Die Tierheime sind so überfüllt aber einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren ist fast unmöglich! Warum?

16 Antworten

Ja - das kenn ich auch. Mir war das irgendwann zu blöd. Die Ansprüche die Tierheime haben sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

Ich kann zwar verstehen, daß die sicherstellen wollen, daß der Hund nicht mehr zurückkommt und daß es ihm gutgeht. Aber die Ansprüche sind teilweise total überzogen. Lieber sitzt der Hund 24 Stunden am Tag im Zwinger - wenn er Glück hat mit einer Stunde Gassi am Tag - als daß er ein Zuhause bekommt, wo er halt auch mal ein paar Stunden alleine bleiben muß - auf dem Sofa - in gemütlicher Umgebung mit Hundekumpels. Ich kann das nicht nachvollziehen.

Außerdem nervt mich daß die meisten Tierheimmitarbeiter denken, sie wären die einzigen die mit Hunden umgehen können.

Ich habe seit 40 Jahren Hunde. In den letzten 15 Jahren immer 2 und noch manchmal Pflegehunde. Aber aus dem Tierheim bekomme ich keinen. Weil ich erstens berufstätig bin und zweitens in einer Mietwohnung lebe. Daß meine Hunde mit ins Büro dürfen und 24 Stunden am Tag mit mir zusammen sind, interessiert das Tierheim nicht. Da werden lieber alle Eventualitäten die passieren könnten (was ist wenn ich mal krank bin oder umziehen muß usw usw) als Begründung gebracht). Daß ich nur für meine Hunde da bin, auf vieles verzichte, viel mit meinen Tieren unternehme, niemals ohne sie in Urlaub fahren würde usw. usw. - egal.

Lieber gibt man jemanden einen Hund, der Eigentum hat, einen großen Garten und viel Geld. Ob dieser Mensch dann Hundeerfahrung hat, bereit ist, mit dem Hund etwas zu unternehmen etc. - völlig egal. Hauptsache Haus und Geld. Als ob das einen Hund glücklich machen würde. Mein Exfreund hätte z.B. aus jedem Tierheim einen Hund bekommen. Riesenhaus, Riesengrundstück, jede Menge Geld, arbeitet von zuhause. Daß der Hund aus diesem Garten niemals rausgekommen wäre, weil der Mann zu faul war um irgendwas mit dem Hund zu unternehmen - völlig egal.

Deshalb boykottiere ich das. Meine Hunde habe ich beide aus dem Internet. Aus zweiter, bzw. dritter Hand. Man muß halt ein bisschen Ahnung haben und sich die Anzeigen raussuchen, die wirklich "Notvermittlungen" sind. Wenn z.B. verschiedene Hunde angeboten werden - aber immer am selben Ort oder mit der gleichen Telefonnummer - Finger weg. Von Welpen sowieso. Aber es gibt sie - die Anzeigen wo jemand sich von dem Hund trennen muß - aus welchen Gründen auch immer.

Einen meiner Chi's war Zuchtrüde und wurde mit 6 Jahren "ausgemustert", d.h. als Liebhabertier verkauft. Die Käuferin stellte nach 14 Tagen fest, daß sie allergisch ist und mußte den Hund wieder abgeben. Dann hab ich ihn übernommen. Ist ein super Hund - gesund - prima erzogen - gibts nix zu bemängeln. Der zweite wurde von einem Hobbyzüchter als Welpe gekauft und sollte Zuchtrüde werden - aber er wurde zu groß für die Zucht. Mit 2 Jahren wurde er dann verkauft. Gut - ich habe noch etwas dafür bezahlt. Aber in Tierheimen sind die Hunde auch nicht umsonst. Und lieber leg ich nochwas drauf und biete so einem Hund dann noch eine schöne Zukunft. Dann hab ich ihn gekauft und es ist meiner. Ich muß mir dann keine dämlichen "Kontrollbesuche" gefallen lassen und mich behandeln lassen als wäre ich ein Anfänger und Volltrottel.

"Lieber sitzt der Hund 24 Stunden am Tag im Zwinger - wenn er Glück hat mit einer Stunde Gassi am Tag - als daß er ein Zuhause bekommt, wo er halt auch mal ein paar Stunden alleine bleiben muß "

DH DH DH

mehr muss man dazu nicht sagen.

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ja, es stimmt Manche TH Mitarbeiter haben Ansprüche, die kaum zu erfüllen sind.

