Kann ich „das Patriarchat“ kritisieren ohne Antisemit zu sein?

So, jetzt wahrscheinlichst eine der schwierigsten aller „guten“ Fragen:

Das Patriarchat entstand offenbar im Nomadentum bzw. genauer im „Hirtentum“. Die frühen Juden waren nomadische Hirten. Wenn ich nun, wie es oft üblich ist, als „linker, emanzipierter Mensch“ sowohl „die Nazis“ also „die Antisemiten“ und gleichzeitig die bösen „Patriarchen“ kritisiere, die die Emanzipation der Frau verhindern, wie geht das zusammen? 

Wenn ich bedauere, dass „das Patriarchat“ in die Welt gekommen ist, dann bedauere ich quasi, dass die „Hirtenkultur“ in die Welt gekommen ist, dann bedauere ich quasi, dass „die Juden“ in die Welt gekommen sind, dann bedauere ich quasi auch, dass es eine "westliche Rechtsordnung" (mit Frauenrechten) gibt, die aber auch in der Tradition der Gebote von Moses stehen...

Siehe auch solche Texte wie diesen da: http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/entstehung-patriarchat-die-hirten/

wo ganz offensichtlich bedauert wird, dass die Kultur der Hirten, mit ihrem bösen Patriarchalismus, die Welt eroberte, aber verschämt verschwiegen wird, dass das Judentum eben die Religion ist die im alten Testament das Patriarchat „in die Welt“ brachte. Und dementsprechend findet man dann ein Antisemitismusproblem im Feminismus (siehe hierzu Google…) wo „das Patriarchat“ als Unterdrückungsmechanismus oft daherkommt wie die typische „jüdische Weltverschwörung“ ohne dass ich irgendwo eine simple Lösung sehe wie dieses Dilemma aufgehoben werden kann. 

Wie kann man aus dieser Falle entkommen? Oder ist es einfach so, dass das Problem ist, dass zwei völlig unterschiedliche Sachen vermischt werden die auf völlig anderer Ebene zu behandeln sind? Ist Antisemitismus etwas was bestimmten Menschen grundlegende Menschenrechte abspricht während der Kampf gegen das Patriarchat einfach „nur“ die Art der Menschenrechte verändert? Ist es also ein Fehler gegen „das Patriarchat“ zu kämpfen genau wie gegen Antisemitismus, da man nicht „gegen das Patriarchat“ kämpfen kann sondern nur FÜR die Rechte der Frau? Wenn man zum Beispiel „dagegen“ kämpft, dass nur Männer wählen dürfen, dann kämpft man ja nicht dagegen dass Männer wählen dürfen, man kämpft nur dafür, dass es auch Frauen dürfen. 

Ist jeglicher naive Kampf „gegen das Patriarchat“ also eine Sache die von der Struktur ähnlich wie Antisemitismus bestimmten Menschen Rechte entziehen will, während es ja eigentlich nur darum gehen kann bestimmten Menschen (Frauen) Rechte zu verschaffen, nicht aber den Männern (den "Patriarchen"?) Rechte zu entziehen?

Oder wie oder was?

Sorry, ist wohl das falsche Forum für so eine komplexe Frage, aber ich versuchs mal.

Religion, Politik, Psychologie, Antisemitismus, Frauenrechte, Patriarchat, Philosophie und Gesellschaft
13 Antworten
Wird Lesen überbewertet, ist Lernen aus Erfahrung besser?

Man hört ja immer, dass Kinder (aber nicht nur Kinder...) viel Lesen sollen, um sich zu bilden, um zu lernen etc. Problem ist nur: Was ist denn wenn ein belesener Mensch zwar dadurch dann ganz viel weiß, ganz viel "Kompetenz" hat, aber blöderweise das was er gelesen hat einfach nicht stimmt?

Es passiert mir zumindest immer öfter (je mehr Menschen ich treffe...), dass ich Menschen treffe die "Kompetenz" aus Büchern oder Erzählungen haben und mit aller Überzeugung dieses "Wissen" vortragen. Oft übrigens auch Politiker oder Mediziner oder natürlich Rechtsanwälte... Aber wie gesagt, wenn dieses "Wissen" sich dann als falsch herausstellt wirds natürlich peinlich...

Wäre ein Bildungssystem oder generell eine Art von Lernen möglich, das mehr auf "Lernen durch Erfahrung" beruht, also darauf, dass der Lernende wirklich sich sein Wissen erarbeitet? Ich weiß, in vielen Bereich ist es schwer möglich, da der Mensch nicht alles selber erfahren und testen und durch Experimente sich selber vor Augen führen kann. Aber warum ist es nicht zumindest möglich, oder anders formuliert, warum ist es in unserer Kultur nicht mehr verbreitet, dass man eine striktere Trennung zwischen "abstraktem, angelesenen Wissen" und "auf Erfahrung beruhendem Wissen" macht? Stattdessen höre ich immer öfter von "belesenen" Leuten ein selbstbewusstes "Das stimmt was ich sage!" und wenn man nachbohrt findet man dann heraus, dass die Person eigentlich nur mal etwas gelesen hat.

Wie gesagt, meine Frage: Wird "Lesen" als Bestandteil von Bildung überbewertet oder zumindest fehlbewertet, da Texte auch "falsch" sein können? Wie bringt man den Menschen bei wieder mehr selbst nachzuprüfen oder gar selber wissenschaftlich zu arbeiten statt an Halbgötter die einen Text geschrieben haben, die aber auch nur Menschen sind, zu glauben?

Wissen, lesen, Schule, Bildung, Psychologie, Erfahrungen
9 Antworten
Welches Holz ist "elastisch", zäh, möglichst sogar dehnbar und bricht schwer oder gar nicht?

