Ist das Gewissen eine Funktion die Gott uns gegeben hat oder kommt ein schlechtes Gewissen durch Erziehung oder Lernen zustande?

 - (Psychologie, Menschen, Religion)

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Das Gewissen ist eine natürliche Gabe, die Gott dem Menschen eingepflanzt hat. Als ein inneres Empfinden für Recht und Unrecht entschuldigt es oder klagt an. Es hat also eine beurteilende, richtende Funktion. Durch die Gedanken und Handlungen, Überzeugungen und Grundsätze, die man dem Sinn aufgrund von Studium und Erfahrung einprägt, kann man sein Gewissen auch schulen. Auf dieser Grundlage zieht es Vergleiche zu dem, was man gerade tut oder zu tun beabsichtigt. Verstößt eine Handlung gegen die Grundsätze, so warnt uns das Gewissen, es sei denn, es ist abgestumpft oder unempfindlich geworden, weil seine Warnungen fortgesetzt mißachtet wurden. Das Gewissen wirkt in sittlicher Hinsicht wie eine Schutzvorrichtung, indem es Freude oder Schmerz hervorruft, je nachdem ob man gut oder schlecht handelt. entn.aus Einsichten Heilige Schrift Band 1. LG Moegylein

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Vielen Dank fürs *chen. MFG Moegylein

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Ist das Gewissen eine Funktion die Gott uns gegeben hat oder kommt ein schlechtes Gewissen durch Erziehung oder Lernen zustande?

Das Gewissen ist, wie ich meine von Anfang an mitgegeben, aber nicht um das Bewusstsein zu quälen, sondern um ein guter Ratgeber bei Entscheidungen zu sein. Inwiefern das Gewissen ein guter Ratgeber sein kann, hängt natürlich von den moralischen Werten ab, die man vermittelt bekommt - insbesondere schon als Kind.

Wenn man ein gut entwickeltes Gewissen, also einen guten Ratgeber durch das Gewissen im Leben hat, dann ist dies sicher auch ein Zeichen für eine gute Erziehung. Wenn aber ein schlechtes Gewissen ohne je eine wirklich schlechte Entscheidung getroffen zu haben entsprechend durch Erziehung geprägt wurde, dann ist mit der Erziehung eindeutig etwas schiefgelaufen.

Klar ist für mich, dass ein schlechtes Gewissen nur in der Hinsicht gottgewollt ist, dass es dazu anleiten soll, entsprechend von seinen Fehlern umzukehren. Insofern dass ein schlechtes Gewissen darüber hinaus das Bewusstsein foltert, ist es sicher nicht gottgewollt - ebenso wenig wie wenn Entscheidungen in Folge eines schlechten Gewissens zu Verbitterung führen.

Das Gewissen sollte man also eher als Ratgeber sehen und wenn man entsprechend diesem Ratgeber gute Entscheidungen trifft, besteht gar kein Anlass dazu, ein schlechtes Gewissen zu bekommen und man wird ein solches schlechtes Gewissen dann auch gar nicht haben. Durch gute Entscheidungen kann aber auch das Gewissen ein besserer Ratgeber werden, sowohl weil man durch positive Erfahrungen weitere moralische Erkenntnis gewinnt, als auch weil man lernt, auf sein Gewissen zu achten.

Kann man sich seines Gewissens entledigen?

Da gibt es drei Möglichkeiten:

Erstens indem man verlernt, auf sein Gewissen zu achten. Zweitens indem man versucht, die Fehler die man begangen hat, wiedergutzumachen. Drittens indem man sich umbringt. Letztere Möglichkeit würde ich aber auf keinen Fall als akzeptabel ansehen und schon mit ersterer hätte ich meine Bedenken. Für mich persönlich ist daher nur die zweite Option relevant.

Ist ein schlechtes Gewissen ein gutes Gewissen weil es einem anklagt?

Ein gutes Gewissen ist ein Ratgeber für Entscheidungen, wie ich bereits oben geschrieben habe. Zu einem schlechten Gewissen wird es erst, wenn wir falsche Entscheidungen treffen, obwohl wir es besser wussten und um die Möglichkeit und Dringlichkeit zu erkennen, dass wir versuchen sollten, unsere Fehler zu wiedergutzumachen.

Wenn man nun mal unterstellt, dass für ein schlechtes Gewissen gewisse Normen und deren Verstoß dagegen die Quelle sind, kann man feststellen, dass hierfür keinerlei Götter erforderlich sind.

Eine menschengerechte Moral braucht keine übergeordnete Ideologie oder ein jenseitiges Sanktionsszenario.

Evolutionär sind uns Eigenschaften wie Kooperation, Empathie, Solidarität und Verantwortung zu eigen. Philantropie ist ein evolutionärer Vorteil. Hieraus leitet sich eine substanzielle Moral ab, die völlig losgelöst jedes ideologischen Überbaus einfach funktioniert, wenn man sich solcher Einflüsse entledigt.

Was wir erlernen ist eher die Unmoral, das menschenschädigende Verhalten. So wie auch der menschenschädigende Götterglaube erlernt wird.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Zweifel am glaube, bin ich eine schlechte Christin?

Ich bin Christin und um ehrlich zu sein zweifle ich momentan extrem an dem Glauben und der Existenz von Gott und Jesus. Auf der einen Seite ist der Zweifel so stark, dass ich kaum noch glaube egal wie sehr ich versuche mich dran festzuklammern, aber auf der anderen Seite glaube ich dennoch, weil ich vielleicht nur von Gott getestet werde. Man sagt immer, dass Gott nur denen hilft, die sich selbst helfen, aber dann braucht man Gott doch eigentlich nicht, denn alles hat man sich dann doch selbst erarbeitet? Oder immer wenn mir, und bestimmt ist es bei anderen auch so, etwas gutes Passiert danke ich Gott und „es war ja seine Machenschaft“, aber wenn etwas schlechtes passiert ist man plötzlich selbst dran schuld und nicht Gott? Wenn er doch da ist, warum erhöhrt er meine Gebete nicht? Und wenn er doch denen hilft die sich selbst helfen oder es zumindest versuchen, warum bin ich dann dennoch in einer dunklen Stelle (mental) trotz all meiner versuche da rauszukommen? Warum ist Gott nicht für mich da wenn ich ihn (am meisten) brauche?

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