Ist es gesellschaftlich verwerflich Menschen mit zu vielen oder zu starken negativen Eigenschaften als minderwertig zu bewerten?

15 Antworten

Ist es gesellschaftlich verwerflich, Menschen mit zu vielen oder zu starken negativen Eigenschaften als minderwertig zu bewerten?

Vielleicht verwerflich, aber vor allem töricht, da

  1. die Bewertung eines Menschen als „minderwertig“ ja genau das ist, was man Menschen, die beispielsweise rassistisch eingestellt sind, vorzuwerfen hat, und
  2. mit der Bezeichnung eines Menschen als „minderwertig“ jemanden nicht für voll nimmt und dadurch ihm seine angebliche Gemeinheit (vielleicht unabsichtlich, aber dennoch) gleichsam weniger vorwerfbar macht.

Ich ziehe es vor, meine Mitmenschen für voll zu nehmen und erst mal von ihrer Intelligenz im Sinne von Fähigkeit zur Reflexion über sein eigenes Verhalten auszugehen. Selbst viele Psychopathen können sich immerhin verstellen, sie wissen also schon, wie sie eigentlich handeln sollten. 

Die Würde des Menschen schließt für mich durchaus eine Straf-würdig-keit ein, wenn jemand anderen Menschen Schaden zufügt.

Leute, die sich z.B. vor Vergewaltiger aus fremden Kulturkreisen stellen und denen, die dazu nicht bereit sind, „Rassismus“ vorwerfen, merken gar nicht, dass sie im Grunde selbst rasisstisch sind, und zwar in einem von zwei möglichen Bedeutungen:

  1. Entweder halten sie - ohne das Wort zu benutzen - ihre „Schützlinge“ für minderwertig und trauen ihnen deshalb nicht zu, sich anders als in dieser Form asozial zu verhalten.
  2. Oder, schlimmer noch, sie finden, dass diese Leute aufgrund ihres anderen kulturellen Hintergrundes gleichsam das Recht hätten, sich so zu verhalten, da wir nicht „unsere“ Normen einfach diesen Menschen „überzustülpen“ hätten. Damit sprechen sie ihren Opfern die Menschenrechte bzw. die volle Menschenwürde ab, seien dies nun einheimische Frauen oder solche, die selbst aus solchen Kulturkreisen stammen, und degradieren sexuelles Selbstbestimmungsrecht zu einer Art Folklore.

Natürlich sind auch diese vermeintlich wohlmeinenden oder „ausländerfreundlichen“ Menschen nicht „minderwertig“, sondern bewerten schuldhaft andere Menschen als „minderwertig“ (s.o.), ggf. auch sich selbst.

Die Abwertung wäre natürlich eher rational flexibel…Würde also sich eher auf das Verhalten und nicht direkt auf die Person beziehen.

Wenn man mit der Einstufung als „minderwertig“ nicht den Mensch selbst meint, sondern sein Verhalten, sollte man das auch sagen. Kostet keinen Cent und kaum eine Kalorie mehr.

mach dir klar, dass diese ganzen "Eigenschaften" deiner Zuschreibung entspringen, also nur deine Meinung darstellen.

jemand anders sieht das vielleicht anders. es ist doch meist so, dass irgendwelche ekel trotzdem verheiratet/gebunden sind und man kann sich nicht vorstellen, wie der Partner das mit denen aushält.

das ist ein grund, warum man menschen nicht als minderwertig bezeichnet- es ist einfach Ansichtssache, was wertvoll ist und was nicht.

die frage ist auch, was die Bewertung bringen soll- dadurch kann nichts gewonnen werden.

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die frage ist auch, was die Bewertung bringen soll- dadurch kann nichts gewonnen werden.

Durch die Bewertung differenziert man Ideale, Prinzipien und moralische Werte von unvorteilhaften oder gar schädlichen Verhaltensmustern.

