Wenn du kein Problem mit Englisch aus den 50ern hast, wird dir Brandon Sanderson sicher keine Schwierigkeiten bereiten. Das weiß ich, obwohl ich das Stormlight Archive nicht gelesen habe.

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Wäre er ein echter Nazi und deine Geschichte nicht erfunden, dann würde er nicht wollen, dass Österreich Österreich bleibt, sondern dass es wieder ein Teil Deutschlands wird.

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Das weiß eigentlich keiner so genau. Die linke Reichshälfte pickt sich dann immer gerne Details wie einen höheren Bildungsetat und die Einheitsschule heraus, die jedoch – wie der internationale Vergleich zeigt – in keinem relevanten kausalen Zusammenhang mit dem Leistungsniveau etwa bei PISA stehen.

Es wäre auch naiv anzunehmen, dass Probleme dadurch gelöst werden, Problemfelder mit mehr Geld zu übergießen und wieder einmal alles einzuebnen.

Ich kann nur mutmaßen, denke aber, dass es damit zu tun hat, wie die Selbständigkeit der Schulen und Lehrer und deren Ausbildung und Methodik beschaffen ist.

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Legalisierung: Ja bitte!

Das Thema Drogenlegalisierung ist ein Paradebeispiel liberaler Argumentation. Demzufolge ist sie

  1. ethisch nicht vertretbar;
  2. ineffektiv als politische Maßnahme und
  3. unmoralisch.

(1)

Die Kriminalisierung des Drogenkonsums bzw. -vertriebs berührt eine Sphäre, in der staatliches Handeln im Sinne des liberalen Rechtsstaates illegitim ist, nämlich die Sphäre der freiwilligen Interaktion zweier Vertragsparteien (*) oder grob gesagt, der sozialen Interaktion, deren Folgen sich allein auf die Verantwortungsträger auswirken, also nicht die Rechte Dritter berühren. Es handelt sich also einen Eingriff in die individuelle Freiheit um der Umerziehung willen, nicht um des Schutzes von Unbeteiligten. Der liberale Staat fungiert aber nicht als Erzieher, er gibt auch keine Werte vor. Er gesteht dem Individuum einen schützenden Ordnungsrahmen zu.

(2)

Hierfür zitiere ich mich selbst:

» Jeder, der die Alkoholprohibition mitgekriegt hat, sollte jedenfalls die Lehre daraus gezogen haben, dass es keine Probleme löst, wenn ein paar Hundert Besserwisser im Parlament Alkohol aus der Welt schaffen wollen, in dem sie auf einen Fetzen Papier schreiben: Alkohol gehört weg!

Das, was in der Alkoholprohibition tagtäglich stattgefunden hat: also der fast schon unheimliche Anstieg organisierter und Bandenkriminalität (und damit Raub, Mord und Totschlag als legitime Mittel des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs um den Vertrieb eines höchst nachgefragten Produktes), geschieht heute immer noch, nur in einer kleineren Dimension. 

Da die meisten übrigen Drogen nur Randerscheinungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen sind (z.B. bei Armen, Schwarzen, Obdachlosen etc.) und nicht von der breiten Masse der Bevölkerung goutiert werden, spürt die breite Bevölkerung auch wenig von dem Schaden, den es anrichtet. Zudem findet die Produktion nur in wenigen Ländern statt, von denen man manchmal bedrückt in den Nachrichten hört, sich aber sonst nichts weiter darüber denkt. «

(3)

Was die Sache unmoralisch macht, kann man nur aus verantwortungsethischer Warte, die man als Politiker immer einnehmen sollte, erklären. Es liegt nämlich letztlich in deren Verantwortung (und auch der der Wähler), dass durch die Drogenprohibition unnötig viel Kriminalität und Gewalt produziert wird. Die kriegsartigen Zustände in Mexiko sind etwa kein mexikanisches Problem. Sie sind die Folge der amerikanischen Drogennachfrage und der gleichzeitigen Drogenprohibition.

________________

(*) Hiervon zu unterscheiden ist etwa der Eingriff in die freiwillige ökonomische Interaktion zwischen unselbständig Erwerbstätigen und Unternehmer. Weil der Preis von Arbeit durch die Marktmechanismen großen Verwerfungen ausgesetzt sein kann und komplett freie Lohnverhandlungen unter mehreren Umständen zu unerträglich niedrigen Löhnen führen können, ist es legitim, eine allgemeine Mindestgrenze dafür anzusetzen (die im Interesse aller Beschäftigten liegt), und den dadurch schwieriger zu verlassenden Stand der Unbeschäftigten durch Sozialhilfe auszugleichen. Hier ist eindeutig das Schutzinteresse, nämlich das der gesamten unselbständig Erwerbstätigen, ausschlaggebend, da die in Richtung niedrigerer Löhne gerichteten Verhandlungen einzelner Marktteilnehmer den allgemeinen Lohnverfall bewirken können. Die Mindestgrenze ist daher nur ein Ordnungsrahmen, der jemand höchstens in seiner Freiheit einschränkt, weniger zu verdienen. Hier wird es aber schon sehr abstrakt.