Ich werde nie vergessen, wie ich mich bei einem TH um einen Hund beworben habe. (Den habe ich allerdings auch bekommen.) Ich war so schlau, mir von meiner Chefin schriftlich die Erlaubnis geben zu lassen, ihn mit zur Arbeit zu nehmen. Soweit war alles gut. Mein Einkommen - Besserverdienerin - auch.

Aber dann kam die Frage der TH Mitarbeiterin nach dem unumgänglichen Garten. (wenn ich das schon höre...).

"haben Sie auch einen Garten für den Hund?"

"Nein."

Die Luft wurde spürbar kühler. Und ich fuhr fort: "Direkt am Haus nicht. Aber in 5 Minuten Entfernung."

Und dann kam die sehr spitze Entgegnung: "Ach, und wie groß ist der Garten?" Ich merkte, sie glaubte mir kein Wort.

Ich grinste am Telefon und meinte gemütlich: "Tja, keine Ahnung. Aber so 40.000 qm dürften es wohl sein. Vielleicht auch mehr."

Schweigen am anderen Ende der Leitung. Da ich nicht als Angeberin dastehen wollte, fügte ich hinzu: "Es sind die Pferdeweiden, auf denen der Hund frei herumlaufen darf."

An die Fragestellerin; Lass dich nicht entmutigen. Im Internet gibt es viele Angebote von Tierheimen und Pflegestellen. Die sind oft nicht so eng wie manche örtlichen Tierheime.

Vielen Dank. Ich gebe nicht auf :)

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Weil weder Tierheime noch seriöse Tierschutzvereine Hunde an Halter abgeben, bei denen der Hund täglich sechseinhalb Stunden alleine bleiben muss.

Zu der arbeitsbedingten Abwesenheit kommt ja noch die Zeit für Einkaufen, Arztbesuche, Friseur etc., da kommen an dem ein oder anderen Tag schnell mal acht Stunden Alleinesein raus.

Heißt das jetzt jeder der einen Hund aus dem Tierheim adoptieren möchte darf nicht berufstätig sein? Was ist denn an morgens eine Stunde gassi gehen Zugang zum Garten und Haus in den 6:30 Stunden auszusetzen? Ich verstehe das Problem nicht. Das ist immer noch tausend mal besser als der trostlose Zwinger im Tierheim und das 1-2 mal am Tag gassi gehen...

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@Azur16

Nein, das heißt es nicht.

Wir haben vor Jahren auch als Vollzeitberufstätige einen Hund bekommen (allerdings hat die Suche nach einem Hund, für den es okay ist, nach wenigen Wochen Eingewöhnungszeit tagsüber woanders gesittet zu werden (im Prinzip eine Art Hundetagesstätte), etwa ein Jahr gedauert)-

Seitdem haben wir problemlos noch vier weitere Hunde bekommen.

Ich arbeite inzwischen nur noch halbtags und wir haben zusätzlich eine Haushaltshilfe (offiziell über die Minijobzentrale angemeldet), die für ein knappe Stunde zwischendurch vorbei kommt, die Hunde zum Lösen in den Garten lässt und ein paar Kleinigkeiten im Haushalt erledigt sodass die Hunde wenigstens etwas Gesellschaft haben.

Andere Leute können den Hund mit zur Arbeit nehmen oder arbeiten von zuhause aus.

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@Azur16

Die Zeit ist für jeden Tag schon etwas lang, aber Idealfälle gibt's wohl kaum. Bei uns gibt es zusätzlich in der Mittagspause noch einen Spaziergang und habe manchmal das Gefühl, dass er trotzdem zu lange alleine ist. Früher bei meinen Eltern sind die Kinder spätestens um 1 von der Schule gekommen. Da war das einfacher. Schätze heutzutage verbringen die Schüler mehr Zeit in der Schule. Vorteil bei euch ist natürlich, dass es mehrere Hunde gibt.

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Sechseinhalb Stunden mit freiem Zugang zum Garten plus 2 anderen Hunden?

Das ist ja schon traumhaft und definitiv nicht zu viel - hier muß ich dir mal wiedersprechen.

Da vermutlich nicht immer beide Eheleute zur gleichen Zeit Einkaufen, Arztbesuche und Friseurbesuche haben kommt da eigendlich nicht mehr all zu viel dazu.

Sollte dem allen so sein, dann hätte ich in meinem ganzen Leben niemals einen Hund halten dürfen, weil 6 Stunden kommen bei uns immer wieder vor - gar nicht anders machbar. Erst in letzter Zeit ist es bisschen weniger.