Schließlich ist die kognitive Bewertung der Grund warum wir in der modernen Zivilisation in Rechtsstaaten leben und nicht in einer Anomie. Soziale und gesellschaftliche Normen erleichtern und gewährleisten uns ein relativ friedliches Zusammenleben.

Wäre uns alles egal und man würde nicht Urteilen, wären die Zustände schlimmer als in Sodom und Gomorrha. Oder ist dem nicht so?

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@NaiverJuengling

Eine gesunde Gemeinschaft konstituiert und tradiert sich über ständige Diskriminierungen. Das Gemeinschaftsförderliche wird aufgewertet, das Gemeinschaftsschädliche wird abgewertet. Eine wütende Antiunterscheidungspolizei brächte es spielend fertig, binnen weniger Jahre eine Gemeinschaft vollkommen zu zerstören.

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@HolgerSchneider

man kann unterscheiden, ohne abzuwerten.

man kann deutlich machen, dass man rassistische äusserungen, gewalttätige handlungen usw. nicht duldet, ohne dabei in minderwertige und hochwertige menschen zu unterscheiden - was wir ja wohl gerade machen: das gesetz legt fest, was wir als Gemeinschaft für sinnvoll erachten oder ablehnen und wer sich nicht daran hält, wird bestraft - ohne dass er sich "minderwertig" auf die Stirn tätowieren lassen muss.

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@Schokolinda

Wenn mir die Nachbarin genauso viel wert ist wie meine Frau, ist es nicht nötig zu unterscheiden, mit wem ich eine Liebesnacht verbringe. Wenn mir meine engsten Freunde genauso viel wert sind wie beliebige fremde Kunden im Lebensmittelmarkt, kann ich auch letztere zum Geburtstag einladen.

Rassisten werden sehr wohl als minderwertig angesehen. Und wie wollen Sie überhaupt den Rassismus aus der Welt schaffen? Fast alle Fernasiaten sind z.B. Rassisten, wollen mit Ihresgleichen in ihren Ländern leben.

Wenn man von einer Person alle ihre guten und schlechten Eigenschaften, den ganzen Katalog ihrer Verhaltensweisen und  Handlungen abzieht, bleibt nur noch ein Strichmännchen übrig.  Wären unsere Vorfahren schon so verrückt gewesen, hätten sie dem letzten ungeschickten Schwächling den gleichen Wert zugemessen wie dem besten Jäger, wären wir schon lange ausgestorben.

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@HolgerSchneider

du hast eine seltsame definition von wert.

normalerweise sieht man die nachbarin, zu der man sich nicht hingezogen fühlt (sei es rein sexuell oder auch durch das gefühl der liebe) nicht als minderwertiger an als die ehefrau, zu der man sich hingezogen fühlt.

man sieht normalerweise auch fremde kunden im lebensmittelmarkt nicht als minderwertig an, nur weil man lieber den geburtstag mit menschen verbringt, die man gern hat und/oder mit denen man interessen teilt.

und rassisten werden auch nicht zwingend als minderwertig angesehen: ein rassist kann tolle arbeit leisten und dafür anerkannt werden, obwohl man ihn wegen seiner einstellung für ein aloch hält.

und was das strichmännchen betrifft, das übrig bleibt, wenn man alle eigenschaften abzieht: das hast du gerade gemacht - ich nicht. wenn du menschen nur in wertig und minderwertig einteilst, dann hast du eine schwarz-weiß-welt.

und wenn du mich nochmal quasi als verrückt bezeichnest, dann trete ich dir in den arsch, dass du eine woche lang stiefel schmeckst.

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Wenn du sagst, in der Situation /in einer bestimmten Situation empfand ich das Verhalten von X als rassistisch/verlogen...... dann ist das OK. Es bezieht sich eindeutig auf das Verhalten.

Wenn du sagst X ist verlogen (...), dann ist das nicht OK, denn du stempelst damit die Persönlichkeit ab.

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Womöglich hängt verlogenes Verhalten mit der Persönlichkeit zusammen.

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