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Er müsste noch viel mehr sinken, wird aber durch die Agrarsubventionen der Politik davon abgehalten.

Die Ursache liegt in der industriellen Revolution. Durch technologische Fortschritte ist (viel, viel, viel) mehr landwirtschaftliche Erzeugnis möglich als zu vorindustriellen Zeiten.

Dadurch müssen die Bauern an der Zahl weniger werden, damit aufgrund des damit geringer werdenden Angebots deren Verdienst zumindest gleich bleibt.Das wird üblicherweise durch sinkende Einkommen angezeigt und sendet so ein Signal an alle Wirtschaftsteilnehmer, sich aus diesem Wirtschaftszweig fernzuhalten.

Es hätte auch – zwar schmerzhaft, aber immerhin endgültig – zu einer adäquaten Reduktion der Landwirtschaftsbetriebe kommen können, nur haben Politik und Bevölkerung das beinahe Verschwinden des bäuerlichen Standes nicht verwunden und daher beschlossen, den Großteil dessen künstlich durch Steuergelder am Leben zu erhalten.

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Die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ist, dass verbindliche Regeln das Verhalten von dessen Mitgliedern normieren und dass spezielle Einrichtungen des Gemeinwesens damit betraut sind, diese Regeln durchzusetzen und gemeinschaftliche Aufgaben mit dem Geld der Mitglieder zu tätigen.

Kurz:

Ich gebe etwas von meinem Geld und meiner Freiheit.

Dafür erhalte ich etwas für mein Geld und meine Sicherheit wird gewährleistet.

Die Eigentumsordnung ist ein gutes Beispiel. Man zahlt Mehrwertsteuer auf die Produkte, die man erwirbt, die im Gegenzug von schlichtem Besitz zu staatlich durchgesetztem Eigentum aufgewertet werden, d.h. der Staat garantiert mit seiner Rechtsordnung dafür, dass dir dein Besitz nicht willkürlich genommen werden kann.

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Planwirtschaft oder besser Zentralverwaltungswirtschaft ist eine Wirtschaftsordnung, in der die Produktionsmittel vergesellschaftet sind und in der die Produktion für eine gesamte Volkswirtschaft deshalb nach einem zentralen Plan ausgeführt wird.

In der Marktwirtschaft sind die Produktionsmittel in Privatbesitz und die Produktion wird zwar auch nach Plan, aber nach dem Plan jedes einzelnen privaten Akteurs ausgeführt. Nur in der Marktwirtschaft können die Mechanismen von Angebot und Nachfrage funktionieren und nur in der Marktwirtschaft können deshalb Preise entstehen (was das Kalkulationsproblem löst und deshalb die Misswirtschaft der planwirtschaftlichen Systeme überwindet).

Die freie Marktwirtschaft ist nun ein Gedankenkonstrukt, in dem überhaupt keine Regeln außer den Marktregeln gelten. So eine Wirtschaftsordnung existiert nicht und hat auch nie existiert. Ein Markt kann immer nur in dem staatlich abgesicherten Bereich funktionieren, der durch Vertrags- und allgemeine Rechtssicherheit sowie eine starke Eigentumsordnung entsteht (sowie viele weitere Ordnungsrahmen).

Die soziale Marktwirtschaft ist ein netter Propagandabegriff, der die Marktwirtschaftler mit den Sozialisten versöhnen sollte und aussagt: Wir belassen zwar das Privateigentum an den Produktionsmitteln, schröpfen die Reichen aber im nachhinein und verteilen das an die Ärmeren.

Erkenntnis und ernsthafte systematische Einordnung kann man sich von den Begriffen der freien und der sozialen Marktwirtschaft nicht erwarten.

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Weil sich die Bedeutung von ›links‹ und ›rechts‹ gewandelt hat.

Die Nazis haben sich selbst (vor allem in den Anfängen) als linke Arbeiterpartei wahrgenommen bzw. gerne so gesehen, eben als National-Sozialisten. Allerdings wurden sie nie von den Arbeitern, sondern eher vom Mittelstand gewählt. Daher kommt für Faschismus und Nationalsozialismus auch der Begriff ›Extremismus der Mitte‹.

