Hund aus dem Tierheim oder aus Tötungsstation?!

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

Tierheim (Deutschland) 74%
Tötungsstation (Ausland) 26%

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Im Grunde genommen ist es egal. Denn wenn man es genau nimmt sind die größten Unterstützer des Auslandstierschutzes - na? Der deutsche Tierschutz selbst!

Mit der Aussage: "Man sollte zuerst deutsche Hunde nehmen" wird man auch von deutschen Tierheimmitarbeitern kritisch beäugt. Beim Tierschutz geht es nicht darum welche Tiere man zuerst retten sollte - es geht einfach darum sie zu retten. Und so unverständlich das manchen Menschen auch bleibt. Ein Tierschützer wird sich niemals hinstellen und sagen: "Was gehen uns die Hunde im Ausland an?" Oder "Damit schleppt man nur Krankheiten ein". Die erste Aussage widerspricht dem Sinn des Tierschutzes, die zweite ist einfach nur Blödsinn (dann müsste man den Leuten auch verbieten in Urlaub zu gehen, weil sie sonst ihre Tiere anstecken könnten. Man müsste ihnen verbieten ihre Hunde mitzunehmen oder Produkte zu importieren).

Die Wahrscheinlichkeit, dass du einen Auslandshund oder einen ausgedienten Vermehrerhund in einem deutschen Tierheim findest ist gar nicht so gering - so bin ich zu meiner Hündin gekommen.

Bei der Anschaffung geht es in erster Linie darum, dass der Hund zu dir passt. Da würde ich persönlich sagen, dass man beim ersten Hund, den Hund zuerst kennen lernen sollte und sich Zeit lassen sollte. Es kommt nämlich auch darauf an, ob und welche Macken man an einem Hund akzeptieren kann. Die meißten Menschen wollen ja einen - am besten schon vollkommen erzogenen - einwandfrei, lieben, anhänglichen einfach zu erziehenden Hund. Wenn ich deine Frage so lese, gehörst du aber nicht zu diesen Menschen, sondern willst gerade einen Hund "mit Vorgeschichte".

Trotzdem solltest du am besten versuchen dir im Vorhinein darüber klar zu werden mit welchen Macken du umgehen kannst. Bist du aufmerksam und umsichtig genug um dich z.B. um einen eher ängstlichen, sensiblen Hund zu kümmern (und hast du die hierfür nötigen Vorraussetzungen, z.B. ruhige Lebenssituation)? Könntest du auch mit Aggressionen umgehen? Oder könntest du dir auch vorstellen aktiv am Jagdtrieb oder Wachtrieb eines Hundes zu arbeiten?

Sich daran heran zu arbeiten klappt eben besser, wenn man den Hund kennen lernen kann. Das klappt am einfachsten im örtlichen Tierheim. Wenn du einen Auslandshund möchtest, wäre es in so einem Fall besser, nach einem zu schauen der schon in Deutschland bei einer Pflegefamilie ist.

Aber - und jetzt halten sich mal all die "deutsche Hunde zuerst!"-Ideologen fest - Vereine wie Podencorosa, die sich eigentlich um Auslandstierschutz kümmern, nehmen auch deutsche Abgaben in die Vermittlung auf. Wenn du dich also auf solchen Seiten umschaust und einen Hund findest der in deiner Nähe in einer Pflegestelle ist - warum nicht? Vielleicht ist das dein Traumhund.

P.S. Ich hab noch nie jemanden getroffen, der der Meinung war, dass man deutsche Hunde zuerst aufnehmen sollte, der sich auch selbst in einem deutschen Tierheim engagiert hat. Vielleicht findet sich unter den hier Antwortenden ja so ein Exemplar? Bin gespannt...

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@niska

Top Antwort, niska. Diese Leute sind meistens die, die selbst noch zum Züchter laufen.

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Wooooow, eine super Antwort!!! :) Ich würde mir auf jedenfall gerne einen Hund mit Vorgeschichte nehmen, gerne auch einen mit Handicap. Seit 20 Jahren.. Vielen Dank!!! :)

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@qrinzessin8500

Freut mich immer zu hören, dass es noch Leute gibt, die sich auch auf einen Hund einlassen wollen und nicht nur Erwartungen an ihr Haustier stellen!

Natürlich kann es manchmal anstrengend sein - meine eigene Hündin ist auch gehandicapt und später haben wir dann festgestellt, dass sie eine Hormonstörung hat - aber es lohnt sich! Ich würde sie nie wieder hergeben.

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DH !!!

Auch hierfür: "nationalempfindsame Hysterie mancher Leute"

  • besser kann man dieses nervige, unsinnige Genöle nicht auf den Punkt bringen, denn jedem der/die Hunde liebt, ist es egal woher der kommt, entscheidend ist vor allem, dass man situationsmäßig und charakterlich zusammen passt !
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Eine tolle Entscheidung!

