Braucht jedes "Kaff" ein Krankenhaus oder wäre es besser wenige aber gute zu haben?

Es gibt ja Länder die sind flächenmäßig genauso groß wie Deutschland, haben aber nur eine oder zwei große Städte und dementsprechend auch nur ein oder zwei Krankenhäuser, dann muss halt jeder weit transportiert werden, wenn was ernstes zu behandeln ist, aber die Leute wissen wenigstens wo sie hinmüssen (platt formuliert).

In Deutschland ist es ja eher so, dass es überall mehr oder weniger große Städte gibt, Föderalismus, und eigentlich ganz viele Krankenhäuser. Ganz viele Krankenhäuser, so dass die Wege dahin relativ kurz sind, aber jedes dieser Krankenhäuser eine eigene Infrastruktur aufrechterhalten muss usw. Wenn ich mir allein schon in Schleswig Holstein angucke, Kiel und Lübeck haben jeweils ein eigenes Uni-Klinikum. Inzwischen muss ich sagen, dass ich eigentlich in beiden nicht behandelt werden will, allein schon wenn ich mir die Baracken in Lübeck ansehe... (oder hat das mit dem Aufbau Ost zu tun weil alles Geld in moderne Neubauten im Osten geht?) Aber wenn man die beiden zusammenlegen würde, in einem großen modernem Gebäude, und so dass jede Fakultät dann auch mehr Ärzte hätte, man besserer Zeiteinteilung machen könnte, aber sowas wie Essen besser, weil zentraler und gemeinschaftlicher, organisiert werden kann, dann würde ich es mir vielleicht nochmal überlegen. Aber so... Ich sag ja nicht, dass alles zentralisiert gehört, aber wäre es nicht besser wenn es in Deutschland vielleicht so aussehen würde: Jede Stadt hat zwar "Ärztezentren" mit Fachärzten, aber in ganz Deutschland gibt es vielleicht nur 5 oder 7 richtige Kliniken, die dann aber gigantisch sind und wo sich dann auch Kompetenz bündelt. Auch damit man nicht aus Versehen mit einer seltenen Krankheit an eine Klinik gerät wo sowas noch nie behandelt wurde? Und dann müsste halt ein Transportsystem installiert werden so dass die Anreise besser wird, aber wie gesagt, dafür würde man auch Sachen einsparen weil nicht jede kleine Klinik alles selber aufbauen muss sondern Sachen gebündelt werden können.

Medizin, Gesundheit, Klinik, Krankenhaus, Föderalismus
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Wieso protestieren die Geringverdiener in Deutschland nicht?

Wenn ich die "Gelbwesten" Prosteste in Frankreich richtig verstehe, geht es zwar gegen eine bestimmte Ökosteuer, aber offenbar auch darum dass Geringverdiener zu wenig verdienen und sogar Steuern zahlen müssen oder sollen.

Für mich unterscheidet sich diese Situation nicht grundlegend von der Situation in Deutschland. Laut zum Beispiel dieser Auflistung verdient ein sehr großer Teil, über 20%, der Menschen zum Beispiel weniger als 1000 Euro im Monat, offenbar knapp die Hälfte der Bevölkerung verdient weniger als ca. 1600 Euro im Monat. Wenn man die Zuverdienstregelungen bei Hartz4 berücksichtigt, bei denen jeder hinzuverdiente Euro (über 100 Euro) zu 80% verrechnet wird, manche sagen dies wirkt eine 80% de Facto Einkommensteuer für Geringverdiener, dann sieht man, dass viele dieser Geringverdiener kaum mehr haben als wenn sie nur Hartz4 bekommen würden. Arbeit lohnt sich nicht, Mehrverdienst wird durch die krassen Zuverdienstregelungen quasi bestraft und so wird für einen großen Teil der Bevölkerung ein Hocharbeiten aus der "Armut" unmöglich, selbst wenn sie einen (Teilzeit) Job finden wo sie 1000 Euro im Monat verdienen haben sie nicht viel mehr als mit Hartz4, sie bleiben immer auf dem selben Stand. Erst hohe Verdienste ab 2500 oder 3000 Euro verbessern die Situation entscheidend und sorgen dafür, dass man vielleicht zumindest ein bischen sparen kann. Aber das ist für die Hälfte der Bevölkerung offenbar illusorisch, laut Statistik.

Warum gehen diese Leute nicht auf die Straße in Deutschland? Macron hat nach den Protesten sogar eine staatlich finanzierte Erhöhung des Mindestlohnes versprochen, was de Facto eine Art Subventionierung für Geringverdiener ist. Sowas wäre in Deutschland auch möglich, man müsste nur die Zuverdienstregelungen so ändern, dass Hartz4 Empfänger mehr von ihrem Verdient behalten können, dann würde zum Beispiel jemand der 1000 Euro im Monat verdient zusätzlich noch etwas Hartz4 bekommen und besser gestellt, Arbeit würde sich mehr lohnen, ich dachte das wollen alle? Aber warum tut sich nichts? Warum merkt keiner was los ist oder warum sagen manche, dass die Gelbwestenproteste nicht auf Deutschland übertragbar sind weil es nur um diese Okösteuer und Kraftstoffpreise geht und Wutbürger und Krawallmacher mitmachen? Die angesprochenen sozialen Probleme der Geringverdiener, die kaum Geld in der Tasche über haben, sind doch klar und auch in Deutschland vorhanden. Also, was ist hier mit den Leuten los? Oder kapieren die Leute das hier einfach nicht weil das System so kompliziert ist, dass sie nicht begreifen wie sie "abgezockt" werden, zumindest wenn sie Geringverdiener sind? Oder sind die alle am Rödeln und kommen vor lauter (schlecht bezahlter) Arbeit gar nicht zum Nachdenken?