In einer Weise waren die Nazis links, denn auch wenn sie die Vergangenheit des deutschen Volkes romantisiert haben und in ihrem Bestreben, diese Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, eine reaktionäre Bewegung zu sein vorgegeben haben, haben sich die Nazis doch für den Erhalt der alten Ordnung oder den Wiederaufbau des verstaubten, monarchistischen Obrigkeitsstaates und der deutschen Kultur nie interessiert, sondern haben ein eigenes perverses, von der Rasse geprägtes Nazi-Deutschtum entwickelt, worin durchaus ein progressives, also linkes Element liegt.

Was noch links an den Nazis war, ist die ideengeschichtliche Herkunft des Nationalsozialismus, der wie der Faschismus eine Weiterentwicklung des echten Sozialismus war. Da seit den späten 60ern (und auch dank der stalinistischen Propaganda) alles Faschistische und insbesondere der Nationalsozialismus als Gegenpol des Sozialismus/Kommunismus interpretiert wurde, avancierte der Nationalsozialismus zum Inbegriff von ›rechts‹, ein Neonazi war demnach ›rechtsextrem‹. Goebbels hätte das überhaupt nicht verstanden. Er hat sich in den 40ern noch darum gesorgt, dass die Nazis den Schlag gegen Rechts (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Kampf gegen Rechts) zu spät ausgeführt hätten.

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Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in dem die Staatsgewalt und die sie ausführenden Organe durch Gesetze gebunden sind.

Für den Bürger gilt: Alles, was nicht durch das Gesetz verboten ist, darf getan werden,

Für den Staat gilt: Nur, was vom Gesetz erlaubt ist, darf getan werden.

Allerdings ist die bloße Gesetzmäßigkeit, also das rechtskonforme Handeln der Verwaltungs- bzw. Vollzugsorgane eines Staates nicht ausreichend für einen funktionierenden Rechtsstaat. Wenn nur die Legalität gegeben ist, spricht auch abwertend von einem ›Gesetzesstaat‹.

Die Perversion des Rechtsstaates ist etwa der Zustand, in dem alles, was die Behörde XY macht, gesetzmäßig ist, weil das Parlament ein Gesetz erlassen hat, das die Behörde XY dazu ermächtigt, mit den Bürgern zu verfahren, wie es ihr beliebt. Im Rechtsstaat aber ist die Staatstätigkeit und das gesamte Leben der Bürger vom Gesetz zwar ständig umgrenzt; allerdings sind die Gesetze jedermann zuvor bekannt (sie sind also Teil seiner Lebensumstände und seiner Lebensplanung), sie sind für jedermann gleich und sie sind abstrakt/allgemein, man kann also nie wissen, wer von diesem Gesetz profitieren und wer unter diesem Gesetz leiden wird. So die Idealvorstellung.

Damit ein Rechtsstaat funktionieren kann, bedarf es unter anderem der Gewaltenteilung, also einer zumindest rudimentären organisatorischen Abgrenzung zwischen den Funktionsweisen von Parlament, Verwaltung und Gerichten. Vor allem die Unabhängigkeit der Gerichte in der Auslegung des Rechts ist essentiell. Außerdem sind Rechtsstaaten grundsätzlich Verfassungsstaaten, das heißt alle Behörden, aber insbesondere auch das Parlament in seiner Gesetzgebung, sind an übergeordnetes oberstes Recht gebunden.

Ein Rechtsstaat muss nicht zwangsweise eine Demokratie sein; historisch bedingt durch die gemeinsame Herausbildung der Rechtsstaatlichkeit und der demokratischen Regierung fallen diese beiden Merkmale aber meist zusammen.

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Die Linke ist ihrem Wesen nach progressiv, also einem bestimmten Fortschritt verpflichtet, während die Rechte konservativ bis hin zu reaktionär eingestellt ist, also grundsätzlich den Status quo aufrechterhalten oder vergangene Zustände wiederherstellen will.

Da sich irgendwann jene, die einen Fortschritt gefordert haben, auf die Vertreter des Sozialismus beschränkt haben, wurde die Linke stark mit sozialistischen Arbeiterparteien konnotiert. Als in den 1960ern die linke Studentenbewegung aufkam, definierten sie deren vermeintlichen Gegenpol (den Nationalsozialismus) als rechts.