Hallo.

Wenn ihr zum Beispiel eine Sperrholzplatte bauen müsst, und ihr wüsstet, dass diese Platte gebogen wird weil Leute drauf rumtrampeln, und dass durchaus Bruchgefahr besteht weil es eher eine Art Holzlatte oder ein langes Brett sein muss und dieses Brett auch nur recht dünn sein kann, also nicht ganz steif konstruiert werden kann, aber auch nicht so dünn wie ein Blatt, so dass es einfach nur durchhängen würde, geht auch nicht. Aus bruchfestem Kunststoff bauen geht auch nicht. Kurz: Ich vermute, dass die äußeren Schichten dieses "Brettes" irgendwann einfach "reißen" und dann das Brett halt bricht, ähnlich wie wenn ein Bodybuilder ein Telefonbuch zerreisst und zuerst die "äußeren" Blätter reissen, da sie am meisten gedehnt werden.

Welches Holz, und welchen Leim müsste man nehmen (vor allem für die äußeren Schichten, die sich stärker dehnen werden), damit das ganze trotzdem einigermaßen "zäh" bleibt und nicht wie Stein plötzlich bricht?

Birke, die sich ja im Wind biegen muss? Oder Pappel, Erle, Fichte? Welches Holz ist bekannt dafür, dass es "zäh" ist, am besten sogar "dehnbar", aber trotzdem noch normal hart so dass man damit was bauen kann?

PS: Keine Angst, baurechtlich ist das ganze kein Thema und es wird auch keiner ums Leben kommen wenn das bricht... Ich frag nur so.

Holz, Handwerk, Baustoffe, Holzbau, Birke
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Haben wir wirklich "Fachkräftemangel" oder in Wirklichkeit eher zu viele Unternehmen ohne Fachkräfte?

Ich meine, was soll das denn? Überall höre ich, dass ganz viele "Unternehmen" nach Fachkräften suchen. Ja was machen die denn jetzt, ohne Fachkräfte? Wer macht denn da jetzt die Arbeit? Sitzen da etwa Geschäftsführer, Bürokräfte und Kapitalinhaber lustig zusammen und sagen sich "Oh, wir haben ein tolles Unternehmen, aber der blöde Fachkräftemangel verhindert, dass wir auch Produkte produzieren können!". Soll das ein Witz sein? Wenn ich nur Geld und ein Gewerbe aber keine Fachkräfte habe, dann bin ich doch kein tolles Unternehmen das dringend Fachkräfte braucht, dann bin ich ne Lachnummer!

Woher kommt diese schräge Erwartungshaltung? Jeder Heini der Kapital und ein paar Maschinen rumstehen hat, aber nicht weiß wie man sie bedient, nennt sich "Unternehmer", stellt Bürokräfte ein, macht ordentlich Werbung und ein tolles Unternehmens-Logo und Webseite, und wenn ein Käufer kommt dann sagt er "Ja, ich weiß, wir sind ein ganz tolles Unternehmen, aber leider, der Fachkräftemangel verhindert, dass wir etwas für Sie produzieren können". Wieso zeigt man solchen Typen nicht den Vogel? Stattdessen sitzen die in Talkshows und werden als tolle "Unternehmer" gefeiert. Bin ich der einzige der das Gefühl hat, dass das total schräg ist?

Deshalb meine provokative Frage: Kann es sein, dass wir gar keinen wirklichen Fachkräftemangel haben sondern einfach nur in vielen Branchen zu viele Möchtegern- oder abgehalfterte Unternehmer, die nicht wahr haben wollen, dass ihr Unternehmen am Scheitern ist?

Wirtschaft, Realitätsverlust, Unternehmen, Fachkräftemangel, Ausbildung und Studium, Beruf und Büro
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Wie kann man aus eigener Kraft Geld verdienen?

Das ist eine ernstgemeinte Frage!

Wie kann ein Mensch aus eigener Kraft an Geld kommen wenn niemand ihm freiwillig Geld gibt?

Beispiel:

Ein Mensch ist total fleißig, schläft nur 2 Stunden pro Nacht, kann beliebig große Zahlen im Kopf addieren, ist also ein mathematisches Genie, schafft es innerhalb von zwei Minuten ein Erdbeerfeld abzuernten, hat ein System erfunden das die Energieversorgung der Welt für die nächsten 1000 Jahre sichern würde, kann alle Bücher in einer Bibliothek auswendig lernen und schafft im Sperrwurf einen Weltrekord, der bei 300 Meter liegt. Aber: niemand bezahlt ihm Geld dafür. Teilweise sagen die Leute, das ist brotlose Kunst was er macht, teilweise sagen andere Leute er würde anderen Leuten die Arbeit wegnehmen wenn er das alles macht, andere Leute finden ihn einfach unsympathisch oder, und das mag der Hauptgrund sein: Niemand der reichen Leute bezahlt ihn für Arbeit, da sie genau wissen, wenn der Mensch einmal Geld hat, dann baut er mit seinen Fähigkeiten eine neue, viel bessere Firma auf, die viel konkurenzfähiger, also gefährlich für die jetzigen reichen Leute ist. Fazit: Dieser Mensch kann alles, aber niemand gibt ihm Geld.

Wie kann er nun trotzdem, aus eigener Kraft, wie es so häufig von ganz vielen Menschen gefordert wird, an Geld kommen? Ich wiederhole: Aus eigener Kraft! Wie geht das? Wenn niemand anderes sich entscheidet ihm Geld zu geben, wie kann er dann trotzdem, aus eigener Kraft, an Geld kommen?

Geld verdienen, Schule, Geld, Wirtschaft, Kapital, kapitalismus, Liberalismus
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