Hund aus dem Tierheim oder aus Tötungsstation?!

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

Tierheim (Deutschland) 74%
Tötungsstation (Ausland) 26%

22 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Im Grunde genommen ist es egal. Denn wenn man es genau nimmt sind die größten Unterstützer des Auslandstierschutzes - na? Der deutsche Tierschutz selbst!

Mit der Aussage: "Man sollte zuerst deutsche Hunde nehmen" wird man auch von deutschen Tierheimmitarbeitern kritisch beäugt. Beim Tierschutz geht es nicht darum welche Tiere man zuerst retten sollte - es geht einfach darum sie zu retten. Und so unverständlich das manchen Menschen auch bleibt. Ein Tierschützer wird sich niemals hinstellen und sagen: "Was gehen uns die Hunde im Ausland an?" Oder "Damit schleppt man nur Krankheiten ein". Die erste Aussage widerspricht dem Sinn des Tierschutzes, die zweite ist einfach nur Blödsinn (dann müsste man den Leuten auch verbieten in Urlaub zu gehen, weil sie sonst ihre Tiere anstecken könnten. Man müsste ihnen verbieten ihre Hunde mitzunehmen oder Produkte zu importieren).

Die Wahrscheinlichkeit, dass du einen Auslandshund oder einen ausgedienten Vermehrerhund in einem deutschen Tierheim findest ist gar nicht so gering - so bin ich zu meiner Hündin gekommen.

Bei der Anschaffung geht es in erster Linie darum, dass der Hund zu dir passt. Da würde ich persönlich sagen, dass man beim ersten Hund, den Hund zuerst kennen lernen sollte und sich Zeit lassen sollte. Es kommt nämlich auch darauf an, ob und welche Macken man an einem Hund akzeptieren kann. Die meißten Menschen wollen ja einen - am besten schon vollkommen erzogenen - einwandfrei, lieben, anhänglichen einfach zu erziehenden Hund. Wenn ich deine Frage so lese, gehörst du aber nicht zu diesen Menschen, sondern willst gerade einen Hund "mit Vorgeschichte".

Trotzdem solltest du am besten versuchen dir im Vorhinein darüber klar zu werden mit welchen Macken du umgehen kannst. Bist du aufmerksam und umsichtig genug um dich z.B. um einen eher ängstlichen, sensiblen Hund zu kümmern (und hast du die hierfür nötigen Vorraussetzungen, z.B. ruhige Lebenssituation)? Könntest du auch mit Aggressionen umgehen? Oder könntest du dir auch vorstellen aktiv am Jagdtrieb oder Wachtrieb eines Hundes zu arbeiten?

Sich daran heran zu arbeiten klappt eben besser, wenn man den Hund kennen lernen kann. Das klappt am einfachsten im örtlichen Tierheim. Wenn du einen Auslandshund möchtest, wäre es in so einem Fall besser, nach einem zu schauen der schon in Deutschland bei einer Pflegefamilie ist.

Aber - und jetzt halten sich mal all die "deutsche Hunde zuerst!"-Ideologen fest - Vereine wie Podencorosa, die sich eigentlich um Auslandstierschutz kümmern, nehmen auch deutsche Abgaben in die Vermittlung auf. Wenn du dich also auf solchen Seiten umschaust und einen Hund findest der in deiner Nähe in einer Pflegestelle ist - warum nicht? Vielleicht ist das dein Traumhund.

P.S. Ich hab noch nie jemanden getroffen, der der Meinung war, dass man deutsche Hunde zuerst aufnehmen sollte, der sich auch selbst in einem deutschen Tierheim engagiert hat. Vielleicht findet sich unter den hier Antwortenden ja so ein Exemplar? Bin gespannt...

1
@niska

Top Antwort, niska. Diese Leute sind meistens die, die selbst noch zum Züchter laufen.

0

Wooooow, eine super Antwort!!! :) Ich würde mir auf jedenfall gerne einen Hund mit Vorgeschichte nehmen, gerne auch einen mit Handicap. Seit 20 Jahren.. Vielen Dank!!! :)

0
@qrinzessin8500

Freut mich immer zu hören, dass es noch Leute gibt, die sich auch auf einen Hund einlassen wollen und nicht nur Erwartungen an ihr Haustier stellen!

Natürlich kann es manchmal anstrengend sein - meine eigene Hündin ist auch gehandicapt und später haben wir dann festgestellt, dass sie eine Hormonstörung hat - aber es lohnt sich! Ich würde sie nie wieder hergeben.

0

DH !!!