Das musst du im Prinzip selbst entscheiden. Hunde aus dem Tierheim haben meistens eine Erziehungsgrundlage, kennen Menschen und sind meistens auch stubenrein. Hunde aus Tötungsstationen haben ein Risiko auf Mittelmeerkrankheiten (Mallorca und Co.), was sehr viel Geld kosten kann, außerdem sind sie oft nicht stubenrein und verängstigt. Nicht immer, aber dieses Risiko besteht natürlich, weil die Hunde im Ausland meist nur an der Kette gelebt haben.

Deutsche Tiere werden nicht eingeschläfert. Ausschließlich Hunde, die aufgrund von Aggressionen keine Vermittlungschance haben, werden manchmal eingeschläfert. Das liegt daran, dass es leider fast keine professionelle Hilfe diesbezüglich für die Tierheime gibt.

Im Großen und Ganzen sind Hunde aus deutschen Tierheimen oft einfacher (nicht immer - aus Tötungsstationen gibt es auch sehr unproblematische, einfache Hunde). Es kommt auf deine Hundeeerfahrung an, was besser für dich ist und welche Herausforderung du haben möchtest. Wenn du aber ohnehin zwei Hunde haben möchtest, kannst du ja einen aus dem Tierheim und einen aus einer Tötungsstation nehmen :)

Das ist auch eine super Antwort, dankeschön! :) Ich würde gerne einen Hund aus dem Ausland aufnehmen, der unerzogen ist und vielleicht auch sehr schüchtern oder ein Handicap hat.. Einen Hund mit Vorgeschichte, der vielleicht nicht viel Gutes von den Menschen bekommen hat :(

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@qrinzessin8500

Davon findest du sehr viele auf den entsprechenden Websites. Wenn Ungarn für dich in Frage kommt, kann ich dir die Ungarnpfoten und die Hunderettung Illatosut empfehlen, die vermitteln sehr seriös.

Was du aber unbedingt beachten musst: Ein Hund, der zu dir kommt, fängt bei Null an. Viele Menschen haben die Angewohnheit, den Hund dann mit Samthandschuhen anzufassen und jedes Fehlverhalten mit der Vergangenheit zu assoziieren, dies verursacht Fehlverhalten beim Hund. Sei also ganz normal zu dem Hund, konsequent und ein Rudelführer, wie bei einem "normalen" Hund auch :)

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@qrinzessin8500

Guck mal bei "Tiere suchen ein Zuhause" - dort werden (ARD) werden jeden Sonntagabend Hunde vorgestellt, auch sogenannte "Notfelle" die es aus diversen Gründen schwerer haben und/oder durch die Sendung nicht vermittelt wurden.

Auha - sehe jetzt erst, dass deine Frage schon 6 Jahre alt ist :D

Da würde mich ja ein Erfahrungsbericht von dir interessieren, wie und wo du deinen Hund gefunden hast und was du mit ihm erlebt hast :) !

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Tierheim (Deutschland)

Ich bin aus Ungarn und denke einfach, klar, man guckt sich erst im örtlichen Tierheim um, ob da einen passenden Hund gibt. Da wird der Platz frei und dann kann ein anderer Hund ins Tierheim einziehen, nicht selten aus dem Ausland übrigens.

Sollte sich im örtlichen Tierheim nichts Passendes finden lassen, dann würde ich mich nach einem SERIÖSEN TSV umschauen der aus dem Ausland Hunde mitbringt. Mit seriös meine ich, dass die keine Welpenhändler sein sollen die sich als TSV tarnen. Dass sie beim Gespräch auch die Nachteile einer Auslandsadoption erwähnen (z.B. auf die Mittelmeerkrankheiten eingehen). Dass sie einem erwähnen, dass schwarze Hunde, ältere Hunde und Rüden schwerer haben... irgendwann bekommt man ein Fingerspitzengefühl. Dramatische Geschichten auf Homepages, und herzzerreißende Schicksale auf Blogs und Facebookseiten sollten mit Vorsicht genossen werden. So was lässt die Kasse klingeln also wenn ein TSV viel zu sehr auf die Tränendrüse drückt, da würde ich super vorsichtig werden. Man sollte sachlich und kritisch bleiben, und die Tränen auf später verschieben. Im Internet wird viel gelogen. Also VORSICHT! Man sollte auch fragen, aus welchem ausländischen TH der Hund kommt, ob und wie dort vor Ort geholfen wird, ob man mit dem abgebenden ausländischen TH später Kontakt haben darf. Ja, die spanischen und ungarischen Tierschützer lassen den geretteten, aufgepäppelten und auf die Ausreise vorbereiteten Hund mit Freude (und oft mit Tränen) gehen aber sind superglücklich, wenn sie eine Mail mit Fotos aus Deutschland bekommen! Das kann ich aus Erfahrung sagen. Plus, wenn einem verheimlicht wird, wo das Tier herkommt, da würde ich extrem hellhörig werden. Es gibt Orgas, die von dem ausländischen Verein die Tiere übernehmen und dann für die Ausreisevorbereitung nichts oder kaum was erstatten. Ich würde gar fragen, was der Verein für den ausländischen Verein für die Hunde erstattet... ja ja. Nur mal um den Spreu vom Weizen zu trennen. Und ich neige in letzter Zeit dazu, alles per e-Mail zu fragen... nur mal für die Dokumentation......

