Wie habe ich eine Chance einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren?

11 Antworten

Hallo,

es ist wunderbar, dass im Tierheim darauf geachtet wird, wer einen Hund bekommt. Die Tiere haben oft schon so viel Schlimmes erlebt, dass sie für die Zukunft ein sicheres, liebevolles und dauerhaftes Zuhause brauchen.

ABER Tierheime sind keine Sammler - sondern sie sie müssen - auch aus Platz- und Finanzgründen - Tiere vermitteln.

Und nur, weil du keinerlei Hundeerfahrung hast, wirst du nicht grundsätzlich abgelehnt. Denn immer gibt es auch Hunde, die man einem Beginner anvertrauen kann.

Da muss es weitere, gravierende Gründe geben, wenn man dir keinen Hund vermitteln will! Lebst du alleine? Musst du nicht arbeiten? Vielleicht hast du gar keine ausreichende Zeit? Oder oder oder ....

Viele alleinstehende berufstätige Menschen möchten ihr Leben gerne mit einem Hund bereichern - denken dabei aber eher an sich selbst und ihren Hundewunsch, statt an das Wohl des Hundes. Denn dieser mag nicht stundenlang alleine daheim bleiben ... oder du hast zu wenig Zeit, um einen Hund wochen- oder gar monatelang an dich und das neue Zuhause zu gewöhnen und ihm dann langsam das Alleinesein beizubringen. Alles Dinge, die sich sich ein Beginner fast immer zu einfach vorstellt, die den Tierheimmitarbeitern dann aber negativ "aufstoßen".

Ansonsten bewirb dich als Gassigänger im Tierheim - dann lernen die Mitarbeiter dich kennen, sehen wir verlässlich und verantwortungsvoll du bist, wie du mit Hunden umgehst, du lernst eine Menge dabei - und wenn dann die zeitlichen Voraussetzungen passen, dann wird man dir auch einen Hund anvertrauen.

Tierheime haben sehr unterschiedliche Anforderungen. Von quasi gar keine bis geben fast überhaupt kein Tier ab. Das ist mal die eine Seite.

Die andere Seite ist nunmal die, dass auch wenn die Tierschutzanhänger immer betonen, dass es auch ganz viele tolle Hunde dort gibt, die meisten nunmal eine mehr oder weniger große Baustelle sind. Die die wirklich einfach und problemlos sind können meist schon an der Türschwelle wieder umdrehen bzw kommen nie ins Tierheim, sondern im Bekanntenkreis unter, wenn echte Notsituationen eine Abgabe erfordern (niemand gibt freiwillig seinen hervorragend erzogenen, gut geführten und sozialisierten, sprich absolut problemlosen Hund, in dem viel Arbeit steckt, ab). Im Endeffekt gibt es hauptsächlich zwei Lebensgeschichten die im Tierheim vorkommen. Die eine ist Auslandshund wurde hirnlos von Leuten ohne Ahnung hergekarrt und war komplett unerwarteterweise nicht problemlos und sooooo dankbar. Die andere verläuft grob so: Vermehrerwelpe, oft noch voll geil krasse Hund (falsche anspruchsvolle "Rasse"), wird falsch oder nicht erzogen, wird nicht beschäftigt und wenn der Hund vollkommen ruiniert ist und entweder lästig ist oder den Leuten wirklich die Hölle heiß macht, hat man natürlich keinen Bock mehr. Beide Hundetypen würde ich auch nur an Leute mit Erfahrung geben, einfach weil die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anfänger das schafft sehr gering sind. Höchstens mit einem guten Hundetrainer an ihrer Seite... und gute Trainer, gerade für problematische Hunde, sind die Nadel im Heuhaufen.

Das nächste Problem ist oft, dass die Leute nicht die Eier in der Hose haben den Hund richtig abzugeben. Im Tierheim sitzen viele Hunde mit dem Stempel "gebissen", bei dem sich die Tierheimmitarbeiter fragen wie das sein kann, weil der Hund sich problemlos zeigt. Nur sowas kann man natürlich trotzdem nicht guten Gewissens an Anfänger geben.