Auch hierfür: "nationalempfindsame Hysterie mancher Leute"

  • besser kann man dieses nervige, unsinnige Genöle nicht auf den Punkt bringen, denn jedem der/die Hunde liebt, ist es egal woher der kommt, entscheidend ist vor allem, dass man situationsmäßig und charakterlich zusammen passt !
0
Tierheim (Deutschland)

Ich bin aus Ungarn und denke einfach, klar, man guckt sich erst im örtlichen Tierheim um, ob da einen passenden Hund gibt. Da wird der Platz frei und dann kann ein anderer Hund ins Tierheim einziehen, nicht selten aus dem Ausland übrigens.

Sollte sich im örtlichen Tierheim nichts Passendes finden lassen, dann würde ich mich nach einem SERIÖSEN TSV umschauen der aus dem Ausland Hunde mitbringt. Mit seriös meine ich, dass die keine Welpenhändler sein sollen die sich als TSV tarnen. Dass sie beim Gespräch auch die Nachteile einer Auslandsadoption erwähnen (z.B. auf die Mittelmeerkrankheiten eingehen). Dass sie einem erwähnen, dass schwarze Hunde, ältere Hunde und Rüden schwerer haben... irgendwann bekommt man ein Fingerspitzengefühl. Dramatische Geschichten auf Homepages, und herzzerreißende Schicksale auf Blogs und Facebookseiten sollten mit Vorsicht genossen werden. So was lässt die Kasse klingeln also wenn ein TSV viel zu sehr auf die Tränendrüse drückt, da würde ich super vorsichtig werden. Man sollte sachlich und kritisch bleiben, und die Tränen auf später verschieben. Im Internet wird viel gelogen. Also VORSICHT! Man sollte auch fragen, aus welchem ausländischen TH der Hund kommt, ob und wie dort vor Ort geholfen wird, ob man mit dem abgebenden ausländischen TH später Kontakt haben darf. Ja, die spanischen und ungarischen Tierschützer lassen den geretteten, aufgepäppelten und auf die Ausreise vorbereiteten Hund mit Freude (und oft mit Tränen) gehen aber sind superglücklich, wenn sie eine Mail mit Fotos aus Deutschland bekommen! Das kann ich aus Erfahrung sagen. Plus, wenn einem verheimlicht wird, wo das Tier herkommt, da würde ich extrem hellhörig werden. Es gibt Orgas, die von dem ausländischen Verein die Tiere übernehmen und dann für die Ausreisevorbereitung nichts oder kaum was erstatten. Ich würde gar fragen, was der Verein für den ausländischen Verein für die Hunde erstattet... ja ja. Nur mal um den Spreu vom Weizen zu trennen. Und ich neige in letzter Zeit dazu, alles per e-Mail zu fragen... nur mal für die Dokumentation......

Jedenfalls, wenn ein Hund aus dem Ausland, dann gibt es Hunde auf deutschen Pflegestellen und bei ihnen kann man recht gut wissen worauf man einlässt. Zumindest bei seriösen Vereinen. Guck dir mal die Hundebeschreibungen an, wenn da auch die negativen Seiten erwähnt werden also wenn du das Gefühl hast da wird nicht verschönert dann kannst du davon ausgehen dass du keine böse Überraschung erleben wirst.

Ich habe selber Galgos aus Spanien, ja, beide haben eine Vorgeschichte. Eine hatte Verlassensangst und die andere diverse Phobien. Na ja, nichts ist perfekt ha ha. Aber das ist schon o.k. wir lieben sie und die Verlassensangst wurde bereits auskuriert, auch die meisten Phobien. :-) Ich würde immer wieder Galgos adoptieren ich liebe sie über alles.

Wenn du aus Spanien adoptierst dann achte auf Leishmaniose. Hunde aus Ungarn haben keine Leishmaniose, auch Herzwurm ist EXTREM selten in Ungarn, im Gegensatz zu Spanien. Hautwurm ist schon häufiger aber jene Krankheit ist nicht lebensgefährlich. Bloß z.B. in der Münchner Parasitologie werden immer wieder Leute zu Tode erschreckt wo man sagt da sind Filarien im Blut des Hundes und die Leute denken (oder bekommen gar gesagt) ah der Hund hat HERZWURM (Dirofilaria immitis) oh la la... Aber bei ungarischen Hunden sind das immer wieder nur Hautwurmfilarien (Dirofilaria repens). In diesem Fall bei Laboklin nachtesten lassen!

Jedenfalls, wo auch immer dein nächster Hund herkommt, ich wünsche dir viel Glück. Tünde

Sehr gute Antwort !

1
Tierheim (Deutschland)

Unbedingt aus einem Tierheim hier vor Ort!