Jedenfalls, wenn ein Hund aus dem Ausland, dann gibt es Hunde auf deutschen Pflegestellen und bei ihnen kann man recht gut wissen worauf man einlässt. Zumindest bei seriösen Vereinen. Guck dir mal die Hundebeschreibungen an, wenn da auch die negativen Seiten erwähnt werden also wenn du das Gefühl hast da wird nicht verschönert dann kannst du davon ausgehen dass du keine böse Überraschung erleben wirst.

Ich habe selber Galgos aus Spanien, ja, beide haben eine Vorgeschichte. Eine hatte Verlassensangst und die andere diverse Phobien. Na ja, nichts ist perfekt ha ha. Aber das ist schon o.k. wir lieben sie und die Verlassensangst wurde bereits auskuriert, auch die meisten Phobien. :-) Ich würde immer wieder Galgos adoptieren ich liebe sie über alles.

Wenn du aus Spanien adoptierst dann achte auf Leishmaniose. Hunde aus Ungarn haben keine Leishmaniose, auch Herzwurm ist EXTREM selten in Ungarn, im Gegensatz zu Spanien. Hautwurm ist schon häufiger aber jene Krankheit ist nicht lebensgefährlich. Bloß z.B. in der Münchner Parasitologie werden immer wieder Leute zu Tode erschreckt wo man sagt da sind Filarien im Blut des Hundes und die Leute denken (oder bekommen gar gesagt) ah der Hund hat HERZWURM (Dirofilaria immitis) oh la la... Aber bei ungarischen Hunden sind das immer wieder nur Hautwurmfilarien (Dirofilaria repens). In diesem Fall bei Laboklin nachtesten lassen!

Jedenfalls, wo auch immer dein nächster Hund herkommt, ich wünsche dir viel Glück. Tünde

Sehr gute Antwort !

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Auch wenn die Frage schon alt ist, ist sie immer noch aktuell.

Hundegrundsätzlich bei einem seriösen FCI anerkannten Züchter kaufen und für Kastrationsprojekte spenden.

Das ist aktiver Tierschutz!

Pro kastrierter Hündin kommen 4-20 Hunde jährlich gar nicht auf die Welt.

Nur so kann man dem Hundeelend entgegentreten.

Bei Kastrationsprojekten kostet eine Kastration gerade mal 25.- bis 30.- Euro

Bedenke bitte, dass man in den Ländern woher die Strassenhunde kommen mit dem Einsammeln dieser Hunde gut leben kann.

Man unterstützt also mit dem Kauf von Strassenhunden ein unseriöses Geschäft.

Tötungsstation ist das beste Argument solche Hunde zu verkaufen.

Bei weitem sind die solche Hunde aber nicht aus der Tötungsstation, sind sie erst einmal da, kommen sie da auch nicht wieder raus.

was meinst du mit öütungsstationen - wenn es labor- oder versuchstiere sind, werden weder infos darüber herausgegeben noch die tiere. Wer zahlt die transport- kosten, den tierarzt, die quarantäne ...das ist doch eine übertriebene idee ... geht ins tierheim, tuste was gutes - und entscheide Dich !

In Tötungsstationen kommen die ganzen Straßenhunde, dort haben sie noch 2 Wochen Zeit ein neues zu Hause zu finden. Tierschützer versuchen die Tier weiter zuvermitteln.. Bevor die Tiere ins Flugzeug gesetzt werden, werden sie vom Tierarzt untersucht..

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@qrinzessin8500

Das ist so nicht ganz richtig. In Mallorca und Co. gibt es keine Tierheime - dort ist jedes Tierheim eine Tötungsstation. Dort landen alle Hunde und Katzen von der Straße, aber auch alle Abgabetiere oder Fundtiere. Meistens haben sie eine zweiwöchige Quarantäne, wenn sie danach nicht vermittelt werden, werden sie eingeschläfert. Meistens betäubungslos, was großes Leid verursacht.

Eine Tötungsstation ist also keine Sammelstelle für Straßentiere, sondern ein Tierheim, in dem die Hunde leider mangelhaft bis gar nicht versorgt und rasch getötet werden.

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