Politik, demonstration, Armut, Geringverdiener, Gesellschaft, Hartz IV, Sozialpolitik, niedriglohn, Wirtschaft und Finanzen, Gelbwesten
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Wird Lesen überbewertet, ist Lernen aus Erfahrung besser?

Man hört ja immer, dass Kinder (aber nicht nur Kinder...) viel Lesen sollen, um sich zu bilden, um zu lernen etc. Problem ist nur: Was ist denn wenn ein belesener Mensch zwar dadurch dann ganz viel weiß, ganz viel "Kompetenz" hat, aber blöderweise das was er gelesen hat einfach nicht stimmt?

Es passiert mir zumindest immer öfter (je mehr Menschen ich treffe...), dass ich Menschen treffe die "Kompetenz" aus Büchern oder Erzählungen haben und mit aller Überzeugung dieses "Wissen" vortragen. Oft übrigens auch Politiker oder Mediziner oder natürlich Rechtsanwälte... Aber wie gesagt, wenn dieses "Wissen" sich dann als falsch herausstellt wirds natürlich peinlich...

Wäre ein Bildungssystem oder generell eine Art von Lernen möglich, das mehr auf "Lernen durch Erfahrung" beruht, also darauf, dass der Lernende wirklich sich sein Wissen erarbeitet? Ich weiß, in vielen Bereich ist es schwer möglich, da der Mensch nicht alles selber erfahren und testen und durch Experimente sich selber vor Augen führen kann. Aber warum ist es nicht zumindest möglich, oder anders formuliert, warum ist es in unserer Kultur nicht mehr verbreitet, dass man eine striktere Trennung zwischen "abstraktem, angelesenen Wissen" und "auf Erfahrung beruhendem Wissen" macht? Stattdessen höre ich immer öfter von "belesenen" Leuten ein selbstbewusstes "Das stimmt was ich sage!" und wenn man nachbohrt findet man dann heraus, dass die Person eigentlich nur mal etwas gelesen hat.

Wie gesagt, meine Frage: Wird "Lesen" als Bestandteil von Bildung überbewertet oder zumindest fehlbewertet, da Texte auch "falsch" sein können? Wie bringt man den Menschen bei wieder mehr selbst nachzuprüfen oder gar selber wissenschaftlich zu arbeiten statt an Halbgötter die einen Text geschrieben haben, die aber auch nur Menschen sind, zu glauben?

Wissen, lesen, Schule, Bildung, Psychologie, Erfahrungen
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Wenn bei einem Grundeinkommen viele aufhören zu arbeiten, ja was wäre daran eigentlich schlimm?

Es wird ja immer gewarnt, dass bei der Einführung eines BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) oder bei Abschaffung der Sanktionen bei Hartz4, dass dann viele Menschen in der Hängematte liegen und aufhören zu arbeiten.

Ich frag mich inzwischen nur: Was wäre daran denn eigentlich schlimm?

Sowas wie "Arbeit gibt den Menschen ja auch Sinn", blabla, interessiert mich mich. Wenn sie "Sinn" haben sollen, können sie auch in die Kirche gehen.

Aber wer würde denn aufhören zu arbeiten? Die Hochqualifizierten die 5000 Euro im Monat verdienen? Nein. Wohl eher irgendwelche Geringqualifizierten, die sowieso nicht viel können, denn sonst würden sie ja viel verdienen. So, was ist nun schlimm daran wenn Leute aufhören zu arbeiten, die sowieso nichts können? Denn wenn sie was können würden, dann würden sie ja soviel verdienen, dass ihnen 1000 Euro BGE am A... vorbei geht. Und warum soll es zum Beispiel so toll für die Gesellschaft sein wenn der "schlimmste Hartz4 Schmarotzer", der mal in der Bildzeitung stand weil er ja laut Bildzeitung so "faul" ist, warum soll es gut für die Gesellschaft sein wenn er durch Sanktionsandrohung irgendeinen Job machen muss wo er Verantwortung trägt?

Und selbst wenn dann Firmen pleite gehen, weil sie keine billigen Arbeitskräfte mehr finden... Ja und? Welche Unternehmen werden denn pleite gehen? Die schlechten und ineffektiven, die bisher nur überleben weil sie billigste Arbeitskräfte kriegen. Ja was soll daran schlimm sein wenn die pleite gehen und nur die intelligenten und guten und effektiven Unternehmen überleben? Das ist doch super!

Kann das sein, dass das was uns als "wirtschaftsfreundliche Politik" verkauft wird, dass das in Wirklichkeit nur eine Konjunkturmaßnahme für schlechte deutsche Unternehmen, die nur überleben durch Billiglöhner die ihnen das Jobcenter herankarrt? Und ist das nachhaltig? Oder wäre es besser einen harten Schnitt zu machen, BGE oder ähnliches einzuführen, und dann überleben halt nur die guten Unternehmen die ohne Billiglöhner auskommen, das ist zwar schade für die schlechten Unternehmen aber langfristig gut für alle?

Und wenn jetzt jemand sagt "Dann gehen die ins Ausland"... Ja dann halt weltweites BGE?

Aber nochmal die Hauptfrage: Was ist schlecht daran wenn die Leute, die lieber in der Hängematte liegen wollen, wenn die nicht mehr arbeiten? Ist doch toll. Viele Köche verderben doch sowieso den Brei. Und dann können die guten leute endlich ungestört arbeiten, ohne dass ihnen irgendwelche "Bewerbungen" auf Toilettenpapier geschrieben da reinflattern von irgendwelchen Leuten denen das Jobcenter gesagt hat "Schreib 10 Bewerbungen in der Woche, sonst gibt es Sanktionen!".

Wirtschaft, Grundeinkommen, Hartz IV, Sozialstaat
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