Heißt es außer mir oder außer ich?

8 Antworten

Die Frage wird hier gefühlt alle 2 Tage gestellt.

Es gibt die Präposition "außer", die in der Regel mit dem Dativ steht.

Keiner mag mich außer dir.
Keiner außer dir mag mich.
Außer dir mag mich keiner.

Es gibt die Konjunktion "außer", die verändert den Kasus nicht.

Keiner mag mich, außer du.

Auf der Duden-Seite wird in dem entsprechenden Beispiel da kein Komma gesetzt. Andere Quellen behaupten allerdings, dass vor Konjunktionen immer ein Komma steht, es sei denn sie trennen gleichrangige Wörter oder Wortgruppen (keine vollständigen Sätze) innerhalb einer Aufzählung.

Außer kann grundsätzlich immer mit dem Dativ stehen. 

Außer mir ist deshalb im Zweifelsfall richtig.

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Ich liebe niemanden und ihn.

Ich liebe niemanden oder ihn.

Ich liebe niemanden wie ihn

Ich liebe niemanden, außer ihn.

An diesen Beispiel sehen wir, wie auch außer noch funktionieren kann. Die beiden kursivgesetzen Wörter stehen im selben Fall, verbunden durch eine Art verknüpfendes Element.

Wie ich macht das keiner !

Außer ich macht das keiner !

Aber auch: Außer mir macht das keiner.

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Hier wurde das schon eifrig diskutiert:

https://www.gutefrage.net/frage/ausser-ihn-oder-ausser-ihm--was-ist-grammatikalisch-richtig?foundIn=user-profile-question-listing

Kannst du nochmal das "Außer ich" Beispiel erklären, den Satz verstehe ich so inhaltlich nicht ganz ^^?

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@fomps

Außer ich macht das keiner!

       --> Es macht keiner diese eine Sache, außer mir. 

       --> Es macht keiner, außer ich.

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@Deponentiavogel

"Es macht keiner, außer ich."

Bei dieser Formulierung dreht es mir immer noch den Magen um.

Ich würde dann sagen:

Es macht keiner, nur ich.

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@HansH41

Ja, in der Schriftsprache würde ich das auch nicht verwenden.

In der gesprochenen Sprache ist das bei uns allerdings gang und gäbe.

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@Deponentiavogel

Sicher, dass du die Konjunktion an den Satzanfang stellen kannst, wenn sie sich nicht auf einen vorhergehenden Satz bezieht?

"Außer ich macht das keiner." klingt unglaublich falsch in meinen Ohren.

Eine Konjunktion heißt ja so, weil sie zwei Satzteile oder Sätze miteinander verbindet. D.h. eine Konjunktion steht immer zwischen den Dingen, die sie verbindet. Du hast es ja selber als "verknüpfendes Element" bezeichnet.

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@knallpilz

Deswegen hab ich das Beispiel mit wie dazugestellt. Da ist auch nicht anders.

Wenn man beim Sprechen die normale Satzstellung Subj.–Verb–Obj. verändert, bezieht man sich meistens auf einen vorhergehenden Satz.

Aber ich weiß es auch nicht sicher. Beim Schreiben rate ich natürlich davon ab, es zu verwenden.

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@Deponentiavogel

Aber (wir hatten dasselbe Thema vor einigen Tagen hier !) die Kommata sind falsch - das umso mehr, als sie keinen Sinn ergäben !

pk

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Die Diskussion kommt immer wieder. "außer" steht gewöhnlich vor dem Dativ wie "mit" oder "seit". Sofern es als Konjunktion genutzt wird, sind einige Dinge zu beachten, die im Link gut zusammengestellt sind. Es ist also nicht nötig, sie alle zum x-ten Mal hier aufzuführen:

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Unterricht - ohne Schulbetrieb

Streng genommen weder-noch.

("außer" regiert den Genitiv, also "außer meiner").

Umgangssprachlich "außer mir". (Oder wurde das in einer der letzten 20 Sprachreformreformreformen für zulässig erklärt, ohne in einer der folgenden Sprachreformreformreformreformen wieder für unzulässig erklärt worden zu sein? Habbich schon längkst dem über Blick ferlohren.

In bestimmten Soziolekten "außer ich" - wenn das häufig genug vorkommt, wird das irgenswann innen Duden auf genehmt.

Zum Trost:
außerhalb steht noch immer vor dem Genitiv.

diesseits, jenseits, oberhalb, unterhalb, innerhalb
und weitere vergleichbare Präpositionen auch

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Präpositionen können die den Genitiv regieren. Weil außer eine ist, steht sie mit dem Dativ.

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@Deponentiavogel

nicht jede Präposition jedem Fall.

Und manchem Präpositions oft auch mehrerem Fällem.

Hab mal nachgesehen - inzwischen scheint es Konsens zu sein, dass "außer" tatsächlich mit Dativ steht.

(wegen "außerdem" war vermutlich sogar der Genitiv ein Zwischenspiel.)

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