Es gibt vier Möglichkeiten. 1. Du fängst mit einem Rassewelpen an. 2. Du fängst als Gnadenbrotstelle mit einem sehr alten Tierheimhund an 3. Du weitest deine Suche aus bis du fündig wirst. Es gibt noch mehr Tierheime, es gibt die Rasse in Not Seiten, es gibt andere seriöse In- und Auslandstierschutzorganisationen mit Pflegestellen. 4. Kleinanzeigen. Wobei du da sehr, sehr vorsichtig sein solltest um nicht über den Tisch gezogen zu werden (es ist lächerlich was da für Hunde verlangt wird für die sie eigentlich noch ordentlich was drauf legen müssten damit die jemand nimmt) und eben nicht an einen der Typ Hunde zu geraten die nicht in unerfahrene Hände gehören. Und das als Anfänger raus zu filtern ist sehr, sehr schwer bis unmöglich.

Ich kann verstehen, dass mangelnde Erfahrung ein sehr frustrierender Grund ist, aber er ist ein wirklich guter Grund. Erinnerst du dich noch an deine ersten Stunden in der Fahrschule...?

Das natürlich vorausgesetzt die mangelnde Erfaung ist der echte und einzige Grund.

Ich weiß nicht, wie es bei Dir in der Gegend aussieht, aber in unseren Tierheimen sitzen zu 90% Listenhunde oder schwer verhaltensgestörte Tiere, die ich nicht mal einem Hundeerfahrenen Menschen aufs Auge drücken würde. Und Listenhunde sind hier (NRW) ziemlich kostenintensiv wenn es um Steuern und Versicherung geht.

Es gibt viele Tierschutzorgas, die mit Pflegestellen arbeiten. Es muss ja nicht gleich ein Auslandshund sein, aber schau mal bei "Rasse"-in-not. Es gibt für fast alle eine Internetseite. Erfahrungsgemäß kennen diese Leute ihre Tiere weitaus besser, als es im Tierheim je möglich wäre.
Hast Du schon einen Sachkundenachweis? Viele Hundeschulen bieten komplette Kurse dazu an. Mit und ohne Hund, dazu Erst-/Beratungsgespräche bevor ein Tier ins Haus kommt. Evtl. kannst Du so "beweisen" dass Du bereit bist, Dir nicht vorhandenes Wissen anzueignen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit 20 Jahren im Bereich Rettungshunde tätig und Tierhalter

Hi ..das kenne ich nur allzu gut ..wir wollten damals zwei zwergkaninchen aus dem Tierheim holen ..sie sollten in einem 2 mal 3 Meter Gehege leben mit Buchte und freien Zugang..Boden abgesichert wie auch der Zugang von oben ..wir wurden abgewiesen weil die vom Tierheim es lieber wollten das wir das Gehege auf 10 mal 5 Meter erweitern ..haben uns dann zwei Kaninchen aus der zoohandlung geholt ..diese leben nun seit 5 Jahren bei uns ..klar handelte sich nicht um Hunde aber ich fand die Anforderungen schon krass ..für einen Hund braucht man aber definitiv viel Zeit und für den richtigen, viel Geduld bei der Suche ..

Vllt wäre es ratsam erstmal mit den Hunden spazieren zu gehen und dann zu schauen welcher am besten passt

Außer du bist arbeitsbedingt sehr eingespannt..denn ein Hund wird auch irgendwann mal alt und benötigt dann noch mehr Zeit

Nun du könnest zb vorschlagen, dass du einen Trainingskurs mit dem Hund belegen willst. Oft bieten dies Tierheime sogar selbst an, oder in Zusammenarbeit mit Hundetrainern.

Ziel ist es vor allem, dass du das Interesse am Hund zeigst und nicht dein eigenes , indem du das Tier wenigstens auf dieselbe Bedarfsstufe stellst, wie dich selbst.

Du könntest aber auch zb vorba mal freiwillig und unterstützend Hunde Gassi ausführen. So werden sowohl die jeweilgen Mitarbeitet mer über dich herausfinden und du obendreinerste Erfahrungen sammeln können.

Das sind ein paar gute Ideen, Dankeschön 👍

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@Natalie12067

Sehr gerne. :) Tiere sind einfach wunderbare Begleiter im Leben- wen das die Mitarbeiter auch bei dir erkennen, werden sie sicher bald offener sein.

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