Seitdem wird ›links‹ also grundsätzlich mit ›sozialistisch‹ bis ›sozialdemokratisch‹ übersetzt, ›rechts‹ wird wegen dem nationalsozialistischen Beigeschmack gemieden. Stattdessen wird der übrige Bereich des Spektrums als ›bürgerlich‹ bezeichnet, ›rechts‹ ist heutzutage eher eine Diffamierung, die eine Nähe zu völkischen Ideologien nahelegen soll.

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Der Unterschied zwischen den Herrschertiteln "Kaiser", bzw. "Zar" und "König"?

Hallo liebe Community,

ich stelle mir schon seit geraumer Zeit die Frage, was einen Kaiser oder Zar von einem König unterscheidet, wobei ich nicht vom Imperator des antiken Roms oder den Kaisern des Heiligen Römischen Reich spreche, welche vom Papst gesalbt wurden, bzw. nicht über ein ganzes Imperium herrschten.

Ich rede viel mehr vom Kaiserreich Abessinien oder vom zentralafrikanischen Kaiserreich. Ich verstehe nicht, warum in Brasilien zunächst zwei Amtszeiten von Königen, danach von Kaisern, bestritten wurden, welches danach erst zur Republik wurde. Auch in Mexiko gab es das erste und zweite Kaiserreich.

Wie kann es sein, dass 1934 Mandschukuo, welches von Japan besetzt wurde, zum Kaiserreich proklamiert wurde, obwohl in Japan der Tennō herrschte?

Wie kann es sein, dass es in Haiti das erste und zweite Kaiserreich gab, bzw. was unterschied dies, von dem Königreich, welches dort auch später existierte?

Ich verstehe, dass ein König tatsächlich das Staatsoberhaupt einer Monarchie darstellt, wobei ein Kaiser im Mittelalter dann, nach Untergang des Römischen Reiches, vom Papst zum ernannten Beschützer des Abendlandes und christlichen Glaubens, wurde, wovon es nur einen zur gleichen Zeit gab. Nur Könige konnten dabei Kaiser werden, wobei der Begriff sich immer noch auf die Macht eines Imperiums (Beispiel: Julius Cäsar) bezog, wobei der Kaiser also nicht nur in seinem eigenen Land die Macht inne hatte, sondern (teilweise) ein riesiges Gebiet beeinflusste, welches durch ihn beherrscht wurde.

Wie kann es aber sein, dass es auch außerhalb Europas so viele Kaiserreiche gegeben hat? Was machte eines zu diesem? Was unterscheidet die Begrifflichkeit von einem anderen Monarchen seit den letzten 200 Jahren? Besonders in Bezug auf meine Fallbeispiele würden mich diese Fragen brennend interessieren.

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Eigentlich ist der Kaisertitel, wie du ja bereits selbst weißt, immer ein Anspruch auf das römische Erbe gewesen bzw. die Fortführung des römischen Großreichs (neben der Verwendung der Minuskel eine weitere lang andauernde Erfindung Karls des Großen). Der Zarentitel ist im Grunde dasselbe.

Wie Indecisive schon ausgeführt hat, beginnt der Missbrauch des Kaisertitels mit Napoleon, der das natürlich ganz bewusst im Sinne seiner Agenda, das Heilige Römische Reich zu zerschlagen, getan hat.

Das Kaiserreich Abessinien hätte man in bezug auf neguse negest (›König der Könige‹) auch Großkönigreich Abessinien nennen können, man fand aber in der Übersetzung den ohnehin schon seiner römischen Bedeutung beraubten Herrschertitel ›Kaiser‹ hübscher.

Das zentralafrikanische Kaiserreich ist ja eine moderne Diktatur gewesen, die sich wohlklingender historischer Begriffe bedient hat (da es sich um ehemaliges französisches Territorium handelt, womöglich in Anlehnung an Napoleon).

In Brasilien entstand das Kaiserreich in bewusster Unterscheidung zum alten portugiesischen Königreich, außerdem ein Jahr nachdem anderswo in Lateinamerika, nämlich in Mexiko, ein Kaiserreich etabliert wurde (in erklärter Nachahmung Napoleons). Das zweite mexikanische Kaiserreich ist wiederum über die Habsburger nach Mexiko gekommen, die sich für ihr Herrschergeschlecht und Österreich nach dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches eine eigene Kaiserwürde vorbehalten haben.

Der japanische Tenno wird selbst oft als Kaiser übersetzt, weshalb die japanischen Eroberungen dahingehend auch Kaiserreiche sein können. Dass hat wie beim chinesischen Kaiser wohl mit der teils sakralen und außerordentlichen Stellung der beiden Herrscher zu tun, für die den Historikern der Königstitel zu profan war.

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