Das Problem in Ländern wie Spanien ist, daß damit niemandem geholfen ist, wenn Du von dort einen Hund aufnimmst. Solange es dort "Strassentiere" gibt, die nciht kastriert/sterilisiert werden, werden immer wieder Hunde in Tötungsstationen kommen.

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß ein Hund aus einer solchen Station eine Macke hat... erst Leben auf der Strasse, dann Angst, dann der Flug nach Deutschland...

Hunde entwickeln höchst selten Macken - unter konsequenter Führung integriert sich auch ein Straßenhund vollkommen problemlos in ein Familienleben.

Es wird dem Hund damit geholfen und genau das ist der Sinn der Sache. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man aus dem Ausland bei einer Organisation adoptieren sollte, die auch Kastrationsaktionen betreibt.

1
@Veichan

Mein Streuner hatte überhaupt keine Macke sondern war der umgänglichste, pflegeleichteste Hund den ich jemals hatte - er reagierte z.B. vom ersten Tag an auf Handzeichen und Augenkontakt, brauchte nie eine Leine, konnte sich in Restaurants "unsichtbar" machen und exakt dort wo wir uns zuletzt angesehen hatten (auch im größten Gedrängel wie z.B. Flohmärkten) konnte ich ihn zuverlässig wiederfinden wenn wir uns aus den Augen verloren hatten. Katzen ignorierte er völlig und Kinder liebte er sobald sie nett zu ihm waren. Nebenbei war er nicht nur stubenrein sondern hätte auch niemals auf einen Gehweg gemacht - stattdessen hat er sich immer ins Gebüsch verzogen, so dass ich nie mit einem Tütchen hinter ihm herrennen musste ;).

Seine einzige "Macke" war, dass er vor allem zu Beginn unserer Freundschaft nur Gewürztes fressen wollte weil er nichts anderes kannte als Abfälle. Deshalb und wohl auch weil er als Welpe sicher oft auf kaltem Beton gelegen hatte, litt er an einem Nierenschaden und hatte außerdem Borreliose die in Schüben zu anfangs unerklärlichen Lähmungen führte. Wegen dieser Vorschäden wurde mein Chato leider nur sieben Jahre alt nachdem wir eine Menge Geld bei diversen Tierärzten gelassen hatten - trotzdem habe ich nicht eine Sekunde bereut, mich auf meinen Streuner eingelassen zu haben und mag mir gar nicht vorstellen wie es ihm mit seinen Krankheiten auf der Straße ergangen wäre.

0

Ein Hund von der Straße kann auch weniger Macken haben als einer, der vorher bei Menschen mit Macken gelebt hat....

0

In deutschen Tierheimen werden Tiere nur eingeschläfert, wenn sie zu krank oder schwer verletzt sind oder vor Altersschwäche schon bald von selber umfallen. Bei den Tieren aus dem Ausland hast Du allerdings das ganze Theater mit Gesundheitsbescheinigungen, Impfungen und so weiter, damit Du sie überhaupt nach Deutschland bringen darfst, und Du mußt Dich auf einige Schwierigkeiten gefaßt machen. Soviel ich weiß, gibt es aber Privatpersonen, die Fund-Hunde aus dem Ausland (z. B. Galgos, diese hübschen und anhänglichen, leider oft schwerst mißhandelten und traumatisierten Windhunde aus Spanien) vermitteln und mit dortigen Tierheimen zusammenarbeiten. Am besten mal ´rumhören und sich informieren!

Also ich würde dir zuerst gerne sagen wie schön ich deine einstellung finde. Danach würde ich dir gerne erzehlen das ich selber drei Hunde aus dem Ausland (Tötungsstation) habe und einen aus Deutschland. Ich kann dir garnicht erzehlen wie aufgeschlossen diese Hunde nach einer weile werden. Sie würden mich nie im stich lassen allerdings haben alle einige komische eigenschaften. Die Hündin die aus Spanien kommt springt auf dem dach des nebengebeudes und so auf dem dach des Hauses. Der Rüde aus Ungarn rent immer voll gegen die wand. Die Hündin aus Croatien spring über eineinhalb meter hohe zeune manchmal auch über größere. Die Hündin aus Deutschland ist eine reinrassige Weißer Schweizer Schaeferhund das aus einer massenzucht befreit wurde. Momentan denke ich gerade nach das ich einen Hund aus einer versuchsklinik entsorgung gemeinschaft aufnehme. Das ist eigentlich alles was ich dir sagen wollte. Ich hoffe du trifst die entscheidung die für euch am besten ist. Viel erfolk mit dem neuen Hund.

Was möchtest Du wissen?