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@friesennarr

Bei der FS sind es schon offiziell sechseinhalb Stunden, und zwar täglich, nicht "immer wieder".

Wer behauptet, dass es bei dieser Zeit bleibt, lügt sich selbst in die Tasche.

Hunde sind sich oft gegenseitig meiste weniger Gesellschaft, als i. a. angenommen wird. Anstatt einen einsamen Hund hat man leicht zwei (oder mehr) einsame Hunde.

"Freier Zugang zum Garten" ist auch so ein Ding: bei kleinen Hunden, die eine Katzenklappe nutzen, ist das vielleicht tatsächlich der Fall.

Größere Hunde müssen die Zeit dann nicht selten in irgendwelchen Nebenräumen, unbeheizten Anbauten etc. verbringen da Haus oder Wohnung im Winter bei Lösungen, die jederzeit einen freien Gartenzugang gewähren, zu stark auskühlen.

Oder der "freie Zugang" wird auch schönfrisiert und findet nur dann statt, wenn jemand zu Hause ist.

In der Frage war auch übrigens von freiem Zugang nicht die Rede, dort stand lediglich "Wir haben ein Haus und ein Garten".

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@Margotier

Aber genau so wie du hier schreibst denken viele Tierheime. Das ist viel zu viel "wenn dann´s" - ist die Haltung dieser Hunde dann nicht besser?

Wenn ich hören würde das die Hunde zu dritt sind, der Besitzer zwar bis zu 8 Stunden außer Haus ist aber die Hunde freien Zugang zum Garten haben, dann muß ich erst mal das annehmen was er aussagt. Ich kann dann nicht hineininterpretieren, was mir so als Gedankengang da alles kommt. Noch dazu kommen bei 6 bis 7 Stunden pro Tag noch 2 Wochenendtage dazu wo vermutlich den ganzen Tag jemand da ist.

Auch könnte ich dir sagen, das es für größere Hunde die durchaus Fell haben vermutlich seltener schlecht ist den Tag draußen zu verbringen - Wohnungen sind sogar denen oftmals zu warm. (Mein Collie ist gerade viel draußen, obwohl ich da bin, der ist in der Wohnung mit dem Winterpelz fast zu warm).

In einem Kommentar schreibt sie das freier Zugang zum Garten existieren würde.

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da die Fragestellerin aber bereits zwei Hunde hat, wären die Hunde nicht alleine!

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@Dahika

Wie ich bereits, anders formuliert, schrieb: zwei Hunde sind nicht selten gemeinsam einsam anstatt echte Gesellschaft füreinander, das "schützende Element" in einem Sozialverband aus Mensch und Hunden ist der Mensch, nicht der Artgenosse!


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@Margotier

Bei mir hat aber auch der Kater als Kumpel total gut funktioniert. Ich weiss das Hunde sich oftmals nicht genug sind - trotz dem sind sie nicht alleine im Sinne von alleine sein.

Auch wenn ich mich nicht mit dem Hund beschäftige bin ich ja nur anwesend, das reicht dem Hund ja auch.

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Tierheime in den USA / Amerika die Hunde bei Interesse auch nach Deutschland vermitteln und hier her bringen?

Gibt es dort so etwas? Ich kenne das halt bisher aus Spanien und anderen Ländern die von der Straße gesammelt werden.

Mir geht es aber explizit um abgegebene Hunde.

Ich interessiere mich nun schon länger für den Corgi und dass wird mein Hund! Da führt nichts da dran vorbei :-)

Nun habe ich vorhin auf der Seite einer Züchterin, die wieder den recht speziellen Charakter erwähnte, gelesen das grade in Amerika diese Hunde oft im Tierheim landen, entweder abgegeben oder ausgesetzt, da sie dort nun mal leider in Mode sind, viele dann aber nicht mit ihnen klar kommen.

Und so bin ich nun auf die Idee gekommen, wenn sich die Möglichkeit ergibt auch gerne einen Corgi aus dem Tierheim zu übernehmen, da es für den Anfang nicht zwingend ein Welpe sein muss.

Gerne können auch Tierheime / Auffangstationen usw. aus anderen Ländern genannt werden Falls es dort diese Hunde auch häufiger im Tierheim gibt.

Vorraussetzungen ist halt nur das die Möglichkeit besteht den Hund hier her zu bringen.

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