt hier denke ich auf zwang. Mein Vater ist auch ein umerzogener aber nur beim schreiben alle anderen arbeiten macht er so wie er gerade lustig ist. Von einem Handball-Kollegen der Sohn konnte sich noch nicht entscheiden wie er es macht. Dieser ist aber gerade auch erst vier. Es ist aber immer wieder Interessant zu sehen wie er beim schießen hauptsächlich den rechten Fuß nimmt um beim werfen die linke Hand.

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Kuhlmann26 27.07.2016, 07:55
@NomdePlume99

Zwang bedeutet auch derZwang gegen sich selbst. Das ist EINE Erkenntnis aus dem von mir erwähnten Vorwort. Der Arzt wollte nach seiner Verletzung der rechten Hand unbedingt genauso gut mit der linken operieren können wie mit der rechten und hat deshalb bewusst im Alltag die linke Hand verwendet.

Dein letzte Satz ist wirklich interessant, weil allgemein gilt, die Dominanz gilt für die gesamte Körperhälfte und nicht nur für die Hand. Wenn wir Linkshänder sagen, meine wir für gewöhnlich die die komplette Körperseite; zumindest das was zwei mal da ist. Und es heißt in so mancher Veröffentlichung, dass auch Beidhänder eine dominante Gehirnhälfte haben, die ja nach heutigem Wissensstand darüber bestimmt, ob wir Rechts- oder Linkshänder sind.

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Es ist keinerweise schlecht! Du kannst beide Hände einsetzten,  das ist doch besser als alles nur einhändig erledigen zu können.

Zu dem setzt du deinen Händen/ Handgelenken nahezu gleich starker Nutzung aus - das hat Vorteile!

Selbst wenn du irgendwann mal Gips hast, oder ähnliches - kannst du sicherlich anstatt nur mit rechts zu malen auch die Hand zum schreiben einsetzen. Es ist zwar nicht "die Schrift" aber besser als das Gekrakel was eine ungeübte Hand aufs Papier bringt?!

Du bist vielen voraus, lasse dich nicht verunsichern! Das passt schon so, und ist in keiner Hinsicht schlecht.

LG Krotte

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ist nicht ungesund, hat im Gegenteil nur Vorteile.

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Kuhlmann26 25.07.2016, 19:09

Die Beidhändigkeit mag im Alltag von Vorteil sein, aber die Verwendung der nichtdominanten Hand kann bei einer klaren Präferenz der Händigkeit zu Schwierigkeiten führen. Zugegebenermaßen ein schwieriges Thema, in dem es nicht eine Wahrheit gibt. Ganz einfach, weil es nicht DEN Rechts- oder Linkshänder gibt.

Es sei in diesem Zusammenhang auf Dr. Barbara Sattler hingewiesen. Sie hat sich des Problems als eine der ersten angenommen und unter anderem ihr ist es zu verdanken, dass heute (fast) niemand mehr in der Schule gezwungen wird, die nichtdominate Hand zu benutzen und das bei Zuwiderhandlung der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt ist.

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Das ist das beste was dir passieren kann. Jeder Handballtrainer wird sich die Finger nach dir lecken. wenn du gut bist mit links kannst du direkt mal 1-2 Spielklassen höher denken als mit rechts.

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Das ist überhaupt nicht ungesund. Ich weiß nicht, was deine Lehrerin da erzählt hat. Meine Oma lebt schon ihr ganzes Leben beidhändig (schreibt auch beidhändig) und hat davon überhaupt keine Nachteile.

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