Ist der logische Weg immer der beste?

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16 Antworten

Handeln kann vernünftig oder unvernünftig sein, erfolgreich oder erfolglos, aber nicht logisch. Logisch oder unlogisch, d.h. folgerichtig oder nicht folgerichtig, können Schlussfolgerungen sein. 

Richtige Schlussfolgerungen sind nie hinderlich. Verbreitete Wege sind nicht immer unbedingt die besten.

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Kommentar von Imago8
24.03.2016, 18:21

Sehr guter Hinweis, danke!

"Logisch handeln" könnte also bedeuten, (folge)richtige Entscheidungen aufgrund folgerichtiger Schlussfolgerungen zu treffen.

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Logik ist das banalste und einfachste am Denken. Es ist relativ einfach, keine logischen Fehler zu machen, aber schwer, die Wahrnehmung der Welt soweit aufzubereiten, dass man mit logischen Schlussfolgerungen die richtigen Entscheidungen trifft.

Logik ist digital, ja oder nein, wahr oder falsch, alles oder nichts, Freund oder Feind. Die Welt aber ist komplex, ambivalent und analog,  es geht um mehr oder weniger und oft um feine Nuancen.

Es ist zB leicht, nach der logischen Regel zu handeln, Freunden zu helfen und Feinde zu bekämpfen. Aber konkrete Menschen in die Schubladen Freund oder Feind zu stecken, ist schon nicht mehr so einfach. Fehler sind da nicht auszuschließen, können aber schlimme Folgen haben.

Wenn man sich die Frage stellt, ob die Regel immer richtig und sinnvoll ist, hilft Logik auch nicht weiter. Weisheit braucht einiges mehr als Logik. Langfristige Folgen des eigenen Handelns können in eine ganz andere Richtung gehen als die kuzfristigen. 

So besteht die Gefahr, dass man sich erst Feinde schafft, indem man Menschen als Feinde behandelt. Oder die Chance, in angeblichen Feinden Freunde zu finden, wenn man freundschaftlich mit ihnen umgeht. 

Egal, was man tut, es kann immer falsch sein, auch ohne logische Fehler. Das ist ein Dilemma, aber auch die Quelle von Freiheit.

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Kommentar von Luise
12.04.2016, 11:54

Sehr gute Antwort. Danke dafür.

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Kommentar von Imago8
14.05.2016, 11:57

Sehr weit geblickt und genau hingeschaut. Danke.

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Logik kann im Widerspruch zur Kreativität stehen, wenn man ausschließlich an bewährten Lösungen festhält, anstatt lRisiken einzugehen, da dies unlogisch wäre.

Logik kann der Moral widersprechen, wenn etwa Massenvernichtungswaffen zum Einsatz kommen, die logisch betrachtet effektiv, ethisch jedoch inakzeptabel sind.

Logik kann Glück hemmen, wenn man beispielsweise mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich hat und nicht auf einen neuen Partner einlässt.

Logik kann Hoffnung rauben, wenn man etwa den Glauben eine spontane Heilung aufgibt, nur weil logische medizinische Befunde das nahe legen.

Manchmal tut es Menschen einfach gut, etwas unlogisches zu machen, unnötige Risiken einzugehen, auf statistische Wahrscheinlichkeiten zu pfeifen und an den Weihnachtsmann zu glauben!

Der Mensch hat einfach auch irrationale Bedürfnisse und Wünsche und wenn diese alle durch Logik abgetötet würden, dann würde der Mensch meiner Ansicht nach emotional und moralisch degenerieren.

Meiner Meinung nach ist die Logik nicht das maß aller Dinge.

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Kommentar von Imago8
23.03.2016, 16:56

Viele gute Beispiele, danke

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Es war einmal ein Chinese, der schrieb eine Denkschrift mit dem Titel: Einheit und Kampf der Gegensätze. Hegel nannte das Dialektik. 

Natürlich bilden Emotionen und logisches Denken eine Einheit, nämlich die menschliche Psyche. Aber ebenso sicher liegen sie oft im Widerstreit und behindern sich gegenseitig.

Wenn es darum geht, mit Empathie die Gefühle eines anderen zu erkennen, dann ist es wohl eher hinderlich, zu versuchen, das mit logischem Denken zu tun. Menschen, die darauf getrimmt sind, alles mit Logik zu erfassen, können da in echte Schwierigkeiten kommen.

Und das gilt nicht nur für Gefühle. Gedanken sind ja oft von Gefühlen bestimmt und keineswegs logisch. Um die unlogischen Gedanken einer/s anderen nachzuvollziehen, hilft Logik wenig, sie ist sogar eher hinderlich.

Beispiel: Versuche einmal, die Bedeutung des Wortes "sexistisch" mit Logik zu erfassen. Viel Glück !

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Kommentar von Imago8
23.03.2016, 16:05

Eine Antwort zum Nachdenken bzw. Nachfühlen. Danke!

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Ich habe mir die Beispiele der anderen durchgelesen und stimme nur bedingt zu. Logik lässt sich nämlich auch weiter fassen. Wenn ich z.B. eine gescheiterte Beziehung hinter mir habe und mich deswegen auf niemand anderen einlassen will, ist das überhaupt nicht logisch, so wie es nicht logisch ist, sich nicht mehr dorthin zu stellen, wo gerade der Blitz eingeschlagen hat, weil es dort ja offensichtlich gefährlich ist. Das ist einfach ein Fehlschluss. Dasselbe mit Gefühlen. Wenn ich nett zu jemandem bin und der mich anschreit, erscheint mir das nicht logisch, aber wenn ich dann erfahre, dass ich aus Versehen ein Wort verwendet habe, das in seiner Kultur als Beleidigung gilt, ist es wieder total logisch. Bei den meisten Dingen, die einem unlogisch erscheinen, liegt einfach nur mangelnde Information zugrunde, denn Menschen handeln immer so, wie es ihnen in dem Moment am sinnvollsten (=logischsten, wenn man so will) erscheint. 

Das gilt auch für solche "ich muss x Menschen töten, damit y Menschen überleben können" - Beispiele. Letztlich ist die Frage, welche Prämisse ich zugrunde lege: ist es mir wichtiger, eine möglichst große Anzahl an Menschen zu erhalten, oder will ich meine eigene konkrete Schuldhaftigkeit reduzieren? Wäre es wirklich hilfreich, wenn ich den anderen umbringe, oder beginnt dann ein Krieg aller gegen aller, wo niemand mehr sicher ist, ganz entgegen meiner ursprünglichen Idee? Gibt es wirklich keine sinnvolle Alternative? Alles sehr logische Fragen, auf denen auch intuitive Entscheidungen letztlich basieren.

Gut, dann gibt es noch die Paradoxa, die sind zugegebenermaßen extrem schwer bis gar nicht mit Logik zu lösen (anders aber auch nicht, es sei denn, es befriedigt einen, sowohl das Huhn als auch das Ei zu braten, egal was zuerst da war...). Allerdings wird man im Alltag selten mit einem echten Paradox konfrontiert. Das sind dann eher Dilemmata...

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Ein weiser Mann sagte mal bei schwierigen Entscheidungen:

Nimm ein Papier und notiere dir die Vorteile und dann die Nachteile der Entscheidung. Gewichte sie mit Punkten und dann vergleiche die Puntanzahl. Wenn eine Puntzanl weit überwiegt, dann wähle die Entscheidung mit der größeren Punktzahl.

Sollte aber die Punktzahl ungefähr gleich sein, dann lass dein Bauchgefühl entscheiden. Frag dich: Wie würde ich diese Entscheidung nach 10 Jahren beurteilen?

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Gerade vor ein paar Tagen hatten wir hier als Frage so ein Beispiel.

Die Bezeichnung "Maximalpigmentierter" ist wissenschaftlich / logisch (eigentlich lässt sich hier nicht von Logik sprechen) korrekt, hört sich aber gefühlsmäßig nicht sonderlich nett an und sollte nicht verwendet werden.

Aber es gibt noch weitere Beispiele.

Der Mensch vermehrt sich immer mehr und breitet sich aus. Damit er in Zukunft überlebensfähig bleibt, müsste man Menschen töten, da es auf natürlichem Weg dauert und es dann für viele andere Lebewesen zu spät sein wird. Das ist die logische Konsequenz, die ethisch nicht tragbar ist.

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Kommentar von Imago8
23.03.2016, 14:38

ah, danke!

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Kommentar von Suboptimierer
23.03.2016, 14:46

Oder: Von der Logik her müsste jeder Mensch genau einen Nachkommen haben, sodass die Anzahl in der Bevölkerung stabil bleibt.

Du merkst, dass es bei Logik oft auf die Rahmenbedingungen ankommt. Was will man eigentlich. Der Wille (in dem Fall gleichbleibende Bevölkerungszahl) hat wiederum indirekt etwas mit Logik zutun. Man kann immer fragen, "Warum?". 

Der Wille kommt durchs Unbedachte erst zur Geltung. Er bringt die Zufallskomponente, die Spielerei, die Kreativität, das Probieren, die Selbstfindung,...

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Man kann immer Einzelfälle finden/konstruieren, wo die Logik ein weniger tolles Ergebnis liefert. I.d.R. immer dann, wenn die Datenbasis unzureichend ist.

Im Mittel, integriert über alle Fälle, ist die Logik aber nicht angreifbar.

Beispiel: Lottospiel. Unter dem Strich gewinnt immer die "Bank", man sollte also gar nicht erst spielen. Wenn man aber die richtigen Zahlen träfe (das weiß man aber ja nicht - "unzureichende Datenbasis" im Einzelfall!) dann wäre es natürlich logisch zu spielen!

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der weg der menschenliebe ist wichtiger als der weg der logik, da der nur den intellekt berücksichtigt

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Logik ist ein Konzept das sich der Mensch angeeignet hat. Meiner Meinung nach macht hilft es komplexe Sachverhalte zu strukturieren und zu verstehen.

Aber gleichzeitig fehlt einem Kreativität und Verständnis. Es gibt einfach Sachen, die nicht in die Logik reinpassen und trotzdem existieren.

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Logik ist hinderlich, wenn es darum geht unser Universum verstehen zu wollen. Die ewige Frageritis ob es begrenzt ist oder unendlich. Egal wie es auch ist - beides ist mit unserer Logik unverstehbar. Denn ist es begrenzt, wird das, was außerhalb der Begrenzung liegt, einfach "außen vorgelassen". Ist es unendlich haben wir erst recht die K... am dampfen^^. Denn wer bitteschön kann uns mal eben mit logisch verständlichen Worten die "Kleinigkeit" der Unendlichkeit verklickern ?

Und was einen so richtig verblüffen kann, ist die Tatsache, dass ein kleines Itzchen dieser Unendlichkeit nach unserer "logischen Mathematik" auch noch ebenso unendlich ist. Spätestens hier muss man doch... Mir fehlen dazu einfach die Worte ! :D

http://www.gierhardt.de/graph/unendlich.gif

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Zum Beispiel heute im Mathe Unterricht. Nen Kumpel ( aus anderer klasse) hat gefragt, ob ihm jemand sein Taschenrechner geben kann, weil er auch Grade Mathe hatte und er eine Arbeit geschrieben. Nun ja jemand von uns hat ihn nen TR gegeben, obwohl er ihn eig auch gebraucht hätte = unlogisch, aber aus meiner Sicht sinnvoller.

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Bei Gefühlen ist Logik sehr hinderlich.

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Kommentar von Imago8
23.03.2016, 14:52

Wie meinst du das?

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Wenn du logisch denken würdest, wüsstest du, dass der logische Weg nicht immer der beste ist. Logisches Denken kann einem z.B. die Alternative wählen lassen, die die beste Prognose hat. Z.B. könntest du sagen, ich schnalle mich beim Autofahren an, weil dadurch 3000 Unfalltode pro Jahr verhindert werden plus zahlreiche Gesichtsverletzungen. Und trotzdem würde es in 10 Jahren vielleicht einen Fall geben, in dem der Gurt nicht geholfen hat.

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Kommentar von Imago8
23.03.2016, 14:40

Hm. Ich würde sagen, dass es trotzdem der logischste Weg war. Denn die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem Unfall zu verletzen, steigt ja, wenn ich auf den Gurt verzichte.

Welche noch besser Alternative hätte ich denn gehabt? Nicht ins Auto steigen? ^^

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Nicht immer ist der logischste Weg, der Weg zum Erfolg. Manchmal muss man Umwege machen oder sogar gar nichts, um sich selbst und Mitmenschen nicht zu enttäuschen.

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Ich habe die Erfahrung gemacht lieber auf seinen Instinkt zu vertrauen.. vorallem wenn man schon einiges an Lebenserfahrung gesammelt hat dann ist meistens was einem in den Sinn kommt das beste... weil bei logischen Denken zieht man alle Möglichkeiten in betracht aber denkt sich oft Sachen noch zusätzlich aus welche vorher noch garnicht vorhanden waren :)

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Kommentar von Imago8
23.03.2016, 14:42

Hm. Ich verstehe das so, dass du meinst, dass logisch zu denken auch in "Schmalspurdenken" ausarten kann?

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